John Niven Alte Freunde

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Inhaltsangabe zu „Alte Freunde“ von John Niven

Zwei alte Schulfreunde. Craig war früher der charismatische Anführer, zu dem alle aufschauten und der zum Rockstar avancierte. Alan stand stets im Abseits, war Mitläufer. Dreißig Jahre später haben sich die Vorzeichen radikal geändert. Alan ist erfolgreicher Gourmetkritiker und Bestsellerautor, während sich Craig als Obdachloser auf Londons Straßen rumtreibt. Das Schicksal führt die beiden wieder zusammen. Alan greift seinem alten Freund unter die Arme und versucht ihn wieder auf die richtige Bahn zu bringen. Und bald ist nichts mehr so wie es war.

Witzig, boshaft und wie immer mit einer Prise Golf. Ein typisches John Niven Buch. Absolut lesenswert.

— Literalotte

Beste, intelligente, gewohnt boshafte Unterhaltung mit Moraltest inside. Ein Männerbuch das Frauen unbedingt lesen sollten.

— thursdaynext

Gut gemacht, das Böse lauert, man fühlt es die ganze Zeit ;)

— Bri

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    Alte Freunde

    Hexchen123

    04. December 2017 um 17:24

    Alan und Craig waren allerbeste Schulfreunde. Craig hatte sogar eine Band, war beliebt und erfolgreich. Alan war eher der Mitläufer und wurde nicht so beachtet. Irgendwann trennten sich die Wege von Craig und Alan. Alan wurde erfolgreich als Restaurantkritiker und Craig landete auf der Straße. Per Zufall treffen sie beide in London aufeinander und Alan lädt Craig auf ein paar Drinks ein. Doch dabei sollte es nicht blieben, denn Alan gewährt Craig für ein paar Tage Unterkunft in seinem Haus. Diese Einladung stellt Alans Leben komplett auf den Kopf.„Alte Freunde“ war mein erster Roman von John Niven und ehrlich gesagt habe ich mir mehr erhofft. Niven gehört ja doch zu den Top-Autoren und umso neugieriger war ich auf mein erstes Buch von ihm. Doch diese Geschichte konnte mich nicht so richtig überzeugen.Die Story nimmt nur recht langsam an Fahrt auf und gelangt auch nicht so richtig auf das obere Level des Spannungsbogen. Klar, es werden Drogengeschichten, Alkohol und jede Menge Flüche präsentiert. Aber dies allein macht noch keine gute und vor allem spannende Geschichte. Die Protagonisten sind charakterlich eher schwach und keiner von beiden konnte meine Sympathie gewinnen. Die Geschichte zieht sich ewig dahin und vieles konnte ich schon im voraus erahnen. Schade für mich, denn eigentlich habe ich so viel positives von John Niven gehört und gelesen.FazitDiese Geschichte gehört wohl nicht zu den Besten des Autors. Mich hat sie leider gar nicht erreicht und die Seiten zogen sich endlos dahin. Vielleicht war auch meine Erwartungshaltung einfach zu hoch, doch „Alte Freunde“ ist eher ein Pausenfüller als ein Pageturner.

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  • Keine gute Tat bleibt unbestraft

