Doppeltes "Pech" für die Menschheit: ein global zu beobachtendes Himmelsschauspiel führt bei allen Betrachtern über Nacht zum Erblinden. Gleichzeitig befreit sich eine von Menschen designte Pflanze, die Triffid, aus der Herrschaft ihrer Züchter und Endverbraucher und macht Jagd auf sie. Sehr anschaulich schildert der Ich-Erzähler Bill Masen, der durch Zufall dem weltweiten Erblinden entgangen ist, die ersten Tage und Wochen dieser Katastrophe, in der die menschliche Zivilisation schlichtweg untergeht. Die wenigen Sehenden sind nicht in der Lage, der überwältigenden Masse an Blinden und Hilflosen zu helfen. Mitzuerleben, mit welch unterschiedlichen Ansätzen und Ideen die wenigen Sehenden versuchen, diese Krise zu bewältigen, macht den Reiz dieser Geschichte aus. Leider hat es der Autor nicht geschafft, aus den wenigen Hauptpersonen Charaktere zu formen, mit denen man mitfiebern könnte. Das Personal bleibt für mich leider seltsam blass und unzugänglich. Insgesamt ein guter Roman dem ich knappe 4 Sterne gebe.
John Wyndham
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von John Wyndham
Die Triffids
Es geschah am Tage X
Die Kobaltblume,
Wem gehört die Erde?
Das versteckte Volk
Ärger mit der Unsterblichkeit: Roman
Ärger Mit Der Unsterblichkeit,
Neue Rezensionen zu John Wyndham
Das Buch:
Was wäre wenn Außerirdische sich in unser Leben drängen würden? Diese Frage beschäftigt die Menschen überall auf der Erde, als merkwürdige rote Kugeln am Himmel auftauchen. Vermehrte Schiffsunglücke häufen sich, die Menschen hinterfragen ihr Dasein und haben Angst.
Eindringliche Erzählung, manchmal etwas schwierig und lang erzählt, aber mit einem interessanten, aufwühlenden Thema
Der Roman stammt aus dem Jahre 1951 und ist in mancher Hinsicht ein Kind seiner Zeit (wie die Triffids entstanden sind z.B.).
Es handelt sich um eine dystopischen Roman. Durch das Betrachten eines Kometenschwarms sind nahezu alle Menschen erblindet. Nur eine Handvoll Menschen haben durch den ein oder anderen (un)glücklichen Zufall ihre Sehkraft behalten. Viele Überlebende - vor allem Erblindete wie es scheint - erkranken und sterben kurze Zeit später an einer rätselhaften Krankheit. Außerdem müssen sie sich der Triffids erwehren.
Triffids sind Pflanzen, die anscheinend überall Lebensbedingungen finden, sich fortbewegen (!) können und einen äußerst gefährlichen Giftstachel besitzen. Da sich die Pflanze sehr gut zur Gewinnung von Ölen und als Tierfutter eignet, ist sie weitverbreitet. Obwohl diese Pflanzen der Namensgeber des Romans sind, stehen sie nicht im Mittelpunkt. Wyndham ging es viel mehr darum, wie sich die Überlebenden nach einer solchen Katastrophe neu organisieren können; welche Gesellschaftsentwürfe aufeinandertreffen.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Das britische Understatement zieht sich wie ein roter Faden durch alle Kapitel. Die Diskussionen darüber, wie ein Überleben am besten gesichert werden kann, nehmen viel Raum ein und regen zum Nachdenken an. Schön zu sehen, wie sich der Gedanken, dass das Land die Stadt ernährt durchsetzt.
Thematisch passt der Roman auch mehr als 70 Jahre später immer noch gut in die Zeit. Klar, wie eingangs gesagt, man merkt an einigen Stellen, dass das Buch aus den 1950er stammt. Von mir eine Leseempfehlung.
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