John Williams Stoner

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Inhaltsangabe zu „Stoner“ von John Williams

Stoner‹ ist einer der großen vergessenen Romane der amerikanischen Literatur. John Williams erzählt das Leben eines Mannes, der, als Sohn armer Farmer geboren, schließlich seine Leidenschaft für Literatur entdeckt und Professor wird – es ist die Geschichte eines genügsamen Lebens, das wenig Spuren hinterließ.Ein Roman über die Freundschaft, die Ehe, ein Campus-Roman, ein Gesellschaftsroman, schließlich ein Roman über die Arbeit. Über die harte, erbarmungslose Arbeit auf den Farmen; über die Arbeit, die einem eine zerstörerische Ehe aufbürdet, über die Mühe, in einem vergifteten Haushalt mit geduldiger Einfühlung eine Tochter großzuziehen und an der Universität oft teilnahmslosen Studenten die Literatur nahebringen zu wollen. ›Stoner‹ ist kein Liebesroman, aber doch und vor allem ein Roman über die Liebe: über die Liebe zur Poesie, zur Literatur, und auch über die romantische Liebe. Es ist ein Roman darüber, was es heißt, ein Mensch zu sein.

Auf den Punkt gebracht, ungeschönt, kurzweilig. Absolute Empfehlung!

— Kaaaths

Ein Muss für Liebhaber klassischer Literatur

— Charlea

Eins dieser Bücher, die man mindestens einmal im Leben lesen sollte.

— hannipalanni

Ein wunderbares stilles Buch vom Leben eines duldsamen Mannes, über die Leidenschaft zur Literatur und die Liebe in vielen Facetten.

— ulrikerabe

Über das Sein und die Liebe zur Literatur, leider passen nicht alle Handlungsstrenge zusammen

— Das_Leseleben

Großartiges Buch, in einer eindrucksvollen Sprache geschrieben.

— Wolkenschaf

Großartig!

— Etoile

Die ersten 50 Seiten sind meiner Meinung nach sehr zäh, danach sehr fesselnde Geschichte!

— celinasavannah_

Erzählerischer Hochgenuss. Lebensgeschichte eines Menschen, der still und demütig sein Schicksal erträgt. Ruhig erzählt dennoch intensiv.

— Lies-inger

Warum flasht mich dieses Buch so, wenn es doch nur um ein ganz normales Leben eines Mannes geht? Wahnsinn!

— Meteorit

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  • Ein trostloses Leben

    Stoner

    unimatrix_zero

    18. January 2018 um 19:34

    Klappentext:Stoner‹ ist einer der großen vergessenen Romane der amerikanischen Literatur. John Williams erzählt das Leben eines Mannes, der, als Sohn armer Farmer geboren, schließlich seine Leidenschaft für Literatur entdeckt und Professor wird – es ist die Geschichte eines genügsamen Lebens, das wenig Spuren hinterließ.Ein Roman über die Freundschaft, die Ehe, ein Campus-Roman, ein Gesellschaftsroman, schließlich ein Roman über die Arbeit. Über die harte, erbarmungslose Arbeit auf den Farmen; über die Arbeit, die einem eine zerstörerische Ehe aufbürdet, über die Mühe, in einem vergifteten Haushalt mit geduldiger Einfühlung eine Tochter großzuziehen und an der Universität oft teilnahmslosen Studenten die Literatur nahebringen zu wollen. ›Stoner‹ ist kein Liebesroman, aber doch und vor allem ein Roman über die Liebe: über die Liebe zur Poesie, zur Literatur, und auch über die romantische Liebe. Es ist ein Roman darüber, was es heißt, ein Mensch zu sein. Mein Eindruck:Der, aus einfachen Verhältnissen stammende Stoner beginnt, allen Widrigkeiten zum Trotz ein Studium der Agrarwirtschaft. Während des Studiums fühlt sich der junge und fleißige Student aber mehr und mehr zur Literatur hingezogen. Obwohl er seinen Vater, einen Farmer, mit seiner Entscheidung enttäuscht, wechselt er das Studienfach. Jahre später unterrichtet er leidenschaftlich als Dozent an der gleichen Universität, aber auch als Professor hat er es nicht leicht mit Kollegen und Studenten, die ihn nicht wertschätzen. Er findet zwar eine Frau, diese liebt ihn jedoch nicht. Eindringlich wird das erdrückende Leben Stoners erzählt, der sich allem fügt und alles erträgt. Man möchte direkt ins Buch springen und ihn wachrütteln. So wunderbar geschrieben, das es einen quält und dennoch fesselt. Und es lässt mich traurig und nachdenklich zurück mit der Frage: Was bleibt am Ende?

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  • Ein Meisterwerk!