    Alte Freunde

    Bri

    Alan, Ende vierzig, ist Restaurantkritiker mit eigener wöchentlicher Kolumne und sich gut verkaufenden Kochbüchern. Seinen schottischen Akzent hat er schon vor Jahren geglättet, lebt er doch in der Nähe von London und will auch dort verstanden werden. Mit seiner Frau Katie, selbst Kolumnistin mit hoher Affinität zu den verschiedensten Internet-Kanälen, und ihren drei gemeinsamen Kindern, die ohne große nennenswerte Schwierigkeiten aufwachsen, lebt er außerhalb Londons auf dem Land. Zu Geld kommen mussten sie nicht wirklich, entstammt Katie doch einer reichen und angesehenen englischen Familie, die sogar einen riesigen Landsitz ihr eigen nennen darf. Dass dieser jedoch auch so seine Tücken hat - das Dach leckt, die Sanitärleitungen sind mehr als marode und die Mehrzahl der Zimmer meist nicht bewohnt - tut dem äußeren Schein keinen Abbruch. Um solche Besitztümer zu halten, werden schließlich auch andernorts Besucher eingelassen. Man kann also getrost sagen: Alan lebt ein äußerst privilegiertes Leben. Sympathisch an ihm ist, dass er sich dessen durchaus bewusst ist und sich glücklich schätzt. Ab und an denkt er an seine Jugend in Schottland zurück. Ein wenig wehmütig vielleicht an die kurze Zeit, in der er Mitglied einer Band war. Sein damals bester Kumpel Craig war der Kopf der Band und schaffte es mit ihr und der gemeinsamen Musik sogar bis in die USA, bevor er dann mehr oder wenig sang- und klanglos von der Bildfläche verschwand.Doch wie sagt man so schön? Man trifft sich im Leben immer zweimal. Allerdings erkennt Alan Craig nicht auf Anhieb, als ihn dieser mitten in London auf einem Pappkarton sitzend anspricht. Nach der ersten Überraschung lädt Alan Craig natürlich auf ein Bier ein, bei dem es ebenso natürlich nicht bleibt. Nach einem Zug um die durchaus nobleren Häuser bringt Alan es nicht fertig, Craig wieder zu seinem Schlafplatz auf der Straße zurückkehren zu lassen. Denn Craig ist tatsächlich obdachlos. Ein Penner. Nach kurzer Absprache mit Katie nimmt Alan Craig mit nach Hause zu seiner Familie und quartiert ihn, trotz eines gewissen inneren Unwohlseins, im Gästezimmer ein. Nur für ein paar Tage soll es sein, doch wie es so oft ist, kommt es erstens anders und zweitens als man denkt.In seinem neuesten Buch - im englischen trägt es den Titel No good deeds, der wiederum an das chinesische Sprichwort "No good deed goes unpunished" erinnert, das besagt, dass keine gute Tat unbestraft bleibt - führt John Niven seine Leser*innen wieder einmal gekonnt unspektakulär mit viel Insiderwissen sowohl in das Leben der englischen Upper Class als auch die geschäftlichen Gepflogenheiten der Foodblogger und Restaurantkritiker ein. Staunend liest man von Unsummen, die erwirtschaftet und wieder ausgegeben werden, ebenso unglaublich erscheint der sagenhafte Alkoholkonsum, der gesellschaftlich jedoch komplett anerkannt ist, ganz zu schweigen von anderen Substanzen, die den Weg in den menschlichen Organismus finden. Dabei frühstückt er locker leicht alle, aber auch wirklich alle Bereiche unserer modernen Gesellschaft ab, die uns früher oder später in die Bredouille bringen werden, weil viele Menschen aufgrund ihrer Erziehung so etwas wie Lebenstüchtigkeit nicht mehr kennen werden. Häufiges Kopfnicken meinerseits begleitete also die bissige, aber durchaus amüsante Lektüre.Alan ist mir mitsamt Familie, trotz des finanziellen und damit gesellschaftlichen Unterschieds, nicht unsympathisch, stammt er doch selbst aus Arbeiterverhältnissen und ist nicht wirklich ein Snob. Ein Genießer, ja, Snob jedoch ist er in meinen Augen nicht. Auch einige der Verhaltensweisen heutiger Eltern, die er völlig zu Recht in Frage stellt, beobachte ich tagtäglich mit Staunen. "Sie hatten sich in der langen Autoschlange vor der Schule eingereiht, die sich dort jeden Morgen bildete, um zu verhindern, dass der kostbare Nachwuchs am hellichten Tag in Begleitung Dutzender anderer Kinder und in Sichtweite zahlreicher Passanten und Autofahrer, ein paar hundert Meter zu Fuß zurücklegen musste."Kurz nur mal btw: Die Klassenfahrt meines Sohnes nächstes Jahr steht noch in den Sternen, da die Lehrerinnen auf dem letzten Wandertag entsetzt feststellen mussten, dass viele der Kinder bereits nach einigen hundert Metern ernsthaft darüber klagten, nicht mehr laufen zu können. Mittlerweile sehe ich diese Autoschlangen glücklicherweise nicht mehr vor der Schule, da unser Sohn seinen Schulweg alleine bestreitet und das sehr gerne.Während man als Leser*in also den Alltag der englischen Upper Class verfolgt, der durchaus auch seine situationskomischen Momente bereithält, schleicht sich sehr subtil, aber dennoch deutlich das Gefühl ein, dass hier großes Ungemach lauert. Auch die Richtung, aus der es wohl kommen mag, lässt sich erahnen, wobei Niven uns den Spaß lässt, selbst mitzudenken. Die Route, auf die er uns schickt, ist zwar nicht immer bestens ausgeleuchtet, aber dafür gibt er uns eben die kleine Taschenlampe, sprich kleinste Andeutung, die er Brotkrumen gleich fallen lässt, mit auf die Reise. Das macht richtig Freude. Und so kommt es, wie es kommen muss: Das Bösartige erhält seinen Auftritt, und gäbe es nicht wirklich loyale Freunde, die kühlen Kopf bewahren, gäbe es nicht den Einfluß gewisser Menschen, so wäre am Schluß wohl alles anders.Nivens Ende macht aber auch sehr deutlich, dass nichts im Leben als garantiert oder selbstverständlich gelten sollte. Der Meister der scharfen Beobachtung zerlegt uns, unsere Gewohnheiten und Beziehungen, gesellschaftliche Gepflogenheiten und Missstände präzise und undogmatisch. Und so ganz nebenbei macht er uns klar, dass manche Verhältnisse sich niemals ändern und eine gut gemeinte Tat nicht gut getan sein muss. "Das Kräfteverhältnis zwischen Männern ist schon früh eine ausgemachte Sache. Es spielte keine Rolle, wie viel Geld und wie viel Erfolg Alan hatte. Es war völlig egal, ob er einen Anzug aus reinem Gold trug und Craig nackt in der Gosse lag. Alan würde immer versuchen, Craig zu beeindrucken. Und Craig würde Alan immer dafür verachten."

