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Daniliesing

vor 6 Jahren

Leserunde Teil 2: Kapitel 5 - 9 (S. 182)

Fragen zu Teil 2:

1. Wie ist eure Meinung zum Thema Sterbehilfe und wie würdet ihr Wills Situation in dieser Hinsicht bewerten? Könnt ihr verstehen, dass er nicht mehr leben möchte?

2. Wie empfindet ihr Wills Mutter vor und nachdem wir ein Kapitel des Buches aus ihrer Sicht erzählt bekommen?

VeroNefas

vor 6 Jahren

Leserunde Teil 2: Kapitel 5 - 9 (S. 182)
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@Daniliesing

Du stellst ganz schön schwere Fragen ;)

Ich bin generell aber tatsächlich eher "Pro Sterbehilfe" eingestellt. Vor allem, wenn die Person geistig noch fit genug ist, das auch wirklich selbst zu entscheiden. Schwieriger wird es da schon, wenn Verwandte diese Entscheidung treffen sollen oder wollen. Da kann immer ganz schnell "Gier" als Motiv dahinter stehen und dann wird aus Sterbehilfe auch leicht mal Mord im eigentlichen Sinn.

In Wills Fall kann ich es verstehen und auch wieder nicht. Ich verstehe ihn, weil er ein unglaublich aktiver Mensch war, der plötzlich an den Rollstuhl gefesselt ist und sich kaum noch bewegen kann, weil er ständig auf die Hilfe anderer angewiesen ist und sich wahrscheinlich fühlt ein lästiger Klotz am Bein. Ich verstehe es, weil er Schmerzen hat, die sicher nicht schön sind, weil er ständig Krank wird, weil er wegen jeder Kleinigkeit im Krankenhaus landen kann, weil er an jeder kleinen Erkältung sterben könnte ... Es gibt so viele Gründe aus denen ich seine Entscheidung nachvollziehen kann. ICH würde an seiner Stelle auch nicht mehr Leben wollen, denke ich. Aber vielleicht würde ich auch doch gerade deswegen jeden Tag nützen wollen, der mir noch bleibt, in dem ich klar im Kopf bin, noch ein kleines bisschen Lebensqualität habe.

Aber andererseits hat er durch den Reichtum seiner Familie sehr viel mehr Möglichkeiten und Chancen, als der "normale" Tetraplegiker. Er kann sich einen besseren Rollstuhl leisten, bessere medizinische Versorgung, bessere Pflege, er kann sogar in den Urlaub fliegen, wenn er das möchte. Ihm stehen Möglichkeiten zur Verfügung, die ein Durchschnittsmensch nicht hat. Außerdem ist er ja nicht allein auf der Welt: Seine Eltern, seine Schwester, sein Pfleger, der ja auch ein Freund ist und jetzt Lou. Und wahrscheinlich wären da auch einige seiner alten Freunde, wenn er es zulassen würde, dass sie ihm Freunde sein können.

Ich will hier nicht den Moralapostel spielen und sagen "Er sollte doch auch an seine Angehörigen denken, die leiden müssen ohne ihn." Denn darum geht es nicht. So hart es klingt: Seine Familie leidet (auf irgend eine Weise) immer. Entweder, weil er stirbt, oder weil sie seine Schmerzen sehen, mitbekommen wie er leiden muss. Und das ist nicht einfach zu ertragen. Von der Anstrengung die seine Pflege erfordert mal ganz zu schweigen.

Es geht hier ganz allein um Ihn und ich glaube, er ist so depressiv, so entmutigt, so leer, dass er die Chancen die ihm das Leben immer noch bietet gar nicht sehen will. Er hat seinen Weg gefunden (oder glaubt ihn gefunden zu haben) und sich für den Freitod entschieden und erkennt gar nicht, was er um sich herum alles verpasst.