    Stoner

    monerl

    16. January 2018 um 16:07

    Eine nicht allzu dicke, dafür umso intensivere und eindringliche Geschichte! Ein so vielseitiger Roman in seiner Thematik, die man erst zum Schluss hin begreift.  Der Protagonist William ist zu Anfang sehr sperrig. Erschien er mir auf eine bestimmte Art und Weise tumb und an sich und seiner Umwelt recht uninteressiert. In weiser Voraussicht wurde er von seinem Vater auf die Universität geschickt, damit er durch ein landwirtschaftliches Studium in die Lage versetzt wird den elterlichen Hof übernehmen zu können und ihn an die Erneuerungen und den Fortschritt der Landwirtschaft anzupassen, um dadurch für sich und seine Familie ein besseres Leben zu ermöglichen! Doch das Studium der Landwirtschaft begeistert ihn kaum. Schicksalhaft kommt er mit der englischen Literatur in Berührung und schon ist es um ihn geschehen. Ein Feuer wird in ihm entfacht, dass ab jetzt seinen Lebensinhalt formt und ihn zu einem vollständigen Menschen macht. In Liebesdingen und Menschenkenntnis war William ebenso unbeholfen und naiv, sodass er sich quasi sehenden Auges in sein Eheunglück stürzt. Als Leser weiß man es besser, doch William gibt sich und seinem Leben eine Chance einen Weg einzuschlagen, der ihm und seinem Charakter nicht entspricht. Und so begleitet man einen eigentlich genügsamen Mann, der einerseits viel Liebe in sich trägt, sie aber nicht richtig herauslassen kann. Er ist viel zu einfach und unheldenhaft, und schafft es nicht aus seiner Haut herauszukommen. So muss er zusehen, wie er beruflich übergangen wird, wie die Frau an seiner Seite ihn nur erträgt und wie sein einziges Kind ihm entfremdet wird. Wie gelähmt lässt er sein Leben an sich vorbeiziehen und malträtiert den Leser damit bis aufs Höchste.  Wer ist dieser William, der so ein schwieriger Held seiner eigenen Geschichte ist? Er ist wie so viele von uns, die keine hochtrabenden Ziele haben und einfach ein schönes, unkompliziertes und glückliches Leben führen wollen. Aber es wird William einfach nicht gegönnt. Und genau das ist der Punkt, der dem Leser so wehtut! Wir wollen für William und für uns viele Möglichkeiten im Leben, die das Leben lebenswert machen. Das wundervolle an diesem Buch ist, dass es zeigt, dass das Leben kein Ponnyhof ist. Auch nicht für Protagonisten in ihren Geschichten.    Zum Hörbuch: Hin und wieder habe ich in das Hörbuch reingehört und war sofort von der Erzählerstimme Burghart Klaußners gefesselt! Er ließ William und sein Leben vor meinen Augen entstehen, sodass ich mich kaum aus der Geschichte lösen konnte. Seine gewisse Kühle in der Stimme, gibt diesen einfachen und distanzierten William Stoner sehr gut wieder. Absolute Hörempfehlung! Fazit: Diese Geschichte ist ein erzählerisches Meisterwerk! Ich begleitete gespannt, wie William stoisch seine Hochs und Tiefs ertrug und dabei für die Literatur brannte. Ein leidenschaftlicher Geist in einem leidenschaftslosen Leben, bis auf eine einzige Ausnahme. Doch wie das Leben eben so spielt... Absolute Leseempfehlung!

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  • Ein Muss für Liebhaber klassischer Literatur

    Stoner

    Charlea

    08. January 2018 um 16:38

    Cover / Artwork / Aufbau des Romans Das Cover mag ich richtig gerne, da ich finde, dass der Titel hier richtig gut zur Geltung kommt. Auch die Farbgebung hat mich schnell für sich eingenommen. Der Roman ist mit circa 300 Seiten relativ kurz und da die Schreibe sehr flüssig ist, lässt sich das Buch auch sehr schnell lesen.   Inhalt „Stoner“, so der Titel des Buches, ist der Name des Protagonisten – William Stoner. Er kommt eigentlich aus sehr armen Verhältnissen, seine Eltern beackern einen kargen Boden und wollen ihrem Jungen dieses Schicksal zumindest für die Zeit eines Studiums ersparen. Doch aus dieser Zeit wird bald mehr, denn William entdeckt nicht nur, dass Agrarwissenschaft nicht sein Fachgebiet werden wird, sondern vielmehr die Literatur und beginnt, an der Uni in diesem Fach zu brillieren. Er lernt eine junge Frau kennen und geht mit ihr den Bund der Ehe ein, doch wie es bei guten Büchern der Fall ist, passiert so viel mehr zwischen den Zeilen und „glücklich“ ist so ungefähr das letzte Wort, mit dem man den Protagonisten beschreiben würde.   Fazit Ich habe jeden Satz des Buches genossen und fast vergessen, die Rezension zum Buch zu schreiben. Es ist eins dieser Bücher, bei dem es im Grunde egal ist, was auf dem Klappentext steht, ja, worum es im Buch geht, denn die Schreibe des Autors hat mich nach wenigen Sätzen so in ihren Bann gezogen, dass ich am liebsten nicht mehr aufgehört hätte zu lesen. John Williams wurde zurecht wiederentdeckt und wem auch immer ich dafür danken muss – es sei an dieser Stelle getan. Die Charakterzeichnung ist tiefgründig ohne zu ermüden und erschafft plastische Protagonisten, die man lieben und hassen lernt und die Geschichte wirkt darüber hinaus realistisch und überzeugend. Ich freue mich schon auf andere Bücher des Autors und bin gespannt ob ich von diesen auch sagen werden kann, dass sie mein Haus niemals wieder verlassen werden.

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    • 2
  • Leserunde zu "Stoner" von John Williams

    Stoner

    TanyBee

    Wir möchten gerne das Buch "Stoner" von John Williams zusammen lesen, wie in der Runde "SuB-Aufbau mit Niveau - Die literarische Runde 2017 / 2018" geplant.

    Wir lesen mit eigenen Büchern, es werden keine verlost.

    Jeder, der mitlesen möchte, ist herzlich willkommen!

