John Twelve Hawks Traveler

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Inhaltsangabe zu „Traveler“ von John Twelve Hawks

Zwei verfeindete Brüder. Eine mysteriöse Bruderschaft. Und die Jagd nach dem Mann, der die Menschheit retten kann

Die Brüder Gabriel und Michael Corrigan sind Traveler, die letzten Nachkommen einer Riege von Propheten, die für die Freiheit und Unabhängigkeit der Menschen kämpfen. Doch Michael ist zur Bruderschaft der Tabula übergelaufen, die die gesamte Menschheit mit Hilfe eines globalen Überwachungssystems kontrollieren will. In einem atemberaubenden Showdown entscheidet sich schließlich der dramatische Kampf der Brüder, der Traveler gegen die Bruderschaft, für immer.

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  • Rezension zu "Traveler" von John Twelve Hawks

    Traveler

    Babscha

    Das Buch: Der Band umfasst alle drei Teile des Traveller-Zyklus mit insgesamt etwa 1400 Seiten. Da diese nahtlos ineinander übergehen, ist das Ganze eigentlich als in sich geschlossene Geschichte zu betrachten und auch so zu lesen. Die Story: Die Brüder Michael und Gabriel Corrigan leben in Los Angeles, ersterer zielstrebig im Immobiliengeschäft tätig, der andere als Tagträumer mit idealistischen Weltvorstellungen seinen Outdoorhobbies frönend. Wie alle anderen sind sie eingebunden in ein weltumspannendes Überwachungssystem, das alle Menschen in pervertierter Form bis in die persönlichsten Belange hinein überwacht und dem sich niemand entziehen kann. Das Ganze wird durch eine mächtige, aus dem Verborgenen heraus operierende Bruderschaft, die Tabula, gesteuert, die kurz vor ihrem Ziel einer vollständigen Kontrolle der Menschheit steht. Durch Zufall entdecken die Brüder, dass sie genau wie ihr vor Jahren verschwundener Vater über die Fähigkeit verfügen, sich mental aus ihrem Körper heraus in andere Sphären zu begeben. Sie sind die Letzten der Traveller, einer seit Jahrhunderten existenten besonderen Spezies, die als akute Bedrohung der Ziele der Bruderschaft seitdem gnadenlos gejagt werden. Einzig die Kaste der Harlequins, im Geheimen lebende Hochleistungskämpfer, die ihr Leben dem Schutz von Travellern verschrieben haben, kann zumindest für temporären Schutz sorgen. Eine von ihnen ist Maya, die aus einem unauffälligen Leben in England in den Untergrund zur Rettung von Gabriel abtaucht, nachdem die Tabula auf die beiden Traveller aufmerksam geworden ist und es schafft, Michael auf ihre Seite zu ziehen. Meinung: Hawks legt ein breit ausgerolltes, verschachteltes Opus vor, Konglomerat aus Fantasy, Hightechkrimi und Dystopie und gerade deshalb in Gänze durchaus unterhaltsam und abwechslungsreich. Natürlich ist die eigentliche Geschichte, nämlich der existentielle und bis aufs Letzte ausgefochtene Kampf einer permanent verfolgten, bunt zusammen gewürfelten Gruppe von Hauptprotagonisten gegen das Regime nicht neu und ebenso sind teils deutliche Ideenanleihen bei anderen Autoren erkennbar, aber wie der Autor es schafft, den Spannungsbogen trotzdem über Hunderte von Seiten hinweg permanent hoch und den Leser damit oftmals atemlos bei Laune zu halten, das hat schon was. Aus meiner Sicht ein gelungenes, lesenswertes Buch für Freunde der entsprechenden Genres.

