John von Düffel

 3.9 Sterne bei 196 Bewertungen
Autor von Houwelandt, Vom Wasser und weiteren Büchern.

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John von DüffelVom Wasser
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Vom Wasser
Vom Wasser
 (28)
Erschienen am 01.08.2000
John von DüffelHotel Angst
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Hotel Angst
Hotel Angst
 (21)
Erschienen am 18.02.2010
John von DüffelGoethe ruft an
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Goethe ruft an
Goethe ruft an
 (17)
Erschienen am 01.05.2013
John von DüffelBeste Jahre
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Beste Jahre
Beste Jahre
 (12)
Erschienen am 01.08.2010
John von DüffelEgo
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Ego
Ego
 (12)
Erschienen am 06.03.2014
John von DüffelZeit des Verschwindens
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Zeit des Verschwindens
Zeit des Verschwindens
 (8)
Erschienen am 01.01.2002
John von DüffelWassererzählungen
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Wassererzählungen
Wassererzählungen
 (4)
Erschienen am 10.02.2017
John von DüffelKlassenbuch
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Klassenbuch
Klassenbuch
 (4)
Erschienen am 21.03.2017

Neue Rezensionen zu John von Düffel

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Nisniss avatar

Rezension zu "KL" von John von Düffel

Im Gespräch mit dem Modeschöpfer KL – Literarisch anmaßend oder brillant?
Nisnisvor 9 Monaten

Drei fiktive Interviews mit schillernden Persönlichkeiten

Wer sieht uns an? Und was wird dadurch aus uns? Einer, der es wissen muss, ist der bekannte Modeschöpfer KL, eine Ikone der Unnahbarkeit, der seit Jahrzehnten nicht zu altern scheint und immer gleich aussieht. Ein namenloser Erzähler fährt nach Paris, um mit KL über Schein und Sein, über den Tod und das Leben als Bild gewordene Instanz zu sprechen. Doch KL ist einer der eigensinnigsten und launischsten Gesprächspartner deutscher Sprache. Das Gespräch ist mit zahlreichen Reglementierungen und Auflagen verbunden. Und entwickelt sich schließlich in eine ganz unerwartete Richtung.

Der Autor:

John von Düffel, geboren 1966 in Göttingen, promovierte 23-jährig über Erkenntnistheorie und war danach als Theater- und Filmkritiker, als Schauspieldramaturg und Übersetzer tätig. 1998 schrieb er seinen Debütroman ›Vom Wasser‹, eine große Hommage an das fließende Element, und wurde dafür u.a. mit dem aspekte-Literaturpreis des ZDF ausgezeichnet. Zur Zeit arbeitet er als Dramaturg am Deutschen Theater Berlin und ist Professor für Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste. (Quelle: dtv Verlag)

Reflektionen:

Bei der Betrachtung des Buchtitels KL Gespräch über die Unsterblichkeit und des Covers, auf dem ein gemaltes Portrait des Modedesigners Karl Lagerfeld abgebildet ist, könnte man annehmen, John von Düffel hätte mit Karl Lagerfeld ein philosophisches Gespräch geführt, doch dem ist nicht so. John von Düffels Gespräch mit KL, über die Unsterblichkeit, ist reine Fiktion. Wer sich also vom Buchtitel verleiten lässt, wird maßlos enttäuscht sein.

Das schriftstellerische Können des Autors steht bei diesem Werk außer Frage. John von Düffel schreibt mit einer Leichtigkeit, die angenehm und flüssig durch die Seiten führt. Der Stil ist schnörkellos und eher nüchtern. Der Ausdruck ist in einer klaren, guten deutschen Sprache formuliert und bisweilen glänzt er in einem anmutigen Stil.

Betrachtet man den Inhalt, wird man in der Leserschaft auf differenzierte Meinungen zum Buch stoßen. Die einen werden es anmaßend finden, wie von Düffel (glaubhaft) Interviews mit dem Designer KL führt, wie er Redensart, Alltagsmomente und die philosophische Intelligenz des Künstlers aufgreift, verarbeitet und inszeniert und wie er ihm Schwächen unterstellt.

An die hundert Seiten sind befüllt mit fiktiven, philosophischen Karl Lagerfeld-Gedanken. Und man stellt sich unweigerlich die Frage, ob ein Autor eine lebende, schillernde Persönlichkeit, die sich überwiegend der Öffentlichkeit enthält, auf unterstellende Art Gedanken und Dialoge führen lassen darf. Ganz unabhängig davon, ob man die Mode-Ikone mag oder nicht.

Die anderen werden es brillant empfinden, wie von Düffel glaubhaft Gespräche mit Karl Lagerfeld in Szene setzt, denn die philosophisch angehauchten, fiktiven Dialoge strotzen vor Authentizität, so dass es vorstellbar ist, Karl Lagerfelds persönliche Worte zu lesen.

Die Figur des namenlosen Interviewers reist mit dem Zug von und nach Paris, um KL zu treffen. Auf diesen Reisen trifft er auf eine bekannte deutsche TV-Moderatorin und auf eine ehemals berühmte, wenn auch gescheiterte, deutsche Politikerin, die jeweils in Natura anders aussehen und wirken, als im TV. Kurz erfrischen die Kapitel zwar, wenn man über Schein und Sein nachdenken möchte, doch insgesamt könnte man diese Kapitel leichtfüßig überspringen.