    • 100
  • Melancholischer Roman über das mittelmäßige Leben des duldsamen William Stoner – ein Meisterwerk

    Stoner

    Federfee

    16. November 2017 um 12:56

    Vom Sohn eines Farmers zum LiteraturdozentenAuf den ersten Blick scheint diese unspektakuläre Lebensgeschichte etwas langweilig zu sein: William Stoner, Farmersohn aus ärmlichen Verhältnissen, wird Literaturprofessor. Er macht keine Karriere, will es auch nicht. Seine Ehe ist unglücklich; von der einzigen Tochter entfremdet er sich. Die kurze Affäre mit einer jüngeren Dozentin lässt ihn einmal in seinem Leben das Glück der Liebe erleben, aber sie trennen sich unter dem gesellschaftlichem Druck für immer. Stoner erkrankt mit über 60 an Krebs und stirbt daran.Für mich ist dieser Campusroman ein Meisterwerk, das in ausgefeilter Sprache tiefe Einblicke in die Seele der Hauptperson Stoner gibt, ein bescheidener, gradliniger, integrer, allzu duldsamer Mensch. Es ist ein Buch über Entsagungen und Verzicht, über Einsamkeit und die Frage nach dem Sinn des Lebens, über den Umgang mit dem Tod.Meint man auf den ersten Blick, Stoner habe ein unglückliches Leben gehabt, so kann ich doch am Ende nur dem Autor zustimmen:"Ich finde, er ist ein wahrer Held«, sagte John Williams selbst. "Viele Leser des Romans meinen, Stoner hätte ein trauriges und schlechtes Leben gehabt. Ich glaube aber, er hatte ein sehr gutes Leben. Jedenfalls hatte er ein besseres Leben als die meisten Menschen. Was er tat, tat er gern, und er besaß ein Gespür dafür, dass das, was er tat, wichtig war. Er war ein Garant für die Werte, die wirklich zählen."Der Beginn ist seltsam unattraktiv, wirkt wie eine Art Klappentext, der den beruflichen Werdegang des Literaturprofessors in aller Kürze schildert und dann seine Kindheit und Jugend auf einer Farm, wo er schon als Kind harte Arbeit leisten musste. Wahrscheinlich wurde hier der Grundstein für Stoners stoische Duldsamkeit gelegt.Seine Eltern ermöglichen ihm ein Studium der Landwirtschaft und dort begegnet er der Literatur, die ihn sein Leben lang nicht mehr loslassen wird. Man könnte sagen: dies war seine erste und größte Liebe, die ihm Trost spendet, sein Leben erfüllt und der er alles andere unterordnet."Es ist Liebe, Mr. Stoner, erwiderte Sloane fröhlich. Sie sind verliebt. So einfach ist das." (29)Er kann an dieser Universität bleiben, wird allerdings nie Karriere machen und will es auch nicht, "hatte er doch an der … jene Art von Sicherheit und Geborgenheit kennengelernt, die er daheim hätte fühlen sollen, aber nie empfunden hatte." (54)Dann macht er den Fehler seines Lebens: Er heiratet die 20-jährige Edith aus guter Familie. Schon beim Kennenlernen hätte er seine Schlüsse aus ihrem distanzierten Verhalten ziehen müssen. Sie bleibt steif und unnahbar, entzieht sich ihm, bleibt stumm. Anscheinend hat sie eine verkorkste Erziehung genossen, wo alles Sexuelle negativ besetzt war und totgeschwiegen wurde. "Nach einem Monat wusste er, dass seine Ehe scheitern würde, nach einem Jahr hoffte er nicht mehr darauf, dass es je besser werden würde. Er lernte mit der Stille zu leben und nicht auf seiner Liebe zu beharren." (96)Trotzdem bleiben sie zusammen, für den Leser ziemlich unverständlich. Sie erduldete ihn und er fühlt sich schuldig. Daran ändert auch die Geburt einer Tochter nichts. Es wird alles nur immer schlimmer durch den Psychoterror, den Edith ausübt. Ihre Launen und Sprunghaftigkeit wäre heutzutage sicher ein Thema für einen Psychotherapeuten oder einen Psychiater.Auch beruflich ziehen dunkle Wolken am Horizont auf. Stoner kann mit den Intrigen und Boshaftigkeiten eines neuen Professors nicht umgehen und räumt auch hier kampflos das Feld. Das alles lähmt ihn."Er begann sich nämlich zu fragen, ob sein Leben lebenswert sei, ob es das je gewesen war." (227) - Er ist erst 42, aber "vor sich sah er nichts, auf das er sich zu freuen wünschte, und hinter sich nur wenig, woran er sich gern erinnerte." (229)Doch dann kommt Katherine Driscoll, eine 20 Jahre jüngere Dozentin und Studentin. Sie verlieben sich und verbringen eine intensive