John Niven Old School

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Inhaltsangabe zu „Old School“ von John Niven

Die Alten schlagen zurück Susan und Julie sind gerade 60 Jahre alt geworden. Sie leben in einem kleinen Dorf in Südengland und sind seit der Schulzeit miteinander befreundet. Susan führt ein bürgerliches Hausfrauendasein, Julie lebt in einer Sozialwohnung und arbeitet als Aushilfe in einem Pflegeheim. Als Susans Ehemann Barry tot aufgefunden wird, offenbart sich, dass er ein surreales Doppelleben führte und Susan einen finanziellen Scherbenhaufen hinterlassen hat. Um nicht in die Altersarmut abzurutschen, greifen die Frauen zu einer radikalen Lösung.

Amüsant und kurzweilig, sehr filmisch, sehr britisch :)

— Jennifer081991
Jennifer081991

Ein zufälliger Glücksgriff! Toll, kurzweilig, ideenreich - absolute Leseempfehlung!

— tanteruebennase
tanteruebennase

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  • Altersreichtum

    Old School
    Duffy

    Duffy

    28. August 2017 um 10:39

    Wenn man als 60jährige Hausfrau erfährt, dass der Ehemann das Vermögen während einer bizarren Doppelexistenz verschleudert hat und auch noch beim exzessiven Ausleben fraglicher Sexualpraktiken ums Leben gekommen ist, dann fallen schon mal ein paar Bauklötzchen des Lebens in sich zusammen. Susan ist das passiert und sie steht vor einem finanziellen Desaster, das in drei Menschenleben nicht mehr zu modifizieren ist. Doch anstatt ihrem Mann zu folgen und sich die Lichtlein auszupusten, tut sie sich mit ihrer besten Freundin Julie zusammen, die auch einen rasanten sozialen Abstieg hinter sich hat. Eher zufällig stoßen die ausgeflippte Altersheiminsassin Ethel und die grundanständige Jill zur Community. Geplant und durchgeführt wird ein Banküberfall, bei dem über 4 Millionen erbeutet werden. Nun geht es auf die rasante Flucht, die Jäger heißen Boscombe, ein extrem ungesunder Seargant und sein Assistent Wesley. Über Frankreich geht es ...Niven schrieb das hervorragende "Gott bewahre" und legt nun hier ein ähnlich rasantes Buch vor. Keine Minute Langeweile, seine Figuren glaubhaft, obwohl sie natürlich, wie der Ermittler Boscombe, für den Zündstoff sorgen müssen und ein wenig überzeichnet sind. Sein Gegenpart ist Ethel, die schrill und agil daherkommt, doch von ihren Freundinnen immer wieder zurecht gestutzt wird. Das versucht auf der anderen Seite auch Boscombes Partner, sodass das Gleichgewicht wiederhergestellt wird. Das ist dramaturgisch geschickt und schafft Niven die Freiräume, die er braucht, um mit humoristischen Einlagen zu glänzen.Ob das nun schon Satire ist, sei dahingestellt. In jedem Fall ist es auch eine Abrechnung mit dem Alter, sehr bissig manchmal, ab und an auch sensibel und sehr realistisch.Einige Passagen erinnern an den frühen Tom Sharpe, ohne zu kopieren. Das ist eben der British style, den man so lieben kann und der schon immer sehr speziell war. Ein großartiges Buch, ohne langweilige Momente, komisch und stellenweise besinnlich, es überwiegt aber der Spaß an der Geschichte. Unbedingt empfehlenswert.

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  • Britischer Humor, filmisch erzählt

