Jolien Janzing Die geheime Liebe der Charlotte Brontë

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Inhaltsangabe zu „Die geheime Liebe der Charlotte Brontë“ von Jolien Janzing

'Ich bin lieber glücklich als vernünftig' Charlotte sehnt sich nach Abenteuern und leidenschaftlicher Liebe. Weil es beides in Yorkshire nicht gibt, geht sie mit ihrer Schwester Emily nach Brüssel, um endlich mehr von Europa zu sehen. Dort erleben sie eine Achterbahn der Gefühle und tauchen ein in eine neue Welt: Die Stadt bietet die ideale Mischung aus französischem Wein und zahlreichen neuen Eindrücken. Im 'Pensionnat Heger' verliebt sich Charlotte hoffnungslos in Monsieur Heger. Zeitgleich umwirbt sie aber auch der gut aussehende Flame Emile. Plötzlich hat sie die Wahl: eine Affäre mit einem verheirateten Mann oder eine ehrenhafte Ehe? Am Ende ist ihr Herz gebrochen und sie verarbeitet ihren Schmerz in einem Roman, der noch 200 Jahre später auf der ganzen Welt gelesen und geliebt wird.

Ich habe mir mehr von der Liebesgeschichte versprochen. Ansonsten ein wunderbarer Roman aus einer Lebensphase von Charlotte Brontë.

— Buecherwurm1973

Kann die schlechten Rezis gar nicht verstehen. Das Buch ist soll gut!

— heaven4u

Ein schöner Ausflug nach Brüssel ins Jahr 1842. Leider haben die Charaktere nicht das gehalten, was man sich erwartet hat.

— rewareni

Ein interessantes Buch über Charlottes Jahre in Brüssel, das sprachlich etwas schwächelt.

— hasirasi2

Toller Schreibstil, aber leider viel zu blasse Charaktere, zu wenig Emotionen. Leider konnte mich der Roman nicht wirklich begeistern

— tinstamp

Einwandfreier erzählter Ausflug in die Welt der Charlotte Bronte, mit kleinen Schönheitsfehlern!

— Cridilla

Eine interessanter Einblick in das Leben von Charlotte Brontë

— lesemaus1981

Der Beginn war nicht schlecht. Dann verliert sich die Geschichte allerdings und wird nicht richtig griffig. Ein Stern für den Schreibstil!

— Miamou

eine kurze Zeit wird man Teil des Lebens von Charlotte Brontë. Mehr Leidenschaft hätte dem Buch gut getan, aber mir hat es gefallen.

— Gwenliest

Ein schwerfälliger Roman, der leider nicht das hält, was er verspricht.

— Svenjas_BookChallenges

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  • Leserunde zu "Die Kapitel meines Herzens" von Catherine Lowell

