John von Düffel

 3.9 Sterne bei 185 Bewertungen
Autor von Houwelandt, Vom Wasser und weiteren Büchern.

Lebenslauf von John von Düffel

John von Düffel, geboren 1966 in Göttingen, arbeitet als Autor und Dramaturg und lehrt zudem an der Universität der Künste, Berlin. Er hat Romane, Essays, Übersetzungen und Bearbeitungen veröffentlicht. Für seinen Debütroman «Vom Wasser» (1998) wurde er u. a. ausgezeichnet mit dem Aspekte-Literaturpreis des ZDF, dem Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt sowie dem Mara-Cassens-Preis des Literaturhauses Hamburg. Für seinen Roman «Houwelandt» (2004) erhielt er den Nicolas-Born-Preis des Landes Niedersachsen. Zu seinen Stücken und Bearbeitungen zählen «Buddenbrooks» nach Thomas Mann (2005), «Traumjobs» (2009) und «Alle sechzehn Jahre im Sommer» (2012).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von John von Düffel

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Cover des Buches Vom Wasser (ISBN: 9783832187965)

Vom Wasser

 (28)
Erschienen am 14.02.2014
Cover des Buches Goethe ruft an (ISBN: 9783423142182)

Goethe ruft an

 (18)
Erschienen am 01.05.2013
Cover des Buches Beste Jahre (ISBN: 9783423139076)

Beste Jahre

 (13)
Erschienen am 01.08.2010
Cover des Buches Ego (ISBN: 9783832187989)

Ego

 (12)
Erschienen am 06.03.2014
Cover des Buches Zeit des Verschwindens (ISBN: 9783423129398)

Zeit des Verschwindens

 (8)
Erschienen am 01.01.2002
Cover des Buches Wassererzählungen (ISBN: 9783423145541)

Wassererzählungen

 (4)
Erschienen am 10.02.2017
Cover des Buches Der brennende See (ISBN: 9783832181222)

Der brennende See

 (5)
Erschienen am 18.02.2020
Cover des Buches Klassenbuch (ISBN: 9783832164867)

Klassenbuch

 (5)
Erschienen am 18.02.2019

Neue Rezensionen zu John von Düffel

Neu
V

Rezension zu "Der brennende See" von John von Düffel

Kurzweilig, anspruchsvoll, tiefgründig
Verena_Buchbloggervor 3 Monaten

John von Düffels Roman trifft den Zeitgeist: ein Thema, dass alle Generationen gleichermaßen beschäftigt und beeinflusst. Die Einen gehen die Sache impulsiver an, die Anderen wohl überlegt und berechnend. Der Klimawandel lässt sich nicht (ver)leugnen und ich finde es wichtig, dass er in einem Buch thematisiert wird.

Der Autor hat um diese wichtige Angelegenheit herum eine private Geschichte gebastelt, eine Vater-Tochter-Beziehung, die plötzlich in Frage gestellt wird; Existenzängste. Der Vater der Protagonistin Hannah, ein Schriftsteller, der mit seinem „Wolkenbuch“ einen wichtigen Beitrag zum Klimawandel verfasst hat, irritiert seine Tochter, nachdem sie nach seinem Tod auf Aktivitäten ihres Vaters stößt, von denen sie bis dato nichts wusste, nichts ahnen konnte!

Gefühle werden in Frage gestellt, Emotionen aufs Abstellgleis gestellt, was ist Wahrheit, was Fiktion?

Ich müsste zu sehr ins Detail gehen, um zu erklären, was da genau inhaltlich vor sich geht, emotional und faktisch. Allerdings fällt es mir auf der anderen Seite wiederum schwer, meine eigenen Gefühle zu erfassen und wiederzugeben. Ich befinde mich da tatsächlich im Zwiespalt!!

Fakt ist: kein einziger Protagonist ist mir in diesem Buch sympathisch!! Leider!! Ausgenommen vielleicht der verstorbene  Schriftsteller. Die Figuren scheinen mir alle psychisch vorbelastet, zum Teil völlig irre!

Auch der Klimawandel kommt, wie ich finde, etwas zu kurz, da jegliche in diesem Buch vorkommende Figur mit sich selbst viel größere Probleme hat! Ich hätte mir bestimmte Szenen in dem Buch ausführlicher gewünscht, informativer ausgeführt! Man erfährt leider auch nicht, WANN der Roman spielt. Ich vermute mal „in naher Zukunft“.

John von Düffel mag ein guter Schriftsteller sein! Und die Art und Weise WIE er geschrieben hat ist auch wirklich gut. Es ließ sich alles flüssig lesen und es gab durchaus - ich sag mal - spannende Passagen. Vom Niveau her bewegen wir uns da schon im oberen Level! Jedes Kapitel beginnt mit einem aktuellen Wetterbericht, der nur allzu deutlich macht, wie sehr der Klimawandel die Temperaturen auf der Erde verändert hat. Die Wolken werden weniger, genau wie in dem Buch von Hannahs Vater! Nichtsdestotrotz finde ich, dass die privaten „Probleme“ der Protagonisten viel zu sehr von der eigentlichen interessanten und wichtigen Message ablenken und nerven! Und das ist wirklich schade! Auch wenn natürlich die privaten Unpässlichkeiten durchaus mit dem Thema der Klimaveränderung verknüpft sind!

