"Die Urteilskraft ist den Menschen gegeben, damit sie sie gebrauchen. Sollen wir sie darum nicht anwenden, weil wir uns irren können?"
John Stuart Mill, Utilitarist, Humanist und Ökonom, hat mit "Über die Freiheit" eine eher dünne Schrift vorgelegt. Doch kaum ein Philosoph und Denker hat sich nach oder vor ihm so bescheiden und doch so erfolgreich an das Thema (soziale/gesellschaftliche) Freiheit gewagt (auch wenn die Konkurrenz von Rousseau Gesellschaftsvertrag bis zu Wilhelm von Humboldt reicht.)
Es gibt hier schon ein, zwei wirklich umfassende Rezensionen.
Deshalb möchte ich hier nur noch einmal bekräftigen, dass mich dieses Buch in seinen Bann gezogen hat. Mills unerschütterlicher Glaube in die Individualität und außerdem die Tatsache, dass viele seiner Ideen in der heutigen Zeit über Umwege verwirklicht wurden, machen dieses Werk zu einer kleinen Offenbarung auf dem Gebiet der Philosphie der Freitheit; eine geradezu physische Kraft des Guten, des Humanen liegt in dieser Schrift.
Mill ist einer dieser Geister, die, weder Genie noch Dilettant, einen menschlichen Zug in ihren Büchern sprechen lassen und trotzdem übergreifende Ideen zu prägen verstehen, sodass man gewillt und in der Lage ist, ihren Gedankengängen seine ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen - man "erfährt" ihre Philosophie, nicht nur als Konstrukt, sondern als eine Form gedanklicher Auseinandersetzung.
Ich würde die Schrift jedem empfehlen, der die Ursprünge des Liberalismus kennenlernen und sich gerne jenseits des Schlagwortes Freiheit einmal mit dem räumlichen, sozialen Wesen dieser Idee auseinandersetzen will.
Mills humaner Liberalismus