    Old School
    Jennifer081991

    Jennifer081991

    26. August 2017 um 14:28

    Älter werden ist ja sowieso schon nicht so spaßig. Wenn dann noch ein Schicksalsschlag daherkommt und den ruhigen Ruhestand bedroht, dann geht es erst recht bergab! Diese Erfahrung machen auch die beiden etwas in die Jahre gekommenen Freundinnen Susan und Julie. Während erstere ihr Leben als Hausfrau fristet, kämpft letztere im Altenheim gegen den sozialen wie finanziellen Abstieg. Doch als Susans Mann unter unwürdigen Umständen verstirbt und ihr nicht nur einen kleinen Skandal, sondern auch noch einen hohen Schuldenberg, hinterlässt - da beschließt Susan sich gegen das System aufzulehnen. "Und außerdem liegst du falsch", erklärte Susan und nahm einen weiteren tiefen Zug von ihrer Zigarette. "Das ist nicht das Schlimmste, was passieren kann. Gefängnis? Ganz sicher nicht. Weißt du, was das Schlimmste ist, was passieren kann? Dass ich zum Unwillen meiner Schwiegertochter als Hausgast bei Tom und Clare lande, während du die nächsten zehn Jahre Exkremente im Altenheim aufwischst, bis wir beide dort einziehen, um auf unseren Tod zu warten. Old School, Seite 100 Die Bank will ihr Haus verpfänden? Ihr ihr Zuhause, ihren letzten Halt nehmen? Dann holt sie sich das Geld von der Bank eben zurück. Im Nu versammeln Susan und Julie eine nicht mehr ganz so fitte Truppe um sich und marschieren bewaffnet in die örtliche Bank. Damit beginnt eine rasante Verfolgungsjagd mit der britischen Polizei. Britischer Humor Die Idee an sich fand ich schon witzig, die Umsetzung ist es umso mehr. John Niven erzählt äußerst kurzweilig und sehr amüsant. Die Kapitel sind knackig kurz und erinnerten mich sehr an filmisches Erzählen - kein Wunder, ist doch John Niven auch Regisseur, wie ich beim Lesen anderer Rezensionen feststellte. Der häufige Perspektivwechsel erhöht den schnellen Lesefluss, dennoch wird man nicht aus der Szenerie gerissen. Die eigentlich erwartete Handlung entwickelt sich zwar anfangs langsam, die Charaktere werden ausführlich eingeführt - allerdings las sich selbst der lange Beginn so flüssig, das es nur mäßig störte. Da sich die Handlungsstränge der einzelnen Figuren stark miteinander verflechten, hat man das permanente Gefühl kollidierender Handlung - ein bewusst gesetzter Effekt. Nicht nur die Alten selbst werden hier begleitet, auch der Gegenspieler in Form eines abgehalfterten alten Polizei Sergeant. Der eilt - immer einen Schritt zu langsam - den gesuchten vermeintlichen Schwerverbrechern hinterher. Mit Verstand, Frechheit und einer guten Portion Glück können diese sich ihm immer wieder im letzten Moment entziehen. Die Mischung der skurrilen Alten ist dabei sehr ausgewogen: Von der sehr nonnenhaften ältlichen Matrone bis zur mit Obszönitäten um sich werfenden ehemaligen Möchtegern-Berühmtheit ist alles dabei. "Wie meinen?" "Vergessen Sie's. Die Dame in Verhörraum C, ist das die Frau des Toten?" "So ist es." Boscombe unterstrich in einem der Dokumente etwas mit gelben Textmarker und legte es oben auf den Stapel in dem beigefarbenen Ordner. Den legte er wiederum auf einen roten Ordner. Darin befanden sich ein paar ausgesuchte Beweisstücke vom Tatort - gerade genug, um seine These zu unterstreichen. "Er ist drüben in der Pathologie. Der Befund sollte bald hier sein." "Die Dame wirkt sehr sympathisch." Boscombe stöhnte. Wesley war noch jung. Wo fing jede Ermittlung an, wenn ein Ehepartner ermordet wurde? Bei dem überlebenden Partner. "Denken Sie immer daran", sagte Boscombe, stand auf, zog sich sein Jacket an und nahm die Ordner, "stille Wasser sind tief. Lassen Sie uns gehen." Old School, Seite 60 Der Roman las sich wunderbar schnell, trotz meiner hausarbeitsstressigen Zeit. Die wilde Verfolgungsjagd über die Grenzen der Kleinstadtidylle hinweg war dabei wirklich grandios. Die Wendungen sind teils vorhersehbar, teils sehr, sehr überraschend, genau die richtige Mischung, um sich mitreißen zu lassen. Zudem muss man die etwas schrulligen Alten einfach ins Herz schließen. Eine spannende Geschichte, schrullige Charaktere, einen Schuss britischen Humor, was will man mehr? Fazit: Klare Leseempfehlung für humorvolle Stunden! Mehr Rezensionen unter www.leseninleipzigblog.wordpress.com

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  • Rezension zu "Old School"

    Old School
    Flickercat

    Flickercat

    26. June 2016 um 23:09

    Susan und Julie sind gerade 60 Jahre alt geworden. Sie leben in einem kleinen Dorf in Südengland und sind seit der Schulzeit miteinander befreundet. Susan führt ein bürgerliches Hausfrauendasein, Julie lebt in einer Sozialwohnung und arbeitet als Aushilfe in einem Pflegeheim. Als Susans Ehemann Barry tot aufgefunden wird, offenbart sich, dass er ein surreales Doppelleben führte und Susan einen finanziellen Scherbenhaufen hinterlassen hat. Um nicht in die Altersarmut abzurutschen, greifen sie zu einer radikalen Lösung.Ich habe ein unterhaltsames Buch erwartet, in dem jede Menge ungewöhnliche Dinge geschehen, und das habe ich auch bekommen. Schräge Charaktere, die zwar relativ flach wirken, dabei aber trotzdem sympathisch rüberkommen, nehmen einen mit auf einen verrückten Coup.Das Erzähltempo stimmt, es ist teilweise recht spannend und oft kommt auch der Humor nicht zu kurz, wobei der Schreibstil nicht mit Flüchen und gelegentlichem Fäkalhumor geizt. ;-)Etwas übertrieben fand ich den extrem dummen Polizisten, aber ansonsten ein kurzweiliges, schräges Buch für zwischendurch mit einem runden Ende!

