Jokha Alharthi

 3,8 Sterne bei 6 Bewertungen

Lebenslauf

Ihre Begabung wurde Jokha Alharthi, geboren 1978, in die Wiege gelegt, denn in ihrer Familie gibt es eine Reihe von Dichtern. Ihr Roman Herrinnen des Mondes war auch eine Art Heimweharbeit, fing sie doch während ihres Studiums der klassischen arabischen Literatur an der Universität von Edinburgh an, daran zu schreiben. Das regnerisch-kühle Wetter wird eine Rolle gespielt haben. Jokha Alharthi schreibt Romane, Erzählungen und Kinderbücher, hat aber auch eine akademische Karriere absolviert. Heute unterrichtet sie als Associate Professor am College of Arts and Social Sciences der Sultan Qaboos University in Maskat, der Hauptstadt Omans.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jokha Alharthi

Cover des Buches Herrinnen des Mondes (ISBN: 9783311151548)

Herrinnen des Mondes

(3)
Erscheint am 17.09.2026
Cover des Buches Celestial Bodies (ISBN: 9781912240166)

Celestial Bodies

(3)
Erschienen am 21.06.2018

Neue Rezensionen zu Jokha Alharthi

Cover des Buches Herrinnen des Mondes (ISBN: 9783038201526)
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Rezension zu "Herrinnen des Mondes" von Jokha Alharthi

aus-erlesen
Die interessanteste Geschichtsstunde aller Zeiten

Es war der 4. August 1984 als Oman auf der Weltkarte endgültig sein Alleinstellungsmerkmal bekam. Es war der Tag, an dem sich das westafrikanische Obervolta in Burkina Faso umbenannte, und Oman nun das einzige Land war, dessen Name mit einem O beginnt. Es war aber eine Nachricht, die in den Gazetten nicht auf Seite Eins erschien. Es war sicher auch nicht der Tag, an dem Oman einzigartig wurde. Einzigartig wurde Oman wohl erst mit diesem Buch! Große Worte, ja. Aber, schon auf den ersten Seiten erfährt man mehr über Oman als aus so mancher Reisebroschüre. Jokha Alharthi bekam dafür als erste arabische Frau den Booker Prize, sie war die erste Omani, die ins Englische übersetzt wurde. Und nun auch ins Deutsche.

Es ist die Geschichte von Drei Schwestern: Chaula, Asma und Mayya. Letzte ist eine geschickte Näherin. Sie betet brav. In ihren Gebeten bittet sie Gott ihn noch einmal sehen. Ihn, den Unbekannten. Nur sehen will sie ihn. Nicht sein Gesicht ist ihr wichtig, sie will ihn einfach nur sehen. Doch dann platzt der Antrag vom Sohn des Händlers Sulayman in die Idylle. Mayya hat noch keinen Gedanken ans Heiraten verschwendet. Klar, mit ihren Schwestern hat sie darüber gesprochen, was sie in einem Buch gelesen haben. Sie haben gelacht und sich eine Zukunft in groben Zügen ausgemalt. Doch nun geht es Schlag auf Schlag. Keine Luft zum Atmen. Hochzeit, Kind, Ehe. Die Szene der Geburt der schmächtigen Tochter lässt die Erwartungen der Eltern (und wahrlich: Beide haben ganz unterschiedliche Erwartungen an den Nachwuchs!) bildhaft erscheinen. Der eigentliche Geburtsvorgang wird Manche überraschen: Die Vorurteile gegenüber Geburten in Krankenhäusern – christlichen Krankenhäusern, im Liegen etc. – sorgt für die ersten Aha-Momente im Buch. Und dass Mayya ihr Kind London nennen will, sorgt vielleicht für ein Schmunzeln. Für die Familie Mayyas ist es weitaus mehr.