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  • Rezension zu "Traveler" von John Twelve Hawks

    Traveler

    michael_lehmann-pape

    30. March 2012 um 11:35

    Die komplette Trilogie in einem Band John Twelve Hawks verhält sich als Autor genauso, wie er es seinen Protagonisten im Buch anraten würde. Absolut anonym. Wie kolportiert wird, hält er selbst zu seinem Verlag und seinem Lektor Kontakt nur durch ein nicht zu ortendes Sattelitentelefon. Ob dies einer echte Phobie oder nur einem „Markenimage“ geschuldet ist, sei dahingestellt. Dieses Verhalten jedenfalls eröffnet durchaus umgehend einen Weg in seine Traveler Geschichten hinein. In Anlehnung an die Gedanken George Orwells entwirft Hawks in seiner epischen Geschichte eine Parallelwelt, in der die Gruppe der „Tabula“ mittels technischer Überwachung die Welt zumindest kontrollieren, besser noch, beherrschen. Jeder Bürger dieser Gesellschaft wird umfassend auf allen möglichen technischen Weg überwacht. Durch Kameras, Peilsender, Röntgengeräte, durch Sensoren und so manches mehr (was in der Realität im Übrigen überwiegend tatsächlich bereits weitgehend möglich ist). Den Tabula gegenüber stehen einige wenige „Propheten“, deren größte Kraft darin besteht, das Bewusstsein vom Körper abspalten zu können und in andere Parallelwelten zumindest geistig wechseln zu können. Ihre Sache ist die der individuellen Freiheit, die sie sich als Prophetenriege seit langer Zeit auf die Fahnen geschrieben haben und innerhalb derer sie ihre genetisch bedingten Fähigkeiten von Generation zu Generation weitergeben. Diese (kleine) Gruppe, die letzte Bastion der persönlichen Freiheit, nennt sich „Traveler“. Ihnen gehörten die beiden Hauptpersonen der Trilogie, die Brüder Gabriel und Michael, an. Brüder der Herkunft nach, aber nicht „im Geiste“, denn beide stehen nun auf den verschiedenen Seiten sich gegenüber. Michael ist ein Tabula geworden. Mehr noch, Michaels Ziel ist es, die Führung der Tabulas zu übernehmen. Gabriel demgegenüber kämpft mit den Travelern und ihren wenigen Getreuen seinen Kampf gegen den Verlust der Freiheit. Die Geschichte eines Kampfes, die Hawks aus wechselnden Perspektiven, vornehmlich denen der beiden Brüder und deren Parteien schildert. Ansonsten entwickelt sich dieser Epos mit einer großen Prise fernöstlicher Mystik und Weisheit, mit Aliens, die irgendwann auftauchen werden, mit Weltenwanderungen zwischen „Sphären“, die durchaus auch zu verwirren verstehen im Ablauf der Handlung und ebenso mit einer Vielzahl von Elementen eines Abenteuerromans und der „Quaste“ (beginnend damit, dass ein Wettlauf der Brüder entsteht um den eigentlich für tot gehaltenen Vater zu finden), wie auch der des „Bruderkampfes“. Natürlich findet auch eine Liebesgeschichte als einer der roten Fäden Aufnahme in das Buch. In direkter Weise bildet Hawks allerdings vor allem bestehende Realitäten ab, die er, gut recherchiert und detailliert dargestellt, in diese überhöhende abenteuerliche Geschichte mit einfließen lässt. Wie den Travelern selber geht es ihm um den unabdingbaren Wert persönlicher Freiheit und individuellen Lebens gegenüber einer Gesellschaft, die mittels Kameras, Datenvorratsspeicherung, biometrischen Ausweisen und vielem mehr die Menschen in ihr möglichst „gläsern“ gestalten möchte. Dies ist die eigentlich interessante Seite der Darstellungen. Zu sehen, was und wieweit es jetzt schon möglich wäre, eine umfassende Bobachtung und Überwachung der Menschen in den westlichen Zivilisationen durchzuführen. Das Buch ist ein Plädoyer für die individuelle Freiheit in einer immer stärker vernetzten und überwachten Welt, das (mit einigen Längen) abenteuerliche mit weisheitlichen Elementen mischt und so durchaus für eine anregende Unterhaltung sorgt, die Geduld des Lesers aber teilweise auch ganz schön fordert.

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