John Williams Augustus

(31)

Lovelybooks Bewertung

  • 36 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 2 Leser
  • 12 Rezensionen
(16)
(11)
(2)
(1)
(1)

Inhaltsangabe zu „Augustus“ von John Williams

<p>Machtspiele, Verrat, Intrigen </p><br /><p>Octavius, Großneffe und Adoptivsohn von Julius Caesar, später Kaiser Augustus: Williams schildert das Wirken und Leben dieses außergewöhnlichen Mannes so plastisch, so mitreißend, als würden sich die Geschehnisse in unseren Tagen ereignen. Fiktive Briefe und Notizen, Erinnerungen und Senatsprotokolle lassen die Person eines Herrschers lebendig werden, dem das Schicksal Macht und Reichtum in vorher ungekanntem Ausmaß zuspielte. Aber er, der sich zum Gott erheben ließ, sieht am Ende, von Frau und Tochter entfremdet, dem Tod so ungeschützt entgegen wie jeder Mensch – als das »arme Geschöpf, das er nun einmal ist«.</p>

Stöbern in Romane

Besuch von oben

ein sehr schönes Buch

Sutaho

Das Glück meines Bruders

Eine anspruchsvolle Geschichte über zwei Brüder, die versuchen, die Vergangenheit zu bewältigen.

Simonai

Ein Haus voller Träume

Familientreffen im spanischen Traumhaus: Mit unterschiedlichen Weltanschauungen, kleinen Reibereien und ganz viel Herz

Walli_Gabs

Das Ministerium des äußersten Glücks

Nach dem ersten Drittel hat es mich nicht mehr losgelassen. Eine absolut einmalige Leseerfahrung, die ich nicht hätte missen wollen!

Miamou

Töte mich

Ein typischer Nothomb mit spannender Handlung und dynamischen Dialogen.

Anne42

Die Zeit der Ruhelosen

Spannende Erlebnisse, menschliche Tragödien: Die Protagonistinnen und Protagonisten scheitern alle.

Tatzentier

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • historisch wertvoll

    Dictator
    histeriker

    histeriker

    Inhalt:Der letzte Teil der Trilogie über Cicero, aus der Sicht von Tiro, seinem Sekretär geschrieben. Es geht vor allem um den Bürgerkrieg zwischen Pompeius und Caesar, Caesars Diktatur bis zur Entstehung des zweiten Triumvirats.Bewertung:Ich fand das Buch nicht so ganz spannend, wie die Vorgängerbände, aber es hatte andere Vorteile, wieso ich es immer noch als 5-Sterne Buch betrachten würde.Erstens ist es Tiro. Natürlich ist er hier nicht die reale Person, aber ich habe eine tolle Beziehung zu ihm aufgebaut und seine Sprüche konnten mich immer wieder erheitern (z.B. seine Kommentare zu den Berichten Caesars aus Gallien - ich habe einige selber gelesen und er kommt da so übetrieben, wie hier beschrieben wird). Tiro ist für mich der Held der Geschichte, auch wenn es natürlich um Cicero geht. Zweitens fand ich gut, dass der Autor es wirklich gut durchgezogen hat, dass er diese Perspektive gewählt hat und dabei blieb. Natürlich waren dann dort Stellen, die nur aus Hörensagen geschrieben wurden, aber das verlieh dem Buch Authentizität. Nicht alle Autoren würde es durchhalten.Drittens hat mir dieses Buch neue Perspektiven vor Augen geführt. Ich kannte mich vorher mit Caesar gut aus, Mark Antonius und Octavian waren für mich nicht so bekannt und einige Ereignisse und Fakten hier haben mich überrascht. Da will ich mich mehr informieren und das macht für mich einen sehr guten historischen Roman aus, dass man danach mehr erfahren will. Schade, dass die Reihe zu Ende ist.

    Mehr
    • 2
  • Eine literarische Zeitreise in das römische Reich

    Augustus
    Buchraettin

    Buchraettin

    22. May 2017 um 08:54

    45 v. Chr. Das römische Reich. Julius Cäsar setzt den Sohn Gaius Ocatvius seiner Nichte Atia als seinen Erben ein. Mit diesem Schreiben von Cäsar beginnt das Buch und die Geschichte um den künftigen römischen Kaisers Augustus. Es sind Briefe, Textfragmente, Memoiren. Immer wird gekennzeichnet, aus welcher Zeit sie stammen, ebenso erfährt der Leser wer sie verfasst hat. Es kommen verschiedene Begleiter Augustus zu Wort. Caesar selbst, seine Mörder, Augustus, Begleiter. Als Leser bekomme ich eine Art Rundumblick auf das Geschehen. Ich lese Motive, Intrigen, Ängste, Sehnsüchte. Es enthält viel Wissen, viele verschiedenen Perspektiven, die schon ein genaues Lesen nötig machen. Dinge, die eigentlich im Verborgenen bleiben erlebt der Leser so hautnah mit, durch die Korrespondenz. Es ist ein wenig ungewöhnlich, weil es keine zielgerichtete Erzählweise ist, wie ich es sonst aus Romane kenne, duchr die Einschübe von verschiedenen Texten. Für mich war es auch durchaus anspruchsvoll zu lesen und die Namen der historischen Figuren, fand ich manchmal etwas schwierig. Es ist ein Buch, das sich nicht so weg lesen lässt. Von dem ich manchmal ein paar Tage Lesepause brauchte. Es ist anspruchsvoll, aber es hat mich begeistert. Ich liebe Bücher, die mich dazu verführen ein Sachbuch zum Thema in die Hand zu nehmen und wie hier mich über die Römer zu informieren. Die Sätze sind manchmal etwas bandwurmartig, dann wieder kurz und knapp. Eine Briefe lesen sich sehr anschaulich, andere Texte empfand ich als etwas schwieriger zu lesen. Es braucht aufmerksames Lesen, aber wenn man sich als Leser darauf einstellt, ist es auch ein wahres Lesevergnügen und eine literarische Zeitreise in das römische Reich.Hier hat mir sehr gut gefallen, dass es einen umfassenden Anhang hinten im Buch gibt. Eine Art Zeitleiste, die ich als sehr hilfreich empfand um den zeitlichen Ablauf gut nachvollziehen zu können. Ebenso das Wer war Wer in Rom der damaligen Zeit. Eine Art kleiner Steckbrief erklärt die Personen, ich habe das schon ziemlich zu Beginn des Buches durchgelesen und konnte die Figuren dann auch besser einordnen. Zu der Frage, in wieweit diese Geschichte historische Grundlagen besitzt, beantwortet der Autor diese zu Beginn des Buches in einem Vorwort. Das Buch schließt dann mit einem Nachwort von Daniel Mendelson. Hier hat mir gut gefallen, dass er auf die anderen Bücher des Autors eingeht. Parallelen zieht, Unterschiede aufweist, er analysiert ein wenig und geht auch auf das Leben des Autors ein- für mich eine perfekte Abrundung des Buches. Es braucht aufmerksames Lesen, aber wenn man sich als Leser darauf einstellt, ist es auch ein wahres Lesevergnügen und eine literarische Zeitreise in das römische Reich. Inspiriert den Leser noch ein Sachbuch über das römische Reich zur Hand zu nehmen. 4,5 Sterne

    Mehr
    • 3
  • Die schöne Julia

    Augustus
    Aliknecht

    Aliknecht

    22. April 2017 um 13:36

    Die Umwandlung der Römischen Republik in das kaiserlichen Imperium war eine der bedeutendsten und nicht leicht verständlichen Transformationen der Weltgeschichte. Augustus beendete eine lange Zeit der Bürgerkriege und der Selbstzerfleischung und begründete die Alleinherrschaft, die Caesar vorbereitet hatte. Mit der Pax Augusta wurde die Grundlage für weitere Jahrhunderte stabiler und erfolgreicher römischer Geschichte geschaffen. John Williams beleuchtet und deutet in seinem 1971 erstmals erschienen und nun von Bernhard Robben ins Deutsche übersetzten spannenden Briefroman diese schillernde Epoche. Er lässt Akten, Briefe und private Tagebucheinträge sprechen und erteilt in wechselnder Folge Politikern, Militärs, Dichtern, Historikern ebenso wie Verwandten und Freunden das Wort. Viele haben ihn unterstützt und zahlreich waren seine Gegner. John Williams beginnt mit der Erziehung des jungen Octavius und mit seinen Jugendfreunden Agrippa, Maecenas und Salvidienus Rufus, die ihn über sein ganzes Leben hinweg begleiteten und unterstützten. Durch Caesars Ermordung jäh aus seiner griechischen Studienwelt herausgerissen musste er als Caesars Erbe unvermittelt gegen die politischen Größen seiner Zeit antreten und sich mit ihnen messen. Octavius wurde von den Rivalen unterschätzt. Er umgab sich mit geeigneten Beratern und taktierte sehr geschickt. Es gelang ihm, allmählich die gegnerischen Blöcke zu schwächen und schliesslich die Caesar-Mörder bei Philippi und später Marc Anton und Cleopatra in der Seeschlacht bei Actium militärisch endgültig zu schlagen. In der Wahl seiner Mittel war er nicht zimperlich. Sogar der alte Cicero, der glaubte ihn für seine Ziele einspannen zu können, wurde ermordet und sein Kopf mit den abgeschlagenen Händen wurde auf dem Forum öffentlich ausgestellt. Während seiner langen Regierungszeit sorgte Augustus für Frieden, Stabilität und Wohlstand. Er liess in Rom große Bauten wie etwa das Pantheon ausführen und pflegte Kontakte zu den Dichtern Vergil, Horaz und Ovid. Sein einziges leibliches Kind war Julia, die er abgöttisch liebte. Von ihrer Mutter liess er sich scheiden, um Livia zu heiraten, mit der er eine lange harmonische Beziehung führte und die seine engste Beraterin wurde. Um die Nachfolge zu regeln, verheiratete er Julia zunächst mit Marcellus, dem Sohn seiner Schwester, der aber jung starb. Danach verheiratete er sie mit seinem Freund Agrippa, den er so zum Nachfolger aufbauen wollte. Aber auch dieser starb. Schliesslich zwang er Julia gegen ihren Willen in eine Ehe mit Tiberius, dem Sohn Livias. Die beiden konnten sich nicht ausstehen und die attraktive und lebenslustige Julia flüchtete in amouröse Abenteuer und Skandale bis sie deswegen von Augustus verbannt wurde. Nach seinem Tod wird Tiberius Nachfolger. Es gelingt John Willams hervorragend aus völlig unterschiedlichen Perspektiven den Fortgang dieser weltgeschichtlichen Veränderungen lebendig und plausibel zu illustrieren. Er lässt den Leser auf ganz privates ebenso wie auf große Staatsaktionen blicken. Zeitgenossen aus allen Gesellschaftsschichten kommen zu Wort. Der heimliche Star des Romans ist die schöne Julia und ihre familiäre Tragödie zwischen Staatsraison und privatem Leben. Augustus selbst äussert sich erst am Ende kurz vor seinem Tod in einem langen Monolog. Falls man das Buch gelesen hat und eines Tages im Römisch-Germanischen Museum in Köln vor den Büsten von Augustus und Livia steht, schaut man auf lebendige, individuelle Personen, die der Roman dem Leser nahe gebracht hat. Leider fehlt zu Köln die schöne Julia.  Ausgabe: John Williams Augustus dtv München 2016 deutsche Erstausgabe (gelesen im März 2017)