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  • Eine lustige Gaunerkomödie

    Old School
    PettiP

    PettiP

    09. June 2016 um 20:42

    Das Buch handelt von vier Frauen. Erstens Susan die ein biederes, aber sorgenfreies Leben mit ihrem Mann Barry führt. Bis dieser auf bizarre Weise ums Leben kommt. Er führte ein geheimes Doppelleben und hat für dieses nicht nur die ganze Familienkasse verbraucht, sondern auch noch zahlreiche Kredite aufgenommen, für die Susan nun einstehen muss. Zweitens gibt es da noch Julia, der früheren Lebensgefährten und Geschäftspartner sich mit ihrem Geld aus dem Staub gemacht hat. Sie arbeitet nun als Hilfskraft in einem Altersheim, wo auch die alternde Diva Ethel lebt. Zu guter Letzt ist da noch Jill, dessen Enkel dringend eine lebenswichtige Operation benötigt. Diese vier älteren, vom Leben gebeutelten Damen überfallen, zusammen mit einem älteren Herrn, eine Bank. Aufgrund der Demenz des Rentners geht dieser währenddessen verloren. Nun sind die Frauen auf der Flucht.Der Schreibstil von John Niven hat mir sehr gut gefallen. Ich war sofort mitten in der Geschichte drin. Als ich das Buch begonnen habe, dachte ich es handelt sich um einen leichten Roman für zwischendurch. Aber das dieses Buch keineswegs. Es ist eine Mischung aus Krimi, Schicksalsroman und Gaunerkomödie alla Pink Panther. Ich war sofort so gefesselt, das ich das Buch kaum aus der Hand legen mochte. Aber an einigen Stellen konnte ich dann wiederum vor Lachen nicht weiter lesen. Die Charaktere des Romans sind so verschieden, unterschiedlicher könnten sie gar nicht sein.

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    • 2
  • Schwarzhumorig, bissig, ... typisch John Niven!

    Old School
    ForeverAngel

    ForeverAngel

    20. March 2016 um 10:53

    Es ist schon eine Weile her, dass ich meinen letzten John Niven - Straight, White, Male - gelesen habe. Wieder auf den Geschmack gekommen bin ich, als ich Jochen Malmsheimer und Jürgen von der Lippe die Tage aus seinem Buch Gott bewahre vorlesen hörte. Es war mal wieder Zeit für einen neuen John Niven, und da kommt Old School gerade richtig.  John Niven ist für seinen schwarzen Humor und seine derbe Sprache bekannt und genau das erwartet uns auch in Old School. Es geht um Julie und Susan, zwei gerade 60 Jahre alt gewordene britische Damen. Die eine ist Hausfrau in der britischen Provinz, die andere lebt in einer Sozialwohnung. Susans Mann Barry wirkte auf sie immer ein bisschen langweilig - bis er ei einem skurrilen Unfall ums Leben kommt und ihr einen Haufen Schulden hinterlässt. Schulden in Millionenhöhe, denn ganz so langweilig und anständig war Barry gar nicht.  Susan, Julie und zwei weitere britische Seniorinnen (Jill und Ethel) planen den perfekten Banküberfall, um an das nötige Geld zu kommen. Jede von ihnen kann es gut gebrauchen, denn Old School ist nicht nur ein schwarzhumoriger Actionroman, er nimmt auch die britische Mittelschicht und die Probleme der Rentner aufs Korn. Das Thema Altersarmut steht deutlich im Fokus. Jill braucht das Geld für ihren Enkel, der operiert werden soll. Susan droht durch ihre Schulden in die Armut zu rutschen und alles zu verlieren. Und Ethel ... na ja, sie macht wohl mehr aus Langeweile mit, weil im Altersheim einfach nichts los ist. Susan und ihre Rentnergang bringen sich immer wieder in scheinbar aussichtlose Situationen, weil sie zwar viel Glück, aber so gar kein Händchen für Kriminalität haben. John Niven überzeugt durch einen facettenreichen Humor. Manchmal ließ mich seine Situationskomik laut lachen, manchal schmunzelte ich über die vielseitig gezeichneten Figuren und manchmal blieb mir das Lachen im Hals stecken. Old School ist spannend, bissig, witzig. Ein typischer John Niven eben.    (c) Books and Biscuit

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  • Lustich, wie fast immer

    Old School
    Zanine

    Zanine

    20. March 2016 um 00:24

    Lustich wars. jedoch fand ich "Gott bewahre" ein bisschen besser, da das noch eins, zwei Ticks verrückter war. Aber auf jeden ein Super Buch.

  • Sie bremsen für niemanden ...

