Die Straße der Ölsardinen

von John Steinbeck 
4,2 Sterne bei106 Bewertungen
Die Straße der Ölsardinen
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Viele Neuerscheinungen verblassen beim Lesen des Altmeisters John Steinbeck, der mich fühlen ließ, wie das Leben einst in Monterey war.

Lysanders avatar

Monterey/Kalifornien in den 1930er Jahren. Ein kleines stilistisches Meisterwerk mit eher schlichter Handlung

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Inhaltsangabe zu "Die Straße der Ölsardinen"

Gelegenheitsarbeiter, Taugenichtse, Dirnen und Sonderlinge bevölkern die Cannery Row im kalifornischen Fischerstädtchen Monterey. Sie leben in alten Lagerhallen wie Mack und seine vier Kumpane, denen jede geregelte Arbeit verhasst ist; sie hausen in ausrangierten Dampfkesseln und verrosteten Röhren auf dem »leeren Platz«, der alles andere als leer ist oder wie Henri, der Maler, in einem Boot Marke Eigenbau, an dem er seit zwanzig Jahren herumbastelt und in dem es keine seiner Frauen und Freundinnen lange aushält. Sie treffen sich im unerschöpflichen Kramladen des Chinesen Lee Chong, um auf Pump einzukaufen, in den Kneipen rund um die Fischkonservenfabriken, in Doras Etablissement und im Laboratorium des einsiedlerisch lebenden Meeresbiologen »Doc«, den sie eines Tages mit einer grandiosen Party überraschen. Und das alles spielt sich unter den misstrauischen Blicken der ordentlichen Bürger von Monterey ab ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423191357
Sprache:
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:205 Seiten
Verlag:dtv
Erscheinungsdatum:19.01.2010
Das aktuelle Hörbuch ist am 17.06.2014 bei Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Yolandes avatar
    Yolandevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein liebenswertes Buch
    Geschichten aus der Cannery Row

    John Steinbeck wurde 1902 in Salinas in Kalifornien geboren und gehört zu den erfolgreichsten US-amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Er schrieb zahlreiche Romane, Kurzgeschichten und Novellen. 1940 erhielt er den Pulitzer-Preis für "Früchte des Zorns" und 1962 den Nobelpreis für Literatur. Steinbeck starb 1968 in New York. (Quelle: Wikipedia)

    "Die Straße der Ölsardinen" erschien 1945 und ist im kalifornischen Monterey der 1920er und 30er Jahre angesiedelt. In vielen kleinen, oft heiteren Geschichten beschreibt John Steinbeck das Leben der Bewohner der Cannery Row, die Straße, in der sich die Ölsardinenfabriken angesiedelt haben. Es gibt keine eigentliche fortlaufende Handlung, ein paar der Bewohner tauchen aber immer wieder auf. Steinbeck selbst schreibt dazu in seinem Vorwort:


    "Wie soll man es in einer Lebendigkeit einfangen, dies Gedicht, dies Getön und Geleuchte, dies schlurfende, scharrende Traumgetriebe?
    Es gibt Seegetier von so heikler Beschaffenheit, dass es einem unter den Händen zerbricht oder zerrinnt, wenn man es fangen will. Man muss ihm Zeit lassen, bis es von selbst auf eine Klinge kriecht, die man ihm hinschiebt, und es dann behutsam aufheben und in einen Behälter mit Meerwasser gleiten lassen.
    Auf ähnliche Weise muss ich wohl dieses Buch schreiben: die Blätter hinlegen und es den Geschichten überlassen, darüber hinzukriechen."


    Die Figuren sind alle sehr liebenswert dargestellt und mit der Figur "Doc" hat Steinbeck seinem guten Freund Ed Ricketts ein Denkmal gesetzt. Der Großteil der Bewohner der Cannery Row lebt in großer Armut, arrangiert sich damit aber sehr gut. Kritiker haben Steinbeck deshalb "Sozialromantik" vorgeworfen. 


    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Durch die episodenhafte Handlung war es kein Problem, das Buch für mehrere Tage liegen zu lassen. Aber immer wenn ich es dann wieder zur Hand nahm und ein paar Seiten gelesen hatte, legte ich es mit einem Lächeln beiseite. 