    Mehr
  • Augustus

    Augustus
    Kleine8310

    Kleine8310

    27. January 2017 um 02:44

    "Augustus" ist ein Roman und das Hauptwerk des Autors John Williams. In diesem Buch berichtet der Autor über den späteren Kaiser Augustus und ich war schon in den Vorschauen des Verlags direkt neugierig auf diese historisch - biographische Geschichte geworden.    In dieser Geschichte geht es um den Protagonisten Octavius. Octavius ist ein sensibler junger Mann der gerne Neues dazulernt und den Wunsch hat Schriftsteller zu werden.    Doch Octavius ist nicht irgendein junger Mann, denn er ist auch der Großneffe und Adoptivsohn von Julius Cäsar. Als dieser ermordet wird, fällt Octavius ein riesiges, politisches Erbe zu. Aber statt sich davon einschüchtern zu lassen, nutzt er seine Willenskraft und seine Intelligenz, um das Römische Reich zu in eine Epoche des Friedens zu führen, in der niemand in seinem Reich einen Mangel leiden muss ... Der Einstieg in dieses Werk ist mir gut gelungen. Die Erzählform ist etwas besonderes, denn der ganze Roman besteht aus fiktiven Briefen, Senatsprotokollen und Erinnerungen, auch von verschiedenen anderen Persönlichkeiten. Diese Art der Erzählung liest sich spannend und abwechslungsreich, auch wenn es manchmal ein bisschen mehr Konzentration erfordert, um jedem Zeitsprung und / oder Erzählerwechsel folgen zu können.  Die Geschichte ist in drei große Abschnitte aufgeteilt. Der erste Abschnitt berichtet vom Aufstieg Octavius' vom Großneffen Julius Cäsars, bis hin zu dem Zeitpunkt, an dem er der Herrscher über das römische Reich wurde. Der zweite Abschnitt beleuchtet das Privatleben des Kaisers und damit auch die familiären Probleme, die mit seiner Macht und dem Stand in der Öffentlichkeit einhergehen.    Der dritte und abschließende Abschnitt bietet eine Art Resumee von Augustus selbst. Dieser Abschnitt war, meiner Meinung nach, der emotionalste des Buches und er hat mir sehr gut gefallen. Während die ersten beiden Teile eher das geschichtliche und Augustus' Entwicklung beschreiben, geht John Williams im dritten Teil deutlicher auf die Gefühle ein. Und in diesem Abschnitt gibt es auch mehreres was zum Nachdenken anregt.  Der Spannungsbogen wurde in diesem Buch sehr gut gehalten und ich war über weite Strecken total von der Geschichte gefesselt! Die Mischung aus Fakten und Fiktion ist wirklich toll gelungen und ich habe das Lesen des Buches richtig genossen! Positiv:  * abwechslungsreiche Inhalte * gut gehaltener Spannungsbogen * toll ausgearbeitete Charaktere Negativ:  * manchmal waren mir die Zeitsprünge und Erzählerwechsel etwas zu abrupt "Augustus" ist ein tolles Werk, welches eine gelungene Mischung aus Fakten, Spannung, Fiktion und Emotionen bietet! Lesenswert!  

    Mehr
  • Ein grandioser Brief-Roman und mein letztes Highlight des Jahres 2016!

    Augustus
    Insider2199

    Insider2199

    Ein grandioser Brief-Roman und mein letztes Highlight des Jahres 2016! Der 1922 in Clarksville, Texas geborene Autor war während des 2. Weltkriegs Mitglied beim Army Air Corps. In dieser Zeit arbeitete er auch an seinem ersten Buch, das nach dem Krieg publiziert wurde. Später war er als Dozent an der Universität in Denver tätig. Zudem gründete er die Literaturzeitschrift "Denver Quarterly". Für den vorliegenden Roman, der 1972 erschien, wurde er 1973 mit dem National Book Award ausgezeichnet. Zum Inhalt (Klappentext): Octavius ist neunzehn, sensibel und wissbegierig. Er will Schriftsteller und Gelehrter werden. Doch als Großneffe und Adoptivsohn Julius Cäsars fällt ihm nach dessen Ermordung ein gewaltiges politisches Erbe zu. Seine Mutter Atia warnt ihn eindringlich davor, es anzunehmen. Doch ihm, der von schwächlicher Konstitution aber enormer Willenskraft ist, wird es durch Glück, List, Intelligenz und Entschlossenheit gelingen, das riesige Römische Reich in eine Epoche des Wohlstands und Friedens zu führen. Meine Meinung: Ich muss zugeben, dass ich für dieses Werk zwei Anläufe gebraucht habe. Beim ersten Anlauf kam ich nicht weit, danach entschloss ich mich, mir zuerst im Internet einen Überblick über Augustus’ Leben zu verschaffen – im Anhang befindet sich ebenfalls eine Zeittafel und ein „Who’s Who im alten Rom“. Im Anschluss daran kam ich sehr gut ins Geschehen und gewöhnte mich schnell an die Briefform des Romans. Es gibt sowohl eher langweilige und zähe als auch sehr ansprechende und unterhaltsame Briefe. Am besten gefielen mir die Tagebuch-Eintragungen von Julia, Augustus’ Tochter. Diese waren sehr bewegend, weil anschaulich wurde, wie viel sie im Leben opfern musste, nur weil sie die Tochter eines römischen Kaisers war. Der Schluss, bei dem Augustus in dem längsten Brief des Romans endlich selbst zu Wort kommt, entschädigt für alle kleineren Durststrecken zuvor und hat mich zutiefst beeindruckt, weil er in grandioser Weise das Thema des Buches veranschaulicht: "Die Wandelbarkeit des einstigen «Ichs« – genau hier liegt die versteckte Verwandtschaft zwischen Augustus und den Protagonisten der beiden früheren Romane ["Butcher's Crossing" und "Stoner"]. Die Art und Weise, wie Umstände und Zufälle unser Selbst für immer verändern, gehört zu den zentralen Themen von Williams' Werk." (Zitat Nachwort) Sprachlich ist der Roman sehr anspruchsvoll, dennoch leicht verständlich – obwohl die Sprache dem alten Rom natürlich angepasst ist – und trotz (oder gerade wegen) besonders langer, komplexer Sätze ein absoluter Lesegenuss. Ich habe oft ganze Passagen mehrmals gelesen, einfach weil John Williams so gut schreiben kann und die Sätze förmlich auf der Zunge zergehen. Anbei meine Lieblingsstelle, die den sprachlichen Stil verdeutlicht:„Der junge Mann, der die Zukunft nicht kennt, hält das Leben für eine Art episches Abenteuer, eine Odyssee über fremde Meere und unbekannte Inseln, auf der er seine Kraft erproben und beweisen kann, um so seine Unsterblichkeit zu entdecken. Der Mann der mittleren Jahre, der die einst erträumte Zukunft lebt, hält das Leben für eine Tragödie, musste er doch erfahren, dass seine Macht, wie groß sie auch sein mag, keinen Bestand gegen die Mächte von Zufall und Natur hat, denen er die Namen von Göttern gab, und er musste erfahren, dass er sterblich ist. Der alte Mann jedoch wird, spielt er die ihm zugewiesene Rolle, einsehen müssen, dass das Leben eine Komödie ist. Denn seine Triumphe und sein Scheitern verschmelzen, das eine bietet ebenso wenig Anlass zu Stolz oder Scham wie das andere; und er ist weder der Held, der sich gegen diese Mächte beweist, noch jener, der von ihnen vernichtet wird. Wie jede armselige, bedauernswerte Hülle eines Schauspielers lernt er einzusehen, dass er so viele Rollen gespielt hat, dass es ein Selbst gar nicht mehr gibt.“ Und zum Schluss noch ein Auszug aus dem sehr interessanten Nachwort:„Der Roman hat zwei Teile. Im ersten wird Augustus’ legendärer und triumphaler Aufstieg an die Macht beschrieben, während der zweite, mit Julias Tagebucheinträgen im Mittelpunkt, den Zerfall der Familie und den Verlust der persönlichen Zufriedenheit beschreibt. Dieser Niedergang ist vor allem eine Folge von Machenschaften, mit denen Augustus versucht hatte, die Macht mit Hilfe von (am Ende falsch eingeschätzten) strategischen Eheschließungen zu erhalten. Das zentrale Thema im ersten Teil ist der Erfolg in der öffentlichen und politischen Sphäre, im zweiten ist es das Scheitern in der Privatsphäre und auf der persönlich-emotionalen Ebene. Wobei Williams nahelegt, dass Letzteres vermutlich der Preis für Ersteres ist.“ Fazit: Ein grandioser Brief-Roman und mein letztes Highlight des Jahres 2016! Aus vielen Perspektiven wird uns das Leben von Cäsar Augustus näher gebracht und am Schluss kommt er selbst zu Wort. Dabei wird deutlich, dass er viele Dinge anders erlebt hat als sein Umfeld und der Leser somit das Bild über ihn revidieren muss. Ein sprachlich ausgefeilter Roman, der zu Recht den National Book Award gewonnen hat! Absolute Leseempfehlung auch an jene Leser, die das antike Rom oder Augustus nicht interessieren mag.

