John le Carré Empfindliche Wahrheit

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Inhaltsangabe zu „Empfindliche Wahrheit“ von John le Carré

In der britischen Kolonie Gibraltar findet eine streng geheime Anti-Terror-Operation statt: Ein islamistischer Waffenkäufer soll entführt werden. Die Drahtzieher: Fergus Quinn, ein hochrangiges Regierungsmitglied, und Jay Crispin, Chef einer internationalen Sicherheitsfirma. Toby Bell, ein Mitarbeiter Quinns, stolpert über die geheime Aktion. Irgendetwas ist an der Sache faul und soll vertuscht werden. Seine Nachforschungen bringen ihn in eine gefährliche Lage. Toby muss sich zwischen seinem Gewissen und der Verpflichtung gegenüber dem britischen Geheimdienst entscheiden. John le Carrés neuer Roman ist hochaktuell und brisant. In England stieg „Empfindliche Wahrheit“ sofort auf Platz eins der Bestsellerliste ein.

Eigentlich spannende Geschichte, aber nicht immer überzeugend erzählt.

— soetom
soetom

Sehr komplexe und vielschichtige Geschichte

— Langeweile
Langeweile

Glaubwürdige Charaktere, spannende, aber realistische Handlung, hervorragender Stil (im Englischen), unterhaltsam und informativ - echt gut!

— thrillchillfritz
thrillchillfritz

Mich konnte die Geschichte nicht fesseln, obwohl ich das Thema sehr interessant finde.

— Buecherwurm1973
Buecherwurm1973

Whistleblower leben gefährlich, das weiß man spätestens seit Edward Snowden. Ein Roman erschreckend real und auf der Höhe der Zeit. LESEN!

— Baerbel82
Baerbel82

Unter dem Decknamen Paul Anderson wird der im Innendienst des Außenministeriums arbeitende Christopher Probyn zu einer geheimen Mission nach

— urmeli
urmeli

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Der zweite Reiter

Spannender Fall und gute Atmosphäre. Der Dialekt hat mich leider beim Lesen sehr gestört

Fleur91

Wildfutter

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Obwohl es sich hierbei um einen Kriminalroman handelt, ist dieses Buch doch überraschend lustig.

Leseratte18

Schockfrost

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stzemp

Ich soll nicht lügen

Sehr packend, man rätselt bis zum Ende, wer nun die Wahrheit sagt und wer lügt. Jedoch mir ein bisschen zu verworren.

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Spannend ohne Längen mit sympathischen Protagonisten. Für meinen Geschmack etwas zu actionbeladen, dennoch klare Leseempfehlung

antonmaria

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  • Themen
  • Empfindliche Wahrheit

    Empfindliche Wahrheit
    Langeweile

    Langeweile

    01. March 2016 um 16:33

    Ich habe bisher noch kein Buch dieses Autors gelesen,vielleicht fiel es mir deshalb so schwer mich an seinen Schreibstil zu gewöhnen. Die Geschichte beginnt in Gibraltar,wo ein islamistischer Waffenkäufer entführt wird. Der Protagonist Toby Bell ,Mitarbeiter eines hohen Regierungsmitglieds ,muß sich zwischen seinen dienstlichen Anweisungen und seinem Gewissen entscheiden,was ihn in immer größere Schwierigkeiten bringt. Dem Autor gelang es bis zum Schluß einen hohen Spannungsbogen zu halten ,man wurde erschreckend deutlich auf den Bezug zur Realität gestoßen. Fazit: Eine spannende ,wenn auch schwierig zu lesende Geschichte. Buchtitel: Empfindliche Wahrheit