    Old School
    Bri

    Bri

    Susan Forbisher ist 60 Jahre alt, genau wie ihre Freundin Julie. Sie kennen sich seit Jahrzehnten. Susan fühlt sich in ihrer Durchschnittsehe mit dem Wirtschaftsberater Barry gut versorgt - vor allem finanziell. Julie hingegen muss mit ihren 60 Jahren einem Putzjob in einem Altersheim nachgehen. Ihr letzter Freund hat sich mit dem gemeinsamen Geld abgesetzt; keine Chance etwas von ihm zurück zu bekommen. Im Altersheim hat sie in der ruppigen 89 jährigen Ethel eine Verbündete, ja eine Freundin gefunden, die auch im Rollstuhl sitzend, das Leben am liebsten in vollen Zügen genösse, so wie früher, als sie eine bekannte und vor allem schöne junge Tänzerin war, die den Männern reihenweise den Verstand raubte. Während Susan ihr durchschnittliches, aber sorgenfreies Leben innerhalb einer Laienschauspieltruppe aufpeppt, hadert ihre Mitspielerin Jill mit ihrem Glauben, ist ihr einziger Enkel mit seinen fünf Jahren schwer krank und nur eine teure Operation kann sein Leben retten. Gerade mal die Hälfte der Kosten für die OP konnte die Familie des Kleinen bisher auftreiben und sein Zustand wird immer dramatischer. Doch bei der Party zur Generalprobe der Laientruppe wollen die vier Damen nicht an Sorgen oder Nöte denken - bis Susan von zwei Polizisten mitgeteilt bekommt, dass ihr doch so biederer Mann bei äußerst bizarren Sexspielen in einer von ihm heimlich zur Sado-Maso-Höhle ausgebauten Wohnung wohl einem Herzinfarkt erlegen ist ... Plötzlich ist die vermeintlich gut versorgte Susan, die um ihrer Freundin zum 60. Geburtstag eine außergewöhnliche Freude zu bereiten mal schnell ein paar Hundert Pfund für echte Louboutins ausgibt, mehr als mittellos. Vertrauensseelig hatte sie Kreditanträge mit unterzeichnet, die ihr Mann für sein Hobby aufgenommen hatte, unterschrieben. Einziger Ausweg scheint ein Banküberfall zu sein - Julie hatte da doch mal einen Liebhaber, dessen Beruf Bankräuber war. Nails, ein Mann der alten Schule, der Susan, Julie, Ethel und Jill nicht nur als Fahrer des Fluchtwagens unterstützen soll ... doch natürlich kommt alles anders, als man denkt. John Niven hat mit Old School nicht nur aus einer anfänglichen Drehbuchidee einen soliden, amüsanten, schrägen Krimi gefertigt, sondern - wie von ihm gewohnt - auch die aktuellen gesellschaftlichen Probleme klar benannt. Dass aus der Idee zuerst ein Drehbuch wurde, das Niven umschrieb, weil sich niemand fand, der einen Film daraus machen wollte, merkt man zwar hin und wieder am Schreibstil, dem Lesevergnügen nimmt das aber nicht viel. Vielleicht wären die Figuren etwas psychologischer angelegt, der Fokus nicht ganz so sehr auf Action gelegt, die Assoziationen zu dem die vier Ladies zwanghaft verfolgenden Polizisten nicht so sehr eine unsympathische Ausgabe meines geliebten Inspector Clouseau. Vielleicht aber wäre dann auch das Ende ein anderes und darum, das muss ich gestehen, wäre es mehr als schade. Denn so schräg die ganze Sache ist und so derb es Ethel krachen lässt, so amüsant sind die englisch-französischen Vorurteile, die offensichtlich nicht nur Klischees sind und so sehr wünscht man sich, dass die vier Ladies Erfolg haben und mit ihrem kriminellen Tun, das nur einer Bank wirklich schadet, durchkommen. Ob dem tatsächlich so ist, das solltet ihr rasch selbst herausfinden. Ich jedenfalls habe diesen Roadtrip, der nur entfernt Züge von Thelma & Louise aufweist, in vollen Zügen genossen.

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    • 2
    awogfli

    awogfli

    19. March 2016 um 05:04
  • Rasant, schräg und witzig!

    Old School
    Seniza

    Seniza

    02. February 2016 um 15:57

    Zuerst: Die Story ist an den Haaren herbeigezogen, der Humor ist derb und der Begriff "Deus ex machina" ist John Niven entweder fremd oder schlichtweg einfach wurst. Nichtsdestotrotz habe ich mich bei der Lektüre sehr gut unterhalten. Diese schräge Truppe von Rentnerinnen, ihr dilettantischer Banküberfall und ihre irrwitzige Flucht durch Frankreich sind so kurzweilig beschrieben, dass man das Buch einfach nicht aus der Hand legen kann.

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  • Respektlos, cool, witzig

    Old School
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    01. February 2016 um 11:54

    Respektlos, cool, witzig Das Motiv alternder Gentlemen-Gauner ist sicherlich keine unbedingt neue Erfindung von John Niven, ebenso, wie das Hineinführen der Figuren in teils irrwitzige Szenarien und Abläufe auch anderswo in vielfacher Form bereits gelesen werden konnte. Wie nun aber Niven diese beiden Motive zusammenführt, wie er seine vier „Frauen im besten Alter“ (davon eine im sehr vorgerückten „allerbesten Alter“ von 87 Jahren) nun aber zueinander finden lässt, die Charaktere mit Liebe entfaltet und dann „auf die Banken“ (und ermittelnde Polizeibeamte) loslässt, das ist schon mit sehr trockenem Humor und wunderbarer Respektlosigkeit versehen. Gerade weil er seinen Protagonistinnen mehr Glück als Verstand und kriminellem Können mit auf den Weg gibt, ergeben sich ein um das andere Mal fast aussichtslose Momente, die Niven mit Genuss dann doch mit Schlupflöchern versieht. Bis hin zum „heißen Reifen“ der „Flucht-Fahrerin“ in der dreißiger Zone. Dass Susan zu Beginn der Ereignisse sich im Glück (wenn auch im langweiligen) wähnt, dass sich dann aber ihr (eben langweiliger) Ehemann Barry als sexuelles Monster erweisen wird (natürlich nicht bei ihr), und wie Niven dann allein schon die Szenerie in der heimlichen „Spiel-Wohnung“ des braven Ehemanns schildert, lässt bereits kein Auge trocken und führt ebenso zu manch hartem Schlucken, wenn Niven aber sehr genau beschreibt, wie dieses eine Sex-Spielzeug den Tod des Mannes mitverursacht hat. Und da nun Susan vertrauensvoll alles unterschrieben hat, was ihr Mann ihr murmelnd im Lauf der Jahre vorgelegt hatte, steht da nach dessen Ableben eine erkleckliche Summe an Schulden im Raum, Die ihre beste Freundin so nicht aufzuweisen hat, aber demgegenüber auch nur von einem Guthaben träumen könnte. Während Jill´s Enkel operiert werden müsste (35.000 Pfund) und das Geld nicht da ist. Während Ethel einfach auch unterfordert ist im Seniorenheim, das wird vom ersten Augenblick ihres Auftretens an klar. Also, da auf legalem Wege genügend Geld nicht gefunden werden wird, machen sich die vier Damen stante pede auf, der ein oder andern Bank einen ganz besonderen Besuch abzustatten. Und alles könnte so schön sein, wenn nicht Sergeant Boscombe alle Kräfte mobilisieren würde, die Verbrecherinnen dingfest zu machen. Gut für das weibliche Quartett ist dabei allerdings, dass Boscombe ein inniges Verhältnis mit jedem Fettnäpfchen pflegt, das am Wegesrand auftaucht. Bis hin zu einer finalen Verfolgungsjagd, die ob der gewählten „heißen Reifen“ und der Gabe Nivens, sehr, sehr plakativ und anschaulich zu erzählen, einen mitreißenden (und später „erfrischenden“) Verlauf nehmen wird. Wunderbar überzogene, temporeiche und flüssig erzählte Unterhaltung, die hier und da zu sehr überspitzt und in weiten Teilen ein stückweit vorhersehbar verbleibt. Dabei aber viel Freude bereitet.