    Die Kapitel meines Herzens

    AtlantikVerlag

    »Es war nicht immer klar, auch ihr selbst nicht, wo ihre Phantasie aufhörte und wo die Wirklichkeit begann.«Dieser Roman begeistert alle, die Bücher lieben – und in Büchern vor allem Liebesgeschichten ... In dieser Leserunde zu Die Kapitel meines Herzens von Catherine Lowell habt ihr Chance, diese unwiderstehlich clevere Geschichte exklusiv vor Veröffentlichung zu lesen und diskutieren. Viel Glück! Zum Buch Von klein auf wächst Sam mit Büchern auf: Wann immer sie in der Bibliothek ihres Vaters ein Buch findet, in dem sein Lesezeichen liegt, weiß sie, dass er es für sie versteckt hat. Zu Weihnachten schenkt er ihr eine Schnitzeljagd mit Zitaten aus der Weltliteratur. Sams Vater ist nicht nur Bestseller-Autor, sondern auch ein direkter Nachfahre der Brontë-Familie. Als er stirbt, ist Sam die letzte lebende Verwandte der Schriftsteller-Dynastie. Alles, was ihr Vater ihr hinterlassen zu haben scheint, ist ein abgegriffenes Lesezeichen. Oder ist es ein Hinweis auf ein geheimes Erbe?Die Öffentlichkeit hat ihren Vater schon lange im Verdacht, wertvolle Gemälde, Briefe und Romanentwürfe der berühmten Schwestern zu verstecken. Antworten hofft Sam am Old College in Oxford zu finden. Dort hat Sam zwar nur Augen für Bücher, ihr Professor und ein attraktiver Mathe-Student lenken sie jedoch mehr ab, als sie es sich eingestehen möchte. Zur Autorin Catherine Lowell lebt in New York. Sie studierte in Stanford und erhielt noch vor Studienabschluss zwei Stipendien, beide für die Realisierung eines Romans. So entstand Die Kapitel meines Herzens, Lowells Debütroman.»"Die Kapitel meines Herzens" ist ein geistreicher Roman mit pointierten und frechen Dialogen, der sowohl klug, humorvoll als auch spannend ist. Volltreffer!" Melanie Rust, Buchhandlung Podszun in MarsbergWir möchten gemeinsam mit euch exklusiv vor der Veröffentlichung dieses Buch lesen und diskutieren. Dafür stellen wir euch 20 Exemplare zur Verfügung. Ihr könnt euch bewerben, in dem ihr uns in einem Kommentar folgende Frage beantwortet:Zu zweit liest man weniger allein, oder? Mit wem tauscht ihr euch am liebsten über Bücher und Geschichten aus?

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Die geheime Liebe der Charlotte Brontë

    Die geheime Liebe der Charlotte Brontë

    Buecherwurm1973

    29. July 2016 um 21:31

    Das Leben als Pfarrerstochter ist Charlotte Brontë zu wenig. Sie möchte ihr Französisch in Brüssel verbessern. Im Pensionat von Claire Heger hofft sie alles zu erlernen, um eine Schule gründen zu können. Zusammen mit ihrer Schwester Emily wird sie 6 Monat auf dem Festland verbringen. Während Charlotte die Stadt erkundet, schottet sich Emily ab. Charlotte begleitet Constantin Heger auf seinen Touren in die Armutsviertel. Ihre Bewunderung weicht bald Liebe. Obwohl Constantin auch Gefühle für sie hegt, bleiben nichts als ihre Liebesbriefe. Charlotte reist schweren Herzens mit ihrer Schwester nach Hause.   Am Anfang der Geschichte gibt es eine Erzählerin, die den Leser quasi in die Geschichte einführt. Anfangs ist sie ziemlich präsent und kommt ab Mitte des Buches  schliesslich nicht mehr Wort. Mich hat sie ziemlich genervt. Sie hat so einen naiven und überschäumenden Unterton eines kleinen Mädchens. Eines vorweg, wer eine Biografie von Charlotte Brontë erwartet, wird enttäuscht sein. Denn das Buch handelt nur von diesem Aufenthalt in Brüssel. Nicht einmal dies hat sie meiner Meinung nach befriedigend hinbekommen. Zweifelsfrei hat Jolien Janzing die damalige Zeit und dessen Geschehnisse treffend beschrieben. So gibt es zum Beispiel einen unnötigen Handelsstrang eines jungen Mädchens, das die Mutter zur Mätresse des Königs machen will. Klar, es begegnet Charlotte immer wieder. Ich vermute, dass die Autorin damit das damalige Weltbild skizzieren wollte. Doch dieser Handelsstrang nimmt viel zu viel Platz ein. Die Beschreibung der Gefühle der Liebenden Charlotte Brontë und Constantin Heger waren für mich der Lichtblick. Aber leider sind sie nur wenig vorhanden. Denn die Autorin will so vieles erzählen. Somit kommt der eigentliche Kernpunkt des Buches zu kurz. Wer aber wissen will, auf wessen Tatsachen das Buch „Jane Eyre“ beruht, ist mit diesem Buch sicher gut bedient.

