Terrorist

von John Updike 
3,3 Sterne bei70 Bewertungen
Terrorist
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

BrittaRoeders avatar

Stark in den Beschreibungen und der gesellschaftskritischen Zeichnung, schwächer in der Psychologie der Protagonisten.

Beusts avatar

sehr überlegt, deshalb leider auch ein wenig langweilig

Alle 70 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Terrorist"

Wie wird ein Terrorist zum Terroristen?

Der achtzehnjährige Ahmed wächst bei seiner irischen Mutter in New Jersey auf. Sein Vater, ein Araber, hat die Familie früh verlassen. Aber die Trennung der Eltern liegt lange zurück, und in der Gegend gibt es viele kaputte Familien. Außerdem ist Ahmed ein ausgezeichneter Schüler, der im amerikanischen System Karriere machen könnte. Doch er ist auch ein Grübler und ein Idealist und auf der Suche nach seinen Wurzeln. Immer weiter kapselt er sich von seiner Umwelt ab. Und dann sitzt er eines Tages am Steuer eines Wagens voller Sprengstoff …

„Updike zielt mit diesem Aufklärungsthriller in das Herz des amerikanischen Traumas“ (Focus)

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499244735
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:02.01.2008
Das aktuelle Hörbuch ist am 06.06.2006 bei Brilliance Audio Lib Edn erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

Neu
3,3 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne6
  • 4 Sterne24
  • 3 Sterne31
  • 2 Sterne4
  • 1 Stern5
  • Sortieren:
    pardens avatar
    pardenvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Buch, in das ich nur schwer hineinfand, und durch das ich mich v.a. im ersten Viertel wirklich hindurchkämpfen musste.
    Terror und Fundamentalismus...

    TERROR UND FUNDAMENTALISMUS...

    Ahmed ist achtzehn Jahre alt, gemeinsam mit seiner irischen Mutter lebt er irgendwo in New Jersey. Sein Vater, ein Araber, hat die Familie früh verlassen. Aber die Trennung der Eltern liegt lange zurück, und in New Prospect gibt es viele kaputte Familien. Ahmed ist ein ausgezeichneter Schüler, redegewandt und klug, ein junger Mann, der im amerikanischen System Karriere machen könnte. Doch er hat sich schon anders entschieden:
    Konsequent kapselt er sich von seiner Umwelt ab und hat im islamischen Fundamentalismus ein neues Zuhause gefunden. Er ist bereit, für seinen Glauben sein eigenes Leben zu opfern - und das Leben anderer.


    Eine Innenansicht von Terror und Fundamentalismus präsentiert John Updike hier, in dem Versuch, den simplen Schuldzuweisungen den Boden zu entziehen.

    "Es gibt genug Menschen, die vor der arabischen Bedrohung warnen. Da mag man es mir zugestehen, den jungen Mann so sympathisch darzustellen, wie es mir möglich ist. Er ist mein Held. Ich habe versucht, ihn zu verstehen und seine Welt zu beschreiben."

    So schreibt Updike es im Klappentext. Leider muss ich gestehen, dass mir Ahmed nie wirklich nahe kam. Ich konnte das gesamte Buch über kaum einmal so etwas wie Sympathie für den jungen Muslimen aufbringen. Zu distanziert wird er geschildert, zu abgehoben von der Welt. Die Charaktere insgesamt sind zwar detailliert und facettenreich dargestellt, doch blieben sie den gesamten Roman über für mich wenig greifbar. 

    Selbst die angedeuteten Gründe, weshalb Ahmed so fanatisch in seinem Glauben aufgeht, wirken wie ein Stück Stammtisch-Psychologie und waren für mich wenig überzeugend. Es werden viele religiöse Hintergründe aufgeführt, doch entsteht letztlich der Eindruck, dass sie über die gängigen religiösen Klischees z.B. bezüglich des Islam nur unwesentlich hinausgehen. So habe ich zwar verfolgt, wie aus Ahmed ein religiöser Fanatiker wurde, konnte es aber trotzdem nicht wirklich nachvollziehen. Schade. 