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  • nicht überzeugend

    Empfindliche Wahrheit
    Yagmur

    Yagmur

    25. February 2016 um 11:17

    Inhalt Eine streng geheime Anti-Terror-Operation findet in Gibralter statt. Sie wird von Fergus Quinn, der ein hochrangiges Regierungsmitglied ist, und Jay Crispin, der Chef einer internationalen Sicherheitsfirma, geleitet. Bei dieser geheimen Operation soll ein islamistischer Waffenkäufer entführt werden. Quinns Mitarbeiter, Toby Bell, wird schnell klar, dass die Operation nicht einwandfrei verlaufen ist. Er bereitet Nachforschungen, die ihn in eine gefährliche Lage bringen. Meinung "Empfindliche Wahrheit" ist das erste Buch von John le Carré, welches ich gelesen habe. Und leider muss ich auch hinzufügen, dass es mich nicht vom Hocker gehauen hat. Es hat mich vielmehr enttäuscht. Als ich die erste Hälfte des Buches schon gelesen hatte, ist das Lesen immer noch zäh und holprig für mich gewesen. Ich konnte mich mit seinem Schreibstil nicht anfreunden. Obwohl mich das politische Thema angesprochen hat, ist es unter dem Schreibstil bedauerlicherweise untergegangen. Ich musste die Geschichte konzentriert lesen, damit ich so vom Inhalt etwas mitbekomme. Daher habe ich das Lesen sehr anstrengend empfunden.Zwischendruch habe ich auch das Gefühl bekommen, das Buch zu zuklappen und wegzulegen. Aber da ich es in einer Leserunde las, habe ich mich doch hin und wieder durch die Seiten gequält. Die zweite Hälfte des Buches ist angenehmer gewesen. Ich konnte teilweise flüssig lesen und bin kaum über die ein oder andere Stelle gestolpert. Die direkte, offene Wortwahl hat mir gefallen und ist authentisch gewesen.Dennoch frage ich mich: Wieso hat John le Carré nicht zu Beginn diesen Schreibstil verwendet, den er in der zweiten Hälfte des Buches benutzt? Es hätte vieles leichter gemacht. Zu dem erschwerten Lesen kommen noch starke Sprünge zwischen den Handlungen hinzu, die viel Konzentration verlangen. Damit habe ich auch Probleme gehabt und konnte schließlich dem Inhalt schwer folgen. Mit Mühe und Not habe ich das Buch doch noch zu Ende gelesen. Das Ende ist offen gestaltet. Ich hätte es besser empfunden, wenn es abgerundet wäre. Oder auch ein Epilog wäre angemessen gewesen. Aber so lässt die Geschichte am Ende den Leser mit viel zu offenen Fragen zurück, was zur Unzufriedenheit führt. Die Charaktere Kit und Toby sind zwar ganz in Ordnung, aber ich konnte mich nicht mit ihnen sympathisieren. Des Weiteren finde ich ihre Verhaltensweisen zu leichtsinnig und ihre Beweggründe sind mir nicht schlüssig gewesen. Die beiden sind mir einfach zu naiv und blauäugig. Das führt dazu, dass sie unrealistisch wirken und künstlich dargestellt sind. Letzten Endes bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass John le Carre nichts für mich ist. Mir hat das Buch den Eindruck verleiht, dass man entweder mit John le Carres Schreibstil zurecht kommt oder nicht. Leider gehöre ich zu der zweiten Gruppe. Mich konnte das Buch nicht so begeistern, wie ich es mir erhofft habe. Folglich habe ich auch bedenken, erneut auf ein von John le Carrés Buch zu greifen und zu lesen. In Zukunft vermeide ich wohl seine Bücher eher. Schade eigentlich, denn die Themen klingen schon interessant. Fazit Ein interessantes Buch, das durch das erschwerte Lesen und dem gewöhnungsbedürftigen Schreibstil leider untergeht. Leider konnte es mich nicht überzeugen.

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  • Spionage vom Altmeister

    Empfindliche Wahrheit
    wusl

    wusl

    27. December 2015 um 14:30

    Le Carré erfindet sein Genre nicht neu, aber diesmal hat er durchaus einen erfrischend jungen Erzählton für diesen Spionagethriller gewählt. Ich gebe zu, mir ist es an manchen Stellen ein bisschen zu humurvoll und das Augenzwinkern hätte manchmal gerne einem kräftigen Schußwechsel weichen dürfen. Aber vielleicht ist ja ein Spionagethriller doch mehr etwas unblutiges mit viel Hintergründigem und Unterschwelligem. Das Tempo war anfangs gemächlich und man hatte Zeit, sich in die Zeit, die Orte und die Personen einzufinden. Dann beginnt ein Verwirrspiel, in dem jeder sein eigenes Spiel zu spielen scheint, manch einer die Seiten wechselt oder man glaubt es zumindestens und der erste Schein gerne mal trübt. Jeder belügt jeden, die Moral bleibt allerorten auf der Strecke. Auch Minister und andere hohe Tiere nutzen ihre Macht und spinnen Intrigen. Es gibt natürlich ein paar Tote und es drohen Enttarnung und Kriegsausbruch. Ich habe das Buch zügig durchgelesen, was für die Handlung auch besser ist, da man sonst schon mal den Faden verlieren könnte. Für mich war es etwas zu verkopft um die volle Punktzahl zu bekommen. Aber der gute Schreibstil des Autors und sein hervorragendes Wissen über Politik und Machtstrukturen, über Geheimdienste und menschliche Abgründe machen das Buch trotzdem zu einer interessanten Lektüre, die meiner Meinung nach mal wieder das Potential zur Verfilumung hat. Gute 4 Sterne von mir.

