John T Hawks Dark River

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Inhaltsangabe zu „Dark River“ von John T Hawks

Ein packender Verschwörungsroman Gabriel und Michael Corrigan sind Traveler, die letzten Überlebenden einer Riege von Propheten, die gemeinsam für Liebe und Freiheit auf der Welt kämpfen. Doch eines Tages läuft Michael zur Bruderschaft der Tabula über, die die gesamte Menschheit mit Hilfe eines gigantischen Überwachungsnetzes zu kontrollieren versucht. Als Gabriel erfährt, dass sein tot geglaubter Vater noch lebt, bricht er mit seiner Beschützerin Maya auf, um ihn zu suchen. Aber auch Michael folgt der Fährte seines Vaters – um ihn zu töten. Ein dramatisches Duell beginnt … Zwei verfeindete Brüder. Eine mysteriöse Bruderschaft. Und die Jagd nach dem Mann, der die Menschheit retten kann.

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    Dark River
    Stefan83

    Stefan83

    23. October 2011 um 10:15

    Die „Traveler“-Trilogie mausert sich so langsam zu einer ziemlich großen Entdeckung, denn nach dem schon überraschend guten ersten Band der Reihe, kann auch die Fortsetzung „Dark River“ auf ganzer Linie überzeugen. Ja, sie legt sogar nochmal eine gewaltige Schüppe oben drauf, denn anders als bei den meisten Dreiteilern, ist dieses Buch mehr als nur ein Brückenschlag zum furiosen Finale. Ganz nach dem Vorbild der klassischen Star-Wars-Filme, wo „Das Imperium schlägt zurück“ mit dramatischen Wendungen für Faszination sorgte und noch heute sorgt, kommt „Dark River“ (der Titel lässt es bereits vermuten) äußerst düster daher. Und wie im Mittelteil der Sternensaga, so werden auch hier die „Helden“ getrennt, um jeder für sich den Kampf gegen den schier unüberwindbaren Feind aufzunehmen. Dieser Feind ist in der „Traveler“-Trilogie die mächtige, internationale Bruderschaft Tabula, welche mithilfe aller zur Verfügung stehenden Überwachungsmethoden bereits seit über 2000 Jahren versucht, die Herrschaft über die Welt zu erlangen. Ihr Ziel ist die Errichtung des „Panopticon“. Eine kreisförmige Anlage, in deren Zentrum ein Beobachtungsturm steht, der es einem einzelnen Wächter ermöglicht, alle Insassen des Gebäudes zu überwachen, wobei ein perfides Spiel aus Licht und Gegenlicht dafür sorgt, dass die Gefangenen niemals wissen, ob sie gerade beobachtet werden oder nicht. Diese Erfindung eines visionären Architekten aus dem 18. Jahrhundert steht nun, dank den modernsten technischen Finessen, kurz vor der Umsetzung. An Stelle des Wächters thront jetzt ein großes Computersystem im Zentrum der Macht. Als Augen und Ohren dienen hochentwickelte Programme zur Auswertung von Daten aus Überwachungskameras, Internet, Mobilkommunikation, Navigationssystemen, Security-Scans, Kreditkarten etc. Statt eines einzelnen Gebäudes wird nun der gesamte Planet überwacht. Natürlich lediglich zum Wohl jedes einzelnen Individuums. Allein die Traveler stehen diesem Plan im Weg. Diese Menschen, welche dank einer vererbbaren Fähigkeit in andere Sphären reisen und die Welt aus einem gänzlich anderen Blickwinkel wahrnehmen können, kämpfen seit jeher gegen die Vernichtung von Selbstbestimmung und Freiheit durch die Bruderschaft. Unterstützt werden sie dabei lediglich durch die Harlequins, eine Kriegerkaste, die ihr Leben dem Schutz der Traveler verpflichtet hat. Beide stehen nach Jahrhunderten der bedingungslosen Jagd kurz vor der Niederlage und Gabriel und Michael Corrigan, die letzten Überlebenden der Traveler, inzwischen auf verschiedenen Seiten. Während Gabriel sich der Übermacht des Gegners stellt, ist Michael zur Bruderschaft übergelaufen, um sich einen Platz im neuen Machtgefüge zu sichern. Als beide erfahren, dass ihr Vater Matthew, der seit fast zwanzig Jahren verschollen ist und als tot galt, wahrscheinlich doch noch lebt und irgendwo in Europa ist, beginnt ein mörderisches Wettrennen. Bevor Gabriel sich jedoch auf den Weg machen kann, wird er von seiner Harlequin Maya und den restlichen Gefährten getrennt. In Unkenntnis darüber, ob seine Freunde noch leben oder im Kampf gegen die Tabula gefallen