“Der brennende See“ hat viele gute Rezensionen bekommen, daher habe ich mich schon gefragt, ob ich nicht in der Lage bin, die Qualität hinter diesem Buch zu erkennen. Aber die Geschmäcker dürfen ja zum Glück verschieden sein und daher halte ich an meiner Meinung fest, dass „Der brennende See“ durchaus Potenzial hat, dieses aber bei weitem nicht gänzlich ausgeschöpft hat!

Erwähnen möchte ich aber unbedingt noch das Cover des Buchs, welches an das „Wolkenbuch“ in der Geschichte angelehnt ist. Das gefällt mir richtig, richtig gut!

Alles in allem ist „Der brennende See“ ein wichtiger Beitrag zum aktuellen Weltgeschehen und fügt sich gut in die Reihe der bereits erschienenen Bücher von John von Düffel ein. Auch wenn dieses Buch mit Sicherheit nicht MEIN Jahreshighlight wird, werden sich auf jeden Fall Leser finden, die das anders sehen, und das ist auch gut so!

Ich hadere mit meiner Bewertung, die irgendwo zwischen 3 und 4 Sterne liegt. Da der Autor aber (wahrscheinlich) nur bedingt etwas dafür kann, dass ich seine Figuren nicht mag, lege ich mich - aufgrund der Ernsthaftigkeit des Themas - auf 4 Sterne fest!

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Rezension zu "Der brennende See" von John von Düffel

Lesenswerter Umweltroman und literarischer Genuss
Sigismundvor 3 Monaten

REZENSION – Alles Leben kommt aus dem Wasser. Vielleicht spielt deshalb das Wasser immer wieder eine gewichtige Rolle in den so lebensnahen Werken des preisgekrönten deutschen Schriftstellers John von Düffel (54). „Vom Wasser“ (1998), „Schwimmen“ (2000) und „Wassererzählungen“ (2014) zeigen dies in ihren Titeln. Aber auch in „Houwelandt“ (2004) zieht es den Patriarchen ans Meer als wichtigstes Lebenselixier, und sogar John von Düffels Vortragssammlung „Wovon ich schreibe“ (2009) zeigt ihn selbst als Schwimmer bis zum Hals im Wasser. Auch sein neuester Roman „Der brennende See“ zeigt im Zusammenhang mit dem Klimawandel wieder das Wasser als teils verbindendes, teils trennendes Element im Generationenkonflikt zwischen den Protagonisten.

Hannah, Tochter eines kürzlich verstorbenen Schriftstellers, kehrt in die Stadt ihrer Kindheit zurück und findet bei der Wohnungsauflösung am Totenbett das Foto einer ihr unbekannten jungen Frau. Es ist die Gymnasiastin Julia, Tochter der früheren Schulfreundin Vivien. Hannah muss feststellen, dass die junge Umweltaktivistin beim alternden Vater ihre Stelle als Ersatztochter eingenommen hatte und beide sich – der eine literarisch, die andere im Straßenkampf – sich dem Umweltschutz verschrieben hatten, vor allem dem Erhalt des in einer Kiesgrube entstandenen Natursees. Diesen See nicht wie von der Stadt geplant in eine Müllhalde zu verwandeln, ist auch Matthias und Viviens Bestreben. Doch der Einsatz des Ehepaares für den See ist nur vorgeschoben, geht es beiden doch in erster Linie um ihr am See-Ufer noch im Bau befindliches Seniorenheim. Am Rande einer Müllhalde wäre ihr Projekt zum Scheitern verurteilt und das bereits investierte Geld verloren.

„Der brennende See“ zeigt einerseits in der Person Hannahs das gleichgültige Desinteresse vieler Menschen an ihrer Umwelt, andererseits in den Bauherren Matthias und Vivien deren Egoismus und gewinnorientierte Ausbeutung der Natur. Die Gymnasiastin Julia steht in John von Düffels Roman für die nächste Generation, die unter den verheerenden Folgen des von früheren Generationen zu verantwortenden Klimawandels konkret zu leiden haben wird, wie es der Autor in seinen die Kapitel einführenden, sich zum Schluss dramatisch steigernden Wetterberichten zeigt. Es geht in diesem Roman letztlich um die verheerenden Hinterlassenschaften der einen und das Umwelterbe für die nächsten Generation, die nicht einfach, wie Hannah es mit der materiellen Hinterlassenschaft ihres Vaters macht, dieses Erbe verweigern und sich eine neue Welt suchen kann.