    Gut gefallen hat mir dagegen die Kritik am amerikanischen (westlichen) Leben der heutigen Zeit. Gut pointiert hat Updike die Oberflächlichkeit dargestellt, das unreflektierte Konsumverhalten, die Rolle von Wirtschaft und Medien im Hinblick auf die Kreation unkritischer Konsumenten - und die Haltlosigkeit der Jugend, ihre verzweifelte Suche nach Werten und Lebenssinn. 

    Der Schreibstil Updikes hat mich nach anfänglichen Schwierigkeiten doch überzeugt. Auch wenn es mir zeitweise zu ausschweifend, zu langatmig war und ich Sätze durchaus auch zwei oder drei Mal lesen musste, um ihren Sinn wirklich komplett zu erfassen, haben mich manche Schliderungen auch einfach nur bezaubert.


    Und es wird  nicht mein letztes Buch von Updike sein, da bin ich mir sicher...



    © Parden

    Kommentare: 8
    30
    Teilen
    Eglfingers avatar
    Eglfingervor 6 Jahren
    Rezension zu "Terrorist" von John Updike

    Ahmed ist achtzehn Jahre alt, gemeinsam mit seiner irischen Mutter lebt er irgendwo in New Jersey. Sein Vater, ein Araber, hat die Familie früh verlassen. Aber die Trennung der Eltern liegt lange zurück, und in New Prospect gibt es viele kaputte Familien. Ahmed ist ein ausgezeichneter Schüler, redegewandt und klug, ein junger Mann der im amerikanischen System Karriere machen könnte. Doch er hat sich schon anders erschienen.

    John Updike schreibt im Klappentext:
    “Es gibt genug Menschen, die vor der arabischen Bedrohung warnen. Da mag man es mir zugestehen, den jungen Mann so sympathisch darzustellen, wie es mir möglich ist. Er ist mein Held. Ich habe versucht, ihn zu verstehen und seine Welt zu beschreiben.”
    Dem kann ich nicht zustimmen. Für mich stellt sich Updikes Held Ahmed, als naiver, von seiner Religion fehlgeleiteter, junger Mann dar. Dies liegt daran, dass er mit elf Jahren auf den Imam seiner Moschee trifft, der ihn zweimal die Woche Koranunterricht gibt. Ahmed sieht in ihm so etwas wie einen Ersatzvater und glaubt aufgrund seines noch jungen Alters nur zu leichtfertig an das, was der Imam predigt von den so Ungläubigen in der westlichen Welt. Und seine Mutter, die mehr mit sich selbst als ihrem Sohn beschäftigt ist, will nicht wahrhaben in welche Richtung sich ihr Sohn entwickelt. Sie ist damit zufrieden, dass ihr Sohn keinen Ärger macht und sie sich nicht weiter mit ihm beschäftigen muss. Erst der jüdische Beratungslehrer, der Ahmed zwei Monate vor seinem Highschool-Abschluss trifft, ahnt etwas. Aber als dieser auf die Mutter von Ahmed trifft, verliert auch er das Interesse an Ahmed, und lebt nochmal seine sexuelle Lust aus, nachdem er seit Jahren unglücklich verheiratet ist.
    Meines Erachtens trieft das Buch nur so von religiösen Klischees. Für mich ist dieser Lebenslauf von Ahmed äußerst unrealistisch, denn wenn es so einfach wäre Selbstmordattentäter heranzuziehen, dann würden wir in einer viel schlimmeren Welt leben, als sie sich derzeit darstellt.

    Hingegen ist die Kritik, die der Autor am amerikanischem Fernsehen und ihren Konsumenten ausübt, sehr gut dargestellt. Hierbei bedient er sich der Ehefrau des Beratungslehrers, die den ganzen Tag vor dem Fernseher hängt, sich eine Soap nach der anderen anschaut und mangels Bewegung und falscher Ernährung bereits soviel zugenommen hat, dass es für sie schon eine körperliche Höchstleistung ist, noch ans Telefon zu gehen. Beim Lesen dieses leider nur einen Kapitels habe ich unweigerlich auch an das deutsche Fernsehen und all dem Schrott, der tagsüber so läuft, denken müssen.