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  • Leserunde zu "Die geheime Liebe der Charlotte Brontë" von Jolien Janzing

    Die geheime Liebe der Charlotte Brontë

    Herbig_Verlag

    Liebe Lerser*innen, am 18. Januar 2016 erscheint der Roman "Die geheime Liebe der Charlotte Brontë" von Jolien Janzing im LangenMüller Verlag. Und wir laden euch ein, bei unserer Leserunde mitzumachen und verlosen 20 Bücher des bitter-süßen Liebesromans rund um die wahre Geschichte der unglücklichen Zum Inhalt des Buches: Charlotte sehnt sich nach Abenteuern und leidenschaftlicher Liebe. Weil es beides im Yorkshire des Jahres 1842 nicht gibt, geht sie mit ihrer Schwester Emily nach Brüssel, um endlich mehr von Europa zu sehen. Die niederländische Autorin Jolien Janzing erzählt in „Die geheime Liebe der Charlotte Brontë“, wie die junge Charlotte und ihre Schwester dort eine Achterbahn der Gefühle erleben und in eine neue Welt eintauchen: Die Stadt bietet die ideale Mischung aus französischem Wein und zahlreichen neuen Eindrücken. Und schließlich verliebt sich Charlotte Hals über Kopf: in einen verheiratetet Mann. Zeitgleich wird sie aber auch noch von dem gutaussehenden Flamen Emile umworben. Die junge Charlotte muss sich entscheiden: eine Affäre mit einem verheirateten Mann oder eine ehrenhafte Ehe? Am Ende ist ihr Herz gebrochen, aber sie verarbeitet ihren Schmerz in einem Roman, der auch 200 Jahre später noch auf der ganzen Welt gelesen und verehrt wird: Jane Eyre. Die Autorin: Jolien Janzing, Jahrgang 1964, ist Journalistin und Autorin. An „Die geheime Liebe der Charlotte Brontë“ arbeitete sie drei Jahre, in denen sie unermüdlich recherchierte und die damalige Zeit in Brüssel wieder zum Leben erweckte. Die Brontë Society hat sie als Ehrengast zum jährlichen Literatur-Lunch eingeladen. Mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern lebt sie in Leuven, Belgien. LangenMüller verlost 20 Exemplare von „Die geheime Liebe der Charlotte Brontë“. Schreibt dazu einfach in die Kommentare, warum ihr gerne an der Leserunde teilnehmen möchtet. Bewerben könnt ihr euch bis einschließlich zum 17. Januar 2016. Am 18. Januar werden die Gewinner*innen dann benachrichtigt. Viel Spaß beim Mitmachen!

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    • 484
  • Überzeugendes Charakterbild

    Die geheime Liebe der Charlotte Brontë

    Isaopera

    06. March 2016 um 01:34

    Das vorliegende Buch hatte mich thematisch sehr interessiert, weil ich alle Werke der Bronte-Schwestern verschlungen habe und wirklich mehr über die Autorinnen erfahren wollte. Das Buch hat einen Schreibstil, der dem von "Jane Eyre" wirklich ähnelt, teilweise wird der Leser zum Beispiel direkt angesprochen. Neben der Geschichte von Charlotte gibt es noch einige Nebenhandlungen, die ich auch durchaus interessant fand. Dadurch entsteht für mich ein recht rundes Bild der belgischen Gesellschaft zur damaligen Zeit. Auch der Gegensatz zwischen den harten Engländerinnen und den leidenschaftlichen Belgiern kommt wirklich gut raus. Insgesamt hätte ich mir ein wenig mehr Bezug zu "Jane Eyre" bzw. allgemein zum Werk der beiden (Emily & Charlotte, die hauptsächlich Thema sind) gewünscht. Ebenso ein ausführliches Nachwort der Autorin, in der sie beschreibt, was war ist und was Fiktion. Ich kann das Buch aber wirklich empfehlen, da ich die Lektüre sehr genossen habe :) Meinen Geschmack hat es getroffen, danke!