Klimawandel und Umweltschutz geben verständlicherweise jedem zeitgenössischen Roman in seiner Kernaussage eine vorbestimmte Einseitigkeit. Welcher Schriftsteller will sich schon nachsagen lassen, nicht frühzeitig in seinem Werk seine Leser vor den Langzeitgefahren des menschlichen Raubbaues an der Natur gewarnt zu haben. Dies nimmt dann allerdings auch dem Leser des Romans „Der brennende See“ eine gewisse Dramatik. Dessen ungeachtet bleibt John von Düffels aktuelles Buch ein lesenswerter Roman, gelingt es ihm doch, die einerseits verlorene Dramatik durch ein spannendes Beziehungsgeflecht seiner menschlich so verschiedenen, überaus interessanten Charaktere mehr als zu ersetzen. Hinzu kommt, dass der angenehme, warmherzige Sprachstil des Autors und die starke Empathie für seine charakterlich so unterschiedlichen Figuren die Lektüre seines neuesten Romans zu einem literarischen Genuss machen.

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R

Rezension zu "Der brennende See" von John von Düffel

John von Düffel: Der brennende See
RenaMvor 4 Monaten

Ein hochaktuelles Thema in einem Roman verpackt. John von Düffel präsentiert hier eine ruhige Geschichte mit wenig plakativer, aktionsreicher Handlung. Er konzentriert sich wesentlich mehr auf die inneren Befindlichkeiten der Protagonistin, über die die Leserin wenig zu Aussehen, Alter oder Beruf erfährt.

Hannah kommt in die Stadt ihrer Kindheit zurück. Ihr Vater ist vor kurzem gestorben, die Beerdigung war schon und nun will sie seinen Haushalt auflösen und ihre Erbschaft antreten. In der leeren Wohnung ihres Vaters findet sie ein Foto einer ihr unbekannten jungen Frau. Hannah hält sie für eine Mitarbeiterin des Pflegedienstes, der am Ende ihren Vater, einen mehr oder weniger erfolgreichen Schriftsteller, versorgt hat. Als ihr wenig später dieselbe Frau am See, in dem Hannah ein Bad nimmt, das Fahrrad klaut, das Hannah kurz vorher im Keller ihres Vaters gefunden hatte, ist sie immer mehr verwirrt. Nachdem sie danach auch noch von ihrem Anwalt erfährt, dass ihr Vater sie enterbt hat und über das Wenige, das er besaß, anderweitige Verfügungen getroffen hat, ist sie gekränkt und möchte nur noch schnellstens wieder abreisen und in ihren Alltag zurück. Doch dann trifft sie eine Freundin aus Schultagen wieder, die sie zu sich einlädt. Im Haus der Freundin Vivien und ihres Mannes Matthias begegnet Hannah der Frau von dem Foto.

Julia, Viviens Tochter, ist eine Umweltaktivistin und stand, so scheint es, Hannahs Vater näher als seine eigene Tochter. Sein letztes Buch, eine Art Tagebuch mit dem Titel: ‚Wolkenbuch‘ ist für Julia so etwas wie ein Vermächtnis: „Ja, die Wolken sterben aus, nach Julias Meinung und der deines Vaters. Die Beiden waren sich einig, dass der Himmel zusehends eine Wüste wird und die Wolken, wie wir sie kennen, verschwinden. Deshalb wollte er ihnen mit diesem Buch ein Denkmal setzen …“ (S.190).

Über das Wetter wird der Leser kontinuierlich auf dem Laufenden gehalten durch den Kapiteln vorangesetzte Wetterberichte. Wir erfahren nicht, in welchem Jahr wir uns befinden, aber es handelt sich um einen heißen und trockenen April.

Der Roman beschäftigt sich mit dem Klimawandel und der Fridays-for-Future-Bewegung, er behandelt aber gleichzeitig den Konflikt zwischen den Generationen, das Unverständnis, dass die Jüngeren gegenüber ihren Eltern empfinden, die – in ihren Augen – dem Klimawandel gleichgültig und untätig gegenüberstehen. Und Hannah ist in der Tat eine sehr ambivalente Person, unentschlossen, unüberzeugt. Sie will das eine und tut das andere, doch im Grunde sucht sie vor allem eine Verbindung zu ihrem Vater. Das Einzige, was sie mit ihm verbindet, ist die Liebe zum Wasser. Er war ein leidenschaftlicher Schwimmer – wie übrigens auch John von Düffel – und sie tut es ihm gleich. Ob aus eigener Liebe zum Wasser oder um ihm ähnlich zu sein, bleibt für die Leserin unbeantwortet.

Der titelgebende See ist ein Baggersee, um den sich eine teils gerichtliche, teils radikale Auseinandersetzung dreht.  Hanna zuckte mit den Schultern: „Das Letzte, was dem See hilft, ist ein Krieg ums Wasser.“ (S.165). Doch offensichtlich gibt es Pläne, aus dem See eine Mülldeponie zu machen: „Das ist eine verdammt schlechte Nachricht“, sagte sie. „Es ist ein verdammt schöner See“, sagte er … (S. 169).

Es fällt mir schwer, zu entscheiden, ob mir der Roman gefällt. Er fließt ruhig dahin, es wird viel geschwiegen. Die Protagonistin ist mir jedoch etwas zu indifferent, die Konflikte zu undramatisch. Dennoch halte ich es für ein wichtiges, wenn auch thematisch etwas übergewichtiges Buch.

John von Düffel: Der brennende See
Dumont, Februar 2020
 Gebundene Ausgabe, 319 Seiten, 22,00 €

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