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  • Empfindliche Wahrheit

    Empfindliche Wahrheit
    anyways

    anyways

    29. September 2015 um 20:57

    John le Carré war noch nie ein nur „bequemer“ Autor, bei seinen bisherigen Büchern musste man immer mitdenken, unausgesprochenes hinzudichten oder das wüste Knäuel an Fallverstrickungen auseinander wirren. In seinem neuesten Werk übertrifft sich der ungekrönte Meister des Spionageromans aber enorm, und das meine ich nicht im positiven Sinne. Woran liegt es das ich zu so einem Fazit kommen, zum einen an den fast gänzlich fehlenden Spannungsbögen zum anderen ist die Story an sich ist irgendwie grotesk. Ein Ministerialbeamter, der nie, von seinen früheren Botschaftstätigkeiten mal abgesehen, im Außendienst tätig war, wird jetzt als Mittelsmann geködert. Nicht unbedingt mit Geld, aber Ruhm und Ehre vielleicht. Angeblich hält sich auf Gibraltar ein Topterrorist auf, dieser soll dingfest gemacht werden und Paul, unser Ministerialbeamter darf Agent spielen. Angeblich geht beim Zugriff alles glatt. Paul bekommt später einen super Job in der Karibik und wird sogar von der Queen geadelt. Drei Jahre später hat er eher ungewollt Kontakt mit einem Soldaten, der die Mission auf Gibraltar ebenfalls unterstützte, dieser offenbart ihm die angebliche Wahrheit. Die Drahtzieher der damaligen Operation sind nicht gerade erfreut und torpedieren die „Enthüllung“ auf allen Ebenen. Das kurz zur Story. Aus verschiedenen Sichten werden nun die Dinge vorher und nachher von zwei Protagonisten geschildert. Dieser Szenen- und Personenumschwung fiel mir nicht leicht. Irgendwie kam bei mir auch nie ein Anflug von Spannung auf. Ich würde fast sagen die Geschichte dümpelt vor sich hin. Lediglich auf den letzten fünf Seiten gibt es einen Spannungsbogen der abrupt, man ahnt es, endet. Das ist mir zu wenig.

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  • Empfindliche Wahrheit

    Empfindliche Wahrheit
    Islaender

    Islaender

    21. July 2015 um 20:49

    In diesem Buch "Empfindliche Wahrheit" von John le Carré nimmt er Bezug zur internationalen politischen Situation. Es geht um die Verquickung von Politik und privaten Söldnerarmeen, sowie Umgehen von rechtlichen Vorgaben und deren Auswirkungen. Es ist sehr gut geschrieben und spannend dargestellt. Dieses Buch ist jedoch nur zu empfehlen, wenn man sich für Politik interessiert. Ich werde auf jeden Fall den Schriftsteller im Auge behalten und mir andere Bücher von ihm besorgen.

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  • Gegenspionage

    Empfindliche Wahrheit
    brauchnix

    brauchnix

    26. May 2015 um 18:52

    Es war mein erstes Buch von le Carré – auch wenn ich schon einige seiner Buchverfilmungen mit Begeisterung gesehen habe. Spionage ist nicht hundertprozentig mein Genre. Aber wenn schon Spionageroman, dann doch bitte einen vom Altmeister. Mit scharfer Feder und ausgefeiltem Sprachwitz erzählt le Carré einen durch und durch ausgeklügelten Plot in dem sich korrupte Politiker, illoyale Agenten, geheimdienstliche Morde und ähnlich genretypisches aneinanderreihen und den Leser nicht zur Ruhe kommen lassen. Und auch wenn hier die geballte Spionagekraft auf einen herniedergeht, so ist das Buch nie überzogen oder gar unglaubwürdig. Was ja schon ein bisschen Angst macht, denn man glaubt dem Autor jedes Wort seiner Fiktion. Die nationale Geheimhaltungspflicht treibt hier mal wieder gefährliche Blüten und nach den aktuellen Geschehnissen in der realen Welt liest man den Roman besonders aufmerksam und mit dem dumpfen Gefühl, dass hier etwas gehörig falsch läuft in der westlichen Welt. Die Charaktere sind glaubwürdig und man fiebert mit ihnen mit und versucht für sich selbst zu ergründen, wie man selber entscheiden würde, wenn man in ähnlichen Situationen wäre. Als ist das Buch der beste Beweis, dass auch eine erfundene Geschichte durchaus Wahrheit und Wahrhaftigkeit in sich bergen kann. Mit hat das Buch wirklich gut gefallen. Vor allem der sarkastische Erzählstil

