John Scalzi Das Syndrom

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Inhaltsangabe zu „Das Syndrom“ von John Scalzi

Ein Virus geht um die Welt, und die Folgen sind katastrophal. Die meisten Opfer kommen mit einer Art Grippe davon, doch für einige wenige wird die Ansteckung zum Horror: Sie fallen in ein totales Wachkoma, das sogenannte Haden-Syndrom. Millionen von Menschen sind betroffen, und in den USA ist nichts mehr, wie es einmal war. Als der junge FBI-Agent Chris Shane auf einen mysteriösen Mordfall angesetzt wird, stechen er und seine Partnerin in ein Wespennest – ein brutales Versteckspiel beginnt, in dessen Zentrum möglicherweise die Antwort auf das Rätsel des HadenVirus steht …

Weniger SciFi als Krimi. Loccker zu lesen, entsprach nicht den hohen Erwartungen, dennoch nett.

— thursdaynext
thursdaynext

Liest sich gut, interessantes aber schwach ausgearbeitetes Setting. Die eigentliche Thriller-Handlung ist etwas pomadig.

— JoergB
JoergB

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  • Locked-In-Syndrom als Romanthema

    Das Syndrom
    Sonnenwind

    Sonnenwind

    09. May 2016 um 20:08

    Dies ist ein älteres Werk von John Scalzi, aber man merkt schon seine Begabung. Ein Krimi vor dem Hintergrund einer SF-Situation.Nach einer Grippewelle, die in vielen Fällen eine Meningitis nach sich zieht, sind Millionen von Menschen auf der ganzen Erde am Locked-In-Syndrom erkrankt - schon heute eine furchtbare Krankheit! Der Patient liegt da, als wäre er im Koma, aber er hört alles, fühlt alles und sieht manches. Aber er kann sich seiner Umgebung nicht mitteilen.Das berühmteste Opfer ist die Frau des amerikanischen Präsidenten, nach der die an dieser neuen Variante Erkrankten "Hadens" genannt werden. Und ihretwegen werden der Forschung an dieser Krankheit Milliarden zur Verfügung gestellt. Man entwickelt Roboterkörper, in die das Bewußtsein der Kranken transferiert wird, damit sie am normalen Leben teilnehmen können.Chris ist ein Haden und er hat sich zum Kriminalbeamten beim FBI ausbilden lassen. Aufgrund seiner besonderen Voraussetzungen wird er eingesetzt, um entsprechende Fälle zu bearbeiten. In "Das Syndrom" erleben wir seine erste Woche im Dienst, und da beginnt die Krimi-Handlung.Das Bestechende hier ist die Tatsache, daß Körper und Geist keine Einheit bilden. Ein Haden kann abwechselnd verschiedene Körper "bewohnen", andererseits kann er auch die Dienste von verschiedenen Menschen in Anspruch nehmen, um ihren Körper vorübergehend zu benutzen. Man weiß also nie, ob man demjenigen gegenübersteht, den man vor sich sieht.Das macht das Spannende am Roman aus. Und das macht die Lösung des Mordfalls kompliziert. Mir hat die Art besonders gefallen, in der der Autor die Zivilisation beschreibt: Die speziellen Probleme, die für die Gesellschaft dadurch entstehen, daß es "andere" gibt. Ihr Körper muß gepflegt werden wie jeder Intensivpatient, aber ihr Geist ist wach und aktiv - und auch dazu fähig, Verbrechen zu begehen.Dieser Roman hat großes Potential als Grundlage für weitergehende Überlegungen und es wäre phantastisch, wenn man heutigen Kranken auch solche Möglichkeiten zur Verfügung stellen könnte, trotz aller möglichen Komplikationen. Aber dafür muß vermutlich erst jemand Berühmtes erkranken...

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  • John Scalzi Not as usual