    Mehr
    • 7
  • Ein toller Briefroman

    Augustus
    leserattebremen

    leserattebremen

    31. December 2016 um 13:18

    Als Julius Cäsar 44 v. Chr. ermordet wird, ist Gaius Octavius noch ein junger Mann und ein fast unbekannter Neffe des berühmten Julius Cäsar. Doch nach dessen Tod macht er sich auf den Weg aus Appollonia, wo er zur Ausbildung war, nach Rom, um dessen Erbe anzutreten. Bis er zum berühmten Kaiser Augustus werden soll, liegt da noch ein langer Weg vor ihm, der ihn auf viele Menschen treffen lässt, Freunde genauso wie Feinde. John Williams beschreibt in seinem Roman „Augustus“ das Leben dieser faszinierenden Persönlichkeit nicht als fortlaufende Erzählung, sondern in Briefen und Tagebucheinträgen von Menschen, die ihn kennen oder von ihm gehört haben. Durch diese Berichte erfährt der Leser viel über Augustus, jedoch ausschließlich von Außen und nicht von Augustus selbst. Doch die völlig unterschiedliche Darstellung von Familie, Freunden und Feinden in diesen fiktiven Dokumenten zeigt sehr gut die Streitbarkeit und Widersprüchlichkeit der Figur des Kaiser Augustus. Und gleichzeitig macht dieser Stil das Besondere an diesem Roman aus, man möchte die Hauptfigur Augustus die ganze Zeit genauer fassen, doch bleibt er in den Dokumenten eben immer nur aus Sicht der anderen im Mittelpunkt. Erst ganz am Schluss lässt Williams Augustus zu Wort kommen und vieles noch einmal aus seiner Sicht zusammenfassen. Dies rundet den Roman perfekt ab und als Leser bleibt man so bis zum Schluss gefesselt bei der Lektüre.Mir hat „Augustus“ von John Williams ausgesprochen gut gefallen, besonders die Idee, einen historischen Stoff als Briefroman mit fiktiven Dokumenten zu schaffen, fand ich großartig. Wer sich für tiefer gehende und ernsthafte historische Roman interessiert, ist bei John Williams Roman „Augustus“ garantiert an der richtigen Adresse. 

    Mehr
    • 2
  • Challenge Historische Romane 2016

    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

    Hallo Freunde der Historischen Romane! Unsere Challenge findet auch im Jahre 2016 statt. Mit neuen Kategorien und neuen Regeln. In diesem Jahr müssen  20 Bücher gelesen werden. Es gibt noch ein paar andere Änderungen. Am Ende des Jahres wird ein Bücherpaket verlost. Es gelten folgende Regeln: Ablauf:  Du kannst dich unten mit einem Kommentar anmelden. Erstellt bitte einen Sammelbeitrag, in dem ihr euere Rezensionen sammelt. Ich werde daraufhin eine Teilnehmerliste führen. Dann habe ich einen Überblick. 15 Bücher müssen rezensiert werden. 5 dürfen mit einem Leserkommentar bewertet werden. Es zählen nur rezensierte Bücher oder die 5 mit Leserkommentar. Auch dieses Jahr wird es  wieder Kategorien geben. Ich gebe euch 8 Kategorien und ihr müsst daraus die Hälfte lesen. Den Rest dürft ihr frei wählen. In jeder Kategorie max. 2 Bücher. Zeitspanne: 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016 Mindestzahl Bücher:  20 Bücher müssen gelesen werden. Du kannst jederzeit einsteigen oder dich wieder abmelden. Du verpflichtest dich nicht fix. Die Challenge soll Spass machen! KATEGORIEN Historische Auswanderer-Romane: Auf vielfachen Wunsch wurden Siedler-Romane gewünscht. Ich habe den Begriff "Historische Auswanderer Romane" gefunden. Kaiserreiche /Königsreiche: Alle Romane über die Kaiser- und Königsreiche der Vergangenheit sind hier gefragt. Es gibt genügend Auswahl.  Mittelalter: bezeichnet in der europäischen Geschichte die Epoche zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit (ca. 6. bis 15. Jahrhundert) Historische Personen: Keine Biografien. Sondern fiktionale Romane über historische Personen. Z.B. Tanja Langer, die ein Buch über Heinrich Kleists Selbstmord geschrieben hat. Historische Krimis: Kriminalromane bis zirka zum 2. Weltkrieg. Danach sind es für mich keine Historische Krimis mehr. 1. und 2. Weltkrieg: Romane, die sich im Umfeld der beiden Weltkriege bewegen. Historische Ereignisse: Romane, die sich im Umfeld von Historischen Ereignissen spielen. Zum Beispiel Russische Revolution, Französische Revolution, Franco-Ära etc... Glauben: Es gibt unzählige Romane über die Katholische Kirche (Papst), die Reformation und andere Glaubenskriege. 10 Bücher aus diesen Kategorien müssen gelesen werden. Ich freue mich auf zahlreiche Teilnehmer und einen regen Austausch! Teilnehmerliste: Gesamt: anne_lay   20/20anushka    20/20 ban-aislingeach    8/20 Bellis-Perennis  90/20 Buchraettin    20/20ChattysBuecherblog  22/20Curin    2/20 DieBerta       0/20 engineerwife    27/20Filzblume   16/20 Finesty22   0/20 Floh      41/20 Fornika  21/20Ginevra    20/20 histeriker   21/20Insider2199  6/20 JuliB      7/20 Kirschbluetensommer    20/20 LadySamira091062      1/20Lese_gerne  15/20 leseratteneu    0/20 LibriHolly     5/20mabuerle   42/20 PMelittaM    20/20 Pucki60      15/20 Rissa    2/20 robberta        3/20 specialang   3/20 sursulapitschi     20/20Sternenstaubfee   36/20Svanvithe    0/20 tiggger  2/20Traubenbaer 4/20 werderaner  14/20 Historische Auswanderer-Romane: anne_lay 2/2anushka   1/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 0/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  1/2 Ginevra  0/2 histeriker    0/2 Insider2199 2/2 JuliB       2/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne  2/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle   2/2 PMelittaM   1/2 Pucki60    2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi     2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 1/2 werderaner  0/2Kaiserreiche / Königreiche: anne_lay 1/2anushka    2/2 ban-aislingeach   2/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    0/2 ChattysBuecherblog 1/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    1/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199   0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      1/2 Lese_gerne 1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle  2/2 PMelittaM  2/2 Pucki60     1 /2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    1/2 sursulapitschi      0/2Sternenstaubfee    0/2Svanvithe    0/2tiggger  0/2Traubenbaer 0/2 werderaner  2/2 Mittelalter: anne_lay 2/2anushka    2/2 ban-aislingeach    1/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin   2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2Insider2199 0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 0/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly    1/2mabuerle  2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60     1/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  2/2Traubenbaer 1/2 werderaner  1/2 Historische Personen: anne_lay 2/2anushka    2/2 ban-aislingeach    2/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin   2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife   2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199 1/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM   2/2 Pucki60      2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe     0/2 tiggger  4/2Traubenbaer 1/2 werderaner  0/2 Historische Krimis: anne_lay 2/2anushka   1/2 ban-aislingeach    1/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199 0/2 JuliB      2/2 Kirschbluetensommer     1/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 2/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60      2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    1/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2tiggger  0/2Trauenbenbaer 0/2 werderaner  2/2 1. und 2. Weltkrieg: anne_lay 0/2anushka    2/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    1/2 ChattysBuecherblog  0/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  0/2histeriker    2/2Insider2199 1/2 JuliB       1/2 Kirschbluetensommer     0/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 0/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM    1/2 Pucki60      0/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  1/2Traubenbaer 0/2 werderaner  1/2 Historische Ereignisse: anne_lay   2/2anushka    0/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perenni  2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    1/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  1/2 Ginevra 1/2 histeriker    0/2 Insider2199 1/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     1/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 1/2leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle  2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60      2/2 Rissa    1/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      1/2Sternenstaubfee   0/2Svanvithe   0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 1/2 werderaner  1/2 Glauben: anne_lay 2/2anushka    0/2 ban-aislingeach    2/2 Bellis-Perenni  2/2 Buchraettin    0/2 ChattysBuecherblog 1/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    0/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  0/2 Ginevra  2/2 histeriker    0/2 Insider 21099 0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne   1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle   2/2 PMelittaM    1/2 Pucki60      0/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      0/2Sternenstaubfee   0/2Svanvithe    0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 0/2 werderaner  0/2

    Mehr
    • 779
  • Vielleicht zu lange durchgehalten

    Augustus
    Bibliomania

    Bibliomania

    30. December 2016 um 10:24

    Augustus war ein großer Mann. Dieses Buch sollte mir sein Leben ein wenig deutlicher vor Augen führen und ich hatte mich darauf gefreut. Ich wusste, dass es in Briefform geschrieben ist, aber was dann kam, war einfach nur verwirrend.John Williams springt nicht nur in den einzelnen Briefen zwischen den Personen hin und her, sondern auch noch zwischen den Zeiten und das ohne jede Chronologie. Ich habe von anderen gehört, sie fänden es "unlesbar". So drastisch würde ich es nicht ausdrücken wollen, aber es ist ziemlich durcheinander. Ein Brief von einem Freund eines Feindes Augustus' im Jahre 18 n. Chr., der nächste von einem Freund an einen anderen Freund 32 v. Chr., gerne auch gleiche Namen für andere Personen, und verschiedene Namen für Augustus. Ich habe bis S. 300 durchgehalten, aber dann doch abgebrochen, es tat mir irgendwie in der Seele weh...

