John Perry Einfach liegen lassen

(5)

Lovelybooks Bewertung

  • 4 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(1)
(2)
(2)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Einfach liegen lassen“ von John Perry

Die Bibel für alle »Aufschieber« und »Liegenlasser« Wer kennt das nicht? Auf dem Schreibtisch türmen sich zwischen Notizen, Papierstapeln und leeren Kaffeetassen allerlei Projekte. Das E-Mail-Postfach quillt über, der Anrufbeantworter ist voll mit wahnsinnig wichtigen Nachrichten, und vor allem sollte die Arbeit heute noch erledigt werden – oder am besten letzte Woche. Statt uns aber mit dem Arbeitsberg auseinander zu setzen, verbummeln wir lieber die Zeit, indem wir ausgiebig Bleistifte spitzen oder uns in den Tiefen des Internets verlieren. Der Philosophie-Professor John Perry, selbst ein bekennender »Liegenlasser«, kennt dieses Phänomen aus eigener Erfahrung und verblüfft in seinem unterhaltsamen Buch mit einer provokanten These: Notorische »Liegenlasser« können ihre oft verpönte Schwäche in eine Stärke verwandeln, wenn sie diese richtig nutzen. mit Perrys Tipps wird das Aufschieben und Trödeln zur produktiven Lebensphilosophie und zum Schlüssel zu wahrer Gelassenheit, wenn man es gezielt und mit Methode angeht. »Einfach liegen lassen« zeigt so auf charmante Art: mit gepflegtem Nichtstun stellt sich der richtige Zeitpunkt, um etwas zu erledigen, meist von alleine ein, und so manche dringende Arbeit erübrigt sich von selbst, wenn man sie nur lange genug liegen lässt.

Unterhaltsam aber nicht wirklich erhellend

— RobertTolksdorf
RobertTolksdorf

Der bekennende Aufschieber Perry betrachtet seine schlechte Eigenschaft von der humoristischen Seite. Einzige Erkenntnis: Ihr seid Produktiv

— Kleine1984
Kleine1984

Stöbern in Sachbuch

Green Bonanza

Inspirierend, lecker und mit der Illusion, mal etwas richtig gesundes auf den Tisch zu stellen

once-upon-a-time

Was das Herz begehrt

Hier erfahren wir detailgenau und in für Laien verständlicher Sprache, wie unser Herz "tickt"! Richtig gut!

Edelstella

Freundinnen

Eröffnet neue Sichtweisen zu Freundschaften, die für jeden wertvoll sind/nützlich sein können. Eine interessante Lektüre!

Tankrastra

Mein Kind ist genau richtig, wie es ist

Ein lesenswertes Sachbuch über die Entwicklung des eigenen Wesens- Nicht nur für Eltern Lesenswert!

Diana182

Glück besteht aus Buchstaben

Letztlich eher enttäuschend. Die Autobiographie nahm mehr Raum ein als die Bücher. Außerdem ein paar Taktlosigkeiten.

rumble-bee

Gemüseliebe

Kochbuchliebe!

kruemelmonster798

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Einfach liegen lassen" von John Perry

    Einfach liegen lassen
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    06. November 2012 um 12:23

    Entlastung für „Aufschieber“ John Perry ist Dozent für Philosophie in Stanfort. Vor allem aber einer, der zum massiven „Aufschieben“ von Aufgaben neigt. Sei es die Beantwortung von Emails, seien es Literaturbestellungen für seine Studenten, sei es das Begutachten von Manuskripten oder alleine schon die eigenen Rechnungen, in seiner massiv „horizontalen“ Arbeitsweise an den Schreibtischen seiner Wahl liegt (und biegt sich und verschwindet) erstmal vieles. Aber eben das Wichtige nicht für immer, das ist entscheidend. Und das ist gar nicht mal so schlimm. Wenn man es richtig anfängt (na ja, manchmal schon, aber auch hier hat Perry Tipps und Tricks noch parat). Wobei Perry dem Leser nichts vormacht. Er erhebt die „Aufschieberitis“ nicht zum Ideal, er weiß um die Schwierigkeiten damit: „Der Hang, die Dinge liegen zu lassen, ist eine schlechte Eigenschaft, keine verkappte Tugend“. Aber eben „nicht die schlimmste Untugend der Welt“ und eine „Schwäche“, die man durchaus mit Humor und einigen Tipps mindern kann. So erläutert Perry (wie im gesamten Buch voller sanfter Ironie und mit warmem Humor), dass man sich gerne mit den Dingen „unten auf der Liste“ als Aufschieber stundenlang beschäftigt. Was man ausnutzen kann mit einer milden Form des „Selbstbetruges“, indem man einfach andere, eigentlich nicht wichtige Dinge, mit Überzeugung nach oben“ rückt, damit die wirklich wichtigen Dinge unwichtig erscheinen und vorrangig behandelt werden. Oder auch kreatives Warten zu lernen und erstmal zu schauen, was sich an den ungeheuer wichtigen und drängenden Aufgaben einfach von selbst erledigt. Sicher, viele seiner eigenen Erfahrungen lassen sich nicht einfach übertragen, andere Berufe stehen unter ganz anderen terminlichen Zwängen, nicht jeder hätte die Nerven, erst dann zu reagieren, wenn alle Termine überschritten sind und der Druck voll im Raume steht. Andererseits ist es durchaus die Erfahrung auch im Leben, das eben nicht alles „so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird“. Ob allerdings „flotte Musik“ der inneren Lähmung erfolgreich Paroli bieten kann, darf man für die Allgemeinheit dann doch bezweifeln. Vor allem aber gilt, selbst wenn man mit den Tipps Perrys wenig anzufangen weiß, eines ist das Buch auf jeden Fall: Entlastend. Genauso, wie es eben Frühaufsteher und Langschläfer gibt, gibt es Persönlichkeiten , die wenig organisiert und aufschiebend einfach sind. Sich dann so zu nehmen, wie es ist und das Beste daraus zu machen, dazu leitet Perry entlastend den Leser an. Und der darf sich darauf verlassen: „Jeder schafft jede beliebige Menge Arbeit, vorausgesetzt, es handelt sich nicht um Arbeit, die von ihm erwartet wird“. Die Kunst der „Asortierung von Aufgaben“ hilft hier einfach ganz praktisch. John Perry bietet nicht unbedingt Rat für jeden „Aufschieber“ in jeder Berufs- und Lebenslage, wohl aber Möglichkeiten, sich in seinem Rahmen ein wenig selbst „auszutricksen“ und gelassener mit dieser Charaktereigenart Umgang zu finden, die eines vor allem bewirkt: „Inneren Druck herausnehmen“. Nicht unbedingt aus Terminvorgaben, sondern aus der Verzweiflung über sich selbst. Ein auf jeden Fall in Stil und Inhalt schön zu lesendes, kleines Buch.