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  • nicht ganz mein Fall

    Empfindliche Wahrheit
    bblubber

    bblubber

    27. April 2015 um 08:23

    Ich habe von le Carre ja noch nichts gelesen aber mein Interesse wurde durch die Leseprobe durchaus geweckt. Echte Spionagethriller von einem Alt-Meister des Fachs sollte man durchaus mal probieren. Leider habe ich mich etwas schwer damit getan. Dies lag wohl hauptsächlich am Erzähltempo, dem für meinen Geschmack etwas die nötige Geschwindigkeit fehlte, um mich bei der Stange zu halten. Der sarkastische Ton hat mir durchaus gefallen, allerdings sind die Protagonisten teilweise etwas zwiespätige Charakter und ich tat mir schwer damit, einen Helden für mich auszumachen. Das kann natürlich auch am Genre liegen, welches sicherlich mit den Begriffen Gut und Böse besonders stark spielt und in dem Heimlichkeiten und Lagerwechsel ebenso dazu gehören, wie doppelte Identiätten und doppelte Spielchen. Die Aktualität ist sicherlich gegeben - wie wohl in den letzten 50 Jahren immer wieder, wenn man all die Spionageskandale zusammenzählt. Dennoch fehlte mir irgendwie etwas die Aktion und der Unterhaltungsfaktor, die beide neben Informationen und Strategiegeplänkel zurückstehen mussten. Nicht ganz mein Fall.

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  • empfindliche Wahrheit

    Empfindliche Wahrheit
    monster

    monster

    11. February 2015 um 15:18

    In der britischen Kolonie Gibraltar beginnt diese Geschichte anfangs noch ganz harmlos mit ein bisschen Spionage und ein wenig Thrill für den unbedarften Angestellten. Der Spion scheint ziemlich ungeübt und neu im Geschäft. Aber es scheint ja auch keine so schwierige Sache zu sein. Aber schon bald ist er wirkelt in ein Fall von weltumspannenden Ausmaßen und er ist nicht der einzige, der sich entscheiden muss, auf welcher Seite er steht, nein welche Seite überhaupt die Richtige ist und wie weit Geheimdienste überhaupt gehen dürfen. John le Carré versteht es einfach, einen spannenden und gleichzeitig klugen Spionagethriller zu schreiben, der alle Inkredenzien hat, die ein guter Roman dieses Genres braucht. Helden, in diesem Fall mehr als einen, die facettenreich und mit ein paar Grauschattierungen geschildert werden. Einen geheimen Spionagefall, der nicht nach Plan verläuft und droht an die Öffentlichkeit zu geraten. Verschiedene politische und geheimdiensttechnische Parteien, die nicht alle am selben Strang ziehen. Jede Menge Geheimnisse und Bedrohungen. Und die Frage nach der Moral und der persönlichen Schmerzgrenze der Beteiligten. Ach ja, und ein großes Maß an Aktualität und versteckten tatsächlichen Geschehnissen im Gewand einer Geschichte des Altmeisters. Mit großem Vergnügen habe ich dieses Buch gelesen. Keine Seite habe ich mich nicht ugt unterhalten gefühlt. In diesem Roman von le Carré kommt vor allem seine Ironie und sein Sarkasmus voll zur Geltung und entlockt dem Leser trotz allen Dramas immer wieder ein Schmunzeln. Weniger blutige Aktion als vielmehr psychologischer Suspence zeichnen das Buch aus und lassen keine Zeit zum Verschnaufen. Wer einen intelligent gestrickten Spionageroman sucht, in dem es nicht nur Schwarz und Weiß sondern jede Menge Grautöne gibt und die Guten nicht nur Gutes tun aber immer noch besser sind als die vermeintlich Bösen, der ist hier genau richtig. Le Carré ist sicherlich nicht mehr der Jüngst, soviel ich weiß. Aber die Altersweisheit und die Ruhe tuen diesem Genre wirklich gut. Volle Punktzahl von mir.