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    • 9

    Bri

    26. November 2017 um 13:56
    wandablue schreibt Na gut, immerhin 400 Seiten. Hab extra nachgeguckt, da ich argwöhnte, dass du seitenlange Rezis schreibst für schmale Büchelchen ;-)). Es muss also doch noch mehr drin stehen im Buch. Btw.: ...

    Auch auf 400 Seiten kann manchmal nix passieren und auf 120 ganz viel. Das ist nun für mich kein Kriterium hinsichtlich der Länger meiner Rezension. Vielleicht lese ich einfach nur anders, als ...

  • Mens World

    Alte Freunde

    thursdaynext

    19. November 2017 um 11:07

    John Niven kennt die Männer. Ihre Schwächen auszuloten macht ihm und damit auch seinen Leser*innen besondere Freude. Schon in Straight white male glänzte er damit und „Alte Freunde“ ist wieder ein Roman den Mensch sich keinesfalls entgehen lassen darf. Boshafte Interna aus der englischen Upperclass und den Verlockungen denen sich die armen Männer in der Midlifecrisis ausgesetzt sehen, der Umgang der Gesellschaft mit jenen ganz unten und die Machtspielchen der Jungs. Herrlich.Ein weiteres Lesehighlight 2017 . Amüsant, ehrlich, tiefblickend und ja, man hinterfragt auch das eigene Verhalten und Denken. Dazu schwarzer Humor, Esprit und ein fluffiger Stil sowie dies kleine glückliche Freude an gutgesetzter Boshaftigkeit.Alte Freunde ist wieder ein meisterlicher Niven, den Leser*innen sich keinesfalls entgehen lassen dürfen.Mein Dank an Bri, die es versteht, befreundete Menschen mit Büchern aufzuheitern und zu versorgen.

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