    Das Syndrom
    thursdaynext

    thursdaynext

    23. August 2015 um 12:57

    Leider erreicht John Scalzi mit dem SciFi Thriller „Das Syndrom“ nicht das Niveau seiner Klonkrieg Space Operas. Der Scalzi eigene Humor blitzt in diesem Krimithriller ab und an durch, allerdings wesentlich subtiler und erheblich sparsamer dosiert als in seinen anderen, von mir hoch geschätzten Romanen.   Der Plot dreht sich um das Haden – Syndrom. Ein Virus das weltweit daran erkrankte Menschen in vollständiges Wachkoma versetzt. Einzig über die sogenannte „Agora“ eine virtuelle Welt, sind sie in der Lage mit ebenfalls befallenen Kranken zu kommunizieren. Wohlsituierten steht noch die Möglichkeit offen einen Roboterkörper für die Teilhabe an der realen Welt zu nutzen. Zusätzlich kann man speziell ausgebildete Menschen, „Integratoren“ mieten die einem, für die Dauer des Leasings ihren Körper und damit ein echtes Körpergefühl und die dazugehörigen Empfindungen zur Verfügung stellen.   Die sich daraus ergebenden Probleme sind interessant geschildert und Basis des Kriminalfalls. Der frischgebackene FBI Agent Shane, einziges Kind reicher Eltern, wird an seinem ersten Arbeitstag in einen verwirrenden Fall um einen des Mordes verdächtigen Integrator verwickelt.   Wirklich bitter ist die Ankündigung des Klappentextes, welche vollmundig verspricht: „ ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit beginnt, in dessen Zentrum die Antwort auf das Rätsel des Haden -Syndroms steht.“   Weder mein ebenfalls Scalziaffiner Göttergatte, geschweige denn meine Person waren nach Beendigung des Buches im Besitz dieser Weisheit/Antwort. Enweder lügt also der Schreiber des Klappentextes, oder selbst unsere verdoppelten geistigen Fähigkeiten waren für diesen Scalzi nicht ausreichend.   Im zweiten Falle wäre ich erfolgreicheren Lesern sehr verbunden, wenn sie das Rätsel per Kommentarfunktion aufklären, auch wenn mir die erstere Möglichkeit deutlich sympathischer erscheint ;)   Fazit: Solider, flugs wegzulesender Krimi mit schwach vorhandenen Thriller Effekten und sympathischem Ermittler der in eine durchaus denkbare Zukunft versetzt wurde. Kaum Gesellschaftskritik, wenig Biss, gute Urlaubslektüre bei hohen Temperaturen.

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  • Interessanter Mix aus SciFi-Krimi und Gesellschaftsstudie

