John Varley

 3.9 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Roter Blitz, Der Satellit und weiteren Büchern.

Alle Bücher von John Varley

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Der Satellit

Der Satellit

 (2)
Erschienen am 01.01.1983
Roter Blitz

Roter Blitz

 (2)
Erschienen am 04.03.2010
Roter Donner

Roter Donner

 (0)
Erschienen am 05.06.2009
Der Dämon

Der Dämon

 (1)
Erschienen am 01.04.1989
Der Magier

Der Magier

 (1)
Erschienen am 01.11.1987
Demon

Demon

 (1)
Erschienen am 01.11.1992
Der heiße Draht nach Ophiuchi

Der heiße Draht nach Ophiuchi

 (1)
Erschienen am 01.07.1984
Red Lightning

Red Lightning

 (0)
Erschienen am 24.04.2007

Neue Rezensionen zu John Varley

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Rezension zu "Der Dämon" von John Varley

Dämon
rallusvor 5 Jahren

Nachdem Rocky der Magier sich im letzten Band quasi selber aus der Rolle des Magiers bei Gäa entlassen hat, strebt sie im letzten Band einer Vernichtung des selbsternannten Gottes an.
Gäa ist auf dem Stand einer Fünfjährigen stehengeblieben, erschafft sich ein 18 Meter großes Marilyn Monroe Ebenbild und kreiert verschiedene neue Lebewesen die ihr die Möglichkeit einer Filmproduktion verschaffen.
Hier zeigt sich wieder Varley verrückte und kreative Ader, Fremdwesen zu beschreiben, die nur noch mit Terry Pratchett zu vergleichen ist.
Sehr schön beschreibt er die irre Gäa, die noch mehr als in den ersten beiden Bänden die Schöpfung als Biobaukasten begreift.
Mit den neu geschaffenen Wesen kann sie alles filmen und gleichzeitig entwickeln. Sie baut sich ein Filmstudio auf, in dem sie sich alte Filme ansieht.
In der Zwischenzeit zerstört sich die Erde durch den 6.Weltkrieg selber.
Gäa schickt Rettungskapseln aus, die eine bestimmte Menge von Menschen aufsammelt und sie nach Thermis bringt.
Die Gestrandeten bauen dort eine eigene Stadt auf, die in Chaos versinkt.
Rocky macht sich auf den Weg Gäa zu zerstören und sammelt ihre Freunde auf.
Dabei helfen ihr viel längst verschollen geglaubte Verbündete.
Varley überbietet sich in dem letzten Band seiner Gäa Trilogie in allen möglichen Sparten.
So Dinge wie Monty Python Komik, Comic Verweise, Filmzitate, philosophische ernste Gespräche, lesbische Liebe, fremdartige Kulturen werden zu einem bisher ungelesenen SF Mix vermischt.
Man muss sich vor Augen halten dass dieser Roman 1984 entstand und als Hauptpersonen größtenteils starke Frauen enthält, die gleichgeschlechtliche Liebe praktizieren.
Insofern ein Novum in der SF. Seine Charaktere sind auch hervorragend geschildert, der innere Zwist zwischen Liebe, Freiheit, Verantwortung und Macht beherrscht die Trilogie und die Hauptdarstellerinnen.
Eine sehr ungewöhnliche, pittoreske, irre und wundersame Welt.
Durch den herrlichen Tom und Jerry Schluss und den gleichermaßen doch ernsten und logischen Entscheidungen von dem ehemaligen Captain "Magier" Rocky, eine insgesamt Höchstnotenbewertung für die gesamte Serie.




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Rezension zu "Der Magier" von John Varley

Der Magier
rallusvor 5 Jahren

Bei manchen Büchern entstehen Bilder, die ich bestimmt lange nicht aus meinem Kopf verdrängen kann. So auch bei diesem!

Nach dem schon ungewöhnlichen SF Erstling "Der Satellit", der auch gleich den Locus Award gewann, wirft uns John Varley 75 Jahre nach den letzten Ereignissen in die künstliche Welt Thermis zurück.