    Mehr
  • Rezension zu "Einfach liegen lassen" von John Perry

    Einfach liegen lassen
    HeikeG

    HeikeG

    24. September 2012 um 18:38

    Aufschieben mit Plan: "Verschiebe nie auf morgen, was du noch übermorgen besorgen kannst." (Mark Twain) . "Die Natur hat den Menschen mit Vernunft begabt. Von anderen Lebewesen unterscheiden wir uns - so wird behauptet - durch unsere Fähigkeit, logisch zu denken. Eigentlich müssten wir also wahnsinnig vernünftig sein, unser ganzes Handeln auf reifliche Überlegung gründen und stets das Bestmögliche tun." So beginnt der 1943 in Lincoln geborene Philosophieprofessor John Perry sein kleines Buch vom effektiven Arbeiten durch gezieltes Nichtstun. Und zweifelt gleich im Weiteren diese Aussage von Platon, Aristoteles und weiteren Gelehrten der Antike an. Denn dass sich der Mensch als vernunftbegabtes Wesen zu seinem eigenen Wohl von Reflexion und Planung leiten lässt, darf mehr als angezweifelt werden. Perry hält das Ideal rationalen Handelns für die Quelle enormen und zudem unnötigen Leidens. Prokrastination, so heißt der psychologische Fachbegriff. Er bezeichnet den verstärkten Hang von Menschen, Dinge ewig vor sich herzuschieben. Der Autor selbst erkannte, dass er genau jener Spezies angehört, die er als "Aufschieber mit Plan" bezeichnet. . "Der Mensch ist nicht vernunftbegabt, sondern findet nur für alles und jedes einen vernünftigen Grund." (Robert Henlein) . Sein schmales Büchlein stellt eine Art philosophischer Selbsthilfekurs "für deprimierte Dauertrödler" dar. Wohingegen der Begriff "Kurs" als solcher nicht zu wörtlich genommen werden darf. Eher sind es ein paar gute Ratschläge in die richtige Richtung, gefolgt von brauchbaren und weniger brauchbaren Ideen zu den typisch wunden Punkten eines Prokrastenikers, Anekdoten und Vorschläge sowie Bemerkungen über organisatorische Probleme, "die vielen Liegenlassern zu schaffen machen". Es ist kein Vorstoß in Richtung Psychotherapie, sondern bestenfalls eine kleine praktische Anleitung zur Selbsthilfe in mehreren Schritten. Dazu gehören unter anderem die Vermeidung der Zeitverschwendung durch Perfektionismus oder aber tägliche To-do- bzw. Do-not-Listen, auf denen man alles Erledigte abhaken kann, um somit ein gewisses Erfolgserlebnis zu bekommen (und nicht ständig als faule Socke dazustehen). Perry empfiehlt zudem mit Musik gegen die Aufschieberei anzugehen oder wartet mit einigen Vorschlägen aus dem reichen Schatz seiner Niederlagen beim Thema endloses Surfen im Internet und ständiges E-Mail-Checken auf. Er hält ein leidenschaftliches Plädoyer für die horizontale Organisation und empfiehlt die "Kollaboration mit dem Feind". . "Jeder schafft jede beliebige Menge Arbeit, vorausgesetzt, es handelt sich nicht um Arbeit, die von ihm erwartet wird." (Robert Benchley) . Fazit: "Rationalität ist eine wunderbare Gabe, für die meisten von uns aber nicht mehr als dünner Firnis über dem bunten Wimmelbild unserer Wünsche, oder auch selbst nur ein Wunsch, der, obwohl vergleichsweise schwachbrüstig, gegen alle anderen antreten muss." John Perrys Büchlein versteht sich nicht als Zaubermittel, um aus einem planvollen Aufschieber einen "Alles-sofort-Erlediger" zu machen, sondern sein Anliegen ist es, deren vielleicht angeknackstes Selbstbewusstsein mit seiner witzigen und saloppen Art wiederaufzurichten. . "Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen, das immer dann außer sich gerät, wenn es nach Vernunftgeboten handeln soll." (Oscar Wilde)

    Mehr