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  • Schwierig, aber lohnend

    Empfindliche Wahrheit
    harakiri

    harakiri

    24. August 2014 um 08:53

    Paul, der gar nicht Paul heißt wird von Staatsminister Quinn für einen streng geheimen Auftrag rekrutiert, der dann am Ende aber schief geht. Toby, Staatsangestellter, der seinen Job sehr ernst nimmt, arbeitet für Quinn, und kommt einer Verschwörung auf die Schliche. Kit und Suzanna ziehen mit Tochter Emily um und treffen auf dem Markt Jeb – der Kit zu kennen scheint. Ein nicht ganz einfach zu lesender Thriller, der im Bereich Spionage und Politik spielt. John le Carré baut perfide eine solide Story auf, die den Leser mitreißt. Allerdings spielt er hier sehr mit der Geduld des Lesers, denn nur langsam enthüllt er die Hintergründe und Stück für Stück nähert er sich der Auflösung. Der Leser ist immer einen Schritt hinterher, der Autor erzählt immer so weit, dass man zwar gerade noch so mitkommt, die Hintergründe aber im Dunkeln bleiben. Das erhöht die Spannung und die Neugierde des Lesers, macht es aber auch etwas schwierig, der Handlung anfangs zu folgen. Ähnlichkeiten mit lebenden und/oder bekannten Personen sind hier wohl gewünscht und das macht das Buch ziemlich aktuell und interessant. Dennoch ist der Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig und schwer zu lesen. Nachdem man sich aber eingelesen hat enthüllt sich die Faszination le Carré. Sicher kein Buch, das man mal eben zwischendurch liest, zwischen Kindergeschrei oder Plätzchenbacken. Man braucht Zeit für das Buch und muss sich drauf einlassen.

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  • Unter dem Siegel der Verschwiegenheit

    Empfindliche Wahrheit
    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

     Jeb Owens und Sir Christopher „Kit“ waren an einem illegalen Einsatz in der Kronkolonie beteiligt. Die Einheit damals bestand aus britischen Soldaten und Söldner einer amerikanischen Sicherheitsfirma. Jeb war als Soldat im Einsatz und hat miterlebt wie zwei unschuldige Menschen sterben mussten.  Diese Bilder lassen ihn nicht mehr los und  nervlich am Ende. Kit war als Verbindungsmann am roten Telefon. Er glaubte bis dahin, dass die Mission erfolgreich war.  Jahre später begegnen sich die beiden wieder. Gemeinsam wollen sie die Wahrheit herausfinden. Kit kontaktiert Toby Bell. Dieser war seinerzeit der Sprecher vom damaligen Aussenminister Fergus Quinn und einer der Drahtzieher. Bell besitzt eine Tonbandaufnahme eines Treffens von Jeb,  Fergus Quinn und Jay Crispin, der Eigentümer der Sicherheitsfirma. Mit diesen Aufnahmen und ihrem Wissen wollen Jeb und Kit die Wahrheit ans Tageslicht bringen. Doch dann begeht Jeb angeblich Selbstmord.   Meines Erachtens ist es kein Thriller. Die Spannung ist er bescheiden.  Dem Leser sofort klar, dass wahrscheinlich viele Einsätze unter dem Deckel der Verschwiegenheit geschehen. Also die Geschichte ist gar nicht so unrealistisch.  Le Carré zeigt auf, dass ein Einsatz niemals zu Ende ist. Der traumatisierte Mensch bleibt zurück. Die Folgen sind nicht absehbar.   Es war mein erstes Buch von John  Le Carré. Sein Sprachstil ist eher nüchtern und distanziert, aber messerscharf. Das ist auch mein grösster Kritikpunkt. Obwohl  ich das Thema eigentlich sehr interessant fand, hat mich das Buch nicht gefesselt. Ich konnte keine Beziehung zu den Protagonisten aufnehmen.   Eigentlich wollte ich noch ein anderes Buch von diesem Autor lesen. Ich weiss nicht, ob ich es noch lesen will. Vielleicht gebe ich ihm später nochmals eine Chance. Seine älteren Bücher sollen besser sein.