    Das Syndrom
    schnuffelrudel

    schnuffelrudel

    08. August 2015 um 17:51

    3.5 Punkte Meine Gedanken zum Buch In einer nicht allzu fernen Zukunft rollt eine furchtbare Pandemie über die Menschheit hinweg. Während die meisten Erkrankten nur von Stufe 1 betroffen sind und kaum mehr Symptome als Kopfschmerzen und Husten verspüren, erwischt es einen kleinen Teil mit Stufe 2, in der die Betroffenen mit einer Art Meningitis flachliegen. Und ein noch kleinerer Teil bekommt es mit Stufe 3 zu tun, dem Lock In. Die Opfer sind hellwach und bei vollem Verstand, können sich aber nicht bewegen oder auch nur im Geringsten mit ihrer Umwelt interagieren. „Ein noch kleinerer Teil Stufe 3“ - allein in den USA sind das fast 2 Millionen Menschen, darunter die Frau von Präsident Haden, nach der das Virus benannt wurde, und deren Tochter. Auch Jahre nach dem Ausbruch der Krankheit hat niemand ein Heilmittel, geschweige denn eine Möglichkeit gefunden, die „Hadens“, wie die in ihrem Körper gefangenen Opfer nun genannt werden, aus ihrer Lage zu befreien. Dennoch hat die Technik Fortschritte gemacht und den Hadens neue Möglichkeiten eröffnet, wieder mehr oder weniger aktiv am Leben teilzunehmen. Da wäre zum einen die Agora, ein virtuelles Netzwerk, in das sich Hadens und Nicht-Hadens einloggen und miteinander kommunizieren können. Zum anderen sind da die Integratoren, einige wenige der Stufe 2 Erkrankten, deren Hirnstruktur durch die Krankheit verändert wurde und die nun in der Lage sind, von Anderen kontrolliert, ergo von Hadens übernommen zu werden, die den Körper wie einen eigenen benutzen können. Und dann sind da noch die Personentransporter, C3PO ähnliche androide Körper genannt Threeps, in welche Hadens über ein ihn ihre Hirne implantiertes neurales Netzwerk quasi ihre Bewusstsein laden und und sie steuern und somit mit ihr Leben wieder aufnehmen bzw. beginnen können. Nicht die perfekte Lösung, aber eine, die akzeptabel ist. Allerdings brodelt es gewaltig. Bisher wurden Hadens vom Staat mit Steuergeldern unterstützt, doch nun wurde ein umstrittenes Gesetz verabschiedet, das diese Unterstützung extrem zusammen- oder gar ganz streicht, was nicht nur bei den Hadens und deren Angehörigen für Unruhe sorgt, sondern auch bei diversen Konzernen, die bisher kräftig an den Hadens (Threeps, Spezialbetten etc.) verdient haben. Chris Shane ist ein Haden und frisch gebackener FBI Agent. Gleich an seinem zweiten Tag wird er mit einem rätselhaften Fall konfrontiert. Ein Mann liegt mit aufgeschlitzter Kehle tot in einem Hotelzimmer. Ein Integrator, wie sich herausstellt. Ein anderer Mann, über und über mit Blut beschmiert, sitzt mit erhobenen Händen auf dem Bett und sagt, er glaube nicht, dass er es getan hat. Auch der zweite Mann ist ein Integrator. Und während Chris und seiner Partnerin versuchen herauszufinden, was sich in diesem Hotelzimmer abgespielt hat, wer die Integratoren gesteuert hat, ob sie überhaupt gesteuert wurden, müssen sie feststellen, dass dies nur der Anfang einer Reihe merkwürdiger Verbrechen ist. Würde ich das Buch jetzt nur nach dem Wordbuilding und dem Ideenreichtum bewerten, wäre die Sache in einem Satz abgehandelt. Ich würde mit dem ein oder anderen Superlativ um mich schmeißen, um deutlich zu machen, welch geniale Welt John Scalzi hier erschaffen hat – eine Welt, die sich sehr realistisch anfühlt und sich tatsächlich aus unseren aktuellen Technologien und Sozialstrukturen heraus so entwickeln könnte –, und das Ganze mit der vollen Punktzahl honorieren. Vielleicht würde ich auch über das Worldbuilding hinausblicken und noch einen Satz mehr schreiben, in dem ich den locker-flockig eingängigen Schreibstil erwähne, der so typisch für Scalzi ist und einfach Spaß macht. Oder die humorigen Untertöne. Den Wortwitz in den Konversationen. Oder die greifbaren, vielseitigen Charaktere, die vielleicht nicht brillant sind und von denen einige auch recht blass bleiben, aber dennoch Charme und Persönlichkeit haben – vor allem natürlich die Hauptprotagonisten und die wichtigeren Sidekicks. Und die weitestgehend einmalige Story, die eingebrachten politischen und sozialen Probleme, die sich voneinander getrennt entwickelten Kulturen der und die Dynamik zwischen den Hadens und Nicht-Hadens und die Diversität sollten nicht unerwähnt bleiben, denn dadurch wird das Grundgerüst nahezu perfekt abgerundet, macht die Welt lebendig, bunt und absolut glaubwürdig. Würde ich das Buch allerdings insgesamt bewerten, was ich natürlich auch mache ^^, sieht die Punktzahl nicht mehr ganz so perfekt aus. Die Story ist eigentlich ganz gut und die Mischung aus Gesellschaftsstudie, Krimi und SciFi funktioniert, aber das gewisse Etwas fehlt dem Plot einfach und sonderlich bemerkenswert ist er auch nicht. Ein generischer Kriminalfall, der (mal abgesehen von der SciFi-Komponente) nicht wirklich etwas Neues bietet. Hinzu kommt, dass der Fall an sich unglaublich geradlinig verlaufen und dadurch nicht sonderlich vielschichtig ist und nur wenige Überraschungen geboten hat. Auch war er teilweise zu konstruiert, es gab mir einige bequeme „Zufälle“ zu viel. Die Auflösung konnte mich ebenfalls nicht ganz überzeugen, sie ist in zu vielen Erklärungen versackt und war obendrein meilenweit vorher zu riechen. Da wäre eindeutig mehr drin gewesen, der ein oder andere Twist hätte dem Plot ganz gut getan, zumindest am Ende hätte noch ein Knaller kommen müssen. Schwierig war der Einstieg in das Buch, denn es dauert eine Weile, bis die Handlung richtig in Schwung kommt. Man muss sich erst einmal durch einen gewaltigen Infodump ackern, der zwar nicht wie einer anfühlt, da er nicht als unverdaulicher Brocken daherkommt, sondern durch (Inter)Aktionen und Dialoge aufgelockert wird, aber trotzdem etwas anstrengend und verwirrend ist. Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn auch wenn nicht alles Gold ist, was glänzt, ist Das Syndrom ein unterhaltsamer SciFi-Spaß, der Genre- und Scalzi-Fans gefallen dürfte. Cover Ein Eyecatcher ist das Cover nicht gerade. Zu weiß, zu aufgeräumt, zu langweilig und mit der rennenden Silhouette erinnert es mich eher an einen alten Tatort als an eine SciFi Geschichte. Auf den zweiten Blick offenbart sich natürlich, wie gut das Cover einen gewissen Teil des Buches widerspiegelt. Da ist die Silhouette keine Silhouette mehr, sondern der Leiterplattenoptik-Schatten eines verlorenen Geistes. Besser kann man die Situation vieler Hadens gar nicht einfangen. Und auf gewisse Weise passt der Tatort-Gedanke ja auch. Lange Rede, kurzer Sinn: Von der Symbolik her ist das Cover echt gelungen, schön geht allerdings anders ;) All in all Das Syndrom ist ein cleverer Mix aus SciFi und Krimi mit einem Hauch Gesellschaftsstudie, dessen Welt von vorn bis hinten durchdacht ist und einfallsreicher kaum sein könnte. Die Storyidee mag nicht einzigartig sein, aber sie ist frisch und unverbraucht, die aufgeworfenen Themen sind interessant und regen zum Nachdenken an, die SciFi-Elemente geben den grauen Zellen Futter, ohne sie zu übersättigen oder überfordern. Obwohl es am Plot hakt, macht er Laune – besonders gerade dann, wenn man den etwas zähen, verwirrenden Einstieg überwunden hat. Insgesamt eine lesenswerte SciFi-Detektivgeschichte mit hohem Unterhaltungsfaktor, die beste auf dem Markt ist sie allerdings nicht.

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