John le Carré

 3.7 Sterne bei 808 Bewertungen
Autor von Der Spion, der aus der Kälte kam, Marionetten und weiteren Büchern.

Lebenslauf von John le Carré

John le Carré, eigentlich David John Moore Cornwell, wurde am 19. Oktober 1931 im englischen Poole geboren. Die Mutter verlässt die Familie, als der Sohn fünf Jahre alt ist. Sein Vater saß mehrfach wegen Betrugs und anderer Delikte im Gefängnis, weshalb John le Carré und sein Bruder im Internat lebten. Der Roman A Perfect Spy, zu dt. „Ein blendender Spion“, verarbeitet die Beziehung zum Vater autobiografisch. In der Schweiz und in Oxford beginnt John le Carré als 16-Jähriger das Studium in Germanistik und Neue Sprachen. Bevor er Schriftsteller wird, arbeitete er für den britischen Nachrichtendienst, der den Verdacht hat, dass die Sowjetunion unter den Studenten Spione rekrutiert. Die Themen des Kalten Krieges und die Ost-West Beziehungen zeichnen bis in die 80er- Jahre seine Literatur. Für den Roman „Der Spion, der aus der Kälte kam“, wird er vom Bau der Mauer in Berlin inspiriert. Den Roman schreibt John le Carré in weniger als eine Woche, der Roman wird so erfolgreich, dass le Carré nun vollends als Schriftsteller arbeiten kann. Seither zählt der Autor als einer der international berühmtesten Schriftsteller des anspruchsvollen Spionageromans. In diesen werden oftmals detailliert recherchierte Figuren beschrieben. Thematisch schneiden sie den Zwiespalt von Gesellschaften und deren politischen Mitteln, um ein bestimmtes Vorhaben zu erreichen – an diesen politischen Systemen äußert er Kritik.

Alle Bücher von John le Carré

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Cover des Buches Der Spion, der aus der Kälte kam (ISBN: 9783548061832)

Der Spion, der aus der Kälte kam

 (78)
Erschienen am 22.10.2019
Cover des Buches Der ewige Gärtner (ISBN: 9783471780787)

Der ewige Gärtner

 (63)
Erschienen am 22.03.2001
Cover des Buches Marionetten (ISBN: 9783939716815)

Marionetten

 (66)
Erschienen am 06.09.2010
Cover des Buches Verräter wie wir (ISBN: 9783548288079)

Verräter wie wir

 (56)
Erschienen am 15.07.2016
Cover des Buches Das Vermächtnis der Spione (ISBN: 9783548061818)

Das Vermächtnis der Spione

 (55)
Erschienen am 22.10.2019
Cover des Buches Empfindliche Wahrheit (ISBN: 9783550080364)

Empfindliche Wahrheit

 (53)
Erschienen am 18.11.2013
Cover des Buches Das Russlandhaus (ISBN: 9783548607207)

Das Russlandhaus

 (44)
Erschienen am 01.10.2006
Cover des Buches Die Libelle (ISBN: 9783471780916)

Die Libelle

 (41)
Erschienen am 01.10.2003

Neue Rezensionen zu John le Carré

Neu

Rezension zu "Unser Spiel" von John le Carré

Unser Spiel ...
P_Gandalfvor 16 Tagen

... spielt Mitter der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Die Sowjetunion ist zerfallen, der kalte Krieg beendet. Tim Cramer und Larry Pettifer - britische Agenten - werden in den Ruhestand versetzt. Während Cramner sich in einem beschaulichen Leben in Somerset zusammen mit seiner jungen Geliebten Emma einrichtet, ist Pettifer von der Unterdrückung der moslemischen Minderheiten im Kaukasus aufgebracht. Und so beginnt er zusammen mit seinem russischen Pendant - einem Tschechen - ein gewagtes Spiel, in das er auch Emma, Cramners Geliebte einbezieht.

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Der Roman wird aus Cramners Sicht erzählt und quält sich im ersten Drittel doch die Vergangenheit Cramners und Pettifers. Cramner selber wird von der Polizei und dem Geheiminsdienst verdächtigt, mit Pettifer gemeinsam Russland um mehrere Millionen Dollar erleichtert zu haben.

Dieser Teil ist für den Roman wichtig und der Leser erfährt einiges über die Führung von Agenten und in speziellen Doppelagenten.

Im zweiten Drittel, als Cramner zum Untertauchen gezwungen wird, bekommt der Roman mehr Fahrt und ist streckenweise spannend. 

Im letzten Drittel, als Cramner Emmas und Pettifers Spuren folgt, wird der Roman richtig gut.

Sprachlich ist nicht auszusetzen. Die Personen sind glaubwürdig und gut getroffen. Cramner ist aber niemand, mit dem sich identifiziert.

Dem Autor geht es denn auch viel mehr um die Position des Westens gegenüber der Unterdrückung von Minderheiten in der post-sowjetischen Zeit als um einen Thriller. Während des Kalten Krieges hatte der Westen seine moralische Position als Bewahrer der Freiheit und Unterstützer von Minderheiten betont, um in den 90er Jahren sich davon abzuwenden. Ob im Kaukasus oder im zerfallenden Jugoslawien oder anderswo auf der Welt. Le Carré geht mit Washington und London hart ins Gericht. Etwas, was in in dem später erschienenen Roman "Marionetten" fortsetzt. 

Heute 25 Jahre später hat sich nicht viel geändert. Der Tschetschenien Konflikt ist immer noch nicht gelöst. Allerdings nicht mehr so präsent wie damals.  

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Fazit: 

Ein gutes Buch mit Tiefgang. 

Einen Stern Abzug weil der Roman seine Längen hat und nicht wirklich fesseln kann.

