John Vachon Marilyn, August 1953

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Inhaltsangabe zu „Marilyn, August 1953“ von John Vachon

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  • Rezension zu "Marilyn, August 1953" von John Vachon

    Marilyn, August 1953
    SinjeB

    SinjeB

    31. August 2011 um 18:43

    Schwarz-Weiß-Bildband mit größtenteils unbekannten Fotos, aber ohne unbekanntes Hintergrundmaterial Inhalt/Hintergrund: John Vachon war seit 1947 einer der fest angestellten Fotografen des Look Magazines, hatte aber fotografisch einen gänzlich anderen Tätigkeitshintergrund als Hochglanzmagazine. Ab Mitte der 1930 Jahre war er zunächst als Archivangestellter bei der Farm Security Administration, die kleine Farme und Landwirte in den Jahren nach der Weltwirtschaftskrise unterstützte, tätig und bekam dabei Einblick in tausende dokumentarische Fotografien. Im Zuge dieser Tätigkeit wurde er ermutigt, selbst zur Kamera zu greifen, und unterstützte das Fotografenteam bei der Dokumentation des amerikanischen Lebens bis zum zweiten Weltkrieg. Dadurch entstand ein Stil, der auf "Realem" beruhte und an dem nicht viel herumgedoktert werden konnte. Im Grunde war John Vachon für gestellte, auf Hochglanz getrimmte Coverstories über Hollywood nicht prädestiniert, als er im August 1953 vom Look Magazine in die kanadischen Rockies geschickt wurde, um "Hollywood in Kanada" zu dokumentieren. Für ganze drei Filme war die malerische Region um Banff als Location auserwählt worden, sodass sich um die 250 Schauspieler nebst Filmcrews dort tummelten, so eben auch Marilyn Monroe und Robert Mitchum, die dort Fluss ohne Wiederkehr drehten. Zum Auftrag zählten also auch Aufnahmen von Marilyn Monroe. Als Vachon in Banff eintraf, hatte die Aktrice gerade einen Unfall am Set und war mit Gipsfuß zunächst unpässlich. Trotzdem ist es Vachon gelungen, neben den gestellten typischen Badeanzugfotos (die offensichtlich weder er noch Marilyn wirklich ernst nahmen) etwas andere Bilder von Marilyn Monroe aufzunehmen. Aus der Titelstory wurde allerdings nichts, wie das "Lost" im Titel bereits andeutet, sondern die Fotostrecke von Marilyn Monroe und ihren Baldehegatten Joe DiMaggio wurde auf Seite 150 verbannt und zeigte gerade einmal einen Bruchteil, der von Vachon für gut befundenen Aufnahmen (aus über 100). Meine Meinung: Marilyn, August 1953: The Lost Look Photos ist seit Jahren der erste Monroe-Bildband, den ich mir ins Regal hole. Ich hege bekanntlich eine gewisse Sammelleidenschaft für Bildbände, insbesondere Monroe-Bücher. Der in der Regel ziemlich hohe Preis hält mich aber zurück. So ist auch dieser 120 Seiten starke Hardcoverband (mit Schutzeinband) trotz des angesichts des breiteren Formats und der hochwertigen Aufmachung recht moderaten Preises eher etwas für den wahren Fan und rechtfertigt den Kauf aufgrund zahlreicher unbekannter Fotos. Unbekannt ist hier wiederum relativ, weil es im Netz inzwischen so viele Foto- und Monroefanseiten gibt, dass auch Vachons Bilder irgendwo zu finden sind. Wer sie aber mit ein bisschen Hintergrundtext im Regal haben möchte, wird die 17,95 € sicher gern investieren. John Vachon dürfte hierzulande als Fotograf kaum ein Begriff sein, dieses Buch macht ihn dem Fotofreund jedoch auch nicht interessanter, sondern hängt ihm aufgrund der Reproduktion von Briefen, die er während seines Aufenthaltes in den Rockies an seine Frau schrieb, auch noch einen etwas grantigen Touch an. So war der Dokumentar in ihm, der das wahre Leben zeichnete, ganz und gar nicht zufrieden mit dem Auftrag, Bikinifotos von Stars und Sternchen zu schießen, und jammerte sich in täglichen Briefen weidlich bei seiner Angetrauten aus. Wer sich Hintergrundinformationen, wie Behind-the-Scenes-Berichte zu Dreharbeiten oder Fotoshoots erhofft, wird stark enttäuscht sein. Die Gerüchte um "Fluss ohne Wiederkehr" und DiMaggios Besuch in Banff sind dem Fan hinlänglich bekannt und können in ihrer Erzählung in diesem Band den potenziellen Neuinteressenten nicht hinterm Ofen hervorlocken. Zudem wiederholt sich Einiges, da der Bildband in einen Informations-, einen Bild- und einen persönlichen Teil gegliedert ist. Zu Beginn erhält man einen kleinen Einblick in die Person John Vachon und seinen Look-Auftrag, dann folgen seine Fotostrecken, bei denen das Textmaterial aber wieder Informationen aus dem einleitenden Teil - sogar teilweise wortgetreu - aufgreift, und zum Abschluss gibt es zum einen Vachons Briefe an seine Frau (in gedruckter, rechtschreibkorrigierter Fassung) sowie einen (viel zu) kleinen (wenig interessanten) Exkurs zu "Fluss ohne Wiederkehr". Während die Einleitung bereits spärlich bebildert ist, bekommen wir im eigentlichen Bildteil durchweg schwarz-weiße Fotografien, darunter auch weniger scharfe Outtakes, zu sehen, die, mit Ausnahme der Poolfotos, eine junge Marilyn Monroe zumeist in Rollkragenpullover und hochgeschlossener Bluse zeigen. Mit eingegipstem/verbundenem Fuß und Krücken zeigt sie sich irgendwie zwischen entspannt und (wegen verstauchtem Knöchel) leidend, wirkt aber höchst natürlich und kaum nach dem großen Star, der sie bereits war. Da es sich nicht um eine Modefotostrecke handelt, sind die Fotos hinsichtlich der Outfits wenig abwechslungsreich, und Marilyn besticht durch natürlich-alltägliche Posen. Fazit: Fantauglicher Bildband mit ungezeigten Monroe-Fotos, die vor Jahren ungerechtfertigterweise unter den Tisch fielen und die Schauspielerin vor romantischer Bergkulisse sehr natürlich zeigen. Leider sind den Hintergrundinformationen wenig Recherchemühen und kaum eifrige Begeisterung für Fotograf und Modell anzumerken, sodass der schale Beigeschmack von Geldmache mit der Marke Marilyn Monroe bleibt. Gesamteindruck trotz Fanbonus nur 3 von 5 Punkten

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