Zeit miteinander."In seinem dreiundvierzigsten Jahr erfuhr William Stoner was andere, oft weit jüngere Menschen vor ihm erfahren hatten: dass nämlich jene Person, die man zu Beginn liebt, nicht jene Person ist, die man am Ende liebt, und dass Liebe kein Ziel, sondern der Beginn eines Prozesses ist, durch den ein Mensch versucht, einen anderen kennenzulernen."Obwohl Edith diese Affäre duldet, wird der gesellschaftliche Druck so groß, dass Katherine und Stoner sich für immer trennen. Meiner Meinung nach stellt Stoner seine Liebe zur Literatur über die zu Katherine. Aber darüber kann man streiten und Stoner zustimmen, dass es keine Lösung ist, zusammen wegzugehen:"Denn dann … würde all das keine Bedeutung haben – nichts von dem, was wir getan haben, was wir füreinander gewesen sind. Ich würde sicher nicht mehr unterrichten können, und du … du würdest zu einer anderen werden. Wir würden beide zu jemand anderem werden, zu jemand anderem als wir selbst. Wir würden zu – nichts."Er kehrte zu dem einzigen Leben zurück, "das ihn nie enttäuscht hatte" (278), aber er ist stark gealtert. Nur noch einmal – als er Katherines Buch mit einer Widmung in Händen hält, fühlt er den Verlust:"Da brach sich das so lang aufgestaute Verlustgefühl Bahn, überflutete ihn, und er ließ sich mitreißen, verlor alle Beherrschung. Aber sofort danach lächelte er liebevoll wie über eine Erinnerung, und ihm kam der Gedanke, dass er auf die sechzig zuging, weshalb er eigentlich über solche Leidenschaften erhaben sein sollte, über eine solche Liebe."Er erkrankt an Krebs und am Sterbebett machen Edith und er ihren Frieden miteinander:"Sie hatten sich das Leid vergeben, das sie einander zugefügt hatten, und betrachteten selbstversunken, was aus ihrem gemeinsamen Leben hätte werden können." (342) 'Stoner' ist ein Buch, das einen noch eine Zeitlang beschäftigt: Hätte Stoner anders handeln können oder müssen? Karriere an der Universität machen? Sich gegen Edith wehren? Um seine Tochter kämpfen? Hätten er und Katherine gemeinsam weggehen sollen? Was heißt es, ein erfolgreiches, glückliches Leben geführt zu haben? Welche Rolle spielen falsche Entscheidungen? Welche das Schicksal?5 Fakten zu Stoner (dtv-Verlag): https://www.dtv.de/blog/jetzt/5-fakten-zu-john-williams-und-stoner/Mir geht es wie der französischen Übersetzerin Anna Gavalda: "Ich habe mich in ihn verliebt", wobei ich den Roman meine. Auch andere sind begeistert:Bernhard Robben, der Übersetzer Er hat u.a. auch Ian McEwan und Salman Rushdie übersetzt. "Aber selten habe ich einen so großartigen Text wie 'Stoner' in den Händen gehalten." Er habe am Schluss richtig Mühe gehabt, diesen liebenswürdigen William Stoner wieder loszulassen. "Ein stilles Buch, das ein wohltuendes Gegengewicht zu unserer hektischen Welt darstellt." Stoner wehrt sich nicht, aber Robben sieht das nicht als Schwäche, im Gegenteil: "Es gibt immer Gründe,warum er nicht zurückschlägt. Letztlich ist seine eigentliche Kraft, dass er sich mit dem Erdulden durchsetzt und am Ende auf stoische Weise auch triumphiert."Er sieht Stoner nicht als Kämpfernatur, sondern als typischen Land-Menschen: "Farmer lernen die Launen der Natur zu erdulden; sie akzeptieren, dass nicht sie über gute oder schlechte Ernten zu entscheiden haben."Andere Stimmen"John ist dafür berühmt, dass er nicht berühmt ist. Er ist ein Hemingway ohne Gepolter, ein Fitzgerald ohne Firlefanz, ein Faulkner ohne Pomp." Dan Wakefield 1986Ian McEwan nannte den Roman ein Buch, bei dem man sich von Beginn an in 'sehr, sehr guten Händen' wisse, denn Williams Prosa sei 'so klar wie Glas'. Es handele sich um eines jener seltenen Bücher, bei denen es die Sprache als Instrument der Vermittlung gar nicht zu geben scheine. Sie sei so klar, dass der Leser direkt durch sie hindurch auf die Welt von Stoner zuzugreifen meint. Wichtiger als das Was ist bei John Williams stets das Wie, der leise Ton, die unterschwellige, verführerische Melodie der Worte. Von den ersten Sätzen an soll der Leser seiner Sprachmusik verfallen und zugleich nie merken, wie er in den Text hineingezogen wird.

