Jolanda Spiess-Hegglin

 4,4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor*in von Meistgeklickt.

Lebenslauf

Jolanda Spiess-Hegglin, geboren 1980, ist Journalistin, Beraterin und ehemalige Zuger Kantonsrätin der Grünen Partei. Einer grossen Öffentlichkeit bekannt wurde sie im Dezember 2014 durch persönlichkeitsverletzende Kampagnen in mehreren grossen Schweizer Medien, die auf die bis heute ungeklärten Ereignisse an der Zuger Landammannfeier folgten. 2016 gründete Spiess-Hegglin den Verein #NetzCourage, der Betroffene digitaler Gewalt unterstützt und sich für Aufklärung und Prävention einsetzt. Mit der Winkelried & Töchter GmbH berät sie Betroffene von Medienkampagnen. Für ihr Engagement erhielt sie 2021 den Ida-Somazzi-Preis und den FemBizSwiss-Award in der Kategorie Innovation. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Zug.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jolanda Spiess-Hegglin

Cover des Buches Meistgeklickt (ISBN: 9783039260836)

Meistgeklickt

(5)
Erschienen am 21.11.2024

Neue Rezensionen zu Jolanda Spiess-Hegglin

Cover des Buches Meistgeklickt (ISBN: 9783039260836)
JulSs avatar

Rezension zu "Meistgeklickt" von Jolanda Spiess-Hegglin

JulS
Autobiografie einer medialen Hetzjagd

Wenn nicht die Tat sondern das Danach das Grauen ist

-Rezensionsexemplar-

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Genre: Autobiografisch & persönlich mit Fakten und sehr sachlich, eine Aufarbeitung aus Sicht des "Opfers" einer medialen Hetzjagd & den Verlierern auf der Suche nach der nächsten Schhlagzeile.

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Setting: Jolanda ist grüne Kantonsrätin & nach einer örtlichen Feier erwacht sie mit Filmriss & Unterleibsschmerzen. Im Krankenhaus wird männliche DNA gefunden & die Staatsanwaltschaft ermittelt. Doch plötzlich ist das Thema in der Presse. Jahrelang wird eine neue Schlagzeile nach der anderen ihr Leben bestimmen, reißerisch, verleumderisch & auf der Suche nach den höchsten Klickzahlen. Sie nimmt nüchtern mit, bei ihrem Kampf gegen die großen Newshäuser.

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Cover des Buches Meistgeklickt (ISBN: 9783039260836)
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Rezension zu "Meistgeklickt" von Jolanda Spiess-Hegglin

Lottewoess
Medienhetze vom Schlimmsten

Nach einer politischen Feier hat eine junge Neo-Politikerin einen Filmriss und sucht mit Unterleibsbeschwerden die Ambulanz des örtlichen Krankenhauses auf. Obwohl sie gleich vermutet, Drogen erhalten zu haben, werden keine Blut- oder Urinproben genommen. Bei der gynäkologischen Untersuchung findet sich eine (wahrscheinliche) Bisswunde am Oberschenkel sowie ergeben später DNA-Proben, dass zwei Männer mit ihr in Berührung gekommen sind. Eine DNA-Probe kann zugeordnet werden, einem verheirateten Politiker von der Gegenpartei, die andere bleibt unbekannt. Es werden zahlreiche Fehler in Untersuchung und Aufklärung des Falles gemacht, sodass bis heute nicht geklärt werden konnte, was in dieser Nacht wirklich vorgefallen ist. Die junge Politikerin wird von den Medien gejagt und vorverurteilt, muss sich beschimpfen und demütigen lassen. Die Journalisten und (leider auch) Journalistinnen sind nicht zimperlich in der Wortwahl, werden übergriffig und stellen Behauptungen auf, die später eindeutig widerlegt werden können. Einzig ihre Familie gibt Frau Spieß-Heggli Halt, die zu ihr steht.

Das Buch befasst sich hauptsächlich mit dem Geschehen nach den Vorfällen auf der politischen Feier. Ich habe die Geschichte von damals nur vage in Erinnerung. Obwohl ich im Grenzgebiet wohne, war das wohl bei uns nicht das große Thema wie in der Schweiz. Der Inhalt hat mich erschüttert, unglaublich was die Autorin hat mitmachen müssen und welche Stärke sie dabei entwickelt hat, da kann ich nur sagen: Respekt und Hut ab. Die Medienhetze nach der Landammannfeier kann man nur als widerlich bezeichnen.