    Mehr
    • 2
  • Ein MUSS für Geschichtsfans

    Augustus
    Gwhynwhyfar

    Gwhynwhyfar

    14. December 2016 um 12:34

    »Das Testament wurde öffentlich gemacht, und es ernennt Dich zu Cäsars Sohn und Erben. Ich weiß, Dein erster Impuls wird sein, beides anzunehmen, den Namen und das Vermögen, aber deine Mutter fleht dich an zu warten, zu überlegen und abzuschätzen, in welche Welt Dich das Testament Deines Onkels einlädt. Es ist nicht die schlichte Welt von Velletri, diesem Ort auf dem Land, in dem Du Deine Kindheit verbracht hast, (…). Dies ist die Welt Roms, in der niemand Feind noch Freund kennt, in der Freizügigkeit stärker als Tugend bewundert wird und Prinzipien nur den Eigennutz dienen.«Der dritte Roman von John Williams und der leider der letzte. Denn der Schriftsteller ist längst verstorben, und der Erfolg gebührt ihm post mortem. Drei Romane, drei Genre, drei hervorragende Bücher. Mit Augustus ist Williams ein besonderer Roman geglückt, so etwas wie eine Quellensammlung, zusammengefügt zu einer Biografie. Briefe und Befehle vom Kaiser selbst, Briefe von wichtigen Persönlichkeiten und das Tagebuch der Julia, des Kaisers Tochter. Alle Unterlagen sind fiktiv. Aber beim Leser entsteht das Gefühl, einer Zusammenstellung echter Quellen zu folgen. Der junge Gaius Octavius, Oktavian genannt, neunzehn Jahre alt, von seinem Onkel Julius Cäsar adoptiert, wird in die Schlacht geschickt. Er ist intelligent, wurde von den besten Lehrern ausgebildet, fern ab vom intriegenreichen Rom. Sein Ziel ist die Wis-senschaft und die Dichtkunst. Nach der Ermordung Cäsars steht er vor der Wahl, das Erbe des Onkels anzunehmen oder zu verzichten. Freunde und Familie raten ihm ab-zulehnen, nicht in das Schangennest Rom zu reisen, fürchteten, er würde es nicht überleben. Doch es kommt anders. Mit Mut und Geschicklichkeit übernimmt Octavius die Regierungsgeschäfte, trotzt aller Intrigen. Er muss sich durch eine Schlacht die Stel-lung erkämpfen, besiegt Marcus Antonius und zieht in Rom ein, dass sich ihm ver-weigert. Skrupellos reißt er die Macht an sich, lässt seine Gegner töten, rächt sich an allen, die an dem Komplott gegen Cäsar beteiligt waren. Zunächst verbündet sich Octavius mit Mark Anton und Marcus Aemilius Lepidus, entledigt sich danach der Konkurrenten. Einen schickt er ins Exil, Mark Anton und Kleopatra wählen den Freitod. Augustus, der Erhabene, nennt man Octavius später. 8 v. Ch. wird der Monat Sextilis ihm zu Ehren in Augustus umbenannt (der siebte Monat war Julius Cäsar gewidmet, Julius), 2 v. Ch. verleiht ihm der Senat den Titel pater patriae, Vater des Vaterlands. Augustus selbst bezeichnet sich als den einsamsten Menschen im Reich, denn er kann niemandem trauen. Mit Geschick und Diplomatie führte Kaiser Augustus das Römische Reich zu Frieden und Wohlstand, änderte die Staatsverfassung, stellte Recht und Ordnung in Rom wieder her, eine Epoche von Dichtern und Denkern an seiner Seite, Cicero, Ovid, Marcus Agrippa, Horaz, Vergil, Homer, um nur einige Namen zu nennen. Octavius Liebe galt in erster Linie Rom. Seine Tochter Julia verheiratete er, mehrfach zum Zweck von Rom, stets gegen ihren Willen. Sie funktionierte, denn sie war die Tochter des Kaisers und es bedeutete Macht, die sie großzügig ausnutzte. »Ich war des Kaisers Tochter. Ich war auch die Frau von Marcus Agrippa, meines Vaters Freund, zuallererst aber war ich die Tochter des Kaisers. Man ging gemeinhin davon aus, dass meine Pflicht vor allem Rom galt. ... Im Jahr des Konsulats von Tiberius Claudius Nero, Livia Sohn und Ehemann von Vipsania, der Tochter meines Mannes, fuhr ich wieder nach Rom. Ich war fünfundzwanzig Jahre alt. Ich, die eine Göttin gewesen war, kehrte zurück als einfach Frau und verbittert.«Julias Tagebuchaufzeichnungen, Erinnerungen, Senatsprotokolle, Briefe von Freund und Feind, von Augustus selbst, zeigen den Aufstieg eines naiven Jünglings zu einem großen Kaiser. Kriege, Machtspiele, Intrigen, Aufstände, Rückschläge, Entscheidungen, Beschlüsse auf Basis von Logik, die das Herz quälen. Augustus entschied immer für Rom, egal, was er dafür opfern musste. Macht bedeutet Disziplin, Verzicht und Härte, etwas, das der junge Oktavian schnell lernt.»Ich habe die Gesetze des Reiches so kodifiziert, dass selbst Provinzbewohner einigermaßen sicher vor gieriger Korruption und tyrannischer Macht leben können; und ich habe den Staat gegen die brutalen Übergriffe ehrgeizigen Machtstrebens geschützt.«Nach Agrippa Tod wurde Julia von ihrem Vater mit Tiberius Claudius Nero verheiratet, dem Ehemann, den sie abgrundtief hasste. Wieder ein Schachzug, der Augustus half, an der Macht zu bleiben. Nero wird ihm als Kaiser folgen.Wenn jemand glaubt, hier handelt es sich ausschließlich um historische Fakten, langweilig zusammengestellt, dann kennt er John Williams nicht. Eingestreute Klatschbriefe, heimliche intrigante Depeschen, diverse Mordkomplotte eingeschlossen, machen aus dem Roman eine spannende Lektüre. Brutus schreibt dem Cicero, Ovid dichtet, Marcs Antonius berichtet dem Octavian, Cleopatra rebelliert, Philipp von Athen tauscht sich mit Seneca Episteln aus.Die Texte klingen wie zusammengestellte Quellen, da Williams es schafft, stilistisch die Sprache der Antike einzufangen und eben auch die damals gängige Briefform wählte. Dichter und Epen fließen ein, auch eine gängige Art, Zeitgeschichte zu formulieren. Ob treue Freunde oder erbitterte Feinde, Taktierer, offene, hinterhältige und schlicht lästernde Zeitgenossen, Williams lässt sie zu Wort kommen. Die Mischung von Historie und Intrigen, die Mischung aus Quellen und Fiktion machen aus diesem Buch eine spannende Lektüre. Als Leser fühlt man sich erhaben, denn man weiß mehr, als der Kaiser selbst. Ein feiner Schachzug von Williams, den Leser mitdenken zu lassen.Augusts steht in der Geschichtsschreibung unklar da. Er brachte Rom und den Provinzen Frieden und Reichtum. Wie er von sich selbst sagt, erschuf er aus dem Rom unter Ziegeln ein Rom aus Marmor. Er löste jedoch die Republik auf, die in völlige Korruption verfallen war, riss die Macht an sich, krönte sich zum Despoten, regierte machtbesessen und teilweise grausam. Auf der anderen Seite regierte er klug und be-sonnen. Viermal verheiratet und dreimal geschieden zum politischen Zweck, die einzige Tochter Rom geopfert. Tacitus war sein größter Kritiker. Der Leser mag am Ende des Romans Augustus verehren. War er trotz aller Härte, ein guter Mann? Bitte lieber Leser, am Ende aufwachen, der Roman fängt uns ein, aber es ist Fiction. Die Wahrheit bleibt uns verborgen, auch wenn Williams den historischen Quellen gefolgt ist. Mir Sicherheit steht eins fest: Augustus war ein facettenreicher, interessanter Mann, Geschichtsfans sollten sich diesen Roman nicht entgehen lassen.

    Mehr
  • Augustus

    Augustus
    FrauJott

    FrauJott

    21. November 2016 um 12:43

    Der Roman "Augustus" von John Williams führt den Leser hinein in das römische Reich vergangener Tage, in die Zeit des Umbruchs nach Julius Caesars Ermordung an den Iden des März. Sein Adoptivsohn Augustus ist Hauptfigur dieses großartigen Romans. In Briefwechseln, Senatanweisungen und biographischen Schriften wird das Leben des bekannten Mannes mosaikartig erzählt. Verschiedene Briefeschreiber beleuchten die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen Augustus gesehen wird. Cleopatra, Marcus Antonius, Brutus, Feinde und Weggefährten des Augustus wissen aus ihrer Sicht die Taten des Staatsmannes zu beschreiben. Dabei heraus kommt ein vielschichtiges Bild zutage. Beidem Roman handelt es sich um einen fiktiven Roman, keine wissenschaftlich gesicherte Biographie, das sollte beim Lesen beachtet werden, denn es gerät schnell aus dem Sinn. Ein toller Roman!