    Zum Schreibstil möchte ich sagen, dass es zu Beginn schwer zu lesen ist, und man das Buch am liebsten weglegen möchte. Aber wenn man sich durch das erste Viertel durchgekämpft hat, dann kommt man gut voran und die Sprache ist auch schön. Auch ist der Sprachstil, den die einzelnen Protagonisten aufgrund ihrer Bildung haben, gut dargestellt.

    Dem Schreibstil des Autors ist es zu verdanken, dass ich dem Buch 3 Sterne gebe. Die Umsetzung der Idee, wie aus einem jungen Mann ein Terrorist wird, ist für mich eher misslungen und zu einfach anhand der religiösen Klischees der heutigen Zeit dargestellt.

    Kommentare: 1
    16
    Teilen
    Molkss avatar
    Molksvor 7 Jahren
    Rezension zu "Terrorist" von John Updike

    Mein erster 9/11-Roman und ein richtig guter.
    Ein junger moslemischer Highschool-Schüler wächst ohne seinen Vater auf und verbringt seine Freizeit zum Großteil in der Moschee. Er vernachläsigt seine Ausbildung und seine Mutter, vertraut nur noch seinem Vaterersatz und Mentor aus der Moschee, der ihn dazu auserwält hat, einen Anschlag zu verüben.

    Kommentieren0
    12
    Teilen
    Holdens avatar
    Holdenvor 8 Jahren
    Rezension zu "Terrorist" von John Updike

    Achmed ist ein strenggläubiger, ernsthafter Moslem, der mit seiner alleinerziehenden Mutter in New Prospect in New Jersey lebt. Er verachtet die Lehrer an seiner High School für ihre Schwäche und die Mitschülerinnen, die ihn mit ihrem aufreizenden Auftreten und Outfit in Versuchung führen. Bald komt Achmed mit fundamentalistischen Muslimen in Kontakt, die ihn immer mehr in Richtung Dschihad drängen...Updike analysiert haarklein die Entwicklung von jungen Amerikanern mit muslimischem Glauben zu Terroristen. Sehr gelungen.

    Kommentieren0
    18
    Teilen
    Cerepras avatar
    Cerepravor 8 Jahren
    Rezension zu "Terrorist" von John Updike

    Das war mein erster Updike und es wird wahrscheinlich auch nicht mein letzter sein, aber überzeugen konnte er mich trotzdem nicht wirklich.
    Der Anfang und die Mitte sind so dicht und eindringlich geschrieben, dass die Stimmung aus dem Buch nur so raus trieft (das ist nicht negativ gemeint) und mich angesteckt hat. Updike schafft eine so starke und vorallem deprimierende Atmosphäre, die mich nicht losgelassen hat und mich auch noch einige Momente, nachdem ich das Buch weggelegt habe, begleitet hat.
    Woran er aber leider kolossal scheitert ist das Ende. Das emotionale Gewirr des Buches löst sich dort komplett auf und übrig bleibt eine seltsame Leere, die bei den Protagonisten zu seltsamen und nicht nachvollziehbaren Handlungen führt.
    Ich will hier gar nicht darauf eingehen, inwiefern Updike überhaupt nachvollziehbar die Gedankengänge eines Selbstmordattentäters darstellt, denn ich denke, dass ist sehr sehr schwierig.
    Das Atmospärische gelingt ihm in diesem Buch sehr gut, jedoch hätte er nicht versuchen wollen am Ende noch einen Thriller draus zu machen.

    Kommentieren0
    11
    Teilen
    michella propellas avatar
    michella propellavor 8 Jahren
    Rezension zu "Terrorist" von John Updike

    my first updike and what an utterly dissatisfying book. it'll be my last updike as well. very narrow-sighted and prejudiced portrayal of an american youngster (born to an egyptian father and irish-american mother) who is miseducated and deluded by his quran teacher. the young man - "of course" - abhorrs sexual encounters and the failings of his single mother, as well as all women for being impure. come on, how much of that can you take? instead read mohsin hamid's RELUCTANT FUNDAMENTALIST - if you really want to look at 9/11 from "the other point of view".