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  • Ein Geheimer Blick hinter die Kulissen des Lebens der Bronte Schwestern

    Die geheime Liebe der Charlotte Brontë

    Lagoona

    Jane Eyre ist vermutlich jedem von uns ein Begriff. Allen Vampirfreunden wird ebenso Sturmhöhe etwas sagen, denn dieses Buch wird nun wirklich so gut wie in jedem Film, der von Vampiren handelt erwähnt. Mich hat das Leben von Charlotte und Emily Bronte schon lange fasziniert, umso mehr freute ich mich, nun einen Roman über das Leben von Charlotte Bronte in den Händen halten zu dürfen. "Die geheime Liebe der Charlotte Bronte" von Joline Janzing. Nach all den amüsanten Frauenromanen, die ich in den letzten Wochen, stets mit einem Lächeln im Gesicht, verschlungen habe, war dieser Roman nun nach 'Die Gestirne' wieder einmal eine Lektüre, die etwas tiefgründiger und intensiver war. Eine Art Auszug einer Biographie als Roman geschrieben. Wir schreiben das Jahr 1842. Die Bronte Schwestern reisen von ihrem Heimatland England nach Belgien. In Brüssel möchte insbesondere Charlotte nicht nur ihre Französischkenntnisse verbessern, sondern auch neue Abenteuer bestreiten und die Welt kennenlernen. Charlotte erhofft sich vermutlich auch ein Stück weit mehr Unabhängigkeit zu gewinnen. Für damalige Verhältnisse eigentlich eher untypisch. Die meisten Frauen wurden jung verheiratet, um dann möglichst viele Kinder zur Welt zu bringen. Charlotte verliebt sich in Brüssel in einen verheirateten Mann und das Drama nimmt seinen Lauf. Mein Fazit: Mir hat das Buch gut gefallen. Es war spannend mal wieder in eine ganz andere Zeit einzutauchen und das Leben der Schwestern beobachten zu dürfen. Gerne hätte ich noch viel mehr über Chalotte und Emily erfahren. Mein Tipp: Ein spannendes Buch für Feunde von Jane Eyre & Co. Vier Sterne von mir für dieses tolle Buch 🌟🌟🌟🌟

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    • 7
  • Der Anfang war ja noch vielversprechend