    Mehr
  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

    Mehr
    • 2951
  • Hervorragend zu lesender Briefroman

    Augustus
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    25. October 2016 um 14:44

    Hervorragend zu lesender BriefromanEine besondere Form im Stil wählte John Williams 1972, als er diesen biographischen Roman über Gaius Octavian, nach der Adoption durch seinen (da schon ermordeten) Großonkel Julius Caesar mit dem Beinamen „Caesar“ ergänzt und, nach Befriedung des Reiches als „Augustus“ (der Erwählte) bekannt.Im Nachgang der Geschichte der maßgebliche römische Kaiser mit der längsten Regierungszeit, der größten Spanne von Frieden im Inneren, ein „guter und gütiger“ Herrscher in späteren Tagen, aber ein harter, durchgreifender Mann in der Phase er Eroberung und Festigung der Macht.„Zu viele Caesaren tun nicht gut“, dies die lapidare Äußerung, als er Caesarion, den Sohn Cleopatras und seines Adoptivvaters Julius Caesar ermorden ließ. „Über Leichen zu gehen“ war nicht nur notwendiges Übel, sondern wurde kaum weiter bedacht. Ebenso, wie Octacian ungerührt von Plünderung, Ermordung und Vergewaltigung durch seine Soldaten die Stadt betritt um Lepidus ohne große Anstrengung als Rivalen zur Seit zu schieben (nach dessen Sieg über Pompeius Legionen).Ein Charakter, der sich bereits in den Augen seiner Zeitgenossen einer klaren Deutung entzog. Was Williams in der Anlage seines Romans kongenial verdeutlicht.Viele, meist historische Personen tragen durch ihre (fiktiven= Briefe aneinander, an andere, durch zitierte Befehle und Aushänge ihre Sicht der Dinge bei, folgen dem chronologischen Aufbaus des Romans je aus ihrer eigenen Sicht und schildern so das Wesend es Augustus, seine Kämpfe zu Beginn gegen die Verräter an Julius Caesar (falls dies nicht nur ein immer wieder laut vorgeschobener Grund allein im Blick auf die eigene Machtsteigerung und -Sicherung war) bis hin zum Jahre 31 v. C. mit dem Sieg gegen Marcus Antonius bei Actium.Wobei Williams sein Werk in zwei inhaltliche Hauptteile anlegt. Zum einen der „Machtmensch“ Augustus. Die Intrigen, Strategien, der Versuch vieler, die Macht nach Caesars Tod an sich zu reißen und, im späteren Verlauf, der Herrscher, der die privaten Dinge auch als Belastung erlebt, Das Scheitern auf der privaten und der persönlich - emotionalen Ebene, das vielleicht nichts anderes war, als der Preis für die Macht, wie im Nachwort dargelegt wird.Die eigene Tochter zu verbannen aufgrund der eigenen, strikten Sittengesetze setzt damit fort, was auch im ersten Teil der Machtergreifung im Raum stand. Einen der ältesten Freunde aus der Freundschaft und den Ämtern entlassen zu müssen (wohlwissend, dass für einen ehrbaren Römer der Tod von eigener Hand die einzig denkbare Konsequenz aus diesem sein kann), den alten Cicero, der ihm durchaus nicht unsympathisch war, erschlagen zu lassen. Radikal, konsequent, ohne Zögern und in aller Härte geht Octavian gegen seine Gegner vor. Klug ist er, er weiß immer, woher Gefahr droht und wie er dieser begegnen kann.Allerdings, und das arbeitet Williams ebenfalls wunderbar griffig heraus, nicht aus nur eigenem Machtstreben oder Ehrgeiz heraus, sondern weil Augustus tatsächlich ein größeres Ziel verfolgt. Rom zu festigen, die äußeren Feinde niederzuringen und in die Schranken zu weisen, das innere Konkurrenz- und Machtstreben in enge Bahnen zu lenken.14 n.C. stirbt Augustus, der eine selbst verfasste Biographie hinterlässt. Der allerdings nicht unbedingt zu trauen ist, da sie als politische Propaganda vor allem gedacht und verfasst wurde. Dennoch ist es einer der Höhepunkte des Werkes, im letzten Kapitel Augustus erst- und letztmalig im Roman selbst zu Wort kommen zu lassen und in einer Mischung aus fiktivem Brief des Augustus uns Teilen seiner Autobiographie den Mann sein Leben betrachten zu lassen. Nicht mit Hochmut und Stoltz, sondern mit einer gewissen Genugtuung, aber auch Qual über das persönliche Erleben in all diesen Jahren.Rundum eine sehr lesenswerte Lektüre.

    Mehr
    • 2
  • ‚An dieser Tatsache ist nicht zu rütteln.‘

    Augustus
    sabatayn76

    sabatayn76

    14. October 2016 um 14:34

    Inhalt: In ‚Augustus‘ erzählt John Williams in Form eines Briefromans vom Tod Julius Cäsars, von Octavius‘ Aufstieg, seiner Regentschaft als Cäsar Augustus, seinen Erfolgen und Siegen. Williams‘ Briefroman ist dabei angelehnt an historische Begebenheiten und Überlieferungen, doch hat der Autor bestimmte Sachverhalte bewusst verändert, Ortsnamen modernisiert, Sätze aus Briefen paraphrasiert etc. Mein Eindruck:Ich habe ‚Stoner‘ und ‚Butcher‘s Crossing‘ mit großer Begeisterung gelesen und mich demnach sehr auf die Lektüre von ‚Augustus‘ gefreut. Leider habe ich zum Buch nur schwer Zugang gefunden, was vor allem der Form als Briefroman geschuldet sein mag, denn dieser Stil liegt mir generell nicht. Da ich den Autor sehr schätze, wollte ich den Roman dennoch gerne lesen. Man muss sich in das Buch ein bisschen einlesen, denn die Sprache ist ungewöhnlich, und es tauchen jede Menge Namen auf. Allerdings ist der Einstieg ins Buch so packend geschrieben, dass es mir nicht schwer gefallen ist, Geduld zu zeigen. Die Zeittafel und das Personenregister am Ende des Buches helfen zudem sehr bei der Orientierung, so dass ich anfangs viel geblättert und nachgeschlagen habe, wer wer ist. Im Verlauf empfand ich den Briefroman jedoch eher anstrengend zu lesen, und die anfängliche Begeisterung wurde mehr und mehr getrübt. Dabei empfand ich den Roman als sprachlich anspruchsvoll und gelungen, inhaltlich als spannend - dennoch ist der Funke bei mir nicht übergesprungen. Mein Resümee: Ich bin mir sehr sicher, dass ich ‚Augustus‘ eines Tages nochmals lesen werde, da ich den Autor sehr schätze, und ich glaube, dass es für mich vielleicht einfach nicht die richtige Zeit für das Buch war.

    Mehr
  • Von Gudden und Ludwig II.

    Der Psychiater des Königs: Bernhard von Gudden und seine Zeit
    mabuerele

    mabuerele

    „...Wir haben nur gerade daran gedacht, welch ausgezeichneter Schwimmer der bayrische König gewesen ist...“ Der Psychiater Bernhard von Gudden ist zu einem Kontrollbesuch auf Schloss Fürstenried. Dort lebt seine Königliche Hoheit Otto von Wittelsbach. Von Gudden ist Leiter der Kreisirrenanstalt in Oberbayern. Diese Stelle erhielt er, als er Ottos Behandlung übernahm. Am 14. April des Jahres 1886 erhält Professor von Gudden den Besuch eines Unbekannten in der Kreisirrenanstalt. Dieser spricht über eine mögliche psychische Krankheit des Königs Ludwig II. von Bayern und konfrontiert von Gudden mit seiner Vergangenheit, speziell seinen Aktivitäten im Jahre 1848. Es deutet sich eine Erpressung an. Der Autor hat einen historisch gut recherchierten und fundierten Roman über die letzten Wochen im Leben des bayrischen Königs Ludwig II. geschrieben. Allerdings steht im Mittelpunkt der Handlung weniger der König, sondern mehr sein Psychiater von Gudden. Der Autor selbst bezeichnet das Buch als romanhafte Biografie. Das ist zutreffend. Die Geschichte lässt sich gut lesen. Die Personen sind ausreichend charakterisiert. Das betrifft insbesondere von Gudden, der seiner Zeit weit voraus war und die psychiatrische Behandlung revolutioniert hat. Eine besondere Rolle spielt auch Baronin Spera von Truchseß. Sie war in der Irrenanstalt untergebracht, konnte aber fliehen. Sie hat das Mordkomplott gegen den König vorausgesagt und den Widerstand organisiert. Gleichzeitig war krankhaft sie auf den König fixiert. Sie träumte von einem Zusammenleben. Dem Autor ist es gelungen, die komplexen Vorgänge um die Entmündigung von Ludwig II. und seinen Tod aus verschiedener Sicht zu betrachten. Er zeigt insbesondere die Rolle verschiedener Minister auf, beleuchtet die Beziehungen zu Bismarck und fügt die Aktivitäten von Kaiserin Elisabeth ein. Obiges Zitat stammt von ihr, nachdem man ihr vom Tode des Cousins durch Ertrinken berichtet hat. Der Sprachstil ist in großen Teilen sachlich. Trotzdem gibt es sehr gefühlvolle Stellen. Die finden sich vor allem in den Rückblenden zu von Guddens Vergangenheit. Gut gestaltete Dialoge ermöglichen einen Einblick in die politischen Zusammenhänge. Besonders die Gespräche von Ludwig II. Und von Gudden geschehen auf Augenhöhe und thematisieren den Einfluss Preußens auf die Geschehnisse. Originaldokumente, so Auszüge aus dem Gutachten von Guddens oder Zeitungsausschnitte werden kursiv eingefügt. Das Handlungsorte werden gut beschrieben. Ausführlich geht der Autor auf die Behandlungsmethoden des Psychiaters ein. Im Nachwort trennt der Autor Fakten von Fiktion. Ein Verzeichnis historischer Personen und ein Glossar ergänzen das Buch. Das in Grau gehaltene Cover mit den Köpfen von Ludwig II. und von Gudden vor dem Schloss passt zur Handlung. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Auf spannende und detaillierte Weise wird der Staatsstreich gegen Ludwig II. erzählt und die Folgen für Bayern angedeutet.