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  • Rasant, skurril und herrlich komisch! I like...!

    Old School
    FrolleinJott

    FrolleinJott

    Inhalt / Klappentext: Die Alten schlagen zurück. Susan und Julie sind gerade 60 Jahre alt geworden. Sie leben in einem kleinen Dorf in Südengland und sind seit der Schulzeit miteinander befreundet. Susan führt ein bürgerliches Hausfrauendasein, Julie lebt in einer Sozialwohnung und arbeitet als Aushilfe in einem Pflegeheim. Als Susans Ehemann Barry tot aufgefunden wird, offenbart sich, dass er ein surreales Doppelleben führte und Susan einen finanziellen Scherbenhaufen hinterlassen hat. Um nicht in die Altersarmut abzurutschen, greifen sie zu einer radikalen Lösung. Meine Meinung: Was für ein herrlich rasanter und mit derbem Witz gespickter Roman! Ein paar ältere Damen, die aus unterschiedlichen Gründen in die Armut abzurutschen drohen, kommen auf die abwegige Idee, kriminell zu werden, um an Geld zu kommen. Die Polizei ist ihnen immer dicht auf den Fersen, aber aufgrund der irrwitzigen Verstrickungen, die immer wieder entstehen, können die Alten doch meistens wieder entwischen. Die Charaktere sind wunderbar kreiert und man entwickelt beim Lesen eine große Sympathie, vor allem mit den kriminellen Alten. Die Story nimmt immer mehr Tempo auf, wird zu einem rasanten Roadtrip und man mag gar nicht mehr aufhören zu lesen, will unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht. Dabei gibt es eine Menge sehr witziger, ja skurriler Situationen, gespickt mit ordentlich derbem Humor. Ist vielleicht nicht jedermanns Sache, wenn Sergeant Boscombe arge Verdauungsprobleme hat und entsprechende Flatulenzen abläßt, aber es paßt so herrlich zu dieser furchtbaren Person, die es schafft, immer genau das Falsche zu machen, weshalb ich es sehr amüsant finde. Wenn auch die meisten Geschehnisse absolut unrealistisch und maßlos überzogen sind, so macht dies genau das skurrile und satirische Flair daran aus. Besonders gefällt mir hier, dass die Protagonisten ältere Herrschaften sind. Sie blicken auf ihr Leben zurück, stellen fest, dass sie eigentlich nichts von dem erreicht haben, was sie vom Leben erwartet haben und wollen es nochmal so richtig wissen und es sich gut gehen lassen. Und sie beweisen: Die Alten haben es noch drauf! Einfach herrlich! Da ich schon mehrere Bücher von John Niven gelesen habe, finde ich dieses von der Ausdrucksform und der Derbheit her noch recht harmlos. Anfangs war mir die Story für einen Niven fast zu "mainstreamig". Trotzdem hat mir das Buch insgesamt richtig gut gefallen und ich ertappte mich beim Lesen dabei, dass ich ein Schmunzeln gar nicht mehr aus dem Gesicht bekam. Also, wer es gerne temporeich, etwas abgedreht und auch den leicht derben Humor mag: unbedingt lesen!