    Die geheime Liebe der Charlotte Brontë

    callunaful

    Vorweg: Ich habe die Rezension zu diesem Roman ein wenig vor mich her geschoben, da ich mir (immer noch) nicht so ganz sicher bin wie ich an die Rezension zu diesem Buch herangehen möchte und es mir auch schwer fällt meine Kritik fundiert rüber zu bringen. Ich hoffe es gelingt mir trotzdem. Hier haben wir einen historischen und biografischen Roman von Jolien Janzing, der uns einen kleinen Einblick in das Leben von Charlotte und Emily Bronte geben soll. Charlotte hat den Traum eine eigene Schule in ihrer Heimat aufzubauen und möchte dafür erst selbst noch gemeinsam mit ihrer Schwester die Schulbank drücken. Dafür sucht sie sich das Pensionat der Familie Heger in Brüssel aus, wo sie ihre Französischkenntnisse verbessern möchte.  Brüssel entpuppt sich für die beiden protestantischen Pfarrerstöchtern als eine komplett neue Welt. Während Emily sich mit Heimat verschanzt und sich immer mehr zurückzieht zeigt sich Charlotte als das totale Gegenteil ihrer Schwester. Neugierig erkundet sie die neue Welt und passt sich mit der Zeit immer mehr an diese an und wie der Titel des Romans schon andeutet verliebt sie sich auch. Und zwar ausgerechnet in ihren verheirateten Professor Constantin Heger. In der Geschichte steckte so viel Potenzial, wobei man natürlich auch berücksichtigen muss, dass die Autorin sich an die historische Vorlage halten muss. Dies gelingt ihr auch in meinen Augen sehr gut. Die Charaktere, vor allem aber Charlotte wirkten authentisch und zeitgemäß. Allerdings hatte ich gehofft einen besseren Zugang zu den Charakteren zu erlangen, was leider nicht geschah. Die Autorin beschreibt zwar die Gefühlswelt der Charlotte, aber es fiel mir als Leser sehr schwer mich in sie hinein zu versetzen und insbesondere ihre Gefühle auch wirklich nachzuvollziehen. Charlotte ist verliebt, das habe ich verstanden. Aber wieso? Klar, Liebe ist oftmals  schwer nachzuvollziehen und diese zu erklären ist eine hohe Kunst. Aber es wollten keine echten Emotionen aufkommen beim Lesen. Der Schreibstil war zu Beginn ungewöhnlich und anders. In der Leserunde, in der ich mich beteiligte, wurde dann auch erklärt, dass die Autorin sich daran versuchte sich am Schreibstil der Bronte Schwestern anzupassen. Was ich als Idee nicht schlecht fand. Wobei ich sagen musste, dass es mich ein wenig an einen Reiseführer erinnerte "Zu ihrer Rechten sehen Sie..."; "Lassen sie uns nun unseren Blick zu...schweifen". Etwas befremdlich, aber ich muss sagen es machte mich neugierig auf die Werke der Brontes. Was mich auch etwas störte waren die Nebenfiguren Henriette und Arcadie Claret. Hier wurde erzählt wie die Mutter Henriette versuchte aus ihrer (minderjährigen) Tochter eine Mätresse des Königs zu machen. Ich fand diese Passagen zwar gut geschrieben, aber es hat mich irgendwie doch gestört, da diese Geschichte überhaupt nichts mit den Brontes zu tun hatte und die eigentliche Geschichte auch gar nicht voran brachte! Da stellte sich mir vermehrt die Frage, warum man diese Figuren im Roman unterbringen musste? Man hat so den wagen Verdacht, dass Charlottes Geschichte anscheinend nicht viel hergab für einen Roman... Gegen Ende des Romans musste ich feststellen, dass meine Luste auf diesen Roman mehr und mehr verflog. Und mir fielen des weiteren die Zeitsprünge sehr negativ auf. Zuerst war noch Karneval und dann auf einmal Neujahr? Kann man ja machen, aber das wurde stets nur ganz beiläufig erwähnt. Womit es mir nochmal schwer gemacht wurde in die Geschichte einzutauen. Schlussendlich muss ich sagen, dass ich mir von dem Roman doch mehr erhofft hatte.

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    • 3
  • Leider enttäuschend...

    Die geheime Liebe der Charlotte Brontë

    Danion

    21. February 2016 um 13:21

    Als ich das Cover gesehen und den Titel des Romans gelesen hatte, war ich sehr gespannt. Vor etwa 10 Jahren habe ich "Jane Eyre" gelesen und war begeistert von dem Buch. Da ich auch gerne Biografien lese, wollte ich etwas über die geniale Schriftstellerin lernen. Doch meine Erwartungen sollten scheitern. Schon nach den ersten Seiten war ich enttäuscht. Zum einen fand ich den Schreibstil nicht wirklich ansprechend. Das klingt für mich wie die Erzählung eines Guides: Schauen wir nach rechts.... Schauen wir nach links.... und dort sehen wir.... Lassen wir Charlotte stehen und werfen unseren Blick auf Arcadie... Aber okay, lesen kann man das Buch trotzdem. Zum anderen hat mich das Buch nicht gepackt, zumindest die ersten 200 Seiten, für die ich eine Ewigkeit gebraucht hatte, weil ich einfach keine Lust mehr zum Lesen hatte. Doch ich kämpfte weiter durch das Buch, weil ich hoffte, es wird doch interessanter. Und es wurde interessanter. Leider nur zu spät. In der Geschichte von Charlotte und Monsieur Heger suchte ich Parallelen zu "Jane Eyre". Nach Details, die ich aus Brontes Roman kannte. Und eigentlich nur deswegen wurde das Buch für mich ein wenig interessanter. Dafür fragte ich mich aber immer wieder, warum die Geschichte von König Leopold und Arcadie im Buch so detailliert verfolgt wird. Die Autorin hat zwar zum Anfang des Buches geschrieben, dass Arcadie eine wichtige Person im Leben von Charlotte sein wird (oder so ähnlich), aber auch nach der letzten Seite stand für mich die Frage: Warum? Diese Geschichte blieb für mich eher unbedeutend. Ich denke, die Autorin hätte ruhig darauf verzichten können. Die letzten 100 Seiten waren dann doch lesenswert. Dadurch lernte ich die Entstehungsgeschichte des wohl berühmtesten Romans von Bronte kennen. Eine schöne Geschichte! Doch ehrlich gesagt, kann ich das Buch nicht weiter empfehlen. Dann lieber eine andere Biografie....