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    • 4
  • Wow, was für eine literarische Wucht!

    Stoner

    Meteorit

    26. August 2017 um 21:24

    Rezension zu "Stoner" von John Williams Das Buch Stoner ist mit 352 Seiten am 23. August 2013 im dtv Verlag erschienen. Williams schrieb diesen Roman aber schon 1965. Klappentext: Stoner‹ ist einer der großen vergessenen Romane der amerikanischen Literatur. John Williams erzählt das Leben eines Mannes, der, als Sohn armer Farmer geboren, schließlich seine Leidenschaft für Literatur entdeckt und Professor wird – es ist die Geschichte eines genügsamen Lebens, das wenig Spuren hinterließ.Ein Roman über die Freundschaft, die Ehe, ein Campus-Roman, ein Gesellschaftsroman, schließlich ein Roman über die Arbeit. Über die harte, erbarmungslose Arbeit auf den Farmen; über die Arbeit, die einem eine zerstörerische Ehe aufbürdet, über die Mühe, in einem vergifteten Haushalt mit geduldiger Einfühlung eine Tochter großzuziehen und an der Universität oft teilnahmslosen Studenten die Literatur nahebringen zu wollen. ›Stoner‹ ist kein Liebesroman, aber doch und vor allem ein Roman über die Liebe: über die Liebe zur Poesie, zur Literatur, und auch über die romantische Liebe. Es ist ein Roman darüber, was es heißt, ein Mensch zu sein. Cover: Das Cover drückt die Trostlosigkeit des William Stoners perfekt aus und passt hervorragend zum Buch. Meine Meinung: Wow, völlig erschlagen von dem Buch brauchte ich erst einmal paar Tage um das Gelesene zu verarbeiten. Da schafft es ein Autor, ein ganz normales, fast sogar trostloses Leben eines Mannes niederzuschreiben und dabei den Leser dermaßen zu berühren, dass man die ganze Zeit mit Stoner mitfühlt.Der zur Landwirtschaft erzogene junge Student Stoner beschließt seiner Liebe zur Literatur zu folgen, wird Professor, findet sogar eine Frau, doch hat er mit ihr nur Probleme. Nichts als Probleme hat er auch als Professor, denn Kollegen und Studenten machen es ihm schwer. Stoisch erträgt er sein trostloses Leben, ohne jedoch die Lust am Leben zu verlieren.,,Manchmal, wenn er in die Bücher vertieft war, überkam ihn eine Ahnung dessen, was er alles nicht wusste, was er noch nicht gelesen hatte, und die Ruhe, auf die er hinarbeitete, wurde von der Erkenntnis erschüttert, wie wenig Zeit ihm doch im Leben blieb, um so viel zu lesen, um all das lernen zu können, was er wissen musste." S. 36John Williams schafft es, das normale Leben so erdrückend zu erzählen, dass man mitfühlt, seine unerschütterliche Art versteht und alles akzeptiert. Er zaubert literarisch Worte aufs Papier, die einen richtig umhauen. ,,In seinem dreiundvierzigsten Jahr erfuhr William Stoner was andere, oft weit jüngere Menschen vor ihm erfahren hatten: dass nämlich jene Person, die man zu Beginn liebt, nicht jene Person ist, die man am Ende liebt, und dass Liebe kein Ziel, sondern der Beginn eines Prozesses ist, durch den ein Mensch versucht, einen anderen kennenzulernen." S.245Fazit:Ein Geschenk für jeden, der die Liebe zur Literatur und den Büchern nachvollziehen kann. Eine Qual für jene, die dem stoischen Leben von Stoner nichts abgewinnen können.Sicher ein Buch, welches nicht jedem gefällt.Nichtsdestotrotz eine wichtige Wiederentdeckung amerikanischer Literatur.

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    • 6
  • Wenn man ihn mögen kann, ist das Buch ein Genuss

    Stoner

    Hamburgerin

    17. April 2017 um 15:33

    Wie man an den 4 Sternen sehen kann, ist es mir gelungen, Stoner zu mögen. Zugegeben, Liebe auf den ersten Blick war es nicht. Der Roman, eine als Wiederentdeckung gehypte Publikation, schildert das Leben des William Stoner von 1910 bis 1956. Stoner, Sohn eines Farmers, soll eigentlich Agrarwissenschaften studieren, entdeckt jedoch seine Liebe zur Literatur und wird Professor an der Universität Missouri.Alle weiteren Figuren bleiben sehr blass, was mich zunächst gestört hat, mir dann aber nachvollziehbar erschien. Es geht um William Stoner und fertig.Seine Geschichte wird unaufgeregt erzählt, sowohl seine Jugend zwischen Feldarbeit und wortkargen Eltern, sein beruflicher Werdegang, das Leben auf dem Campus, seine Eheschließung mit einer offensichtlich gestörten Frau und seine Versuche, guter Vater einer Tochter zu sein und schließlich sein Tod. Höhepunkte finden nicht statt, nicht einmal seine Affäre, die ihn kurzzeitig aus dem kalten Ehealltag erlösen soll, kommt sonderlich romantisch daher. Ein Held ist er auch nicht, wehrt sich nicht oder nur schwach gegen allerlei Gehässigkeiten, die ihm begegnen und selbst, als auf seinem Campus gegen ihn intrigiert wird, fällt es ihm nicht ein, woanders zu unterrichten.Es hat mich erstaunt, dass ich eine solche Figur wirklich mögen konnte, nach anfänglichem Gähnen dann doch wissen wollte, was geschieht. Am Ende habe ich um Stoner geweint.Das muss man erstmal hinkriegen! John Williams ist es ganz sanft gelungen, mich in seine Geschichte zu ziehen und darin zu verwickeln, Zuneigung für seinen Stoner zu wecken, der sein Schicksal stoisch erträgt und dabei so bemüht ist, Rücksicht zu nehmen, niemanden zu verletzen oder im Weg zu sein. Ich hätte ihm mehr Liebe und mehr Lachen gewünscht.Allerdings zeigt dieses Buch auf berührende Weise, dass das Leben kein Wunschkonzert ist.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 06.01.2018: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   294 Punkte Astell                                           ---    20 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  893 Punkte Beust                                          ---   424 Punkte Bibliomania                               ---   285 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  515 Punkte ChattysBuecherblog                --- 316 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   192 Punkte Code-between-lines                ---  199 Punkte DieBerta                                    ---   88  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  139 Punkte samea                                           --- 80 PunkteSandkuchen                              ---   300 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   209 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   361 Punkte SomeBody                                ---   207,5 Punkte Sommerleser                           ---   244 Punkte StefanieFreigericht                  ---   263,5 Punkte tlow                                            ---   178 Punkte Veritas666                                 ---   151 Punkteverruecktnachbuechern         ---   147 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   202 Punkte Yolande                                       --   233 Punkte

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    • 2656
  • Leserunde zu "Die rote Löwin" von Thomas Ziebula