sind, reist er nach London, um nicht nur seinen Vater zu finden, sondern auch seiner Bestimmung als Traveler zu folgen. Keine einfache Aufgabe, ist doch London die am besten überwachte Stadt der Welt … Bespitzelung, gläserne Menschen, hochtechnologisierte Söldner. Das klingt alles irgendwie nach Science-Fiction – aber gerade das ist „Dark River“ eben nicht. Trotz vieler Parallelen zu Orwells „1984“ stellt die „Traveler“-Trilogie keine Zukunftsvision dar, sondern die schon heute vorhandenen Möglichkeiten der totalen Überwachung. Vieles was Hawks hier beschreibt, wird bereits eingesetzt oder wäre zumindest technisch machbar. Und gerade dieser Aspekt der Geschichte übt die größte Faszination aus. Die Tatsache, dass sich all das gerade irgendwo in irgendeinem Teil der Erde durchaus abspielen könnte. Entgegen der üblichen Verschwörungstheorien im Stile eines Dan Brown geht es Hawks nicht nur um den billigen Kitzel oder den inszenierten Effekt. Stattdessen regt er mit seiner ruhigen und eiskalten Sprache zum Nachdenken an, sorgt der wissenschaftliche Ton für Unbehagen beim Leser. Selten waren die Grenzen zwischen Fiktion und Realität derart fließend. Zwischen jedem Satz schimmert eine versteckte Wahrheit hindurch, welcher man nur schwer zu entfliehen vermag. Wer nun aber glaubt, dass in „Dark River“ durchgängig vor dem Verlust der persönlichen Freiheit gewarnt wird, den kann ich ebenfalls beruhigen. Hawks spannungsgeladene und temporeiche Schreibweise trifft zwar nicht selten in Herz und Magengrube (besonders der Beginn hat es wahrlich in sich), lässt aber kaum Zeit zum Luftholen. Auf dramatische Cliffhanger folgen unvorhersehbare Wendungen und die perfekt getimten Schauplatzwechsel machen die Lektüre zu einem wahren Vergnügen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Autor immer wieder mit innovativen Ideen überrascht. So verwendet er z.B. Parkour-Sportler, die Free-Runner (in Frankreich auch „Traceur“ genannt), als beispielhaftes Element für die Suche nach einem Leben außerhalb der Rasters. Für die über Dächer sprintenden und Hauswände hochkletternden Jugendlichen ist ihr Hobby ein Zeichen des Widerstands gegen die fortschreitende Einschränkung des Privatlebens durch das System. Kein Wunder, dass sie zur ersten Anlaufstelle für den nach London reisenden Gabriel werden. Der steht, gemeinsam mit Harlequin Maya, auch diesmal wieder im Mittelpunkt des Geschehens, wenngleich mit der Kirchengängerin Vicki, dem Kampfsportler Hollis und den beiden älteren Harlequins Linden und Mother Blessing auch weitere Figuren nun eine gewichtige Rolle spielen. Alle sind, wie auch ihre Tabula-Gegner, rundum gelungen und vermögen ihre Kapitel gänzlich allein zu tragen, weshalb auch an keiner Stelle so etwas wie Langeweile aufkommt. Ganz im Gegenteil. Besonders Linden und Mother Blessing, welche das archaische Denken der Kriegerkaste verkörpern, machen richtig Laune. Wenn sie zum Schwert greifen, geht es nicht selten brutal und drastisch zur Sache. Überhaupt sind die Kämpfe, welche Hawks genau richtig in seiner Handlung dosiert, grandios in Szene gesetzt worden. Und genau diese Szenen hat man immer wieder vor Augen, weshalb es wenig verwundern würde, wenn die „Traveler“-Trilogie bald ihren Weg auf die Leinwand findet. Möglich, dass es einem Regisseur auch filmisch besser gelingt, die Romanze zwischen Gabriel und Maya auszuarbeiten, welche mir hier ein bisschen zu konstruiert daherkommt und die sich Hawks vielleicht auch besser verkniffen hätte. Das ist jedoch nur ein kleiner Kritikpunkt in einem insgesamt sehr überzeugenden, spannenden und nachdenklich stimmenden Buch, das Elemente von Science-Fiction und Fantasy geschickt verknüpft, ohne dabei Freunde des Actionthrillers vor den Kopf zu stoßen. Ein rasantes, visionäres Abenteuer, mit einem perfekten, aber auch sehr offenen Ende, das den Griff zum dritten Band unausweichlich macht. Man kann nur hoffen, dass dieser Reihe endlich die verdiente Aufmerksamkeit zuteil wird, welche ihr bisher verwehrt geblieben ist.

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