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  • …oder wie hohe Erwartungen im Sande zerlaufen

    Die geheime Liebe der Charlotte Brontë

    Cridilla

    Die Autorin: Jolien Janzing, Jahrgang 1964, ist Journalistin und Autorin. An "Die geheime Liebe der Charlotte Brontë" arbeitete sie drei Jahre, in denen sie unermüdlich recherchierte und die damalige Zeit in Brüssel wieder zum Leben erweckte. Die Brontë Society hat sie als Ehrengast zum jährlichen Literatur-Lunch eingeladen. Mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern lebt die Autorin in Leuven, Belgien. Klappentext: Im beschaulichen Pfarrhaus ihres Vaters in Yorkshire fällt Charlotte die Decke auf den Kopf. Sie möchte hinaus in die Welt, fremde Kulturen erleben und sich Hals über Kopf verlieben. Daher ersinnt sie einen Plan: Gemeinsam mit ihrer Schwester Emily will sie nach Belgien gehen, um ihr Französisch zu verbessern. Nach der langen und beschwerlichen Reise erleben die beiden Brontë-Schwestern in Brüssel einen wahren Kulturschock. Das katholische und gleichzeitig weltliche Flair der Stadt überwältigt die Protestantinnen aus dem ländlichen England. Im eleganten Internat von Madame Claire Heger wirken die Schwestern in ihren schlichten, farblosen Kleidern und ihren altmodischen Frisuren neben den vornehmen jungen Mitschülerinnen, die sich modern und stilvoll kleiden, wie graue Mäuse. Emily fühlt sich von Anfang an unwohl, schottet sich ab und möchte zurück nach England, während Charlotte neugierig die Stadt erkundet. Sie begleitet Constantin Heger in die Armutsviertel, wo er den Arbeitern Sprachunterricht gibt. Charlotte bewundert ihn für sein Engagement und verliebt sich. Doch es ist eine Liebe, die nicht sein darf, denn er ist ein verheirateter Familienvater. Als ihr dann der flämische Arbeiter Emile Avancen macht, steckt sie in einer Zwickmühle. Sie besitzt weder Schönheit noch Geld, hat kein Talent fürs Zeichnen oder das Klavierspiel – unter diesen Voraussetzungen wird sie kaum einen besseren Mann finden. Aber sie liebt Emile nicht. Schweren Herzens folgt sie ihrer Schwester zurück nach England und besinnt sich auf ihr wahres und größtes Talent: Charlotte ist eine begnadete Schriftstellerin. Charlotte sehnt sich nach Abenteuern und leidenschaftlicher Liebe. Weil es beides in Yorkshire nicht gibt, geht sie mit ihrer Schwester Emily nach Brüssel, um endlich mehr von Europa zu sehen. Dort erleben sie eine Achterbahn der Gefühle und tauchen ein in eine neue Welt: Die Stadt bietet französisches Flair, monumentale Bauten und zahlreiche neue Eindrücke. Im „Pensionnat Heger” verbessern die beiden Schwestern ihre Französischkenntnisse, doch Charlottes Aufmerksamkeit gilt vor allem dem charismatischen Monsieur Heger, in den sie sich hoffnungslos verliebt. Zeitgleich umwirbt sie auch der gut aussehende flämische Arbeiter Emile. Plötzlich hat sie die Wahl: eine Affäre mit einem verheirateten Mann oder eine ehrenhafte Ehe? Am Ende ist ihr Herz gebrochen und sie verarbeitet ihren Schmerz in einem Roman, den sie Jane Eyre nennt und der noch 200 Jahre später auf der ganzen Welt gelesen und geliebt wird. Zu Beginn möchte ich dem Verlag danken, dass ich dieses interessante Buch rezensieren durfte. Wie soll ich dieses Buch bloß gerecht rezensieren…Meine