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    vanessablns avatar
    vanessablnvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Skurille Personen und Begebenheiten in der "Straße der Ölsardinen". Nicht mitreißend, aber interessant!
    Atmosphärische Eindrücke einer besonderen Straße

    John Steinbeck führt seine Leser mit diesem Buch in eine besondere Straße, wo sich vieles um Meeresgetier und Skurillitäten dreht. Viele Menschen leben dort von der Hand in den Mund oder schon mal in einer abgelegten Röhre. Besonders "die Jungs", Mack und seine Freunde, genießen das Leben auf ihre ganz eigene Weise. Sie benötigen nicht viel, schnorren hier und da und versprechen viel. Obwohl ihnen viel "unabsichtlicher" Blödsinn passiert, haben sie ein gutes Herz. Außerdem sind da z. B. noch der eigensinnige Doc, der ständig Tiere sammelt (wofür genau wird nicht ganz klar), und ein chinesischer Ladeninhaber, die mehr Geld und Überblick haben - und trotzdem bewundernswert viel Geduld und Verständnis. Der kurze Roman ist eine Art Panoptikum, es werden die Bewohner und ihre kleinen Geschichten beschrieben, wobei es keine wirkliche Romanhandlung gibt. Es wird viel getrunken, auch Gewalttätigkeiten gibt es, außerdem gibt es Poesie und gesellschaftskritische Ansätze. Insgesamt liest sich das Buch wie eine Hymne auf das einfache Leben der einfachen Menschen und ist sehr atmosphärisch.

    Ich habe "Die Straße der Ölsardinen" weder verschlungen noch hat es mich schlaflose Nächte gekostet. Es war immer wieder nett und vor allem witzig. Denn so einige Ideen darin sind wirklich wunderlich und einfallsreich. Aus diesem Grund habe ich mich dann doch für 4 anstatt 3 Sterne entschieden. Das eher schmale Buch macht schon Lust, sich noch näher mit Steinbeck zu beschäftigen, auch wenn (oder gerade weil) es seine Themen wohl eher streift. 

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    Federfees avatar
    Federfeevor einem Jahr
    Humorvolle, teils poetische Milieuschilderung - ein Klassiker der amerikanischen Literatur

    'Die Straße der Ölsardinen' beginnt mit einem ersten Satz, der die Essenz dessen ist, was für mich die Faszination dieses kurzen Romans ausmacht:

    "Cannery Row ist mehr als nur eine Straße, es ist die Gegend der Ölsardinen und Konserven, ist ein Gestank und ein Gedicht, ein Knirschen und Knarren, ein Leuchten und Tönen, ist eine schlechte Angewohnheit, ein Traum."

    "Cannery Row in Monterey in California is a poem, a stink, a grating noise, a quality of light, a tone, a habit, a nostalgia, a dream."


    Monterey war damals ein schrecklicher Ort, stinkend, voller Lärm, mit hässlichen Fabriken, in denen die Menschen ausgebeutet wurden. Ein paar alte Fotos geben einen ungefähren Eindruck:

    http://keywordsuggest.org/gallery/192450.html

    Um so erstaunlicher, wie John Steinbeck hat es verstanden hat, in lauter einzelnen, nur locker zusammenhängenden Episoden, die Schönheit und Leichtigkeit des Lebens heraufzubeschwören.

    In leisem Ton, durchsetzt mit viel Sprachwitz und humorvollen Stellen, erzählt er liebevoll von den Bewohnern dieser Straße: Lee Chongs Krämerladen, Miss Doras Puff, die Bewohner von ausgemusterten Röhren und vor allem vom Meeresbiologen Doc und von Mack und 'den Jungen', die sich erfolgreich vor dem Arbeiten drücken und dennoch mit Witz und kleinen Gaunereien überleben. Die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Fischfabriken werden ebenso ausgeklammert wie der allgemeine wirtschaftliche Niedergang. Kleinere poetische Beschreibungen der Natur sind als Miniaturen dazwischen gesetzt, alles in allem eine positiv stimmende Lektüre.

