John Varley Der Magier

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    Der Magier

    rallus

    30. July 2013 um 12:32

    Bei manchen Büchern entstehen Bilder, die ich bestimmt lange nicht aus meinem Kopf verdrängen kann. So auch bei diesem! Nach dem schon ungewöhnlichen SF Erstling "Der Satellit", der auch gleich den Locus Award gewann, wirft uns John Varley 75 Jahre nach den letzten Ereignissen in die künstliche Welt Thermis zurück. Thermis, der hohle künstliche Satellit nahe dem Saturn, wurde von der launischen Göttin Gäa (wie sie selber ihre Welt nennt) erschaffen, sowie auch alles Leben in ihm. Dabei richtete sie sich auch nach den Fernsehbildern und -Serien der Erde. Somit ist die Flora und Fauna recht menschenartig geworden und entstammt teilweise in ihren schrecklichen Ausprägungen, einem modernen Horrorkabinett. Das Interessante ist, dass sie sich ihre neuen Schöpfungen in das Ökosystem integrieren muss und somit verblüffende Geschöpfe kreiert. Dabei gebärdet sie sich recht unberechenbar, wie ein Kleinkind mit einem Biologiebaukasten. Auf der Erde hat sie einen Sitz im Sicherheitsrat und die Einwanderungsbedingungen nach Gäa sind verschärft. Die Titaniden, menschenähnliche Zentauren, dienen als Botschafter auf der Erde und genau 70 Personen dürfen jedes Jahr nach Thermis reisen, unabhängig von Geld oder Geburt, einzig allein nach nicht nachvollziehbaren Kriterien von Gäa. Gäa interessieren gerade nur Menschen die an einer gedächtnisverlierenden Epilepsie leiden und so kommen Chris und Robin nach Thermis. Chris ist von der Erde und lebt seine sexuellen Eskapaden aus, wenn er einen Anfall hat, danach kann er sich an nichts erinnern. Robin wuchs in einer reinen Frauenenklave auf, die als Satellit um einen Lagrange Punkt schwebt. !Einschub Anfang: LaGrange-Punkte sind die Gleichgewichtspunkte des als sogenanntes eingeschränktes Dreikörperproblem bekannten speziellen, aber trotzdem wichtigen Sonderproblems der Himmelsmechanik: An diesen Punkten im Weltraum heben sich die Schwerkräfte (einschließlich der Zentrifugalkräfte) für ein System aus drei Körpern – zweier „schwerer Himmelskörper“ (z. B. Sonne und Planet) und eines sehr „leichten Probekörpers“ (z. B. eines Forschungssatelliten) - gegenseitig vollständig auf, sodass jeder der drei Körper kräftefrei ist. Einschub Ende! Durch ihre Schwestern hat die 19-jährige Robin sehr viel Schlimmes über die Sexualität von Männern gehört. Überhaupt verstärkt Varley die im ersten Roman schon vereinzelt eingestreuten sexuellen Gedanken seiner Charaktere noch weiter in diesem Buch und baut dies in die Handlung ein. Nicht dass es Bestimmend wird, aber viele Seiten sind den Sexual-Praktiken der Titaniden gewidmet, die erst ein befruchtetes Ei durch Paarung erzeugen welches dann durch den Magier in den Körper eines anderen (oder desselben) Titaniden ausgetragen wird. Dadurch ergeben sich verschiedene Möglichkeiten der Vater und Mutterschaft, welches im Glossar ausführlich beschrieben ist. Es ist nicht unbedingt wichtig für den Handlungsverlauf, aber Varley bringt den Leser dadurch tief in die bizarre Welt dieser Welt. Chris und Robin wird von Gäa Heilung versprochen wenn Sie eine 'Heldentat' vollbringen. Diese besteht aus dem Reisen um die unberechenbare Welt des künstlichen Satelliten. Rocky der Magier und Gaby brechen mit Ihnen und 4 Titaniden auf die Reise auf. Nachdem Rocky und ihre Crew vor 75 Jahren den Planten entdeckt haben und in die Nabe vorgedrungen sind, hat Gäa Rocky zu ihrem Magier gemacht, Gaby eine der wenigen Überlebenden ist eine Art freischaffender Künstler für sie. Der Lohn für ihre Dienste ist die Unsterblichkeit, die sie ihnen gewährt. Rocky und Gaby sehen Gäa nicht als Gott, denn als diktatorische Stadtverwaltung, die abzusetzen ist. Doch wie töte ich einen Gott? Zu Hilfe kommt ihnen, dass Gäa 12 Untergehirne (oder Programme) im Einsatz hat die unabhängig agieren und teilweise auch gegen ihre Mutter eingestellt sind. Auf ihrer Reise besucht die Reisegruppe die kapriziösen Gehirne, die vorsichtig auf die Aufgabe vorbereitet werden sollen. Varley baut die Spannung langsam auf und viel Dramatik ergibt sich aus dem Zusammentreffen der verschiedenen Kulturen. Hier Chris von der Erde, dort, die in den behüteten Schwestern Gemeinschaft aufgezogene Robin, die mit erheblichen Vorurteilen gegenüber Männern behaftet ist. Auch die Liebe einer Titanide zu Chris und deren das Auftreffen der unterschiedlichen Lebensarten erzeugt einen bemerkenswerten Plot. Insgesamt ein ungewöhnlicher SF den uns Varley hier vorlegt nur knapp an den 5 Sternen vorbei, da mir seine Art zu schreiben ein Tick zu sehr distanziert vorkommt, aber ein Autor und eine Reihe aus den 80er Jahren die es lohnt, wiederentdeckt zu werden und mit einem Cliffhanger der vieles für den Abschluss der Serie verspricht.

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