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    • 2
  • Empfindliche Wahrheit

    Empfindliche Wahrheit
    Angel10

    Angel10

    14. May 2014 um 08:57

    Das war mein erster Roman von John le Carre´ und sicherlich wird es nicht der letzte bleiben. Themen wie Terrorbekämpfung, Private Sicherheitsfirmen und Geheimhaltungsverpflichtungen sind keine leichte Kost. Worum geht es: ein Zugriff auf einen islamischen Waffenkäufer, der auf britischem Hoheitsgebiet Gibraltar stattfinden soll, geht schief. Fergus Quinn, ein Regierungsmitglied hat die Operation zusammen mit Jay Crispin, Chef eines inernational arbeitenden Sicherheitsdienstes, eingefädelt. Vor Ort als Regierungsvertreter ist Kit Probyn eingesetzt. Er ist als "Unterflieger" mit familiären Problemen der geeignete Mann. Offiziell gilt die Operation als "Erfolg", Probyn bekommt einen lukrativen Posten und einen Ritterschlag. Dann kommt Toby Bell ins Spiel. Er ist engster Mitarbeiter Quinns und bekommt Wind von der Sache. Jeb, ein ehemaliber britischer Elitesoldat, leitet den Einsatz von militärischer Seite aus und kennt den wahren Ausgang. Aus diesen Handlungssträngen hat John le Carre´ einen spannenden Roman entwickelt. Die Charaktere sind nicht wirklich liebenswert, aber ich unterstelle dem Autor, das sollten sie auch nicht sein, z. Bsp. "... war Jay Crispin ein Mensch wie so viele: wurzellos, amoralisch, geschickt, halbgebildet und eloquent, ein ewiger Halbwüchsler im Maßanzug" Zitat S. 374 Lesern, die sich für politische Romane interessieren, ist "Empfindliche Wahrheit" auf jeden Fall zu empfehlen.

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  • Verworrene Geheimdienst-Satire, die gar keine sein soll

    Empfindliche Wahrheit
    Spatzi79

    Spatzi79

    13. May 2014 um 16:35

    In Gibraltar findet ein streng geheimer Einsatz statt. Ein islamistischer Terrorist soll festgenommen werden, hierzu haben sich eine britische Geheimdienst-Einheit sowie das Team einer amerikanischen Sicherheitsfirma zusammengetan. Als Beobachter ist ein langjähriger Mitarbeiter des britischen Außenministeriums mit vor Ort, der bisher keinerlei Geheimdiensterfahrung in der Praxis hatte. Seine Rolle in diesem Spiel bleibt eher unklar. Offiziell ist der Einsatz ein voller Erfolg, doch stimmt diese offizielle Version? Es bleiben Zweifel. Der Diplomat wird auf einen angenehmen Posten in der Südsee versetzt und lässt die Sache natürlich auf sich beruhen. Erst Jahre später, wieder zurück in England, trifft er mit einem der Mitglieder der damaligen Operation zusammen und wird gezwungen, die Augen zu öffnen. Gemeinsam mit dem damaligen Assistent des früheren Staatsministers, der die Aktion gesteuert hat, beginnt er nachzuforschen. Ich habe schon seit einigen Jahren keinen le Carré mehr gelesen und wusste dementsprechend nicht so genau, worauf ich mich da einlasse. Aus der Erinnerung weiß ich noch, dass ich seine früheren Werke sehr spannend fand und kaum aus der Hand legen konnte. Dies ging mir hier leider gar nicht so. Die Geschichte war mir zu unklar und verwickelt, die Personen und ihre Motive wurden für mich überhaupt nicht deutlich. Zwischendurch habe ich mich gefragt, ob das Buch eher als Agenten-Satire gedacht sein soll. Trotz des aktuellen und brisanten Themas konnte ich mich einfach nicht in die Handlung hineindenken, obwohl ich mir vorstellen kann, dass vieles durchaus realistisch dargestellt und damit ziemlich beunruhigend ist! Die ersten zwei Drittel des Buches fand ich leider furchtbar langweilig und habe überhaupt nicht verstanden, wer hier was und warum tut. Auch mit dem Schreibstil des Autors bin ich nicht wirklich zurechtgekommen. Gegen Ende wurde es dann etwas spannender und ich konnte der Handlung auch besser folgen. Da ich das Buch in einer Leserunde gelesen habe, habe ich mich bis dahin durchgekämpft und das Buch dann auch beendet, wenn ich es allein gelesen hätte, hätte ich wahrscheinlich nach hundert Seiten aufgegeben. Insgesamt konnte mich das Buch aber auch durch die Steigerung gegen Ende nicht mehr überzeugen und falls ich in nächster Zeit nochmal einen Le Carré lesen sollte, werde ich zu einem seiner früheren Werke greifen!