Ansprüche – wie auch die meiner Mitleser in der tollen Leserunde – hatten wohl einen zu hohen Level, als dass sie von dem kleinen durchaus feinen Buch der belgischen Autorin ausreichend erfüllt werden konnten. Bei einer sehr begrenzt engen biographischen Vorgabe kann die Fantasie nicht kapriziöse Kapriolen schlagen, um die vielleicht zu geringe Informationsmenge, oder die zu blass gezeichneten Charaktere der Brontë Schwestern weiterauszumalen – oder auszufüllen. Das bereitet dem Leser dann selbstverständlich Schwierigkeiten. Willens möchte man in die Welt der weltberühmten Schriftstellerschwestern eintauchen, allein an Spielmöglichkeiten der so eingeschränkten Vorbedingungen mangelt es. Nur allzu schnell wird klar, wir schauen zwar den beiden bei ihrer Reise in der durchaus bekannten Narrativweise der englischen Literatur des 19.Jahrhunderts über die Schulter, doch leider verschwimmen die meisten Nebencharaktere zu einem Einheitsbrei und auch die so große Liebe zu dem angeblich charismatischen Monsieur Heger bleibt uns verborgen. Beziehungsweise nicht nachvollziehbar. Ein dermaßen schwacher und an einigen Stellen sehr grober Charakter entlockt der weiblichen Leserschaft keine Oh-Ausrufe. Kein ach ja, das ist Mr Rochester! Sondern eher ein: Oh je, das soll Mr Rochester sein? Auch mein Versuch sich in die Zeit und damaligen Gegebenheiten der Lebensumstände der Brontës hineinzuversetzen scheiterte leider kläglich. Dafür bleibt das Buch trotz seiner allwissenden Erzählweise auf eine nicht zu greifende Art zu distanziert, ebenso wie die Hauptcharaktere. Der Leser zweifelt eher an Charlottes Fähigkeit sich in ein solch ungehobeltes vierschrötiges Mannsbild zu verlieben, und kann nur ungläubig den Kopf schütteln. Da lobt sie sich ein Feingeist der höheren Bildung zu sein, und dann verfällt sie dem ersten Mannsbild, dass sie im Haus der Schulleiterin näher kennenlernt…Dazu kommt noch der ununterbrochene Hochmut, der Engländer wohl auch in den unteren Schichten konstant auszuzeichnen schien. Sie ist ja schließlich eine Pfarrerstochter, da kann sie sich doch unmöglich mit Bediensteten abgeben, geschweige denn sich mit ihnen mehr als nur nötig unterhalten. Hochmut kommt ja bekanntlich vor dem Fall und unsere Charlotte, die sich für hochbegabt und Emily für genial hält, fällt… Sie erlebt eine unmögliche Liebe, die sie an den Rand der normalen Gemütsverfassung bringt. Ihrer Schwester ist es schlichtweg egal. Charlottes Gefühlsleben erst recht, und ihr Aufenthalt in Belgien sowieso. Alles, was sie von ihrer– bis an den Wahnsinn grenzenden - geliebten kargen heimatlichen Heidelandschaft fernhält, ist nur ein Hindernis, oder etwas das man weitesgehend ignorieren muss. Kümmert sich niemand um sie ausreichend, so hungert sie sich fast zu Tode und ignoriert auch ansonsten jeden menschlichen Kontakt. Nur im Erlernen der fremden französischen Sprache zeichnet sie sich durch Genialität aus; sie ist schneller als Charlotte, weiß besser zu formulieren und sich schriftlich schneller perfekter auszudrücken. Charlotte hingegen bringt französische Aufsätze zu Papier, die in der Klasse ihresgleichen suchen…Und so vermag sie erstmals die Aufmerksamkeit des Lehrers Heger auf sich zu ziehen, der sich in der allgemeinen Bewunderung seiner weiblichen Schülerschar