Das ist so unsagbar tragisch, kaum auszuhalten für den Außenstehenden, der doch die Möglichkeiten alle sieht und doch so menschlich. Wir sind eben alle irgendwie in uns selbst gefangen und können selten einen anderen als den eigenen Blickwinkel sehen.

bookgirl

vor 6 Jahren

Leserunde Teil 2: Kapitel 5 - 9 (S. 182)
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Zu 1: Die Frage stelle ich mir seitdem ich das Buch gelesen habe. Ich kann Will absolut verstehen. Wenn man rein gar nichts alleine machen kann, unerträgliche Schmerzen ein Teil des Lebens sind und man weiß, dass die Situation sich auch noch verschlimmern wird, dann ist es nachvollziehbar, dass man diesem Zustand ein Ende machen möchte. Will war ein lebensfroher Mann, der alles was er gemacht hat mit Leidenschaft getan hat. Er hat die höchsten Berge bestiegen, die abenteuerlichsten Reisen unternommen, berufliche Erfolge erzielt und soll nun bis ans Ende seiner Tage von anderen abhängig sein? Ich kann Will verstehen, aber wenn er zu meiner Familie gehören würde oder ich Lou wäre, dann hätte ich ein großes Problem ihn gehen zu lassen. Einen Menschen zu lieben und ihn dennoch bei einer solchen Entscheidung zu unterstützen - nein, ich glaube das könnte ich nicht. Aber wer weiß, ob ich in der Situation meine Meinung nicht ändern würde. Ich weiß es nicht und hoffe, dass ich nie in der Lage sein werde, mich damit auseinandersetzen zu müssen.

Zu 2: Ich glaube, dass die Mutter Will liebt, aber eine Maske aufgesetzt hat und unter dieser ihre wahren Gefühle verbirgt. Möchte hier allerdings nicht zu sehr auf sie eingehen, weil ich ungern etwas vorweg nehmen möchte, was die weitere Geschichte anbelangt.

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nana_what_else

vor 6 Jahren

Leserunde Teil 2: Kapitel 5 - 9 (S. 182)
@britta70

:)

Für mich waren einige "Fortsetzungen" auch einfach klar :)
Und der Rest? Naja..
Neben Will und Lou, ihrer Liebe, ihrem Schicksal war der Rest dann nicht mehr so bedeutend... wenngleich man ihn mitdachte :)

Geschichtenabenteurerin

vor 6 Jahren

Leserunde Teil 2: Kapitel 5 - 9 (S. 182)
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Hm, die Frage ist wirklich nicht einfach…Sterbehilfe…klingt unheimlich wie ich finde…
Wir hatten das Thema einmal in Religion und da sagte ein Klassenkamerad, wenn das seine Meinung ist soll er es tun. Hm. Aber in diesem Fall finde ich diese Antwort wirklich nicht so toll, ich meine klar geht es Will nicht gut (wenn nicht sogar richtig beschissen) aber ich meine er kann noch immer jede Menge machen, er liegt nicht im Koma und ist auch nicht ans Bett gefesselt, er kann jede Menge machen wenn er will und nun hat er auch noch Lou getroffen…ich meine, ist das nicht ein Grund zu leben? Ich würde es in dieser Situation wirklich nicht gut finden,..
Zu seiner Mutter, hmm es ist schwierig, ich mein klar ich kann sie irgendwo verstehen das sie sich so kalt gibt, aber ist sie das auch wirklich? Oder tut sie einfach nur so weil sie sich selber nicht mehr zu helfen weiß? Ich glaube das ist es, dennoch (ich bin zwar erst 21) aber ich würde als Mutter glaube ich anders reagieren, denn das könnte genau die falsche Schiene sein und ihn noch weiter wegdrängen…
Ich glaube, ich an Lous stelle hätte in dem Moment auch erst einmal alles hingeschmissen, was eine skurrile Art zu sterben und sie soll ihm sozusagen dabei auch noch helfen, ich wäre genau wie sie erstmal geflücht…
Puh, das ist iwie schwer in Worte zu fassen, das Buch ist auf einer Ebene einfach so bewegend...also nach der Wunde zu urteilen war mir schon fast klar das Will sich das Leben schon einmal nehmen wollte, das seine Mutter ihn aber dazu überredet hat es noch 6 Monate zu versuchen und auch Lou einstellte, ich denke es war eine Art letzter Versuch um ihm die schöne Seite vom Leben zu zeigen...

xlady

vor 6 Jahren

Leserunde Teil 2: Kapitel 5 - 9 (S. 182)
@Daniliesing

also ich kann will verstehen das er nicht mehr leben will, er war lebensfroh und hat den kick der gefahr gebraucht und dann von heut auf morgen puff alles vorbei nur weil er über die straße gegangen ist. was ist das für ein leben an einem stuhl in einem haus gekettet zu sein. so würde ich such nicht leben können und ich würde ihm auch beim sterbenhelfen wenn es sein wunsch ist und ich alles versucht hätte ihm irgendwie die lebensfreude wiederzugeben.

