John Perry

 3.7 Sterne bei 6 Bewertungen

Alle Bücher von John Perry

Sortieren:
Buchformat:
John PerryEinfach liegen lassen
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Einfach liegen lassen
Einfach liegen lassen
 (6)
Erschienen am 24.09.2012
John PerryDialog über das Gute, das Böse und die Existenz Gottes
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Dialog über das Gute, das Böse und die Existenz Gottes
John PerryEinfach liegen lassen: Das kleine Buch vom effektiven Arbeiten durch gezieltes Nichtstun
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Einfach liegen lassen: Das kleine Buch vom effektiven Arbeiten durch gezieltes Nichtstun
John PerryDialog über personale Identität und Unsterblichkeit
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Dialog über personale Identität und Unsterblichkeit
John PerryPractical Mechanics
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Practical Mechanics
Practical Mechanics
 (0)
Erschienen am 05.03.2010
John PerryPersonal Identity
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Personal Identity
Personal Identity
 (0)
Erschienen am 21.02.2011
John PerryThe "Sun" Doku
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
The "Sun" Doku
The "Sun" Doku
 (0)
Erschienen am 01.05.2007
John PerryRogues, Rotters, Rascals and Cheats
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Rogues, Rotters, Rascals and Cheats
Rogues, Rotters, Rascals and Cheats
 (0)
Erschienen am 01.08.2007

Neue Rezensionen zu John Perry

Neu
M

Rezension zu "Einfach liegen lassen" von John Perry

Rezension zu "Einfach liegen lassen" von John Perry
michael_lehmann-papevor 6 Jahren

Entlastung für „Aufschieber“

John Perry ist Dozent für Philosophie in Stanfort. Vor allem aber einer, der zum massiven „Aufschieben“ von Aufgaben neigt. Sei es die Beantwortung von Emails, seien es Literaturbestellungen für seine Studenten, sei es das Begutachten von Manuskripten oder alleine schon die eigenen Rechnungen, in seiner massiv „horizontalen“ Arbeitsweise an den Schreibtischen seiner Wahl liegt (und biegt sich und verschwindet) erstmal vieles. Aber eben das Wichtige nicht für immer, das ist entscheidend.

Und das ist gar nicht mal so schlimm. Wenn man es richtig anfängt (na ja, manchmal schon, aber auch hier hat Perry Tipps und Tricks noch parat).

Wobei Perry dem Leser nichts vormacht. Er erhebt die „Aufschieberitis“ nicht zum Ideal, er weiß um die Schwierigkeiten damit: „Der Hang, die Dinge liegen zu lassen, ist eine schlechte Eigenschaft, keine verkappte Tugend“. Aber eben „nicht die schlimmste Untugend der Welt“ und eine „Schwäche“, die man durchaus mit Humor und einigen Tipps mindern kann.

So erläutert Perry (wie im gesamten Buch voller sanfter Ironie und mit warmem Humor), dass man sich gerne mit den Dingen „unten auf der Liste“ als Aufschieber stundenlang beschäftigt.
Was man ausnutzen kann mit einer milden Form des „Selbstbetruges“, indem man einfach andere, eigentlich nicht wichtige Dinge, mit Überzeugung nach oben“ rückt, damit die wirklich wichtigen Dinge unwichtig erscheinen und vorrangig behandelt werden. Oder auch kreatives Warten zu lernen und erstmal zu schauen, was sich an den ungeheuer wichtigen und drängenden Aufgaben einfach von selbst erledigt.

Sicher, viele seiner eigenen Erfahrungen lassen sich nicht einfach übertragen, andere Berufe stehen unter ganz anderen terminlichen Zwängen, nicht jeder hätte die Nerven, erst dann zu reagieren, wenn alle Termine überschritten sind und der Druck voll im Raume steht. Andererseits ist es durchaus die Erfahrung auch im Leben, das eben nicht alles „so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird“. Ob allerdings „flotte Musik“ der inneren Lähmung erfolgreich Paroli bieten kann, darf man für die Allgemeinheit dann doch bezweifeln.

Vor allem aber gilt, selbst wenn man mit den Tipps Perrys wenig anzufangen weiß, eines ist das Buch auf jeden Fall: Entlastend. Genauso, wie es eben Frühaufsteher und Langschläfer gibt, gibt es Persönlichkeiten , die wenig organisiert und aufschiebend einfach sind. Sich dann so zu nehmen, wie es ist und das Beste daraus zu machen, dazu leitet Perry entlastend den Leser an. Und der darf sich darauf verlassen:

„Jeder schafft jede beliebige Menge Arbeit, vorausgesetzt, es handelt sich nicht um Arbeit, die von ihm erwartet wird“. Die Kunst der „Asortierung von Aufgaben“ hilft hier einfach ganz praktisch.