Mayyas Geschichte, die Lebensläufe ihrer Schwestern, ihrer Vorfahren und ihrer Nachkommen stehen exemplarisch für den rasanten Wandel Omans. Bis in die 60er Jahre war hier nicht viel mehr als Sand. Die reichhaltige Kultur – schon vor einem halben Jahrtausend gingen hier die Portugiesen vor Anker und betrieben regen Handel – war ein verborgener Schatz. Mit dem Erdöl und der damit verbundenen industriellen Veränderung, ging ein Ruck durch Land und Leute, der von dem, was einst war, kaum noch Spuren offen ließ.

Wer meint, dass Oman sich allein über die örtlichen Benzinpreise einen Namen macht (der Preis für einen Liter ist derart gering, dass man in Deutschland dafür kaum etwas im Supermarkt bekommt außer einem Stück Frischhefe), der wird in „Herrinnen des Mondes“ einer kulturellen Offenbarung gegenüberstehen. Schonungslos und liebevoll beschreibt Jokha Alharthi die Wandlung eines Landes über einen Zeitraum von sieben Jahrzehnten. Alte Traditionen werden erhalten, dafür sorgt schon der Landesvater. Gleichzeitig wird der Reichtum, der unter der Erde liegt mit dem Rest der Welt zu teilen sein. Was bedeutet, dass Traditionen auf vermeintlichen Fortschritt trifft. Die Benennung der Tochter nach dem monetären Moloch ist da nur der Anfang. Wer „Herrinnen des Mondes“ gelesen hat, ist mit der omanischen Kultur besser vertraut als jeder Pauschaltourist, der das Land besucht.

Cover des Buches Herrinnen des Mondes (ISBN: 9783038201526)
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Rezension zu "Herrinnen des Mondes" von Jokha Alharthi

Dominikus
Osmanische Familie



Jokha Alharthi ist eine omanische Schriftstellerin.


Herrinnen des Mondes ist ein Familiengeschichte., die ein enormes Werk wurde.

Es gibt drei Schwestern, die verschiedene Ansichten des Lebens haben.

Dann gibt es noch mehrere Personen, die den Roman bereichern.

Ich musste mich sehr konzentrieren, um diese Geschichte zu verstehen. Mir war es etwas zu viel. Trotzdem ist e ein wunderbarer Roman, den ich empfehlen kann. 



Cover des Buches Herrinnen des Mondes (ISBN: 9783038201526)
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Rezension zu "Herrinnen des Mondes" von Jokha Alharthi

coala_books
Eindrucksvolles Porträt omanischer Frauen

Herrinnen des Mondes von Jokha Alharthi ist ein beeindruckendes, vielschichtiges Buch, das tief in das Leben von drei Schwestern im Oman eintaucht. Als Leser fühlt man sich sofort in die vertrauten, doch gleichzeitig fremden Lebenswelten dieser Frauen gezogen, die zwischen Tradition und Moderne stehen. Alharthi schafft es, die Emotionen und inneren Konflikte ihrer Charaktere auf eine Weise darzustellen, die sehr real wirkt. Da ist Mayya, die in eine Ehe hineingedrängt wird, obwohl sie in jemand anderen verliebt war. Asma, die ihre Ehe aus Pflichtgefühl führt und sich dabei immer weiter entfremdet fühlt. Und Khawla, die sich weigert, den gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen, und ihren eigenen Weg geht, auf der Suche nach Liebe und Freiheit. Jede dieser Frauen kämpft auf ihre Weise mit den Normen ihrer Kultur, und trotzdem sind ihre Erfahrungen einzigartig. Alharthi gelingt es, die sozialen und kulturellen Spannungen der omanischen Gesellschaft einfühlsam darzustellen, ohne dabei zu verurteilen. Die poetische Erzählweise schafft eine intime Atmosphäre, die als Leser mit den inneren Kämpfen der Frauen mitfühlen lässt. Der Roman ist eine kraftvolle Auseinandersetzung mit Selbstbestimmung und der Rolle der Frau in einer sich wandelnden Gesellschaft. 

Ein tiefgründiger und nachdenklicher Roman, der die Bedeutung von persönlichen Entscheidungen in einer von Tradition geprägten Welt aufzeigt.

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