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Rezension zu "Federball" von John le Carré

Gut, allerdings langsam und ausufernd
Gwhynwhyfarvor 18 Tagen

«Lassen Sie mich an dieser Stelle festhalten, … dass der Brexit allerdings schon lange ein rotes Tuch für mich ist. Ich bin durch und durch Europäer.»


Ein leiser Spionagethriller, der von Politikern erzählt, die ihre Bevölkerung belügen, was das Zeug hält, nur um des eigenen Vorteils und Ruhms willen. Warum heißt der Roman eigentlich Federball? Es geht ja um Badminton! Der Originaltitel lautet «Agent Running in the Field». Der Plot zieht sich langsam und ausufernd, nichts für Actionliebhaber, das sei gleich gesagt, es braucht an die 200 Seiten, bis der Leser versteht, wohin die Marschrichtung laufen mag. Aber die Geschichte ist gut. Es geht letztendlich um die Zerrissenheit von Großbritannien, das sich dem großen Bruder in Übersee anbiedert, durch eine Regierung von Narzissten.


«… einem zehntklassigen Minderheitskabinett der Tories … einem verfluchten Narzissten von elitärem Eton-Absolventen … der nicht eine einzige feste Überzeugung zu bieten hätte, mal abgesehen von seinem eigenen Fortkommen»


Nat, wie le Carrés Protagonist heißt, ist zwar erst 47 Jahre alt, rechnet aber mit seiner Entlassung aus dem Geheimdienst ins Rentnerdasein. Zurück London will der Russlandspion, der getarnt als Diplomat agierte, nun an der Seite seiner Frau Prue, einer Menschenrechtsanwältin, sein Leben genießen und ausgiebig Badminton spielen. Statt desssen bietet man ihm in der Hauptstadt an, eine (Gurken)Gruppe zu leiten: «Mülldeponie für umgesiedelte Überläufer ohne Wert und für fünftklassige Informanten auf dem absteigenden Ast». Die Nebenstelle liegt versteckt in einem schmuddligen Stadtteil und nennt sich «Oase». Sie sollen den Maulwurf enttarnen, der brisantes Geheimdienstmaterial an die Russen weitergibt. Nat wird eine junge, schnittige Agentin an die Seite gestellt, die eine interessante Idee verfolgt, der Nat zunächst skeptisch gegenübersteht, die dann zugegeben ihre eigene Dynamik bekommt. Beim Badminton lernt Nat Ed kennen, der den Vereinsmeister Nat, zum Duell herausfordert. Eine Sportfreundschaft entwickelt sich mit dem sympathischen Ed, ein hitzköpfiger junger Mann, ein zutiefst überzeugter Europäer, der auf den Brexit und auf Donald Trump schimpft, den er für einen Faschisten hält. Und genau diese Sportfreundschaft, die aus Spielen und dem Drink danach besteht, kristallisiert sich zum Problem.


«Entweder ist Europa am Arsch oder jemand mit Eiern in der Hose findet ein Mittel gegen Trump.»


Nats Truppe ist einer Formation auf der Spur, einer angloamerikanischen Kooperation ist, die das Ziel hat, sozialdemokratische Institutionen und internationale Handelsabkommen der Europäischen Union zu sabotieren. Sie ist verantwortlich für eine weitreichende Flut an «Fake News» zur EU und dem Brexit. Großbritannien geht Trump zur Hand, verlässt sich im Gegenzug dafür auf optimale Freihandelszusagen nach dem Brexit. John le Carré beschreibt aber auch den großen Generationskonflikt in Großbritannien, der auf verschiedenen Ebenen abläuft. Net lässt sich von der jungen Kollegin überzeugen, hört Ed zu und Tochter Steff gibt Papa ziemlich viel Saures, ist politisch engagiert, lässt ihn ein Buch über die Erderwärmung lesen. Ein Agentenroman mit Actionszenen ist dies nicht. Im Gegenteil, der Plot schleppt sich im Schneckentempo dahin. Ein politischer Roman, ein intelligentes Thema mit aktuellen Bezügen. Ein wenig mehr Drive und Kürzung hätten dem Buch gutgetan. Auf jeden Fall ist dies ein Spionagethriller für geduldige Leser.

https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/federball-von-john-le-carre-rezension.html

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Rezension zu "Federball" von John le Carré

Verwirrungen im Geheimdienst - schwach umgesetzt!
Callsovor einem Monat

Riesige Enttäuschung, leider überhaupt nicht mein Buch.

Natürlich John le Care ist ein verdienter Altmeister, leider habe ich mir mit diesem Buch keinen Gefallen getan.

Verwirrend, seltsam formuliert, komische Schachtelsätze und einer Story, der ich nicht folgen konnte oder möchte. Die Sprache und Umsetzung beim Geheimdienst waren für mich schwer zu entziffern, ich habe den Code einfach nicht geknackt.

Ich habe immer darauf gewartet, dass Spannung aufkommt, leider vergebens. Gut, in den letzten zehn Seiten wird es ein klein wenig dramatischer, aber viel zu wenig für einen prallen Roman.

Buchtitel, Buchcover und die private Ausrichtung mit Badminton/Federball fand ich ganz verlockend, leider war die Geschichte und die handelnden Personen für mich überhaupt nicht griffig.

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Gespräche aus der Community

Neu
Cover des Buches Dame, König, As, SpionK
Mein Buchregal platzt aus allen Nächten.
Daher möchte ich ein paar meiner Krimis (Zustand neuwertig) ein neues Zuhause geben.
Falls jemand Interesse hat, dann bitte hier melden.
Bei mehreren Anfragen wird gelost. 
14 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

John le Carré wurde am 19. Oktober 1931 in Poole geboren.

Community-Statistik

in 918 Bibliotheken

auf 42 Wunschlisten

von 31 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

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