Thermis, der hohle künstliche Satellit nahe dem Saturn, wurde von der launischen Göttin Gäa (wie sie selber ihre Welt nennt) erschaffen, sowie auch alles Leben in ihm. Dabei richtete sie sich auch nach den Fernsehbildern und -Serien der Erde. Somit ist die Flora und Fauna recht menschenartig geworden und entstammt teilweise in ihren schrecklichen Ausprägungen, einem modernen Horrorkabinett. Das Interessante ist, dass sie sich ihre neuen Schöpfungen in das Ökosystem integrieren muss und somit verblüffende Geschöpfe kreiert. Dabei gebärdet sie sich recht unberechenbar, wie ein Kleinkind mit einem Biologiebaukasten.

Auf der Erde hat sie einen Sitz im Sicherheitsrat und die Einwanderungsbedingungen nach Gäa sind verschärft. Die Titaniden, menschenähnliche Zentauren, dienen als Botschafter auf der Erde und genau 70 Personen dürfen jedes Jahr nach Thermis reisen, unabhängig von Geld oder Geburt, einzig allein nach nicht nachvollziehbaren Kriterien von Gäa. Gäa interessieren gerade nur Menschen die an einer gedächtnisverlierenden Epilepsie leiden und so kommen Chris und Robin nach Thermis.

Chris ist von der Erde und lebt seine sexuellen Eskapaden aus, wenn er einen Anfall hat, danach kann er sich an nichts erinnern.

Robin wuchs in einer reinen Frauenenklave auf, die als Satellit um einen Lagrange Punkt schwebt.

!Einschub Anfang: LaGrange-Punkte sind die Gleichgewichtspunkte des als sogenanntes eingeschränktes Dreikörperproblem bekannten speziellen, aber trotzdem wichtigen Sonderproblems der Himmelsmechanik: An diesen Punkten im Weltraum heben sich die Schwerkräfte (einschließlich der Zentrifugalkräfte) für ein System aus drei Körpern – zweier „schwerer Himmelskörper“ (z. B. Sonne und Planet) und eines sehr „leichten Probekörpers“ (z. B. eines Forschungssatelliten) - gegenseitig vollständig auf, sodass jeder der drei Körper kräftefrei ist. Einschub Ende!

Durch ihre Schwestern hat die 19-jährige Robin sehr viel Schlimmes über die Sexualität von Männern gehört.

Überhaupt verstärkt Varley die im ersten Roman schon vereinzelt eingestreuten sexuellen Gedanken seiner Charaktere noch weiter in diesem Buch und baut dies in die Handlung ein. Nicht dass es Bestimmend wird, aber viele Seiten sind den Sexual-Praktiken der Titaniden gewidmet, die erst ein befruchtetes Ei durch Paarung erzeugen welches dann durch den Magier in den Körper eines anderen (oder desselben) Titaniden ausgetragen wird. Dadurch ergeben sich verschiedene Möglichkeiten der Vater und Mutterschaft, welches im Glossar ausführlich beschrieben ist. Es ist nicht unbedingt wichtig für den Handlungsverlauf, aber Varley bringt den Leser dadurch tief in die bizarre Welt dieser Welt.

Chris und Robin wird von Gäa Heilung versprochen wenn Sie eine 'Heldentat' vollbringen. Diese besteht aus dem Reisen um die unberechenbare Welt des künstlichen Satelliten. Rocky der Magier und Gaby brechen mit Ihnen und 4 Titaniden auf die Reise auf.

Nachdem Rocky und ihre Crew vor 75 Jahren den Planten entdeckt haben und in die Nabe vorgedrungen sind, hat Gäa Rocky zu ihrem Magier gemacht, Gaby eine der wenigen Überlebenden ist eine Art freischaffender Künstler für sie. Der Lohn für ihre Dienste ist die Unsterblichkeit, die sie ihnen gewährt. Rocky und Gaby sehen Gäa nicht als Gott, denn als diktatorische Stadtverwaltung, die abzusetzen ist.

Doch wie töte ich einen Gott?