    Steinbeck wurde 'Sozialromantik' vorgeworfen, aber er hat sich nun mal entschieden, seinen Schwerpunkt auf die 'Lebenskunst' und den nachbarschaftlichen Zusammenhalt der Bewohner der Cannery Row zu setzen.

    Heute ist Monterey durch seine reizvolle Lage am Meer ein Urlaubsort, in dem der Name Steinbeck immer noch präsent ist. Als er es wenige Jahre vor seinem Tod noch einmal besuchte, bemerkte er ein wenig bissig: "Die Strände, die einst mit Fischresten und Fliegen bedeckt waren, sind sauber. Die Sardinenfabriken, die früher ekelhaft stanken, gibt es nicht mehr. An ihrer Stelle finden sich Restaurants, Antiquitätenläden und dergleichen mehr. Sie fangen Touristen ein, nicht Sardinen, und diese Spezies ist nicht so leicht auszurotten." (aus seinem Buch 'Die Reise mit Charly')

    Ein leicht zu lesendes Büchlein mit mehr Tiefgang, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.

    Kommentare: 2
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    A
    Angel10vor 3 Jahren
    Die Straße der Ölsardinen

    John Steinbeck schrieb eine Geschichte, in der gesellschaftliche Randgruppen die Protagonisten stellen. Diese sind als liebenswürdige Menschen beschrieben, trotz ihrer Macken.
    Die Handlung ist eher wenig spektakulär, dafür kann der Leser oft schmunzeln. Einige Sätze sind allgemeingültige Betrachtungen.

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    Beagles avatar
    Beaglevor 10 Jahren
    Rezension zu "Die Straße der Ölsardinen" von John Steinbeck

    Kurzweilige Geschichte, nicht sonderlich spannend, dafür aber stellenweise sehr witzig.

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    Beagles avatar
    Beaglevor 10 Jahren
    Rezension zu "Die Straße der Ölsardinen" von John Steinbeck

    Ein interessantes Buch, leicht zu lesen - für einen sonnigen Nachmittag

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    EdeKnievels avatar
    EdeKnievelvor 10 Jahren
    Rezension zu "Die Straße der Ölsardinen" von John Steinbeck

    Eins meiner Lieblingsbücher, ich spare mir die Fortsetzung schon länger auf ;)
    "Alles was wir am Menschen bewundern, Edelmut, Güte, Ehrlichkeit, Anstand, Mitgefühl, Herz, führt in unserem Gesellschaftssystem nur zu Fehlschlägen. Während alle Eigenschaften, die wir angeblich verachten, Härte, Raffsucht, Selbstsucht und Charakterlosigkeit zum Erfolg beitragen."

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    B
    Buchschreiberlingevor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Viele Neuerscheinungen verblassen beim Lesen des Altmeisters John Steinbeck, der mich fühlen ließ, wie das Leben einst in Monterey war.
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    Lysanders avatar
    Lysandervor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Monterey/Kalifornien in den 1930er Jahren. Ein kleines stilistisches Meisterwerk mit eher schlichter Handlung
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    P
    Peter_Elvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Skurrile Figuren mit einigen verrückten ideen (beer-milk-shake) leben als Taugenichtse in den Tag -und die Nacht hinein
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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Apfelgruens avatar
    Herzlich willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur".

    Im Mai wollen wir zusammen "Die Straße der Ölsardinen" von John Steinbeck lesen.

    Über den Autor:
    John Steinbeck wurde 1902 in Kalifornien geboren. Sein 1919 begonnenes Studium der Naturwissenschaften beendete er nach fünf Jahren ohne Abschluss, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. In seinen Büchern thematisierte Steinbeck vor allem die Lebensverhältnisse einfacher Arbeiter und sozial schwächer Gestellter. Zu seinen bekanntesten Werken zählen dabei die Novelle »Von Mäusen und Menschen« sowie die beiden Romane »Früchte des Zorns« und »Jenseits von Eden«. 1962 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. John Steinbeck verstarb 1968 in New York. Er gilt bis heute als einer der erfolgreichsten und beliebtesten Autoren der USA.

    Die Leserunde beginnt am 1.5. und wir freuen uns über jeden, der mitlesen möchte!
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