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    • 2
  • Seniorenroadmovie

    Old School
    frenx1

    frenx1

    24. January 2016 um 12:48

    Vier Frauen im besten Alter zwischen 60 und knapp 90 Jahren überfallen eine Bank und leisten sich eine abenteuerliche Verfolgungsjagd mit der Polizei. Das ist kurz gesagt der Inhalt von John Nivens Roman “Old School”. Freilich: gesagt ist damit noch nicht viel über das Buch. Denn so wichtig ist der Inhalt nicht. Das, was Nivens Buch ausmacht, ist die Art und Weise, wie er schreibt: sein derber Humor, das Plakative, abstruse Handlungsentwicklungen, Slapstick. All das lässt den Roman lebendig werden. Allerdings: Mir war das alles zu viel des Guten. Das Derbe, das immer gleich noch ins Obszöne abrutschen muss, die wiederkehrenden Gags, die (im negativen Sinne) albernen slapstickartigen Szenen in Überfülle. Ein Dildo genügt nicht, es muss gleich ein Riesendildo sein, die Superlative der Superlative, bis zum Erbrechen ausgewalzt. Das nervt ganz gewaltig beim Lesen. Besonders der Polizist, Boscobe, der die vier ehrenwerten Bankräuberinnen verfolgt, ist eine Karikatur seiner selbst. Manches Feinfühlige, was vor allem bei der Lebensgeschichte der vier Frauen angelegt ist, wird dadurch schlichtweg plattgewalzt. Schade drum, denn die vier Frauen sind ganz unterschiedliche Typen, die während der Verfolgungsjagd immer mehr zusammenwachsen. Schade, dass drumherum so viel an Albernheiten auf den Leser einprasseln.

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  • eine eher spezielle Art von Humor

    Old School
    Claddy

    Claddy

    21. January 2016 um 18:42

    Nach fast fünfunddreißigjähriger Ehe wird Susan Frobisher von ihrem Mann übel mitgespielt: Nicht nur, dass er unter peinlichsten Umständen ums Leben kommt, er hat sie außerdem auf einem beachtlichen Schuldenberg zurückgelassen. Sie und ihre Freundinnen Julie und Jill, die ebenfalls drängende Geldsorgen haben, schmieden gemeinsam mit der siebenundachtzigjährigen Ethel einen wahnwitzigen Plan.  Eins muss man dem John Niven lassen: Es geht rasant zu in seinem Roman. Nachdem  die verschiedenen Personen in den jeweiligen Lebenssituationen vorgestellt werden, kommt es zum Zusammenspiel. Und das ist mehr als turbulent. Die vier Frauen sind nur ein Teil einer haarsträubenden Geschichte, die vor allem von dem Interessenskonflikt zwischen den Parteien lebt. Da sei besonders Sergeant Boscombe erwähnt, dumm, cholerisch und nachtragend, der Gegenspieler, der mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, den Triumph des Quartetts zu vereiteln.  Doch die Frauen haben alle besondere Qualitäten, die sie im Gesamtkonzenpt der Handlung wichtig und unaustauschbar machen  und den Grundstein zum Erfolg der Gruppe legen.  Die Methoden der Agierenden sind nicht zimperlich, und auch der Humor ist es nicht. „Kein Schwanz ist so hart wie das Leben“, so lautet das Motto, das, als Sticker auf ihrem Rollstuhl aufgeklebt, die greise, draufgängerische Ethel der Welt verkündet. So wie sie produzieren die meisten der Beteiligten am laufenden Band comicartige Gags, die zum allergrößten Teil in Regionen unterhalb des Bauchnabels stattfinden.  Wer so etwas mag, wird sich sicherlich auch mit der Detailverliebtheit bei den Schilderungen fäkaler Ereignisse anfreunden können. Nichts wird der Fantasie überlassen, alles wird haarklein dargestellt und dann - genau: wiederholt. Viele der Gags sind nicht neu. Doch sind sie situationsbezogen im speziellen Kontext durchaus genießbar. Das Ende wartet mit einem besonderen Stilmittel auf. Damit ist es gleichzeitig ein Bekenntnis zu der offensichlichen Idee des Autors, den Leser sich die Geschchte als Filmkomödie vorzustellen zu lassen.  Was beileibe nicht schwer fällt. Dieser Krimispaß lässt sich sicher vergnügt inhalieren, wenn man dieser speziellen Art von Humor etwas abgewinnen kann. 

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  • Skurrile Begebenheiten, bizarre Begegnungen und trockene Kommentare