    Mehr
    • 6
  • Das antike Rom, viele Interpreten und eine sagenhafte biografische Ausarbeitung! Bemerkenswert!

    Augustus
    Floh

    Floh

    28. August 2016 um 04:57

    Der Autor John Williams selbst könnte Geschichte schreiben. Wenn man sich mit seiner Vita und seinen Literaturwelterfolgen befasst, wird man so einiges auch über den Autor selbst und seinem Umfeld erfahren. Der exzellente John Williams hat eine besondere Weltanschauung und einen besonderen Blick auf die Menschheit und der Frage danach, was es überhaupt heißt, Mensch zu sein. Mit seinem neuesten Werk „Augustus“, welches posthum nun nach „Stoner“ und „Butcher´s Crossing“ für Gesprächsstoff und Furore sorgen soll, findet man einen auf wahren Säulen beruhenden und äußerst authentischen und glatten historischen Roman, der den Lesern das Leben und Wirken des Adoptivsohnes von Julius Cäsar Gaius Octavius, später Kaiser Augustus, nahe bringen soll und in brillante und schillernde Worte kleidet. Eine frühe geschichtliche Epoche des antiken Roms mit all seinen Schönheiten, aber vor allem auch mit all seinen Tücken, Intrigen, Machenschaften und Freveln. Leser, denen „Stoner“ und / oder „Butcher´s Crossing“ prägend in Erinnerung blieb, und die an dem Stil und der Sprache des Autors etwas Besonderes finden konnten, diese Leser können sich nun in „Augustus“ auf einen fundierten, gut recherchierten und ehrlichen historischen Roman freuen, der das ein oder andere Ereignis in ganz neuem Glanze zeigt. Antike Geschichte in jeder Zeile, wunderbar in einer fesselnden und sagenhaften Handlung verwoben. „Augustus“ erzählt authentisch, unglaublich intensiv und sehr fundiert vom damaligen Leben und den Umsturzplänen des Kaiserreichs, des Adels, der Obrigkeit und der Kirche. Diese Unruhe veranlasst so manchen Bürger und Bauern zu ganz gewitzten Taten… Erschienen im dtv Verlag (https://www.dtv.de/)Inhalt:„Octavius ist neunzehn, sensibel, wissbegierig, und er will Schriftsteller und Gelehrter werden. Doch als Großneffe und Adoptivsohn Julius Cäsars fällt ihm nach dessen Ermordung ein gewaltiges politisches Erbe zu: Ihm, der von schwächlicher Konstitution aber enormer Willenskraft ist, wird es durch Glück, List, Intelligenz und Entschlossenheit gelingen, das riesige Römische Reich in eine Epoche des Wohlstands und Friedens zu führen.“Handlung / darum geht´s:Den Inhalt oder den Plot in wenigen Worten zusammenzutragen fällt mir hier besonders schwer, da der Roman eine ausgefeilte Chronologie in biografischer, sowie epochaler Form besitzt, die sich im Leben und Wirken des werdenden Kaisers und Imperators Caius Octavius, später Augustus, in seiner Ausgefeiltheit und Tiefe nicht kürzen lässt. Der begnadete, leider verstorbene Weltliteraturautor John Williams, zeigt ein offenes Gemälde und Bild der damaligen Zeit des antiken Roms, in denen die römischen Bürgerkriege das Bild beherrschten und es um Macht und Machtgefüge ging. So schildert der Autor in brillanten und authentischen Worten das Leben des jungen Octavian und bezieht historische Fakten, Überlieferungen, Schriftstücke, Tagebucheinträge und fiktive Verbindungsglieder mit ein. So entsteht eine dichte Biografie mit Romancharakter und jeder Menge historisches Wissen, Atmosphäre und sensationellen Hintergründen und Neuinterpretationen. Ein Buch, für welches man sich Zeit nehmen sollte und welches man mit Neugierde, Offenheit und Muße genießen und nachhallen lassen sollte. Bühnenreif und unglaublich detailliert und ausufernd. Eine Sensation. So könnte man John Williams dritten Weltliteraturroman beschreiben, den er nach seinen Tod zum Erfolg werden lässt. Zum Schreibstil:Der Texaner John Williams wuchs in einer anderen Zeit und Generation auf, seine Werke in die Moderne des 21 Jahrhunderts zu adaptieren ist keine leichte Aufgabe. Wie auch bereits in den beiden anderen Erfolgsromanen des Autors John Williams, hat auch hier der Übersetzer und Moderator Bernhard Robben ein sehr feines und sensibles Händchen und Gefühl bewiesen, Williams Art und seine Interessen in einer ursprünglichen und belassenen Weise zu übertragen. John Williams geht in seinem Wirken völlig auf und verschwimmt zu Eins mit seinen Worten. Dieser Umstand lädt den Leser dazu ein, es ihm gleich zu tun. Trotz seiner Ähnlichkeit, unterscheidet sich „Augustus“ im Ton und in der Aussagekraft auffallend von „Stoner“ oder „Butcher´s Crossing“. Und doch ist sein Wiedererkennungswert ungebrochen. Man spürt und sieht direkt in den ersten Zeilen, dass es sich um einen echten John Williams handelt. Einzigartig. Wieder einmal nimmt John Williams mit unterschiedlichen Stilmitteln seine interessierten Leser mit an die Schauplätze und Kulissen, hier jene des alten antiken Roms. Dieser Roman beruht auf wahren Säulen, ist aber, wie der Autor in seinem Vorwort deutlich erwähnt, ein rein fiktiver Roman. Um das Leben und Lieben und Wirken des berühmten Kaisers Augustus zu schildern stützt sich Williams darauf, Andere über Augustus berichten zu lassen Mit Tagebucheinträgen, Senatsprotokollen und Briefen von sehr vielen verschiedenen (historisch erwähnten) Personen, führt Autor John Williams den Leser in eine der schwersten Zeiten des römischen Reiches ein. Dadurch, dass der Ausnahmeautor John Williams Fiktion und Fakt vereint und ineinander übergehen lässt, wirkt dieser nicht unhistorische Roman beinahe wie eine geschichtliche Enzyklopädie des Wissens und der Hintergründe. Die Inhaltsangabe wirkt ja in Bezug auf den ganzen Roman, wenn man ihn schon gelesen hat, eher nichtssagend und dürftig. Die Inhaltsangabe und der Klapptext machen ganz klar neugierig, aber die ganze Facette dieses Romans zeigt sich erst in seiner Gänze und seiner chronologischen Zeitschiene, die der Autor penibel und gekonnt leitet. John Williams lässt bekannte Größen in seinem Roman selbst zu Wort kommen, das ist ein weiteres besonderes Stilmittel des Autors, der für seine gewählte und durchdachte Sprache bekannt und berühmt ist, und sich auch in diesem Buch mit seiner Artikulation nicht zu verstecken braucht. Dieses gelungene Umsetzungsmittel für einen fesselnden Roman mit geschichtlichen Zügen, ist demnach auch dem Übersetzer seines Werkes, Bernhard Robben, zuzuschreiben, der auch schon die anderen beiden Weltwerke von John Williams glamourös und lobend ins Deutsche übersetzt und übertragen hat, ohne etwas vom ursprünglichen Glanz zu verlieren. Mir scheint es, und das kommt diesem Roman sehr zu Gute, als hätte Autor John Williams mit seinen Protagonisten (ob fiktiv oder wirklich bedeutend), seinen Verfassern der Briefe und Überlieferungen und mit dem Übersetzer selbst, an einem Tisch gesessen und diesen Roman vollendet. Was ja aufgrund der Tatsache der unterschiedlichen Jahrhunderte und Epochen der einzelnen Lebzeiten, schier unmöglich ist. John Williams versetzt sich und seine Leser in eine längst vergangene Zeit vor Christus und kurz nach Christus. Williams nutzt die entsprechende Sprache dieser Zeit, beschreibt die Umgebung zeitgerecht und formt aus anspruchsvollen Worten und Gesellschaftsformen lebendige Bilder, die beim Leser eine runde Kulisse größter Kino- oder Dokumentarfilme bieten. Dieses Stilmittel finde ich für den gesamten stimmigen Verlauf des Romans sehr wichtig, da die Rädchen immer wieder zu den Anfängen greifen, ehe sich mit Beenden des Buches ein runder und unglaublicher Kreis schließt. WOW. Der Autor schreibt seinen biografisch-historischen Roman mit viel Verbundenheit, Herzblut und Akribie. Seine Erkenntnisse, Erfahrungen und Hintergründe der ausschweifenden und tiefgründigen Recherche verwebt dieser talentierte Ausnahmeautor J. Williams in seiner sehr gefühlvollen, spannenden, unglaublichen und teils sogar brutalen Geschichte um den zunächst für schmächtig oder verweichlicht wirkenden Oktavian, der sich später sogar selbst mit dem Titel „Erster Bürger des Staates“ sah. Die Umbrüche der Kaiserreiche, ein neues Rom, eine Revolution… Diese Geschichte ist so nah und ehrlich geschrieben, dass ich beim Lesen ganz vergesse, dass ich mich in der heutigen Zeit und nicht im vorchristlichen Zeitalter befinde. Ich befinde mich in Schreibstuben, Arenen, Adelshäuser, Räte, werde auf Märkte genommen, spüre den trockenen Staub, die Hitze und den hellen Stein. Handwerk, Kirche, Arm und Reich. Das beeindruckt mich ganz besonders und wurde von John Williams besonders widergegeben und zum Leben erweckt. Zudem geht Williams ganz bestimmten gesellschaftskritischen Fragen nach und bietet dem Leser mit seiner nicht ganz offensichtlichen „Vater-Tochter-Konstellation“ (Augustus und seine einzige Tochter Julia) Stoff und Themen zum