    Die rote Löwin

    ThomasZ

    Liebe Leseratten und Leserättinen! Euch allen ein glückliches Jahr 2017! Buchmäßig fängt es ziemlich gut an, denn am 13. Januar erscheint mein neuer historischer Roman „Die Rote Löwin“. Heute lade ich Euch zu einer Leserunde mit mir und meinem Buch ein. Die Geschichte in wenigen Sätzen: Anno 1205. Nach dem Tod ihrer Eltern sind Rubina und ihr Bruder Waldemar auf sich allein gestellt. In Magdeburg geraten sie in die Fänge des machtgierigen Domdekans Laurenz. Der erkennt in Rubina – „Runja“ – die einmalige Gelegenheit, den Gelehrten Pirmin auszuschalten, seinen Rivalen um das Bischofsamt. Runja hat nämlich verblüffende Ähnlichkeit mit dessen verstorbener Frau. Mit ihrem Bruder als Druckmittel, zwingt Laurenz die junge Frau in den Orden der Vollstrecker, wo der Schwarze Abt Dagomar sie zur Mörderin ausbildet. Doch das Schicksal will es, dass Runja sich in Pirmin verliebt … Vorweg eine Warnung an alle besonders zart besaiteten unter Euch: „Die rote Löwin“ ist ein Thriller und es geht alles andere als friedlich und idyllisch zu in dieser Geschichte. Eine Leseprobe findet Ihr bei Amazon: https://www.amazon.de/Die-rote-L%C3%B6win-Historischer-Roman/dp/3404174763/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1483282238&sr=1-1&keywords=die+rote+l%C3%B6win#reader_3404174763 und demnächst auch auf meiner website http://www.thomas-ziebula.de/ Die Bewerbungsphase dauert bis zum 13. Januar. Mein großzügiger Verlag spendiert 25 Bücher. Ich wünsche mir Leserundenteilnehmer, die bereit sind, ihre Leseerfahrung mit der „roten Löwin“ aufzuschreiben und außer auf LB auch auf Amazon und anderen Plattformen als Rezension zu veröffentlichen. Ich grüße Euch herzlich und bin gespannt auf Eure Bewerbungen. Thomas Ziebula

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    • 400

    Floh

    03. February 2017 um 08:38
    ThomasZ schreibt Und dann wollt Ihr wissen, welche Stile ich gerne lese. Ich will nicht sagen, dass ich ein literarischer Allesfresser bin, aber in formaler Hinsicht schon. Ich liebe die epische Breite eines John ...

    Danke, Danke für die umfangreiche Antwort auf unsere neugierigen Fragen. "Diestelfink" MUSS ich auch unbedingt noch lesen. Ich höre so viel Gutes zum Buch und handwerk der Autorin. "Stoner" von ...

  • Normale Leben

    Stoner

    dominona

    22. December 2016 um 10:35

    Wir begleiten Stoner durch sein Leben, sehen, wie er Universitätsprofessor für englische Literatur wird, trotz seiner einfachen Herkunft, und wie er sich verliebt, eine Familie gründet, sich alle entfremden, Schwierigkeiten auftreten, aber Stoners Leben immer weiter geht. Was ich zu Beginn langweilig fand, hat sich zu einer sehr angenehmes Erzählung über etwas entwickelt, das alle, die schon etwas älter sind, kennen und genau deshalb sollte man das Buch lesen - um vielleicht zu sehen, wie man es nicht macht, wie eins aus dem anderen entsteht und wie man manches einfach nicht verhindern kann. Mir hat es gefallen, aber es hatte seine Längen und der Protagonist kam mir manchmal zu gut bei allem weg.

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  • Wiederentdeckung eines vergessenen Romans der USA

    Stoner

    Arizona

    23. November 2016 um 22:00

    William Stoner, geboren 1891 auf einer Farm in Missouri, beginnt 1910 an der Universität sein Studium. Seine Kindheit und Jugend waren geprägt vom arbeitsintensiven Leben auf der Farm. Eigentlich war ein naturwissenschaftliches Studium geplant, jedoch ist Stoner so begeistert von seinem Literaturprofessor, dass er umsattelt und Philosophie, Geschichte und Literatur studiert. Er knüpft dort erste Freundschaften, der erste Weltkrieg bricht herein, er verliebt sich und heiratet Edith. Seine Ehe verläuft jedoch eher unglücklich, nur seine Tochter gibt ihm noch Halt. Und er geht auf in seiner Arbeit - der Alltag an der Uni, seine Lehre und Forschung, das ist sein Lebensinhalt. Und er entwickelt tiefere Gefühle für eine seiner Studentinnen... Wir begleiten Stoner durch die eher unglücklichen Jahre seines Lebens. Der Roman ist recht melancholisch geprägt. William wird alt, seine Leistungen lassen nach, zuhause ist alles ziemlich deprimierend. Zwischenzeitlich wurde mir das ehrlich gesagt alles zu viel. Jedoch wird klar, dass er sein Leben ganz für seine Berufung, seine Lehre und Forschung opfert. Die Arbeit an der Uni ist seine ganze Leidenschaft. Das Ende hat mich dann wieder mit dem Roman versöhnt. Denn es geht auch darum, dass William trotz allen Widrigkeiten versucht ein aufrichtiges Leben zu führen. Dieses Buch ist eines der großen vergessenen Romane der amerikanischen Literatur, er wurde bereits 1965 geschrieben und wurde jetzt erst wiederentdeckt.