    Old School
    HibiscusFlower

    HibiscusFlower

    18. January 2016 um 11:03

    Klappentext des Verlages: Susan und Julie sind gerade 60 Jahre alt geworden. Sie leben in einem kleinen Dorf in Südengland und sind seit der Schulzeit miteinander befreundet. Susan führt ein bürgerliches Hausfrauendasein, Julie lebt in einer Sozialwohnung und arbeitet als Aushilfe in einem Pflegeheim. Als Susans Ehemann Barry tot aufgefunden wird, offenbart sich, dass er ein surreales Doppelleben führte und Susan einen finanziellen Scherbenhaufen hinterlassen hat. Um nicht in die Altersarmut abzurutschen, greifen sie zu einer radikalen Lösung. "Es ist besser, etwas zu bereuen, was man getan hat, als etwas, was man nicht getan hat." (S. 103) Wenn man wie Susan Frobisher nach 35 Ehejahren feststellen muss, dass der Ehemann nicht nur tot ist, sondern auch ein Lügner und Perverser war oder wie Julie Wickham ein aufregendes Leben hatte, um dann mit sechzig Jahren in einem Seniorenheim zu putzen und am Essen zu sparen, damit man sich eine Sozialwohnung leisten kann, darf man sich schon mal fragen, ob das alles gewesen sein soll. Hohe Schulden hat das geglaubte Finzanzgenie Barry Frobisher seiner Frau Susan hinterlassen und auch Julie hasst das Leben, das sie führen muss, weil sie in der Vergangenheit über´s Ohr gehauen wurde. Die Feststellung, dass nur sie selbst sich aus dieser Misere befreien können, lässt eine wahnsinnige Idee aufkommen, bei der sie in der zurückhaltenden, gläubigen Jill Worth, der im Rollstuhl hockenden Ethel Merriman und dem neunundachzigjährigen Ex-Bankräuber Nails Komplizen finden. Während Susan, Julie und Jill, die das Geld für eine lebensrettende Operation ihres Enkels Jamie braucht, aus der Not heraus einen Banküberfall planen, scheint es für Ethel und Nails die Aussicht auf einen Kick zu sein. "Kein Schwein käme auf die Idee, die Fühler nach ein paar netten, alten Damen auszustrecken..." (S. 122) Dass es ganz anders kommt, beweisen die darauffolgende Verfolgungsjagd sowie die Flucht von Südengland nach Frankreich, bei der ihnen die Polizei immer dicht auf den Fersen ist. Dort angekommen, fängt das Abenteuer der vier alten Damen erst richtig an. Gleich und gleich gesellt sich gern ? VON WEGEN ! Susan, Julie, Ethel sowie Jill könnten unterschiedlicher nicht sein und dennoch ergänzen sie sich so wunderbar, dass mir diese Kombination kurz und knapp ein HERRLICH entlockt. Jede von ihnen stellt eine ganz eigene Persönlichkeit dar, sodass Welten aufeinanderprallen und eine stellenweise Empörung aber auch Auseinandersetzungen unvermeidlich sind. Nichtsdestotrotz funktiert dieser verrückte Haufen und beschert damit den LeserInnen ein filmreifes Lesevergnügen. Mir persönlich hat es besonders die achtundsiebzigjährige Ethel angetan. Aus ihr platzt alles ungefiltert heraus, miit Banalitäten hält sie sich gar nicht erst auf und in Verbundung mit ihrer Vergangenheit kann man sie einfach nur als Unikat bezeichnen. Ein kleiner (harmloser) Auszug aus "Old School" - S. 118 Ethel: "Krieg ich eine Knarre ?" Julie: "Eine Knarre ? Ich...ja, ich denke schon." Ethel: "Was für eine ?" Julie: "Keine Ahnung...wir wollen keinem was zuleide tun." Ethel: " Nur Angst machen ?" Julie: "Tja, ich schätze, uns wird wohl nicht anderes übrig bleiben." Ethel: "Richtig Angst machen ?" Julie: "Wenn wir müssen, ja." Ethel: "Fantastisch. Ich bin dabei. Und jetzt los, es ist schon viertel nach Gin." "Old School" strotzt nur so vor skurrilen Begebenheiten, bizarren Begegnungen und trockenen, manchmal derben Kommentaren. Unweigerlich fiebert man als LeserIn mit und hofft darauf, dass der Antagonist - Detektive Sergeant Hugh Boscombe - immer ein paar Sekunden zu spät sein wird. Rasant geschrieben, mit kurzen Kapiteln, in denen sich gern mal die Erzählperspektiven abwechseln, beeindruckende Charaktere, sehr unterhaltsam und mit zum Lachen reizenden Situationen. Ein Buch, dass mich begeistern konnte.

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  • Eine unglaubliche Gaunerei

    Old School
    twentytwo

    twentytwo

    17. January 2016 um 18:51

    Wenn der Ehemann unter merkwürdigen Umständen tot aufgefunden wird, reagiert man schon mal komisch. So hat es dann auch weniger mit dem des zur Kompensation der Ereignisse notwendig gewordenen konsumierten Alkohol zu tun, wenn Susan plötzlich eine zunächst mehr als verrückt anmutende Idee hat. Und so setzt sie, nachdem ihr Kater vorbei ist, alles daran diese Idee mithilfe ihrer Freundinnen in die Tat umzusetzen. Diese sind am Anfang zwar eher etwas zögerlich, vor allem die zartbesaitete Jill ist voller Skrupel. Doch irgendwann packt sie alle so eine „Jetzt oder nie“ Stimmung und man schreitet zur Tat. Auf sehr abenteuerliche Art und Weise versorgen sie sich mit dem zum sorgenfreien Leben benötigten Kleingeld. Da dies auf nicht ganz legalem Weg geschehen ist, müssen sie flüchten und sogar das Land verlassen. In einem verrückten Drunter und Drüber versuchen sie mit allen Mitteln ihre Haut zu retten, doch die Polizei ist ihnen dicht auf den Fersen und so bleibt es bis zum Schluss spannend ob, ihnen dies gelingt. Fazit Ein am Anfang etwas gewöhnungsbedürftiger Schreibstil, der mehr als derb ist. Wer sich davon nicht abhalten lässt und weiterliest wird dafür mit einer rasanten Gaunerei, die ihresgleichen sucht belohnt. Nicht immer ganz glaubwürdig, dem Lacheffekt gehuldigt und gnadenlos überzogen, kommt es zu zahlreichen urkomischen Szenen, die sich zwischen der Rentnergang, Polizei und Interpol abspielen. Wer sich auf diese total überzeichnete Krimi-Komödie einlässt, wird spätestens ab dem letzten Drittel des Buches seinen Spass daran haben. 

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  • Mit 60 fängt das Leben an!

