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geborenam16Juni

vor 4 Monaten

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Was darf man sich vom Buch versprechen?

Eine große Liebe, die auf Grund von Lebensumständen und einer – besonders für Frauen - sehr restriktiven Zeit, kein Eigenleben entwickeln konnte.

Kleinere „Lieben“ aus dem Blickwinkel verschiedener Menschen und ihrer Leben – viele Liebesbriefe (wobei nicht alle nett ausfallen) – und eine Alles in Allem klug verwobene und berührende Geschichte.

Was mir sehr gut gefiel:
Die Geschichte hat mich berührt, immer wieder fragte ich mich „wie geht´s da weiter?!“ – und das obwohl nie eine künstlich konstruierte Spannung in den Raum geworfen wurde oder groß mit Cliffhangern oder Täuschungsmanövern gearbeitet wurde – man weiß eigentlich die ganze Zeit woran man ist und trotzdem drängt es einen mehr zu erfahren.
Was Jojo Moyes definitiv gut gelungen ist, ist es Beweggründe und Lebensumstände so eingehend darzustellen, dass man sowohl Interesse als auch Verständnis für fast alle Haupt- und Nebenfiguren entwickelt und sich öfters in Situationen wiederfindet, die man vielleicht auch aus eigenen Liebesgeschichten ganz gut kennt (die Rolle der Geliebten, der Betrogenen, derjenigen, die Argumente sucht oder sich durch rosarote Brillen in großzügige Interpretationen wagt, ….)
Raffiniert fand ich auch die inhaltliche Konstruktion der Geschichte – die Zeitsprünge, die einen anhielten aufmerksam zu lesen, aber sicherlich nicht überforderten – die den Kapiteln vorangestellten Liebesbriefe, die zum nachdenken und reflektieren einluden - und auch die vielen kleinen Parallelen, die Gemeinsamkeiten und Gegensätzlichkeiten mit denen man einer Liebesbeziehung begegnet oder an sie herangeht – weil alles total individuell ist, überall findet man Wahrheiten und in der Liebe ist tatsächlich alles möglich!
Mein Tipp: Lieber langsamer und dafür mit Bedacht lesen – hier gibt’s einiges zu entdecken!

Warum dann 4 und nicht 5 Sterne?

Also vorweg: 5 Sterne bedeuten für mich eine unvergessliche Geschichte, die Berge in mir versetzt - und das war hier leider nicht der Fall.

Obwohl ich die Charaktere durchaus alle verstehen konnte und mich in der einen oder anderen Situation auch wiedergefunden habe, hab ich mich doch mit keinem wirklich „verbunden“ gefühlt. Ich hab mich nicht in B. verliebt, ich wollte nicht in Jennifer´s Haut stecken und wenn ich ehrlich bin auch nicht mit ihr (oder sonst einer Figur) befreundet sein – obwohl Jennifer und auch Ellie durchaus sympathisch rüberkommen. Aber das ist nur meine persönliche Empfindung, die bitte niemanden davon abhalten sollte das Buch zu lesen!  Bin mir sicher andere sehen das ganz anders (so wie jede Figur im Buch mit anderen Augen auf die Liebe sah....)

Wenn das Interesse an dem Buch dich soweit geführt hat, Rezensionen zu lesen - dann würd ich es dir auf jeden Fall empfehlen zu lesen - wer weiß, was du darin entdeckst!

Autor: Jojo Moyes
Buch: Eine Handvoll Worte
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