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  • Als Film wäre das Buch vermutlich besser...

    Empfindliche Wahrheit
    Cekay

    Cekay

    14. April 2014 um 13:24

    *Buch / Schreibstil* Empfindliche Wahrheit ist der neueste Polit-Thriller aus der Feder von John le Carré. Es war mein erstes Buch aus diesem Genre und auch das erste von diesem Autor. Vermutlich ist dieser Roman nicht wirklich repräsentativ, ich bin jedoch zu dem Schluss gekommen, dass weder Polit-Thriller noch John le Carré wirklich etwas für mich sind. Die 391 Seiten, aufgeteilt auf 7 Kapitel, haben es mir teilweise sehr schwer gemacht. Der Schreibstil ist ein wenig altmodisch und ich bin beim Lesen mehr als einmal über einen seltsamen Begriff oder ungewöhnliche Redewendung gestolpert. Nach dem ersten Kapitel verliert sich der Autor in viel zu vielen Details. Das mag manchmal ein Vorteil sein, hat mich aber besonders mit dem 2. Kapitel stark kämpfen lassen. Spätestens mit dem 4. Kapitel legt sich das aber und das Buch wird lesenswert. Gerade wenn der schwarze Humor des Autors durchblitzt, sind die Passagen gut und die verwirrenden Zeitsprünge stören nicht mehr. *Story / Charaktere* Nachdem Kit an einer geheimen Mission in Gibraltar beteiligt war, wird er als Diplomat in die Karibik geschickt. 3 Jahre später tauchen Zweifel an der Mission auf und er bittet Toby Bell um Hilfe, Licht in diese verworrenen Vertuschungen zu bringen. Gemeinsam mit Jeb, einem Soldaten der damals an der Aktion beteiligt war, wollen sie die Geschichte an die Öffentlichkeit bringen. Nach Snowden wird auch dem letzten Leser klar sein, dass das nicht so einfach ist. Mich hat vor allem überrascht, dass dieser Roman vor Snowdens Enthüllungen erschienen ist. Einer meiner Hauptkritikpunkte an Carré ist wohl die Überzeichnung der Charaktere. So richtig warm bin ich mit ihnen erst nach gut 2/3 des Buches geworden. Zum Beispiel ist Kit mir zu lächerlich und Toby zu unbedarft dargestellt. Auch deren Motive habe ich nicht wirklich verstanden. Warum diese Vertuschungen? Warum handeln die Beteiligten wie sie es tun? Das Ende ist ein ebenso grenzwertig. Ein Epilog hätte die Sache sicherlich positiv abgerundet. *Fazit* Dies war mein erster und wahrscheinlich letzter Carré. Das liegt aber weniger an seinem Stil, sondern mehr daran, dass Polit-Thriller als Buch für mich nicht wirklich funktionieren. Als Film könnte ich mir Empfindliche Wahrheit gut vorstellen und gebe deswegen einen Extrapunkt, also 4 Sterne.

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  • Mein erster Carré überzeugt mich nur zum Teil