Nachdenken und Sinnieren. Ein Mahnmal und ein Denkmal zugleich. Ich mag seine gewählte Erzählweise verschiedener Perspektiven und Aufzeichnungsformen, die sachliche Basis, die erst später mit glaubwürdiger Dramaturgie ohne jeglichen Kitsch von Liebe und Verrat erzählt, die fundierten Fakten und Hintergründe, die sich zu einer äußerst fesselnden und fiktiven Geschichte bündeln und von großem Können und Wissen sprechen. John Williams zeigt sich wieder einmal sehr mutig und entschlossen, denn sein Schreibstil wagt sich an einer Komplexität, die sicherlich nicht jedem Leser direkt zugänglich ist und durch seine schriftstellerischen Freiheit durch erdachte Passagen und Belege, so manchen Leser vielleicht schwierig fallen wird. Hier kann man von gewissem Anspruch sprechen, oder einer Portion Konzentration und Geduld, die der Leser für dieses knapp 475 Seiten starke Buch, samt Nachwort und Glossar, aufbringen sollte. Schauplätze:Wie ein lebendig gewordener Streifzug durch das antike Rom zu Zeiten vor Christus und knapp nach Christus. Gesellschaft und die typischen Gepflogenheiten des alten Roms und der Regierung. Das antike Leben mit seinen Gesetzen, seiner Gesellschaft, Hierarchien und Machenschaften und des kirchlichen Einflusses. Einflüsse anderer Städte und düstere Intrigen. Tod und Verderben. Mittendrin ein gewagtes Frauenbild, der Stand der weiblichen Charaktere, der Hauch einer zarten Liebe, eine besondere Vater-Tochter-Konstellation, eine Erzählung vom Umbruch, von Hierarchie, Macht und Stärke, von Intelligenz, körperlicher Schwäche, die zu weiteren Problemen und Hadern führt… Die Vita des jungen Oktavian zu einem großen Regenten, der Geschichte schrieb. Der erste Bürger des Staates. Auch wenn für John Williams die Kulissen nicht das prägende Augenmerk waren, so muss ich doch loben, dass sich beim Lesen dieses Romans bildhafte Facetten zeigen, die ich so kaum in einem Buch, welches in dieser frühen Zeit handelt, erlebt habe. Die geformten, realen und überaus detaillierten Schauplätze überzeugen durch Atmosphäre, Gerüche, Gesellschaft und vielen authentischen Details. Eine Vergangenheit wird neu zum Leben erweckt. Hier gibt es nicht nur Orte des Grauens und des Verlustes. Hier gibt es auch den Alltag aus Handwerk, Glaube, Aberglaube, Heilkunst und Familie, Heirat und Fortpflanzung. Gesellschaftliche Ereignisse und Sitten. Enorme Atmosphäre, Gesellschaftsformen, Handel, Kirche und die Härte des damaligen Lebens und die Kämpfe und Kriege um Macht, Reich und Stimme. Frühhistorische Atmosphäre, die Kluft zwischen Glaube und Aberglaube, zwischen Rat und Kirche, zwischen Sehen und Ansehen, zwischen Recht und Unrecht, sowie Urteil und Vollstreckung… Autor John Williams gibt in seinem historischen Roman immer ein authentisches und zeitgemäßes Bild der Schauplätze wieder und macht seinem Buchtitel und Cover aller Ehre. Charaktere:Der Titel lautet Augustus, und das erleben wir mit jeder Faser des Lesens. Die damalige Zeit war keine leichte und Augustus steht als Synonym und Symbol größter geschichtliche Ereignisse. Durch Autor John Williams tauchen wir in sein geprägtes und beschriebenes Leben im damaligen Rom ein. Doch für mich spielt hier nicht nur der hagere Oktavian eine zentrale Rolle, sondern im späteren Verlauf, als er zum Manne geworden ist, auch seine einzige Tochter Julia. Julia wird in diesem Roman eine besondere Rolle einnehmen und sorgt für gute Gesellschaftskritik und zeigt dem Leser ein bemerkenswertes Bild von Zwang, Unterdrückung und Stellenwert und ebenso gekonnt den Ausbruch und die Rebellion daraus. An Julias Wirken und an der Skizzierung ihrer wichtigen Person im Buch, erkannt man den damaligen Stellenwert einer Frau, allein zum Zwecke der Fortpflanzung. Ganz besonders beeindruckend empfinde ich die harmonische Konstellation des Autors, wie er berühmte und bekannte historische Personen mit erdachten Charakteren bündelt und so einen von allen Seiten wichtigen und geschliffenen Roman präsentiert. Bei der Wahl der Charaktere punktet der Autor bei mir sehr hoch. Hier habe ich einige interessante Persönlichkeiten entdeckt und wiederentdeckt, über die ich jetzt nach Beenden der Lektüre unbedingt weiteres erfahren möchte. Der Autor selbst zeigt schon ein schlüssiges Bild und haucht seinen Figuren Leben und Stellenwert ein, doch trotzdem dürstet es mich bei gewissen Personen nach mehr. Ich lobe hier die feine und sensible Ausarbeitung des Autors bei diesem vielschichtigen und geballten Buch, denn Hauptcharaktere und die vielen Nebenrollen und Einflüsse der Gesellschaft, Bürger, Herrscher und Abschaum lassen dieses Buch richtig lebendig erscheinen, obwohl der Verdruss, der Kampf, das Verderben und der Tod stets so nahe sind. Ständig trachtet jemand nach jemandes Leben und Ruhm. Autor John Williams bietet wieder einmal ein vollkommenes und illustres Bild seiner Figuren. Marcus (Markus) Agrippa, Nikolas von Damaskus, Maecenas, Vergil, Julia, Livia (Augustus dritte Frau), Julius Cäsar (natürlich!), Sextus Pompeius, Brutus und Cassius, Cleopatra… um nur einige wenige Figuren kurz beim Namen zu nennen. All diese und weitere mehr formen ein stimmiges Bild und repräsentieren die damalige Zeit und die Gesellschaftsformen. Hier erlebt man Geschichte mal anders als in den Comics von Asterix und Obelix, aber sicherlich genauso unterhaltsam. Zur einprägsamen Kulisse hat John Williams auch hier genauso einprägsame Persönlichkeiten in seinem historischen Roman erschaffen und unterscheidet sich hier sehr von seinen beiden Vorgängerromanen, die man hätte leicht auf John Williams Leben selbst adaptieren hätte können (was sich bei seiner Namenswohl in Stoner oder Butcher´s Crossing zeigt). Und nicht nur die Opfer, Intriganten und Imperatoren hinterlassen eine Handschrift, ich finde hier das weibliche Rollenbild ebenfalls äußerst diskutabel und herausragend skizziert. Provozierend und polarisierend. Zwielichtig, bestialisch, korrupt und machthungrig zeigt sich das männliche Bild, doch im Hintergrund verrücken die Frauen das Zeitgeschehen. Bei der Ausformung und Darstellung der einzelnen Charaktere aus Haupt- und Nebenrollen hat der Autor aus den Vollen geschöpft. Meinung:John Williams Weltbestseller „Stoner“, sein Nachfolger „Butcher´s Crossing“ sowie nun auch sein drittes Werk „Augustus“ haben eine lange Geschichte hinter sich, lange ward dieses Roman-Trio verborgen, ich bin froh, dass diese Meisterwerke, bzw. einige seiner Meisterwerke, wieder in aller Munde sind und neu aufgelegt wurden. Zu John Williams hatte ich schwer Zugang und mit Stoner wurde ich nie richtig warm. Butcher´s Crossing hat mich schon viel früher erreicht. Augustus hat mich wirklich fasziniert. Ich sehe „Augustus“ auch als eigenständiges Werk, da es zwar Wiedererkennungswert zu John Williams besitzt, aber eine völlig andere und eigene Handschrift und Vorgehensweise zeigt. Was mir sehr viel besser gefällt, als seine beiden Vorgänger. Dieses Buch macht nicht nur mit seinem Titel „Augustus“ unheimlich neugierig, sondern auch mit der geschichtlichen Person und seinem Umfeld, die dahinter steckt. Mit seinem Roman "Augustus" begibt sich der Autor mutig, aber entschlossen auf eine oft interpretierte Lebensgeschichte der Literatur und des Protagonisten Gaius Octavius Thurinus. John Williams hat auch hier in seinem dritten Bucherfolg eine wunderbar gradlinige Sprachmelodie, die lange in meinem Kopf nachklingt und einen sehr bewegenden, anmutigen und tiefgründigen Roman voller Elan einmalig untermalt. Ich habe kaum ein Buch gelesen, dass mich so lange gefangen hielt und zwischen Anhalten zum intensiveren Recherchieren und Nachverfolgen der Fakten und Weiterlesen hin und her riss! Meine Erwartungen, nach diesen großen Lobeshymnen und den sehr mitreißenden Leserstimmen und der ganz großen Presseaufmerksamkeit und Vorankündigungen, waren nun sehr hoch. Aber dieses Buch hat einfach das gewisse ETWAS, was dieses Werk einfach zu etwas ganz Besonderen und sehr selten dagewesenen macht. Ein biografisch-historischer Roman mit vielen schriftstellerischen Freiheiten. Auf jeden Fall ist "Augustus" ein ganz kostbares Stück Literatur, welches mich dennoch sehr in den Bann gezogen hat und mich nun mit allerlei neuen Eindrücken, viel Wissen und Informationen und vor allem mit vielen bewegenden Gefühlen zurücklässt! Das Eintauchen und Versinken in diese längst vergangene Ära hat sich gelohnt und bezahlt gemacht.Nachdem mit auf der Suche nach einem richtig guten historischen Roman war, und ich in der letzten Zeit dem Genre sehr zugetan bin, habe ich mich über den Buchtipp des Verlages besonders gefreut, da dieser mir