Vor zehn Jahren durfte sich die Presse leider ungestraft einiges erlauben, #metoo war noch nicht geboren. Victim Blaming und Rape Culture waren auf dem Höhepunkt. Offenbar war für alle klar, dass Frau Spieß ihre Vergewaltigung unter Drogen nur vorgetäuscht hätte um dem Politiker der Gegenpartei ans Bein zu pinkeln. Die peinlich indiskreten Schlagzeilen, Beschimpfungen, Morddrohungen sogar an ihre Kinder, Stalking und vieles mehr – das alles ist unwürdig und demütigend. Dieser Teil nimmt den Elefantenanteil des Buches ein und war für mich hart zu lesen. Mittlerweile hat die Autorin eine Institution #netzCourage ins Leben gerufen und auch einen Prozess gegen einen führenden Schweizer Medienverband gewonnen. Eine überragende Leistung. Die Autorin ist bewundernswertes Durchhaltevermögen und Courage gezeigt, und durch ein erstmalig da gewesenes Urteil Wiedergutmachung von seiten der Presse erreicht. 

Was mir leider fehlte, war die Vorgeschichte. Die Autorin ist zwar gegen das skandalös aufdringliche Verhalten der Presse vorgegangen, hat jedoch die zahlreichen Ermittlungsfehler – so scheint es – emotionslos akzeptiert. Das Buch beginnt gleich mit dem hinterher, der (haarsträubend nachlässigen) Untersuchung im Krankenhaus. Aber was war davor? Wie lief die Feier ab? Was war das Letzte, woran die Autorin sich erinnert? Hat sie sich mit dem Politiker der Gegenpartei unterhalten? Gab es einen offiziellen Teil, waren die Teilnehmer sich freundlich gesonnen oder gab es Diskussionen?

Wer hatte Gelegenheit ihr etwas ins Glas zu geben? Später machen die Zeugen offenbar widersprüchliche Aussagen, warum wurde nicht mehr nachgehakt? Falschaussagen sind strafbar. Die exorbitanten Fehler, die bei der Ermittlung gemacht wurden, erzeug Wut beim Lesen. Ich hätte alles daran gesetzt, um Licht ins Dunkel dieses Abends zu bringen. Möglicherweise hat die Autorin das getan, es kommt aber im Buch nicht heraus.

Das Buch lässt (zu) viele Fragen offen. Es ist gut, dass die Autorin sich einiges von der Seele hat schreiben können, und zumindest Erfolg hatte, dass die Medien (zum Teil) Wiedergutmachung leisten mussten. Dass man jedoch den Fall selbst zu den Akten gelegt hat und er ungeklärt bleiben wird, ist unbefriedigend. Der Schreibstil der Autorin liest sich flüssig und angenehm, der Aufbau des Buches ist teilweise verwirrend und einiges wiederholt sich, 3,5 Sterne, da ich keine halben Sterne geben kann, runde ich auf. 


Cover des Buches Meistgeklickt (ISBN: 9783039260836)
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Rezension zu "Meistgeklickt" von Jolanda Spiess-Hegglin

SinaAnis
Sehr eindrücklich

Als das Ereignis im Jahr 2014 passiert ist, war ich leider noch etwas zu jung um zu verstehen, um was es da überhaupt ging. Während dem Lesen habe ich mich also über andere Medien über das Thema informiert.


Das Buch fand ich sehr interessant und toll, mal die Sichtweise von Jolanda Spiess-Hegglin zu lesen.

Für mich kamen aber dann doch zu viel Wiederholungen dazu und wurde ab der Mitte des Buches für mich zu langweilig.

Aber ich kann das Buch denen empfehlen, die sich bereits eine Meinung zu diesem eher komplizierten Fall gemacht haben aber offen sind, um noch eine andere Meinung zu hören.


Ich finde es aber sehr stark von der autorin, dass sie das ganze noch aus ihren Sicht erzählt. Eingige Dinge die sie aufgeschrieben haben, haben mich dann doch recht geschockt, da ich das von der Schweiz eigentlich nicht erwartet habe.

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