    Empfindliche Wahrheit
    Gurke

    Gurke

    11. April 2014 um 17:10

    In Gibraltar ist eine streng geheime Mission unter dem Decknamen „Wildlife“ geplant, die einen Terrorboss von höchster Wichtigkeit dingfest machen möchte. Beteiligt sind amerikanische Söldner ein Minister, britische Soldaten, die für diesen Einsatz aus den Akten gestrichen wurden, sowie Paul Anderson, der kurz vor der Pension noch einmal einen echten Coup über die Bühne bringen will. Obwohl vieles nicht wie geplant läuft, sind die Auftragsgeber danach zufrieden und schicken ihren Mittelsmann Paul zur Belohnung zu einem Auslandsaufenthalt in die Karibik und erheben ihn in den Adelsstand. Stutzig wird nur seine schwer kranke Ehefrau, die drei Jahre später bei einem zufälligen Treffen mit einem Beteiligten der damaligen Aktion über einen Kollateralschaden erfährt, der alles in einem neuen Licht erscheinen lässt. Paul Anderson nimmt für sein Seelenheil daraufhin Kontakt zu dem ehemaligen Privatsekretär Toby auf, der eine Spur verfolgt, die tief in einen Korruptionssumpf führt. „Empfindliche Wahrheit“ war mein erster Carré, sodass ich mit einem etwas mulmigen Gefühl in das Buch gestartet bin, schließlich ist der Autor für seine anspruchsvolle und höchst aktuelle Literatur bekannt. Das erste Kapitel war dann aber keineswegs trocken oder vollgestopft mit politischem Wissen, sondern temporeich und durch die heikle Situation auf dem britischen Hoheitsgebiet für einen Thriller sehr würdig. Leider folgte dann ein Rückblick, wodurch sich das Geschehen über mehrere Seiten (fast 1/3 des Buches) hinter geschlossenen Türen abspielte und mich leider nicht erreichte. Obwohl das unsaubere Treiben der Ministerien, die anscheinend eine unendliche Narrenfreiheit besitzen für die Leser wirklich empörend war, wird es erst durch den drastischen Gegenpol in Form eines Ortswechsel in die eher ländlichen Regionen deutlich. Denn diese Szenen machten beinahe den Eindruck eines Zeitsprungs in die Vergangenheit, weil die Menschen dort noch bodenständig und korrekt ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen und gegen das Großstadtchaos herrlich beruhigend waren. Mit den Charakteren konnte ich lange keine Bindung aufbauen, wodurch mir der Ausgang der Geschichte größtenteils herzlich egal war. Durch den späteren Fokus auf den sehr interessanten Charakter des Toby Bell gelang das Mitfiebern immer besser und der Spannungsverlauf steigert sich nach dem kleinen Durchhänger im Mittelteil zusehends. Die kleinen verstreuten Verweise auf die korrekten Sicherheitsvorkehrungen, beispielsweise niemals das erste vorbeifahrende Taxi zu besteigen oder der ideale Ort zum Verstecken von brisanten Material waren für mich das i-Tüpfelchen bei dem Spionagethriller, was gerne noch ausführlicher behandelt werden dürfte. Selbst Humor baut der Autor vereinzelt in den eher steifen Ernst der Realität ein, was für mich die wohl überraschendste Erkenntnis nach der Lektüre war. So schnell werde ich zwar keinen Carré mehr lesen wollen, da das Buch einige Hänger hatte und nicht durchweg das Niveau durch leichte Absonderlichkeiten halten kann, aber hochwertige Literatur mit einem treffenden Schreibstil gespickt mit knallharter Ehrlichkeit ist definitiv sein Steckenpferd.

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  • Vertuschung

    Empfindliche Wahrheit
    buecherwurm1310

    buecherwurm1310

    10. April 2014 um 12:14

    Bei einer Operation auf Gibraltar soll ein Terrorist und Waffenkäufer gefangen werden. Durchgeführt wird das Ganze von einer privaten amerikanischen Organisation und von britischen Soldaten. Dabei ist Christopher Probyn unter dem Decknamen „Paul“ als Verbindung zu Fergus Quinn im Ministerium. Jeb, der Anführer der britischen Soldaten, hat Einwände als die Operation starten soll. Aber Befehl ist Befehl. Jahre später trifft Kit Probyn auf Jeb, der ihm erzählt, dass die Operation gründlich schief gelaufen ist und der die ganze Zeit vergeblich versucht, den Vorgang öffentlich zu machen. Kit sagt seine Unterstützung zu und wendet sich an Toby Bell, der seinerzeit persönlicher Referent von Quinn war. Bell hat damals ein Gespräch seines Vorgesetzen aufgenommen und wurde dann nach Beirut versetzt. Auch Probyn bekam einen Posten, der weit genug weg war. Außerdem wurde er geadelt zu Sir Christopher. Bell sagt seine Unterstützung für die Klärung des Vorgangs zu. Aber die Gegner sind immer einen Schritt voraus, Jeb bezahlt mit seinem Leben. Der Einstieg ist etwas langatmig und verworren. Erst im zweiten Teil wird es dann spannend. Die Protagonisten wirken anfangs nicht sonderlich sympathisch, da sie ihre Skrupel beiseite schieben. Es geht um ein Geschäft zwischen Regierung, Geheimdienst, Militär und Wirtschaft sowie die Vertuschung dieser Beziehungen. Wo die Gier zum Zuge kommt, ist kein Platz mehr für Moral. Spät entscheiden sich Probyn und Bell, dass sie ein Gewissen haben und mit der Vertuschung nicht leben können. Sie agieren, obwohl sie wissen, dass der Gegner rücksichtslos handelt. Die Thematik ist hochaktuell, die Darstellung entspricht nicht mehr ganz der Zeit. Trotzdem ist der Roman erzähltechnisch anspruchsvoll und überzeugend.

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