John Milton Das verlorene Paradies

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Inhaltsangabe zu „Das verlorene Paradies“ von John Milton

Mit seinem monumentalen Epos „Das verlorene Paradies“ (das der früh erblindete Dichter diktierte) schrieb Milton sich in das Pantheon der Weltliteratur ein, wo er seinen Platz auf den ersten Rängen neben Homer, Vergil und Dante hat. Es inspirierte Dichter, Maler, Regisseure bis in die heutige Popkultur. Milton stand während der „Glorious Revolution“, dem englischen Bürgerkrieg, auf Seiten des Parlaments und avancierte während der kurzen Phase der Republik unter Oliver Cromwell zum Geheimschreiber des Staatsrats. Er verfasste mit der „Areopagitica“ die erste, wortgewaltige Verteidigung der Pressefreiheit („Wer aber ein Buch vernichtet, der tötet die Vernunft selbst“) und verteidigte in „Das Lehnsbesitztum der Könige und Obrigkeiten“ das Recht eines Volkes, seinen König hinzurichten; beide Texte werden 1789 von den französischen Revolutionären begeistert aufgenommen und beeinflussen den Gang der Ereignisse. In den 10.565 Versen von „Das verlorene Paradies“ erzählt Milton von der Rebellion Satans gegen Gott, vom Sündenfall und von der Vertreibung Adams und Evas aus dem Paradies. Milton schuf auf der Basis biblischer und anderer Quellen sowie der astronomischen und naturwissenschaftlichen Kenntnisse seiner Zeit nichts Geringeres als eine Darstellung der Welt und des Kosmos. Die fesselndsten Passagen des Werkes sind aber buchstäblich „des Teufels“, denn die psychologisch überzeugendste Gestalt ist Satan, der mit seiner prachtvollen Rhetorik und überwältigenden Wortgewalt den Archetypus des unbeugsamen Rebellen verkörpert („Ja, besser in der Hölle Herr als Knecht im Himmel sein!“). Das Kurzepos „Das wiedergewonnene Paradies“ von 1671 ist keine Fortsetzung von Miltons Opus magnum, sondern ein eigenständiges Werk. Im Mittelpunkt stehen die drei Versuchungen Christi durch Satan, die Milton als menschliche Urszene schildert. Samson Agonistes, das letzte Werk Miltons, erzählt vom alttestamentarischen Helden Samson und seiner Selbstopferung. Der alte Goethe urteilte über dieses „dramatic poem“, es sei „so im Sinne der Alten wie kein Stück irgend eines neueren Dichters. Er ist sehr groß; und seine eigene Blindheit ist ihm zu Statten gekommen, um den Zustand Simsons mit solcher Wahrheit darzustellen. Milton war in der Tat ein Poet und man muss vor ihm allen Respekt haben.“

Diese Geschichte hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
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  • Vom Ursprung des Bösen

    Das verlorene Paradies

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. November 2015 um 17:26

    "Paradise Lost" ist mehr als ein in Blankversen verfasstes Gedicht. John Miltons Werk ist sowohl die Glorifizierung des Bösen als auch eine Tragödie in einem. Somit werden hier zwei Handlungsstränge miteinander verbunden. Der eine Blickwinkel beleuchtet die Situation des Erzengels Luzifers. Dieser begehrt gegen Gott auf, nachdem er es abgelehnt hatte, die neue Schöpfung Gottes als dessen Abbild anzuerkennen. Daraufhin verliert er diesen Kampf und fällt in Ungnade. Nun macht der abtrünnige Engel eine Wandlung durch. Er nimmt sein neues Schicksal an und will fortan den Menschen verderben: „[…] doch des sei sicher, / Daß unser Werk nie sein wird: Gutes tun; / Nein, Übles stets, als einziges Ergötzen, / Weil´s seinem hohen Willen widerstrebt, / Dem feind wir sind." Damit will er sich an Gott für seine Verbannung in die Hölle rächen. So wird Lucifer durch seinen Hochmut und Stolz zu Fall gebracht. Die Folge dieser Hybris ist die Ausgrenzung des Erzengels aus seiner einstigen Gemeinschaft. Der zweite Handlungsstrang betrachtet das Dasein von Adam und Eva im Garten Eden. Dort leben sie in einer regelrechten Idylle und im Einklang mit der Natur. Doch dies wird bald gestört. Das erste Menschenpaar wird schwach, gibt sich seinen Gelüsten hin und erlangt dadurch Erkenntnis: „Viel Freude mißten wir durch die Enthaltung / Von dieser schönen Frucht, bis jetzt nicht kennend / Echten Geschmack; wenn solche Freude liegt / In dem Verbotnen, möchte man wohl zehn / Statt dieses einen Baums verboten wünschen.“ So werden Adam und Eva durch die Schlange dazu verleitet, ungehorsam gegenüber Gott zu werden. Dabei dient das Tier als Garant für die Auslösung der dramatischen Ereignisse, die nun folgen. Fazit Beide Handlungsstränge stellen – unabhängig voneinander – eine Urszene, die die Illusion eines absoluten und vorbehaltlosen Anfangs als vorhanden annimmt, dar. Gleichzeitig bauen sie aufeinander auf. Denn ohne den Sturz des abtrünnigen Erzengels kann es nicht zur ersten Sünde kommen. das Faszinierende daran ist, dass John Milton fesselnde Charaktere für sein Werk erschuf. Besonders die Figur des Luzifers ist eines seiner Glanzstücke und hat mich von Anfang an in den Bann gezogen. Zum einen verliert sich der Erzengel im Laufe des Epos selbst und ist in seinem tiefen Schmerz über den Verlust der Göttlichkeit gefangen. Zum anderen akzeptiert er seine böse Seite und versucht dieser gerecht zu werden. So wirft die Gestalt des Satans die Fragen nach der Natur von Gut und Böse auf. Dies steigert die Faszination des Bösen nur noch. Meine Meinung Meiner Ansicht nach ist dieses Epos die Darstellung einer universalen religiösen Theologie, in deren Zentrum neben der Erlösung des gläubigen Menschen durch das große Liebesopfer des Gottessohnes auch die Geburtsstunde des absoluten Bösen steht.

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