Zu Hilfe kommt ihnen, dass Gäa 12 Untergehirne (oder Programme) im Einsatz hat die unabhängig agieren und teilweise auch gegen ihre Mutter eingestellt sind. Auf ihrer Reise besucht die Reisegruppe die kapriziösen Gehirne, die vorsichtig auf die Aufgabe vorbereitet werden sollen.

Varley baut die Spannung langsam auf und viel Dramatik ergibt sich aus dem Zusammentreffen der verschiedenen Kulturen.

Hier Chris von der Erde, dort, die in den behüteten Schwestern Gemeinschaft aufgezogene Robin, die mit erheblichen Vorurteilen gegenüber Männern behaftet ist. Auch die Liebe einer Titanide zu Chris und deren das Auftreffen der unterschiedlichen Lebensarten erzeugt einen bemerkenswerten Plot.

Insgesamt ein ungewöhnlicher SF den uns Varley hier vorlegt nur knapp an den 5 Sternen vorbei, da mir seine Art zu schreiben ein Tick zu sehr distanziert vorkommt, aber ein Autor und eine Reihe aus den 80er Jahren die es lohnt, wiederentdeckt zu werden und mit einem Cliffhanger der vieles für den Abschluss der Serie verspricht.

 

 

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Rezension zu "Der Satellit" von John Varley

Die Welt Gäa
rallusvor 5 Jahren

Mitte des 21-Jahrhunderts entdeckt das Forschungsraumschiff "TRS Ringmeister" einen künstlichen Mond der um den Saturn kreist.
Das Schiff wird bei der Untersuchung des Trabanten eingefangen, verschluckt und zerstört.
Die sieben Männer und Frauen der Crew erwachen in einer künstlichen bizarren Welt innerhalb des Mondes und entdecken neue Fähigkeiten an sich.
Sie finden sich inmitten einer fremden Tier-und Pflanzenwelt wieder, deren Gefahren sie nicht kennen.
Die während des Schlafes bekommenen Fähigkeiten befähigen Jones z.B. mit den Zentauren zu sprechen bzw. in ihrer Sprache zu singen.
Die Zentauren sind nur eine Wesensart die sie kennenlernen, diese sind in ständigem Kampf gegen die "Engel" flugähnliche Wesen mit einer Flügelspannweite von 9 Metern.
Diese sind auch wegen der geringeren Schwerkraft notwendig um überhaupt fliegen zu können.
Ein anderes Crewmitglied kann sich mit den "Blimps" unterhalten kilometergroße Flugwesen, die Wesen transportieren, damit diese ihr Essen in ihre verschiedenen Mägen transportieren, eine Art von Symbiose.
Varley hat seine Hausaufgaben gemacht, seine Welt ist stimmig und beeindruckend.
3 Crewmitglieder machen sich auf den Weg in den Mittelpunkt der Welt, ein Weg von 100 Kilometer mit 60 Prozent Steigung, bis zu kilometerdicken Strängen die 400 Kilometer senkrecht  zu der Nabe reichen.
An diesen Strängen wachsen horizontal Bäume, an denen die Abenteurer sich zu m Mittelpunkt der Welt entlanghangeln.
Dabei beschränkt sich Varley nicht nur auf Beschreibungen, auch das Innenleben der Reisegruppe wird ausgelotet, ihre Ängste, Wünsche, Hoffnungen und die zwangsläufig aufkommende sexuelle Komponente bei solchen Reisen.
Geschrieben ist die Geschichte aus der Sicht von Cirocco Jones, die Kapitänin des Raumschiffes.

Vorhalten kann dem Erstling einer Trilogie, der den Locus Award 1980 gewann,  höchstens, dass er zu kurz ist.
Auch ist das Ende bzw. die Überleitung zu den Fortsetzungen verblüffend, aber irritierend unrealistisch geraten.
Ohne viel vorab verraten zu wollen, ist das Ende sehr "menschlich".
Allerdings sind vor 30 Jahren, Erstlingsromane auch rigoros von Verlegern zusammen gestrichen worden, um es "handlich" zu halten.
Die nächsten beiden Romane versprechen mehr und sind auch fast doppelt so dick.
Knapp 4 Sterne, weil ich auch keine Lust habe, schon wieder 3 bei einer Mittelwertung zu vergeben.

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