voll und ganz gerecht wurde. Ein mir schon bekannter und äußerst in Erinnerung gebliebener Autor mit Anspruch und glaubwürdiger Recherche und gutem Ton, sowie gesellschaftlichen Fragen und Weltbildern. Zuerst möchte ich die unglaubliche Komplexität und Verstrickung der vielen Handlungsstränge loben, die zwar verwirrend erscheinen, aber bei Beenden des Romans ein gelungenes und stimmiges Bild erweisen. Hier ist einmal der Umgang mit den hiesigen Sitten, die Schauplätze, die Kleider und Speisen, die Wortwahl und die nahen und intensiven Dialoge, der Hass, der Verrat, die Gesetze und Kaltblütigkeit, der Glaube und vor allem die Gier nach Macht und Revolution. … Zwischen all den Intrigen und dem Verderben werden wir Zeuge einer ganz besonderen Vater-Tochter-Beziehung, die sich auf die Gegenwart beziehen lässt. Hier hat Autor John William sehr genau auf das Ausmaß geachtet um nicht in einen Liebesroman oder Familiendrama abzuschweifen und ich finde es ist ihm sehr galant gelungen, denn auch solche persönlichen Aspekte gehören zu einem stimmigen Gesamtbild einer biografisch durchleuchteten Person und seinem Wirken. Eine perfekte Mischung und ein perfekter Mix aus zwei wichtigen Säulen, auf denen dieser historische Roman gebaut ist.Ich wurde unterhalten, durfte gespannt die Dinge verfolgen, wurde in die Irre geführt und fühlte mich in das Geschehen samt historischen Meilensteinen und einem erhellenden Nachwort von Daniel Mendelsohn sehr eingebunden und als Leserin ernst genommen. Autor John Williams bedient viele historische Fakten und bewegende Emotionen und glänzt mit späteren Spannungsspitzen und Erholungsinseln und Überraschungen und den vielen Problemen der vergangenen Zeit und auch den Problemen auf den Weg der Machenschaften und Intrigen und der Kirche, sowie der Gründung eines Staates. Und das vor wahrem Hintergrund. Da sein Werk absolut ehrlich und überzeugend wirkt, und mich das Buch nach einer Aufwärmphase im weiteren Verlauf mitreißen und vor allem informieren konnte, gebe ich gerne einen Lesetipp und eine Empfehlung weiter! Schwierigkeiten hatte ich stellenweise bei den vielen Namenswechseln und Namensgleichklängen, sowie den verschiedenen Hierarchien und Rangordnungen. Hier bedarf es arge Konzentration und ich bin hergegangen und habe mir ein eigenes Personenregister parallel beim Lesen erstellt. Ich wüsste jedoch nicht, was der Autor an dieser Stelle hätte anders oder besser machen können. Ein winziges Manko ist für mich auch die etwas nachlässige Korrektur des Buches durch Lektorat oder Korrektorat. So findet man Marcus Agrippa, sowie auch Markus Agrippa. Wobei meiner Recherche nach Marcus der überlieferte Name ist. Zudem wirkt der Wechsel aus Briefen und Botschaften etwas wuchtig, da man als Leser natürlich nicht ganz klar erkennt, welche nun wirklich Fakt und historisch belegt ist und welche Aufzeichnungen als Füllmaterial des Autors dienten. Das ist etwas schade und hat mich doch oft irritiert und beim Lesen verunsichert. Jedoch resümiere ich, dass ich diesem Werk sehr viel Wissen und Hintergrund entnommen habe und mich für die römische Geschichte und die Kaiserreiche und Kriege dieser frühen Zeit mehr denn je interessiere und sich mir ein ganz neues Feld eröffnet hat. Der Autor:"John Williams wurde 1922 in Texas geboren. Trotz seiner Begabung brach er sein Studium ab. Widerstrebend beteiligte er sich an den Kriegsvorbereitungen der Amerikaner und wurde Mitglied des Army Air Corps. Während dieser Zeit entstand die Erstfassung seines ersten Romans, der später von einem kleinen Verlag publiziert wurde. Williams erlangte an der University of Denver seinen Master. 1954 kehrte er als Dozent an diese Universität zurück und lehrte dort bis zu seiner Emeritierung 1985. Er veröffentlichte zwei Gedichtbände und vier Romane, von denen einer mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde. John Williams starb 1994 in Fayetteville, Arkansas."Die Übersetzung:Ich muss hier einfach auch in meiner Rezension die Arbeit und das Talent des Übersetzers Bernhard Robben loben und gebührend ansprechen. Robben hat auch schon die anderen Welterfolge in seiner Neuauflage ins Deutsche übersetzt und ich bin immer wieder erstaunt, wieviel eigenes Herzblut, aber auch ganz besonders das Herzblut des Autors in der Widergabe der Worte stecken. Würde ich nicht wissen, dass dieses Buch übersetzt und etwas auf die modernere Zeit zugeschnitten wurde, würde ich fast behaupten, Übersetzer und Autor sind eine Person. Nah, authentisch, ursprünglich und mit eigenem Charme und Originalität. So eine Harmonie findet man nicht bei vielen Übersetzungen so wichtiger Werke. Die Übersetzung ist hier wirklich gut und mir auch schon bei John Williams anderen Romanen durch Bernhard Robbens guter Arbeit und Umsetzung aufgefallen. Der amerikanische Charme des genialen und somit sicherlich nicht immer einfachen Autors und bestimmte Begriffe und Floskeln wurden in ihrer Ursprungsform belassen. Der Kern und das Markenzeichen des Buchs und des Autors John Williams wurden so mit ins deutsche adaptiert und man findet ein Original amerikanischer Schreibkunst, römischer Antike und Geschichte und einen Hauch Poesie und Gedicht in einem fiktiv-realen-biografischen Roman einer sehr prägenden Person. WOW. Ich finde es immer ganz lobenswert und intensiv für mich als Leserin diese feinen Noten der Autoren und dessen Botschaften und Signatur auch bei übersetzten Büchern erkennen zu können. Für mich liegt das Meisterwerk dieses Buches somit auch in der Arbeit dieser Übersetzung. Ein mit Liebe und Gewissen, sowie Respekt übersetztes Buch. Der routinierte und talentierte Übersetzer B. Robben hatte mit diesem Werk, was aus vielen Briefen und Dialogen, sowie fakten und Fiktion besteht, sicherlich keine leichte Aufgabe. So wie ich diesem Roman nun nachgespürt habe, muss ich seine Arbeit einfach loben. Neben dem Autor selbst, hat auch der Übersetzer Bernhard Robben ein Meisterwerk vollbracht, indem er uns diesen Roman in seiner Ursprünglichkeit überlassen und übersetzt hat. Ganz großen Respekt! Der Übersetzer:„Bernhard Robben legte 1974 die Reifeprüfung am Neusser Quirinus-Gymnasium ab. Anschließend absolvierte er von 1975 bis 1977 an der Universität Freiburg im Breisgau ein Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie, welches er von 1977 bis 1983 an der Freien Universität Berlin fortsetzte und mit dem Magistergrad abschloss. Von 1983 bis 1984 war er als Deutschlehrer im nordirischen Bangor tätig. Seit 1986 ist Robben freier Journalist (u.a. von 1989 bis 1994 für die BBC) und Übersetzer. Seit 1992 lebt er mit seiner Familie in dem brandenburgischen Ort Brunne, dessen ehrenamtlicher Bürgermeister er von 1995 bis 2003 war.Bernhard Robben umfangreiches übersetzerisches Werk besteht vorwiegend aus Übertragungen erzählender Werke britischer, irischer und amerikanischer Autoren. Daneben moderiert er häufig Autorenlesungen, z.B. während der jährlichen Lit.Cologne. Neben zahlreichen Stipendien erhielt Robben 2003 den Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW. 2013 wurde er mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis für sein literarisches Lebenswerk auf dem Gebiet der Übersetzung aus dem Englischen ausgezeichnet. (Quelle: Wikipedia; 24.08.2016)Zum Cover:Das Cover ist eine stimmige Einladung zu einem authentischen und historischen Roman. Die Büste des römischen Kaisers und Herrschers Augustus in seinem seitlichen Profil ohne zierende Bürgerkrone. Somit vermute ich ein Abbild des jungen Oktavian. Stimmig gewählt und dem Genre entsprechend. Die Farbwahl gefällt mir gut, so erkennt man das Genre, die Zeit und die Ära im alten Rom auf dem ersten Blick. Das Konzept passt zu Williams anderen Werken als Hardcover aus dem dtv Verlag. Jedes Band der drei Weltliteraturtitel erzeugt zusammenstehend ein edles Bild in meinem Bücherregal. Offenes Schriftbild, klare Kapiteleinteilung mit stimmigen Überschriften und Unterschriften und einem Lesebändchen. Fazit:Das Leben und Wirken des Kaisers Augustus im frühen Rom. Ein bemerkenswertes Buch vom Ausnahmeautor John Williams, der es schafft mit schriftstellerischer Freiheit und fundierter Recherche einen Roman zu schreiben, der biografisch-historisch und mehr als gesellschaftskritisch und überaus wissend und unterhaltsam ist. Keine leichte Kost und sicherlich nicht jedermanns Lesegewohnheit. Mich hat es beeindruckt und ich runde meine 3,5 Sterne lobend und verdient zu 4 Sternen für diese Ausarbeitung und Neuauflage auf. John Williams hat mit „Augustus“ wieder einmal Literatur und Historie vom Feinsten geschrieben.

    Mehr
    • 17
  • weitere