John Perry bietet nicht unbedingt Rat für jeden „Aufschieber“ in jeder Berufs- und Lebenslage, wohl aber Möglichkeiten, sich in seinem Rahmen ein wenig selbst „auszutricksen“ und gelassener mit dieser Charaktereigenart Umgang zu finden, die eines vor allem bewirkt: „Inneren Druck herausnehmen“.
Nicht unbedingt aus Terminvorgaben, sondern aus der Verzweiflung über sich selbst. Ein auf jeden Fall in Stil und Inhalt schön zu lesendes, kleines Buch.

Kommentieren0
9
Teilen
HeikeGs avatar

Rezension zu "Einfach liegen lassen" von John Perry

Rezension zu "Einfach liegen lassen" von John Perry
HeikeGvor 6 Jahren

Aufschieben mit Plan: "Verschiebe nie auf morgen, was du noch übermorgen besorgen kannst." (Mark Twain)
.
"Die Natur hat den Menschen mit Vernunft begabt. Von anderen Lebewesen unterscheiden wir uns - so wird behauptet - durch unsere Fähigkeit, logisch zu denken. Eigentlich müssten wir also wahnsinnig vernünftig sein, unser ganzes Handeln auf reifliche Überlegung gründen und stets das Bestmögliche tun." So beginnt der 1943 in Lincoln geborene Philosophieprofessor John Perry sein kleines Buch vom effektiven Arbeiten durch gezieltes Nichtstun. Und zweifelt gleich im Weiteren diese Aussage von Platon, Aristoteles und weiteren Gelehrten der Antike an. Denn dass sich der Mensch als vernunftbegabtes Wesen zu seinem eigenen Wohl von Reflexion und Planung leiten lässt, darf mehr als angezweifelt werden. Perry hält das Ideal rationalen Handelns für die Quelle enormen und zudem unnötigen Leidens. Prokrastination, so heißt der psychologische Fachbegriff. Er bezeichnet den verstärkten Hang von Menschen, Dinge ewig vor sich herzuschieben. Der Autor selbst erkannte, dass er genau jener Spezies angehört, die er als "Aufschieber mit Plan" bezeichnet.
.
"Der Mensch ist nicht vernunftbegabt, sondern findet nur für alles und jedes einen vernünftigen Grund." (Robert Henlein)
.
Sein schmales Büchlein stellt eine Art philosophischer Selbsthilfekurs "für deprimierte Dauertrödler" dar. Wohingegen der Begriff "Kurs" als solcher nicht zu wörtlich genommen werden darf. Eher sind es ein paar gute Ratschläge in die richtige Richtung, gefolgt von brauchbaren und weniger brauchbaren Ideen zu den typisch wunden Punkten eines Prokrastenikers, Anekdoten und Vorschläge sowie Bemerkungen über organisatorische Probleme, "die vielen Liegenlassern zu schaffen machen". Es ist kein Vorstoß in Richtung Psychotherapie, sondern bestenfalls eine kleine praktische Anleitung zur Selbsthilfe in mehreren Schritten. Dazu gehören unter anderem die Vermeidung der Zeitverschwendung durch Perfektionismus oder aber tägliche To-do- bzw. Do-not-Listen, auf denen man alles Erledigte abhaken kann, um somit ein gewisses Erfolgserlebnis zu bekommen (und nicht ständig als faule Socke dazustehen). Perry empfiehlt zudem mit Musik gegen die Aufschieberei anzugehen oder wartet mit einigen Vorschlägen aus dem reichen Schatz seiner Niederlagen beim Thema endloses Surfen im Internet und ständiges E-Mail-Checken auf. Er hält ein leidenschaftliches Plädoyer für die horizontale Organisation und empfiehlt die "Kollaboration mit dem Feind".
.
"Jeder schafft jede beliebige Menge Arbeit, vorausgesetzt, es handelt sich nicht um Arbeit, die von ihm erwartet wird." (Robert Benchley)
.
Fazit: "Rationalität ist eine wunderbare Gabe, für die meisten von uns aber nicht mehr als dünner Firnis über dem bunten Wimmelbild unserer Wünsche, oder auch selbst nur ein Wunsch, der, obwohl vergleichsweise schwachbrüstig, gegen alle anderen antreten muss." John Perrys Büchlein versteht sich nicht als Zaubermittel, um aus einem planvollen Aufschieber einen "Alles-sofort-Erlediger" zu machen, sondern sein Anliegen ist es, deren vielleicht angeknackstes Selbstbewusstsein mit seiner witzigen und saloppen Art wiederaufzurichten.
.
"Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen, das immer dann außer sich gerät, wenn es nach Vernunftgeboten handeln soll." (Oscar Wilde)

Kommentieren0
9
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 11 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks