John Wray

 3.6 Sterne bei 81 Bewertungen
Autor von Retter der Welt, Das Geheimnis der verlorenen Zeit und weiteren Büchern.
Autorenbild von John Wray (© Sarah Sarchin)

Lebenslauf von John Wray

Kreatives Potenzial zweier Welten: John Wray wird 1971 als John Henderson in Washington, D.C. geboren. Seine Mutter ist Österreicherin, sein Vater US-Amerikaner, sodass er sowohl in Österreich, als auch in New York aufwächst. Er studiert am Oberlin College Biologie, bricht sein Studium jedoch ab und arbeitet im Anschluss in verschiedenen US-Bundesstaaten als Platzwart, Vogelbeobachter, Fremdsprachentutor und Taxifahrer, bis er als Schriftsteller erfolgreich wird. 2001 erscheint sein Debütroman „Die rechte Hand des Schlafes“, der den „Withing Award“ erhält. Wray wird von der Zeitschrift „Granta“ zu einem der besten jungen amerikanischen Romanautoren gekürt und für seine Kurzgeschichte „In The Tunnel“ 2007 mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Er schreibt neben seinen Romanen regelmäßige Beiträge für das New York Times Magazine. Zudem war er 2010 Fellow an der American Academy in Berlin und ist außerdem als Dozent für Kreatives Schreiben an der New Yorker Columbia Universität tätig.

Alle Bücher von John Wray

Cover des Buches Retter der Welt (ISBN: 9783499254321)

Retter der Welt

 (59)
Erschienen am 01.09.2010
Cover des Buches Das Geheimnis der verlorenen Zeit (ISBN: 9783499270536)

Das Geheimnis der verlorenen Zeit

 (9)
Erschienen am 24.07.2018
Cover des Buches Die rechte Hand des Schlafes (ISBN: 9783833300387)

Die rechte Hand des Schlafes

 (6)
Erschienen am 01.01.2004
Cover des Buches Gotteskind (ISBN: 9783498073947)

Gotteskind

 (5)
Erschienen am 22.01.2019
Cover des Buches Die rechte Hand des Schlafes (ISBN: 9783499273193)

Die rechte Hand des Schlafes

 (1)
Erschienen am 17.11.2017
Cover des Buches The Lost Time Accidents (ISBN: 9780857863539)

The Lost Time Accidents

 (1)
Erschienen am 02.06.2016
Cover des Buches Canaan's Tongue (ISBN: 1400033810)

Canaan's Tongue

 (0)
Erschienen am 08.08.2006
Cover des Buches Lowboy (ISBN: 9781433288012)

Lowboy

 (0)
Erschienen am 15.03.2012

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Neue Rezensionen zu John Wray

Neu

Rezension zu "Das Geheimnis der verlorenen Zeit" von John Wray

Ich empfand es als langweilig und wirr
Lilli33vor 3 Monaten

Gebundene Ausgabe: 735 Seiten

Verlag: Rowohlt Buchverlag (21. September 2016)

ISBN-13: 978-3498073640

Originaltitel: The Lost Time Accidents

Übersetzung: Bernhard Robben

Preis: 26,95 €

auch als E-Book und als Taschenbuch erhältlich


Ich empfand es als langweilig und wirr


An diesem Roman hat mich das im Klappentext erwähnte Thema Zeitreise gereizt. Leider ist sie zwar das A und O dieser Geschichte, spielt aber dennoch nicht wirklich eine Rolle. 


John Wray führt uns kreuz und quer durch das 20. Jahrhundert und pendelt dabei zwischen Europa und Amerika. Er bietet eine Armee äußerst skurriler Protagonisten auf, die ich keinesfalls ernst nehmen kann - witzig sind sie aber auch nicht.


Mich konnte dieser Roman leider überhaupt nicht abholen. Von Anfang bis Ende fand ich ihn relativ langweilig und ich habe mich von Seite zu Seite gequält. Diese Mischung aus Pseudowissenschaft, Familiengeschichte, realen Fakten und Fiktion war einfach nicht meins. 


★★☆☆☆


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Rezension zu "Gotteskind" von John Wray

Ein Gotteskind?
Buecherschmausvor 2 Jahren

John Wray, 1971 geborener Amerikaner mit österreichischen Wurzeln, hat mit „Gotteskind“ einen hochbrisanten Roman geschrieben, seinen fünften bereits.
Für eine geplante Reportage reiste der Autor 2015 nach Afghanistan. Die Lage vor Ort erwies sich allerdings als zu schwierig, so dass er, einmal dort, einer anderen Idee nachging, nämlich der eines Buchs über den „amerikanischen Taliban“ John Walker Lindh, der im Alter von 16 zum Islam konvertierte und 2001 bis zu seiner Verhaftung auf Seiten der Taliban kämpfte. Im Rahmen seiner Recherchen hörte er Gerüchte über ein amerikanisches Mädchen, das sich ebenfalls auf Seiten der Gotteskrieger kämpfte. Überprüfen ließ sich das Gerücht nicht, John Wray nahm es als Inspiration für den vorliegenden Roman.
Was bewegt einen jungen, im Westen sozialisierten Menschen dazu, einen solchen Weg einzuschlagen? Was lässt tiefempfundenen Glauben in fanatische Gewaltbereitschaft umschlagen? Wie geht eine solche Wesensveränderung vonstatten?
Das sind Fragen, die der Text stellt. Um es vorweg zu nehmen, er wird sie nicht befriedigend beantworten können. Aber das ist es auch nicht, was Wray anstrebt.
„Schreiben bedeutet, Fragen zu stellen und nicht, Fragen zu beantworten.“
Davon ist John Wray überzeugt.
Aden Grace Sawyer ist achtzehn, als sie beschließt, mit ihrem Freund Decker Yousafzai, dessen Familie pakistanische Wurzeln hat, in den Dschihad zu ziehen. Vom Leben in den USA gelangweilt, über dessen Oberflächlichkeit und Leere klagend, suchen sie die Reinheit und Strenge der wahren Lehre, wohl auch ein wenig Abenteuer. Bei Aden kommen die zerrütteten Familienverhältnisse hinzu. Der Vater lehrt Islamwissenschaften in Berkeley und hat seine Tochter schon früh mit der Glaubenslehre und der arabischen Sprache vertraut gemacht. Ihm wirft Aden aber Inkonsequenz und Zynismus vor, nachdem er seine Familie für eine andere Frau verlassen hat. Als Aden zum Islam konvertiert, ist er überrascht. Die Mutter leidet unter psychischen Problemen und ist Alkoholikerin. Keiner von beiden kann der Tochter Halt und Geborgenheit vermitteln. Der Fall ist fast schon ein wenig zu beispielhaft.
Bei ihrer Abreise geben Aden und Decker vor, zu Koranstudien nach Saudi-Arabien reisen zu wollen. Dabei ist der Besuch einer Medrese, einer strengen Koranschule, in Pakistan auf Vermittlung von den paschtunischen Verwandten Deckers bereits geplant. Hier in einer kleinen Dorfmedrese nahe Peschawar am Khyberpass erhält Aden nur Aufnahme, indem sie sich als den Jungen Suleyman Al-Na`ama ausgibt, die Brüste bandagiert, die Menstruation durch Hormontabletten unterdrückt. Trotzdem lebt sie natürlich in ständiger Gefahr, entlarvt zu werden. Doch das einfache, streng geregelte und vom Koranstudium bestimmte Leben erfüllt sie zunächst. Sie ist fasziniert von der „Schönheit der Strenge und Einfachheit“, erkennt Unterwerfung als „höchste Form der Liebe“ an. Der Mullah steht den gewaltbereiten Dschihadkämpfern kritisch gegenüber.
Was schließlich Aden bewegt, über die Grenze nach Afghanistan in ein Ausbildungslager für den bewaffneten Kampf zu gehen, wird nicht ganz klar. Ist es, weil Decker, der weniger am Koranstudium interessiert, weniger von der Reinheit des Glaubens erfüllt und schneller gelangweilt ist, eines Tages mit dem Anführer Ziar Khan diesen Weg beschreitet? Oder ist es die erotische Anziehung von Ziar Khan? Oder neigt Aden von Beginn an zur Gewalt? Das wird meiner Meinung nach nicht ganz klar. Jedenfalls beginnt mit diesem Schritt ein Weg des Grauens, der ständigen Angst vor dem Entdecktwerden, der Gewalt und Brutalität.
Erst allmählich wird klar, dass die Handlung im Jahr 2001 angesiedelt ist. Nachrichten über die islamistischen Anschläge in New York sickern auch bis in die afghanischen Bergregionen vor, einen Angriff amerikanischer Drohnen überlebt Aden nur knapp, die Situation spitzt sich zu.
Trotz der ganzen Dramatik, die immer brodelt, erzählt Wray eher ruhig und nüchtern, sehr dialogbetont. Sehr schön gelingen ihm immer wieder Beschreibungen der kargen Landschaft. Viel Raum gibt er auch den Reflexionen Adens und durch einen beständigen Wechsel von Innen- und Außenperspektive schafft er sehr differenzierte Charaktere. Dennoch konnte mir der Roman auch nicht ansatzweise erklären, warum nun Aden diesen Weg beschritten hat. Auch blieb mir das Geschehen weitgehend unglaubwürdig – kann man sich in einer solch engen, primitiven Gemeinschaft wirklich so verborgen halten? Was passiert, wenn man krank ist/verletzt wird?
Kann man diese Bedenken beiseiteschieben, liest man mit „Gotteskind“ nicht nur einen interessanten Roman über die Taliban, sondern auch einen gelungenen Mix aus Coming of age, Abenteuerroman und Thriller, der wirklich sehr spannend ist. Lediglich zum Schluss überreizt der Autor das Genre ein wenig – Rettung in letzter Minute –, lässt das Ende aber angenehm offen. Die Liebesgeschichte mit der nötigen Portion Erotik am Ende ist allerdings ziemlich daneben und diskreditiert nicht nur Adens Motivation und Haltung, sondern lässt den ganzen Roman bedrohlich kippeln. Aber da ist man, wie gesagt, bereits am Ende des Buches angelangt.

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Rezension zu "Gotteskind" von John Wray

Hochinteressantes Buch, unbequem aber lesenswert
PagesofPaddyvor 2 Jahren

„Gotteskind“ gehört zu jenen Büchern die direkt ins Auge stechen. Das Cover ist einfach aber genial, die Farbgebung kräftig und beeindruckend. Ein Cover das auffällt. Das was hinter dem Cover liegt ist ähnlich kräftig und beeindruckend. Autor John Wray ist ein Buch gelungen das sich so ganz anders gelesen hat als ich es anfangs gedacht hatte. Es ist gut lesbar aber trotzdem unbequem zu lesen. Seine Figuren habe ich mit großer Distanz wahrgenommen und dann aber wieder ganz intim und verletzlich. Eine gut abgeschmeckte Mischung. Ich hatte beim lesen das Gefühl das ich mich, von Seite zu Seite immer mehr, von der Hauptfigur Aden Grace Sawyer entferne. Ist sie mir anfangs schon fremd wird sie im Laufe der Handlung immer distanzierter, ihre Werte und Vorstellungen (die schon anfangs Distanz aufbauen) verursachen eine Unnahbarkeit die immer und immer stärker wird. Wenn man eine Geschichte über ein junges amerikanisches Mädchen liest, welches sich als junger Mann ausgibt und sich dem Dschihad anschließt dann kommt bei mir automatisch die Frage nach dem Warum? und dem Wieso?. Beides wird nicht wirklich erklärt. Die Figuren bleiben Schatten ihrer selbst. Ich hätte mir aber zumindest einen Erklärungsansatz und ein „wie kommt sie darauf?“ gewünscht. Grade den ersten Teil fand ich etwas sehr sperrig. Im Laufe der Handlung wird es aber besser und so entwickelt sich die Geschichte glaubwürdig und vor allem auch erschreckend. Wray hat es geschafft eine eigene Welt zu schaffen die zwar nicht wirklich greifbar ist aber die es zu entdecken gilt. Unaufgeregt aber immer sehr präzise schreibt er die Geschichte seine Figur und lässt den Leser am Ende vor allem mit einer gewissen Unruhe zurück.

 

FAZIT

Kein einfaches aber ein hoch interessantes Buch. So kräftig und beeindruckend wie das Cover, ist auch diese ungewöhnliche Geschichte. Lesenswert!

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