    Old School
    chuma

    chuma

    16. January 2016 um 15:05

    Susan Frobisher und Julie Wickham sind Freundinnen seit ihrer Schulzeit. Gerade sind sie beide sechzig Jahre alt geworden und obwohl ihrer beider Leben recht unterschiedlich verlaufen ist, haben sie sich nie aus den Augen verloren. Susan führt ein bequemes, wenn auch langweiliges Leben: Die dreißigjährige Ehe mit dem Buchhalter Barry hat einen erwachsenen Sohn, ein schönes Haus und finanzielle Sicherheit mit sich gebracht. Julie hingegen führte ein turbulentes, mal mehr mal weniger erfolgreiches Leben mit etlichen Firmengründungen und Pleiten sowie schwierigen Beziehungen. Letztlich ist sie in einer Sozialwohnung mit einem Aushilfsjob im Altenheim gestrandet. "Wie viel Zeit braucht es, das ganze Leben auf den Kopf zu stellen? Die Antwort lautete: knapp drei Sekunden." In diesen drei Sekunden ändert sich für Susan alles, denn ihr Mann Barry wird tot aufgefunden und sein Todesfall wirft viele Fragen auf. Im Zuge der Ermittlungen wird klar, dass Barry ein Doppelleben führte und um sich dieses leisten zu können hat er Schulden gemacht - viele Schulden, die nun auf Susan lasten. In ihrer Not und ihrem Schmerz sucht sie Trost bei Julie und eine beinahe wahnwitzige Idee wird geboren: Ein Bankraub ist die Lösung aller Probleme. Gesagt, getan: Sie rekrutieren eine weitere Freundin (Jill Worth), die ebenfalls dringend Geld für eine lebensrettende Operation ihres Enkels benötigt, sowie Ethel Merriman, eine rüstige und verrückte 87-jährige Dame im Rollstuhl, mit der sich Julie im Altenheim angefreundet hat. "Nails", eine alte, mittlerweile arg in die Jahre gekommene Liebschaft Julies und ehemaliger Bankräuber, wird kontaktiert, um ihnen die nötigen Tipps zu geben. Es gibt kein Zurück mehr und das skurrile Quintett schreitet mutig zur Tat. Leseeindruck Im Original als "Sunshine Cruise Company" erschienen ist "Old School" eine herrlich turbulente Satire, die einem Road Trip der anderen Art gleicht. Im Klappentext steht: "(...) Als hätte Quentin Tarantino bei Thelma und Louise Regie geführt." Besser kann man diese Lektüre eigentlich nicht umschreiben. Was den Leser hier erwartet, wird bereits hervorragend durch das in seiner Schlichtheit auffällige Cover widergespiegelt, doch allzu ernst sollte man die Geschichte natürlich nicht nehmen, denn John Niven erzählt sie mit einem Augenzwinkern. In flüssigem, prägnantem Schreibstil gekleidet und mit kurzen Kapiteln versehen, liest sich die Story unglaublich flott. Der Spannungsbogen ist durchweg rund, der teilweise derbe Humor stets präsent und dominant. Doch bei allem Schmunzeln und Lachen konnte mich Niven mit seinem scharfen Blick auf das Wesentliche beeindrucken. Zwischen den Zeilen, getarnt von Humor (mal mehr, mal weniger flach oder intelligent) sowie Wortwitz und Ironie finden sich gesellschaftskritische Gedanken, Fragen zum Leben, dem Altern, der Freundschaft und von genutzten und verpassten Chancen wieder. Niven vermittelt eine Botschaft ohne sie dabei vordergründig zu platzieren und macht das Buch damit zu mehr als einem lustigen Roman über alte Damen mit einer haarsträubenden Mission. Vielmehr geht es um das, was jeder von uns aus seinem Leben macht und dass es niemals zu spät ist, um sein Lebensglück zu finden. "Es ist besser, etwas zu bereuen, was man getan hat, als etwas, das man nicht getan hat." (Ethel) Niven beweist großes Geschick beim Kreieren seiner Figuren. Sie sind gut ausgebaut, wirken dabei jedoch auch karikativ. Diese Überzeichnung (besonders auffällig bei Ethel und Detective Sergeant Boscombe) ist meines Erachtens Mittel zum Zweck, sind es doch vor allem diese beiden Charaktere, die den Leser durch die Geschichte tragen. Besonders Ethel ist eine Sympathieträgerin. Sie redet frei von der Leber weg ohne Rücksicht auf Verluste, genießt das Leben in vollen Zügen und denkt nicht daran, sich vom Alter oder den körperlichen Gebrechen einschränken zu lassen. Doch auch wenn man sich bei Ethels Äußerungen hier und da beim Fremdschämen ertappen könnte, so verbirgt sich hinter ihrer zotigen Fassade ein großes Herz sowie unbändige Courage, die sie zu einer Leitfigur für die anderen Frauen macht. "Diese Frau ist eine rollende Verbrechenswelle" (Susan über Ethel) Fazit "Old School" konnte mich nicht nur hervorragend unterhalten, sondern auch beeindrucken. Eine offenkundig skurrile und von satirischem Humor strotzende Geschichte, die im Kern eine wundervolle Botschaft enthält: Es ist nie zu spät, das Leben in die Hand zu nehmen und wieder auf Kurs zu bringen. Man muss nur den Mut dazu aufbringen. (Sicher, ein wenig Hilfe von verrückten und durchgeknallten Freundinnen kann dabei natürlich nicht schaden.) - 4,5 von 5 Sternen - Prädikat lesenswert!

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