    Kommentieren0
    11
    Teilen
    anna.wolkes avatar
    anna.wolkevor 9 Jahren
    Rezension zu "Terrorist" von John Updike

    Nachdem ich so viel Gutes über John Updike gehört hatte, war dies mein erstes Buch von Updike. Die Geschichte des jungen Ahmeds, der sehr gläubiger Moslem ist und "im Land der Ungläubigen" aufwächst, kommt nur langsam in Gang und wirkt vorhersehbar. Alles in Allem finde ich es nicht besonders lesenswert, da die Geschichte gestellt und klischeehaft wirkt und für mich in keinster Weise irgendwelche schockierenden Neuheiten enthalten hat.

    Kommentieren0
    9
    Teilen
    Boriss avatar
    Borisvor 9 Jahren
    Rezension zu "Terrorist" von John Updike

    Wie die anderen schon geschrieben haben: was soll das? Updike kommt dem Phänomen Selbstmordattentäter nicht nah, versucht sich einzudenken und scheitert. Die drei Sterne sind für den großen Schriftsteller Updike nicht für den Inhalt. Ich weiß: ist etwas schwierig das so zu unterscheiden!

    Kommentieren0
    13
    Teilen
    S
    Sehmannvor 9 Jahren
    Rezension zu "Terrorist" von John Updike

    Ja das ist wahr, am Anfang hatte ich grosse Schwierigkeiten in das Buch reinzukommen, zumal mich der Religionskram überhaupt nicht anmacht. Dann ist es aber schon genialisch erzählt, das amerikanische Bürgertum, die Triebhaftikeit der Menschen und die Dämlichkeit der Religionen!!
    Schon lesenswert, nachdem ich genug Link, Meyer oder Franz gelesen hatte, ist das mal wieder was für die Birne:-))

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    HannaFunks avatar
    HannaFunkvor 10 Jahren
    Rezension zu "Terrorist" von John Updike

    Hm, schwer...nach 30 Seiten wollte ichs erst weglegen, hab nach ein paar Tagen dann doch weitergelesen, nach 80 Seiten wieder das gleiche Spiel...mir gefällt die Sprache, auch wenn das Buch schwer zu lesen ist, und Updike kann wirklich gut Stimmungen heraufbeschwören, diese ist allerdings ziemlich trostlos.

    Achmed, der bei seiner alleinerziehenden Mutter aufwächst, ist ein guter Schüler. Er könnte Karriere machen, entschließt sich aber auf den Rat seines Imam hin, den LKW- Führerschein zu machen und fängt, ebenfalls angeraten durch den Imam, als Fahrer bei einem Möbelhändler an. Dort und in der Moschee wird er immer weiter hineingezogen in die Welt des Terrors, bis er eines Tages am Lenkrad eines mit Sprengstoff beladenen LKW sitzt.

    Ich weiß gar nicht, wie ich das jetzt bewerten soll, am Ende hat mich das Buch doch noch gepackt, aber erst so ab Seite 230 ungefähr.

    Kommentieren0
    3
    Teilen

    Ähnliche Bücher für noch mehr Lesestunden

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    Das wie nebenbei entworfene Porträt des Milieus hoffnungsloser, seelisch wie materiell verwahrloster amerikanischer Underdogs, ist brillant.

    Nach allen Regeln der Kunst steigert Updike die Spannung.

    Ein Roman, der nachdenklich stimmt.

    Selten zuvor hat John Updike einen so spannenden Roman geschrieben, der ganz und gar aus einer uns vollkommen unverständlich erscheinenden Perspektive erzählt ist.

    Dieser Roman ist keine politische Thesenliteratur, sondern Zeile für Zeile großartige literarische Prosa.

    An der sinnlichen, originellen Sprache des Romans merkt man immer noch den literarischen Großmeister.

    Updike zielt mit diesem Aufklärungsthriller in das Herz des amerikanischen Traumas

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks