John le Carré

 3,7 Sterne bei 849 Bewertungen
Autor von Der Spion, der aus der Kälte kam, Marionetten und weiteren Büchern.

Lebenslauf von John le Carré

John le Carré, eigentlich David John Moore Cornwell, wurde am 19. Oktober 1931 im englischen Poole geboren. Die Mutter verlässt die Familie, als der Sohn fünf Jahre alt ist. Sein Vater saß mehrfach wegen Betrugs und anderer Delikte im Gefängnis, weshalb John le Carré und sein Bruder im Internat lebten. Der Roman A Perfect Spy, zu dt. „Ein blendender Spion“, verarbeitet die Beziehung zum Vater autobiografisch. In der Schweiz und in Oxford beginnt John le Carré als 16-Jähriger das Studium in Germanistik und Neue Sprachen. Bevor er Schriftsteller wird, arbeitete er für den britischen Nachrichtendienst, der den Verdacht hat, dass die Sowjetunion unter den Studenten Spione rekrutiert. Die Themen des Kalten Krieges und die Ost-West Beziehungen zeichnen bis in die 80er- Jahre seine Literatur. Für den Roman „Der Spion, der aus der Kälte kam“, wird er vom Bau der Mauer in Berlin inspiriert. Den Roman schreibt John le Carré in weniger als eine Woche, der Roman wird so erfolgreich, dass le Carré nun vollends als Schriftsteller arbeiten kann. Seither zählt der Autor als einer der international berühmtesten Schriftsteller des anspruchsvollen Spionageromans. In diesen werden oftmals detailliert recherchierte Figuren beschrieben. Thematisch schneiden sie den Zwiespalt von Gesellschaften und deren politischen Mitteln, um ein bestimmtes Vorhaben zu erreichen – an diesen politischen Systemen äußert er Kritik.

Am 12. Dezember 2020 ist John le Carré gestorben.

Neue Bücher

Cover des Buches Silverview (ISBN: 9783550202063)

Silverview

Erscheint am 18.10.2021 als Hardcover bei Ullstein Buchverlage.

Alle Bücher von John le Carré

Cover des Buches Der Spion, der aus der Kälte kam (ISBN: 9783548061832)

Der Spion, der aus der Kälte kam

 (82)
Erschienen am 22.10.2019
Cover des Buches Der ewige Gärtner (ISBN: 9783471780787)

Der ewige Gärtner

 (63)
Erschienen am 22.03.2001
Cover des Buches Marionetten (ISBN: 9783939716815)

Marionetten

 (66)
Erschienen am 06.09.2010
Cover des Buches Verräter wie wir (ISBN: 9783548288079)

Verräter wie wir

 (58)
Erschienen am 15.07.2016
Cover des Buches Das Vermächtnis der Spione (ISBN: 9783548061818)

Das Vermächtnis der Spione

 (55)
Erschienen am 22.10.2019
Cover des Buches Empfindliche Wahrheit (ISBN: 9783550080364)

Empfindliche Wahrheit

 (53)
Erschienen am 18.11.2013
Cover des Buches Das Russlandhaus (ISBN: 9783548607207)

Das Russlandhaus

 (46)
Erschienen am 01.10.2006
Cover des Buches Die Libelle (ISBN: 9783471780916)

Die Libelle

 (42)
Erschienen am 01.10.2003

Neue Rezensionen zu John le Carré

Cover des Buches Der Spion, der aus der Kälte kam (ISBN: 9783548061832)Stephanuss avatar

Rezension zu "Der Spion, der aus der Kälte kam" von John le Carré

Einer der besten Spionage-Thriller
Stephanusvor 2 Monaten

Alex Leamas arbeitet im Büro des britischen Geheimdienstes in Berlin während des Kalten Krieges.  Immer mehr britische Agenten werden in letzter Zeit durch den DDR-Geheimdienst ausgeschaltet und Erfolge bleiben aus. Auf der Suche nach einer undichten Stelle setzen ihn seine Vorgesetzten direkt auf seinen Gegenspieler im DDR-Geheimdienst Mundt an und verfolgen den Plan, dass ein sozialer Abstieg erfolgen soll, damit er ein interessantes Ziel für eine Anwerbung durch den DDR-Geheimdienst wird. Leamas lässt sich darauf ein, erkennt aber schon bald, dass nun ein doppeltes Spiel mit ihm selbst gespielt wird. Um sein Leben zu retten wird er selbst aktiv und agiert geschickt in einem tödlichen Agentenspiel der Supermächte.

 

Ein sehr spannender und gelungener Roman über Spionage und Verrat wird vom Autor konstruiert. Dabei erweist sich dieser als Meister der Konstruktion und Schaffung von Spannung. Stil und Sprache sind schlicht und zweckmäßig und auch die Charakterdarstellungen sind nicht besonders detailliert. Dies stört aber nur gering, da eine der besten Spionageschichten, die ich gelesen habe, entwickelt wird. Ein immer noch lesenswertes Buch voll Spannung und mit einer akribisch ausgearbeiteten, logischen Handlung.

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Cover des Buches Federball (ISBN: 9783550200540)Josseles avatar

Rezension zu "Federball" von John le Carré

Diesmal leider nur Durchschnitt
Josselevor 2 Monaten

Dieser Roman ist der letzte, den John le Carré geschrieben hat. Er ist im Jahr 2019 erschienen und er steht schon seit dieser Zeit in meinem Regal. Als großer le Carré Anhänger habe ich ihn unberührt gelassen in der vergeblichen Hoffnung, es würde doch noch ein weiterer erscheinen, bevor le Carré das Zeitliche segnet. So ist das nun auch der letzte Roman, den ich von ihm lesen gelesen habe, es sei denn findige Verwandte finden noch ein Manuskript oder ähnliches.

Wie nicht selten beim älteren le Carré ist der Protagonist ein Spion, der seine besten Zeiten bereits hinter sich hat, reich an Erfahrungen, guten wie schlechten, und entsprechend desillusioniert. In diesem heißt er Nat und kehrt nach Jahren an ausländischen Botschaften nach London zurück, wo er die Leitung einer Nebenstelle der Russlandabteilung übernimmt, die als Ruheplatz für abgehalfterte Agenten dient, die „Oase“.

In seinem Badminton-Club wird Nat von Ed Shannon herausgefordert und die beiden spielen fortan einmal die Woche gegeneinander. In den Gesprächen nach den Matches motzt Ed regelmäßig gegen Trump und den Brexit. Damit bringt er seinen Freund Nat erkennbar in die Bredouille, der Eds Meinung zwar teilt, aber andererseits als beamteter Agent loyal zu seinem Land stehen sollte und möchte. Schließlich muss sich Nat gar zwischen Land und Ed entscheiden…

Sprachlich ist der Meister des Spionageromans nach wie vor in Bestform, was im Deutschen sicher auch de Übersetzer Peter Torberg zu verdanken ist. Der Fall an sich könnte allerdings deutlich mehr Spannung vertragen und hätte ein weniger unwahrscheinliches Ende verdient gehabt. Drei Sterne von mir.

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Cover des Buches Federball (ISBN: 9783548063287)E

Rezension zu "Federball" von John le Carré

Brexit und Verrat
evaczykvor 7 Monaten

Vor wenigen Wochen starb John LeCarré, Altmeister des intelligenten Spionageromans. Höchste Zeit also, dass ich endlich "Federball", seinen schon 2019 erschienenen letzten Roman aus meinem Stapel ungelesener Bücher klaubte und las. Ganz klar: Auch hoch in den 80-ern schrieb LeCarré so bissig, abgeklärt und mit einer Prise britischen Humors, wie seine Leser es von ihm kennen. 

Mit George Smiley und dem Spion, der aus der Kälte kam hat LeCarré schon vor Jahrzehnten Klassiker zum Kampf der Geheimdienste im Kalten Krieg geschrieben. Nun ist der Kalte Krieg ja ebenfalls schon ein paar Jährchen vorbei. Was heißt das für die alten Haudegen des "Circus"? Und wo verlaufen die neuen Frontlinien der Schlapphüte? Der überzeugte Europäer LeCarré bringt in seinem letzten Roman den Brexit ins Spiel, aber auch das unter Putin wieder mit Misstrauen betrachtete Russland und Trumps Amerika.

Ich-Erzähler Nat gehört als operativer Geheimdienstmitarbeiter mit Ende 40 schon zum alten Eisen. Jahrelang führte er als angeblicher Diplomat Agenten und Quellen in den Ländern, die vielleicht nicht mehr hinter dem Eisernen Vorhang liegen, aber in denen noch reichlich russische Interessen vorhanden sins: Moskau und Prag, Budapest und zuletzt Tallinn. Nun soll eine neue, administrativere Aufgabe für ihn gefunden werden. Nat, das alte Schlachtross, ist not amused, auch wenn die Arbeit im heimischen London die  Möglichkeit bietet, nicht wie bisher der abwesende Ehemann und Vater zu sein  - auch wenn das ebenfalls zur Herausforderung werden kann.

Nat spürt die Entfremdung, die wohl alle kennen, die lange Jahre außerhalb ihres ursprünglichen Herkunftslandes gelebt haben - neue Wörter, die er nie gehört hat, Anspielungen zu Gegenwarts- und Poopkultur, die ihm nichts sagen. Immerhin, er kann wieder regelmäßig seinem Lieblingssport Badminton nachgehen. In seinem Sportclub trifft er auch erstmals auf Ed, den mürrischen, einzelgängerischen und ebenfalls Badminton-begeisterten jungen Mann, der unbedingt gegen ihn spielen will. Beim Bier geht es um Brexit und Trump, Ed hasst beides, ist überzeugter Europäer, der insbesondere Deutschland liebt.

Beruflich befasst sich Nat in London mit einem mutmaßlichen russischen Schläfer, der zum Doppelagenten umgedreht werden soll. Als dieser mitten in einer Londoner Hitzewelle aktiviert werden soll, um Moskau eine neue Quelle zuzuführen. steigt nicht nur auf den Straßen die gefühlte Temperatur. Nat ist sicher: Die geheimnisvolle "Valentina", russische Geheimdienstgröße aus bester Tschekisten-Familie, will höchstpersönlich den unbekannten Verräter anwerben und ihm auf den Zahl fühlen. Die umfangreiche Gegenoperation der Briten endet für Nat mit einer Überraschung, die seine gesamte berufliche Existenz auf die Kippe stellt.

Schon der Tonfall Nats als Erzähler lässt erkennen, dass er bei seinen Oberen, der "verehrten Kollegen", in Ungnade gefallen sein muss, dass er ein Mann mit moralischem Kompass ist, der ähnlich wie sein Sportsfreund Ed für den Brexit und nationalen Isolationskurs wenig übrig hat. Für Karriere-Bürokraten hat er eine Mischung aus Verachtung und Ironie übrig - und mit Ehefrau Prue, einer Menschenrechtsanwältin, die sich aktuell dem Kampf gegen Pharmakonzerne verschrieben hat, eine starke Frau an seiner Seite, die sich nicht nur im Privatleben als wichtige Partnerin erweist. 

Ein bißchen altersmilde ist LeCarré also doch geworden im Vergleich zum Umgang mit George Smiley - dessen Ehefrau ging schließlich mit seinem größten Konkurrenten und Verräter ins Bett. Und auch das Ende ist, verglichen mit anderen Romanen des Autors, fast schon versöhnlich-mild. Dazwischen aber zeigt sich LeCarré einmal mehr als Meister von Verrat, Intrige und Doppelspiel voller Biss und Ironie.

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Gespräche aus der Community

John le Carré ist einer meiner Lieblingsautoren. Bis auf Federball, das noch im Regal steht, habe ich alle seine Bücher gelesen. Nun ist er leider am 12.12.2020 verstorben. Mir gefallen an seinen Büchern der trockene englische Humor, den er immer wieder durchscheinen lässt und die Komplexität der seiner Geschichten. Ohne auf plumpe Gewalt oder ständige Cliffhanger zu setzen, erzeugt er so eine oft eine in der Luft hängende, in den Zeilen durchscheinende  Spannung. Da geht es viel um das Dilemma zwischen Loyalität zum Dienst, dessen Glaubwürdigkeit und dem Gefühl, nur benutzt zu werden.

Schon jahrelang bin ich auf der Suche nach einem ihm ebenbürtigen Schriftsteller im Genre der Spionageromane, habe ihn aber bisher nicht gefunden.

Deshalb würde mich folgendes interessieren:

Was haltet Ihr von John le Carré Büchern? Welche haben Euch gefallen, welche nicht?

Habt Ihr Tipps für meine Suche?
 Wobei ich dazu sagen möchte, dass ich an Büchern, deren Inhalt hauptsächlich aus der  Beschreibung von Gewalt besteht und solchen, deren Protagonisten unverwundbare Helden auf der „guten“ Seite sind, wie z.B. James Bond, nicht interessiert bin. Schwarz-weiß ist nicht so mein Fall.

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Zum Thema
Mein Buchregal platzt aus allen Nächten.
Daher möchte ich ein paar meiner Krimis (Zustand neuwertig) ein neues Zuhause geben.
Falls jemand Interesse hat, dann bitte hier melden.
Bei mehreren Anfragen wird gelost. 
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Zusätzliche Informationen

John le Carré wurde am 19. Oktober 1931 in Poole geboren.

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