Der Fokus dieser Gegenwartsliteratur richtet sich ganz auf den Schein und Sein und auf die (Un-) Sterblichkeit. Was bleibt, wenn wir gehen, wie wirken wir auf andere und warum wirken andere anders? Stärke wird zur Schwäche und Schwäche zur Stärke.

Fazit und Bewertung:

KL Gespräch über die Unsterblichkeit von John Düffel ist durchaus interessante Gegenwartsliteratur, die durch literarisches Können, trotz fiktiven Geschichte, vor Authentizität nur so strotzt. Für mich persönlich ist dieses Werk gegenüber dem Modeschöpfer Karl Lagerfeld jedoch eine Spur zu anmaßend und sogar etwas pietätlos, ganz unabhängig davon, ob man den Designer brillant oder schrullig findet.

©nisnis-buecherliebe

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Bookster_HROs avatar

Rezension zu "Klassenbuch" von John von Düffel

John von Düffel | KLASSENBUCH
Bookster_HROvor einem Jahr

INHALT: Als eine Grille im Klassenzimmer unermüdlich aber unentdeckt ihr Liedchen zirpt, lässt die Lehrerin Frau Höppner ihre Elftklässler kurzerhand einen Aufsatz über La Fontaines Fabel DIE GRILLE UND DIE AMEISE schreiben. So verschieden die Jugendlichen, so verschieden sind auch die Arbeiten. Lenny, der Nerd, von allen einstimmig als Vollidiot abgestempelt, schreibt ganz anders als Beatrice, die Selbstmordkandidatin. Der notorische Schulschwänzer Henk, der in Clubs rumhängt und Drogen vertickt, hat ganz andere Ziele als die hochbegabte Li, die mit ihrer Opernstimme eine Gesangskarriere anstrebt. Neun Schüler sind es, die zwischen Realität und Virtualität nach ihrem Platz in der Welt suchen.

FORM: John von Düffel (*1966) hat für KLASSENBUCH tief in die Trickkiste gegriffen und ein kleines Mindfuck-Wunderwerk gezaubert, das vor Twists und Haken nur so strotzt. Dabei fängt alles ganz locker an.

Im ersten der beiden Teile lesen wir die Hausarbeiten über die Grille. Alle Schüler werden auf diese Weise vorgestellt, erhalten ihre Tiefe, ihre Ziele und Absichten. So weit, so gut. Im zweiten Teil kommt die ganze Belegschaft nochmal der Reihe nach zu Wort. Diesmal aber nicht hinter dem Schutzmantel der Klassenarbeit, die Frau Höppner ja zu lesen bekommt, sondern echt, mit allen Problemen und Ängsten – die wahre Stimme aus der Tiefe des Herzens. Und hier wird dem Leser erst klar, wie es wirklich um die Klasse bestellt ist, wer das Sagen hat, wer sich verstellt und über wen es nur Gerüchte gibt. Ein Aha-Effekt jagt den nächsten und mit jeder Wortmeldung muss der Leser das bisher Gelesene neu sortieren.

Einen wichtigen Part in diesem sozialen Wirrwarr übernehmen die Digitalen Medien, denen sich die Schüler wie selbstverständlich unterwerfen. Hier blickt von Düffel ein wenig in die Zukunft, die aber auch nicht mehr weit entfernt zu sein scheint. Dass die moderne Technik schier unbegrenzte Möglichkeiten bietet und dass das Internet eine der bahnbrechensten Erfindungen der letzten Jahrzehnte darstellt, ist unbestreitbar. Dass aber das Überangebot und das ständige Online-Dasein das Leben im Endeffekt eher verkompliziert als erleichtert, wird auch immer deutlicher. Und auch in KLASSENBUCH (was für ein schöner analoger Titel) ist die digitale Welt Fluch und Segen. Sicher, Social-Media-Kritik ist nichts Neues, aber selten wurde sie so kunstvoll dargebracht wie in diesem Roman.

FAZIT: Kaum zu fassen, aber KLASSENBUCH war mein erstes Buch von John von Düffel, einem Autor von dem ich schon viel gehört habe und der mich schon seit Jahren reizt. Jetzt endlich durfte ich mich von seiner Könnerschaft überzeugen und verspreche: Das wird nicht mein letzter Roman von ihm sein. KLASSENBUCH ist große Kunst – fünf Sterne!

*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

Kommentare: 1
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Andrea_Stift-Laubes avatar

Rezension zu "Houwelandt: Roman" von John von Düffel

Literarisch gut und inhaltlich spannend
Andrea_Stift-Laubevor einem Jahr

Eine Familiengeschichte, die durch Zufall bei mir im Regal gelandet ist - und dann habe ich das Buch innert 2 Tagen gelesen. Wunderschöne und ungewöhnliche sprachliche Bilder. Spannend und emphatie-erzeugend für alle Teile der Familie, die dunkleren und die helleren. Und das obligate Geheimnis ist eigentlich keines. Ein wirklich gut zu lesendes Buch.

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