Passend zu meiner Reise zu den Loireschlössern im Mai dieses Jahres habe ich mir die Lebensgeschichte von Leonardo da Vinci zum Lesen ausgesucht. Dieser berühmte Maler hat seinen Lebensabend in der Nähe des Schlosses Amboise in Frankreich verbracht. So war es ein Genuss, nochmals in die französische aber auch in die italienische Renaissance einzutauchen und Geschichte aus einem anderen Blickwinkel zu lesen.
Die Geschichte des berühmten Malers , Bildhauers, Architekt, Anatoms, Mechanikers, Ingenieurs und Naturphilosophen beginnt mit seiner Geburt am 15. April 1452 in kleinen Ort Vinci in der Toskana als uneheliches Kind eines Notars und einer Bauerntochter. Da ihn sein Vater anerkennt, kann er später bei ihm in Florenz leben und in die Werkstatt Andrea del Verrocchio aufgenommen werden. Schnell erkennt der Meister das Talent und die Begabung Leonardos, sodass dieser nach seiner Lehrzeit in die St. Lukas Gilde aufgenommen wird. Er orientiert sich am liebsten an der Natur und beginnt auch, seine Gedanken und Gefühle aufzuschreiben. Bald gewinnt er die Gunst von Lorenzo il Magnifico, dem Stadtherrn und vollendet mehrere bekannte Bilder, bis er am Hof des Herzogs von Mailand eine neue Stellung erhält. Hier entwickelt sich Leonardo zum führenden Künstler und zum Organisator für Hofzeremonien und Festivitäten. Diese Leidenschaft hindert ihn jedoch nicht daran, sich Gedanken über die Sauberkeit der Kanäle anlässlich der Pestepidemie in Mailand zu machen, sich der Verschönerung des Castello und der Vollendung des Mailänder Doms zu widmen. Weiters vertieft er seine Studien zu Geometrie und Anatomie. In dieser Zeit entstehen nicht nur viele berühmte Bilder, sondern auch viele kriegstechnischen Ausführungen. Das schönste und berühmteste Werk ist jedoch "Das Abendmahl" im Refektorium des Konvents Santa Maria delle Grazie (das ich mir unbedingt noch anschauen möchte). !499 muss Leonardo aus Mailand fliehen, zuerst findet er Zuflucht in Venedig, später in Mantua, dann landet er wieder in Florenz. Im Dienste Cesare Borgias bereist er einen großen Teil Mittelitaliens, lernt Niccolò Macchiavelli kennen und kehrt schlußendlich nach Florenz zurück. Er beginnt das Gemälde der Anghiarischlacht, das er nicht beendet, und das der Mona Lisa zu malen. Nun im Dienste des französischen Königs arbeitet Leonardo als Ingenieur, später auch in Rom, wo er sich aber nicht wohl fühlt. Daher nimmt er das Angebot des neuen französischen Königs, Franz I. an, nach Amboise zu ziehen und dort seinen Alterssitz Clou Lucé einzunehmen. Hier verstirbt er 1519, seine Gebeine liegen in der Hubertuskapelle auf dem Gelände des Schlosses Amboise.
Ein farbenprächtiges wunderbares Bild des Lebens von Leonardo da Vinci, man glaubt direkt, es habe sich genau so zugetragen, da es äußerst liebevoll recherchiert und bis in die kleinsten Einzelheiten beschrieben wurde. Vor allem die Bekleidung in der Renaissance, das lebensfrohe Stadtleben (wenn man nicht arm war) und die Eleganz der prächtigen Fürstenhöfe werden ebenso ausführlich wider gegeben wie der Blick in das Seelenleben Leonardo, das mit großem Einfühlungsvermögen versucht, das Genie zu begreifen.