wills mum konnte ich einfach nicht ab sie ist kalt und gefühlslos.abernach dem kapitel habe ich verstanden das es alles einfach nur eine fassade ist und ich bin der meinung dss sie diese ablegen sollte

BeautyBooks

vor 6 Jahren

Leserunde Teil 2: Kapitel 5 - 9 (S. 182)

xlady schreibt:
also ich kann will verstehen das er nicht mehr leben will, er war lebensfroh und hat den kick der gefahr gebraucht und dann von heut auf morgen puff alles vorbei nur weil er über die straße gegangen ist. was ist das für ein leben an einem stuhl in einem haus gekettet zu sein. so würde ich such nicht leben können und ich würde ihm auch beim sterbenhelfen wenn es sein wunsch ist und ich alles versucht hätte ihm irgendwie die lebensfreude wiederzugeben. wills mum konnte ich einfach nicht ab sie ist kalt und gefühlslos.abernach dem kapitel habe ich verstanden das es alles einfach nur eine fassade ist und ich bin der meinung dss sie diese ablegen sollte

Will's Mum kommt oftmals ganz anders rüber als sie tatsächlich ist.. Anfangs dachte ich mir auch ständig, dass sie eine richtig kalte und gefühlslose Person ist.. Hat man sie aber erstmals näher kennengelernt, denkt man wiederum ganz anders über sie (:

BeautyBooks

vor 6 Jahren

Leserunde Teil 2: Kapitel 5 - 9 (S. 182)

xlady schreibt:
also ich kann will verstehen das er nicht mehr leben will, er war lebensfroh und hat den kick der gefahr gebraucht und dann von heut auf morgen puff alles vorbei nur weil er über die straße gegangen ist. was ist das für ein leben an einem stuhl in einem haus gekettet zu sein. so würde ich such nicht leben können und ich würde ihm auch beim sterbenhelfen wenn es sein wunsch ist und ich alles versucht hätte ihm irgendwie die lebensfreude wiederzugeben. wills mum konnte ich einfach nicht ab sie ist kalt und gefühlslos.abernach dem kapitel habe ich verstanden das es alles einfach nur eine fassade ist und ich bin der meinung dss sie diese ablegen sollte

Will's Mum kommt oftmals ganz anders rüber als sie tatsächlich ist.. Anfangs dachte ich mir auch ständig, dass sie eine richtig kalte und gefühlslose Person ist.. Hat man sie aber erstmals näher kennengelernt, denkt man wiederum ganz anders über sie (:

martina400

vor 6 Jahren

Leserunde Teil 2: Kapitel 5 - 9 (S. 182)
@BeautyBooks

der herzlichste Mensch ist sie wohl trotzdem nicht ;)

venwar_newroly

vor 6 Jahren

Leserunde Teil 2: Kapitel 5 - 9 (S. 182)
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So, ich dackele ja ein wenig hinterher und auch die Lesechallenge ist ja schon gelaufen, aber ich lese das Buch nun mal wirklich sehr langsam. Normalerweise bin ich ja eine recht schnelle Leserin, aber bei diesem Buch überhaupt nicht. Die Geschichte berührt mich unglaublich und Wills Humor ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber ich habe mich an ihn gewöhnt. Über seine Exfreundin und einfach alles in seiner Vergangenheit könnte ich mich echt aufregen.
Und ganz ehrlich, wenn Will nicht leben will, dann will er nicht leben. Seine Eltern sollte das verstehen und ich denke, sie ahnen es ja auch. Ein Mensch kann nun mal nur glücklich sein, wenn er Glücksmomente hat. Will war ganz anders vor seinem Unfall er hat ein ganz anderes Leben geführt und dieses Leben kann er nicht wieder zurückbekommen. Es geht einfach nicht. Ich stelle mir vor, wie ich an seiner Stelle denken würde und ich denke ich würde meiner Familie wegen weiterleben. Sie würden zu sehr leiden, aber wie sehr würde ich leiden? Auch viel und das muss eine Familie doch sehen?

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