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  • I wasn't expecting that

    Stoner

    Keksisbaby

    William Stoner wächst auf einer Farm auf und sieht das entbehrungsreiche, karge Leben seiner Eltern. Diese schicken ihn auf die Universität, damit er Landwirtschaft studiert. Doch das ändert Stoners Leben von Grund auf. Er besucht eine Einführungsvorlesung in englischer Literatur und in dem genügsamen Studenten wird die Liebe zur Literatur völlig unerwartet geweckt. Nach seinem Abschluss der Literaturwissenschaften beschließt er an der Universität als Dozent zu bleiben und nicht auf den elterlichen Hof zurückzukehren. Bald schon verliebt er sich in die scheue Edith, die eher aus Vernunftgründen in eine Ehe einwilligt und das leidenschaftsloseste Wesen ist, dass Stoner sich vorstellen konnte. Von daher ist diese Ehe eher ein Schlachtfeld, besonders nachdem seine Tochter geboren wurde, aus Eitelkeiten, Verletzungen und Missgunst. Eine karmische Entschädigung scheint durch die junge Doktorandin Katherine in sein Leben zu kommen, doch die Affäre wird durch die Missgunst eines seiner Kollegen beendet. Am Ende seines Lebens bleiben Stoner nur die Liebe zu seinen Büchern und die Erinnerung an Katherine.   Dieses Buch mag auf den ersten Blick langweilig erscheinen, denn es gibt keine großen Ausschläge. Selbst einschneidende Erlebnisse, wie die lieblose Ehe, der Streit um die gemeinsame Tochter und der Kleinkrieg mit dem Kollegen, bringen Stoner nicht aus seiner stoischen Ruhe. Doch es gelangt dem Autor trotzdem und ich weiß ehrlich gesagt nicht wie, mich zu fesseln. Das Leben von William Stoner ist so trivial und endet ohne großen Paukenschlag und der Autor erzählt so faszinierend darüber, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Es bedarf eines enormen dichterischen Talents ein durchschnittliches Leben eines Literaturprofessors so fesselnd zu beschreiben, dass ich wünschte John Williams hätte noch mehr solcher Bücher herausgebracht. Es bedurfte einiger Zeit ehe ich mit dem doch recht wortkargen Protagonisten angefreundet habe, aber ebenso wie Stoner seine Liebe zur Literatur in einer Einführungsveranstaltung entdeckt, entdeckte ich mit jeder Zeile mehr die Liebe zu der Figur. Am meisten bewundert habe ich seine Prinzipientreue. Stoner weicht nicht von dem ab, was er für richtig hält auch wenn es das vorzeitige Aus seiner akademischen Laufbahn bedeutet.  Im Verlauf des Buches litt ich so mit, dass ich vor Wut über die Intrigen seines Konkurrenten in die Tischkante hätte beißen können und ich weinte am Ende, um einen Professor, der mich mit seiner Liebe zur Literatur beeindruckt hat.   Ein wirklich tolles Werk, in das man sich erst auf den zweiten Blick verliebt, dann aber richtig und das noch lange nach dem Lesen nachwirkt.  

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    • 2

    enii

    03. June 2016 um 19:51
  • Ein stinknormales Leben großartig erzählt

    Stoner

    letusreadsomebooks

    09. December 2015 um 11:43

    William Stoner wird zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Sohn einfacher Farmer geboren. Seine Eltern beschließen, ihn an die Universität zu schicken, wo er Agrarwissenschaften studieren soll. Schnell entdeckt Stoner an der Universität seine Leidenschaft für die Literatur und wird schließlich Professor. Während des Studiums lernt er seine Frau kennen, mit der er eine Tochter bekommt. John Williams Roman Stoner erschien bereits im Jahr 1967 und wurde im Jahr 2006 wiederveröffentlicht. Erzählt wird hier die Geschichte eines eigentlich normalen Mannes, dessen Leben vor allem vom Lernen und der Liebe beeinflusst wird. Der Leser begleitet Stoner bei seiner Entwicklung und hat dabei Teil an seinen Entscheidungen und Gedanken. Sein Leben verläuft ohne große Dramen und auch ohne besondere Höhepunkte. Seine Ehe ist unglücklich, an der Universität muss er die Feindschaft von Kollegen ertragen. Teilweise fand ich es schwer, die scheinbare Gleichmütigkeit, die Stoner an den Tag legt und mit der den Umständen seines Lebens begegnet, zu ertragen und wartete darauf, dass er sich endlich einmal richtig zu Wehr setzt und für sich kämpft. Obwohl ich mit seinem Verhalten oft nicht einverstanden war und ständig hoffte, dass er zum Beispiel seiner Frau klare Widerworte gibt, war er mir als Hauptcharakter sympathisch. Ständig tauchte ich tief in seine Gedankenwelt ein und konnte an seiner Selbstreflexion teilhaben. Stoner ist weder Held noch Schurke, sondern ein Mann aus armen Verhältnissen, der vom einfachen Farmer zum Universitätsprofessor aufsteigt. Besonders schön war es, ihn in den Phasen seines Lebens zu begleiten, in denen er wirklich glücklich und zufrieden war. Was das Buch für mich zu etwas wirklich Besonderem macht, ist der einfache und klare Stil des Autors, der teilweise schon fast wehmütig oder lakonisch ist. Zurückhaltend und ohne zu werten beschreibt Williams das Leben von William Stoner und findet dabei immer die richtigen Worte, sei es um die unglückliche Ehe zu beschreiben, das schwierige Leben als Lehrer an der Universität oder die seltenen Phasen des Glücks. Ohne viele Sätze und Ausschweifungen verarbeitet der Autor verschiedene Themen wie die Liebe, die Leidenschaft für die Literatur oder die Bedeutung von Freundschaft. Die detaillierten Charakterstudien regen zum Nachdenken und Hinterfragen an. Der Roman Stoner gehört zu den besten, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Die Art wie Williams hier das Leben seines Protagonisten beschreibt war sehr ergreifend. Das Leben von Stoner ist nicht besonders aufregend, aber trotzdem regt das Buch zum Nachdenken an und die stark ausgearbeiteten Charaktere sind sehr plastisch beschrieben. Obwohl mir Stoner als Person nicht wirklich immer sympathisch war, habe ich ihn sehr gerne durch sein trauriges und anrührendes Leben begleitet. Dieser Entwicklungs- und Eheroman ist jedem zu empfehlen.

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  • ...natürlich viel besser.

    Stoner

    laughing_buddha

    Steh ich so nach einer Lesung im Buchladen. Sagt der Buchhändler: "Was suchen Sie denn?" Ich so: "Eine schöne Geschichte." Er dann: "Ist zwar auf der Spiegel Bestseller Liste, aber trotzdem..." Ich nun: "Na gut."

    Danke liebe Buchhandlung Lentner, Balanstrasse 14, München!!!!

    • 4
  • Melancholisch und doch berührend

    Stoner

    Franzis2110

    31. October 2015 um 18:06

    Das Buch handelt von einem Mann, der als Sohn armer Farmer geboren wurde, bis er schließlich seine Leidenschaft für Literatur entdeckt. Er wechselt das Studienfach und wird später Professor. Die Geschichte eines genügsamen aber auch wahrhaftigen Lebens. Der Roman behandelt viele Themen – es geht um Freundschaft, Ehe, den Campus und über harte, erbarmungslose Arbeit auf Farmen. Aber es geht auch um Liebe in all ihren Facetten. Ein Roman über das Menschsein. Meinung „[…] Die Liebe zur Literatur, zur Sprache, zum Mysterium des Verstandes und des Herzens, wie sie sich in den kleinen, seltsamen und unerwarteten Kombinationen von Buchstaben und Wörtern zeigt […], diese Liebe begann er nun offen zu zeigen, zögerlich zuerst, dann mutiger und schließlich voller Stolz.“ (S. 144) John Williams hat einen eher kühlen, schnörkeligen aber doch sehr eingehenden und anmutigen Schreibstil. Ohne große Ausschmückungen und Höhepunkte erzählt er uns die Geschichte von John Stoner. Er wird als Sohn armer Farmleute geboren und lebt ihn einer sehr kühlen Familie, in der es kaum Emotionen geschweige den ein Familienleben gibt. Und genauso schreibst Williams. Diese ständige unterkühlte Stimmung, dieses harte Leben vollkommen ohne Ehrgeiz von Stoner transportiert er dadurch sehr glaubhaft. Zunächst studiert Stoner im Landwirtschaftskurs. Jeder Student muss allerdings einen Einführungskurs in Literatur mitmachen. Und plötzlich entdeckt Stoner seine Liebe zur Literatur und schafft es schließlich bis zum Assitenzprofessor. Aber auch keinen Schritt darüber hinaus. Sein Leben lang arbeitet er Tag ein Tag aus ohne auch nur den geringsten Anspruch an seine Arbeit und seine Zukunft zu haben. Er ist gefangen in seiner eigenen Lustlosigkeit und einer ziemlich verkorksten Ehe. Sein Leben meistert er nur durch einen unerschütterlichen Gleichmut und seine Leidensfähigkeit gegen die Zumutungen die das Leben im aufbürdet. Aber nicht nur das hilft ihm, sondern vor allem seine Liebe zu Büchern und zu seiner Arbeit. Dort findet er tagein tagaus Trost. Ihr seht also, Stoner führt ein sehr unspektakuläres, langweiliges Leben und Williams schafft es, diese Atmosphäre so gut zu transportieren, das ich selber schon ganz bedrückt und irgendwie deprimiert wurde. Was ich fast schon wieder gut finde, denn so konnte ich mich sehr gut in das Leben von Stoner hineinversetzten. Trotz fehlender Höhepunkte und dieser dauerhaften kühlen Atmosphäre ist das Buch dennoch berührend und ich konnte es kaum aus der Hand legen. “Den Älteren bedeutet sein Name eine Erinnerung an das Ende, das sie alle erwartet, für die Jüngeren ist er bloß ein Klang, der ihnen weder die Vergangenheit näherbringt, noch eine Person, die sich mit ihnen oder ihrer Karriere verbinden ließe.” (S. 7/8) Es ist eine Geschichte über einen Menschen, der gebrochen ist und in einer kalten Ehe voller Hass gefangen ist ohne zu wissen, wie das geschehen konnte. Eine Geschichte über ein Leben voller Niederschläge, über einen jahrzentelangen, persönlichen Kampf. Ein Roman über einen Menschen, der lebte ohne zu leben, ein Roman über ein gescheitertes Leben. Fazit Stoner ist eine sehr eigenwillige Geschichte. Es gibt keine Höhepunkte, das ganze Buch transportiert eine sehr kühle und melancholische Stimmung. Und dennoch konnte mich Williams damit berühren und schafft es, Stoners Liebe zur Literatur auf eine einzigartige Weise zu transportieren. Das Buch hat mich nicht unterhalten aber berührt und zum Nachdenken gebracht und ist deswegen auf seine Art eine gelungene Geschichte.

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