sonnt. Etwas, das wohl bisher nie über die Anstandsgrenzen hinausging, bis jetzt… Der andere Mann, der für Charlotte von großer Wichtigkeit sei – wie auf dem Klappentext stand – war der flämische Arbeiter Emile, der leider doch nur eine Randfigur bleib und nicht allzu sehr in die Geschichte involviert wurde. Da hätte ich mir mehr erhofft und gewünscht. Es hätte zumindest gezeigt, dass Charlotte vielleicht Geschmack zuzutrauen war, da sein Aussehen als fast engelhaft schön beschrieben wurde unter seiner Schmutzschicht. Und er noch weitere Reibungsfläche für sie bot, da er seinem Stand mit ihrer Hilfe entfliehen wollte. Aber sein ärmliches Erscheinungsbild war der ach so feinen Dame Charlotte zu vulgär. Ein Problem, das wohl ihrer Kindheit geschuldet war, sie aber trotzdem äußerst hochnäsig machte, da sie sich kaum standesgemäß über Emile erheben konnte. Dann war da noch eine andere „Liebesgeschichte“, die geschickt in den Erzählrahmen eingeflochten wurde. Eine gewisse Arcadie aus gutem bürgerlichem Hause, die den damaligen belgischen König auf sich aufmerksam machen konnte. Angestachelt durch den ungesunden Machthunger ihrer Mutter, soll sie sich Leopold I als Maitresse darbieten. Doch zu Beginn sieht das angestrebte Unterfangen der allzu hoch hinaus wollenden Mutter fast vergeblich aus, da sich die unschuldige Lolita in ihren Musiklehrer verliebt und schmachtende Tagträume von einer romantischen Liebelei mit ihm hat. Doch ihre Mutter weiß die jugendlichen Wunschträume perfid zu durchkreuzen und setzt alles daran ihre Tochter dem unglücklich verheirateten Regenten auf dem Silbertablett zu servieren… Charlotte begegnet Arcadie zwei – oder dreimal an unterschiedlichen Lebenspunkten. Zu Beginn, als für alle Spieler noch alles möglich und offen scheint und am Ende, als sie unglücklich verliebt ist und Arcadie als Hure beschimpft in einer Kutsche an ihr vorbeifährt. Liebe hat sie auf unterschiedliche Pfade geführt, beide auf ihre Weise ins Verderben. Aber es dauert eine gefühlte Ewigkeit, eine heimatliche Wiederkehr und ein über ein Jahr andauernder einseitiger Briefwechsel, bis Charlotte mit einem Buch über ihr gebrochenes Herz zu triumphieren weiß. Einem Buch, indem sie ein ärmliches Waisenkind mit kargen Mitteln für einen einst herrschaftlichen Mann zur ebenbürtigen Gefährtin werden lässt. Hier wird sie ihn bekommen, ihren Mr Rochester. Eine Leseempfehlung kann ich nur bedingt aussprechen, da die Zutaten für einen gut recherchierten Roman vorhanden waren, aber letztendlich doch in ihrer Umsetzung scheiterten. Zu weit weg, zu wenig greifbar blieb der Charakter der beiden Schwestern. Sie blieben Mythos, unangetastet und doch jede auf ihre Weise in meinen Augen recht beschädigte Charaktere, die durch keine echte Gefühlsregung greifbar wurden. Zu nebelhaft blieb ihre Beschreibung, da hätte die Autorin Eigeninitiative zeigen und die Leere ausfüllen können. Aber sie bringt uns lieber andere Figuren näher, wie die berechnende Mutter Arcadies und die starke belgische Schulleiterin, die Frau von Monsieur Heger. Selbst der belgische Regent ist dreidimensionaler als die auch optisch blassen Englischen Fräulein Brontës. Hier hätte die wirkliche Kunst eines Autors hingehört: zu fabulieren. Aber das konnte auch die sensible Übersetzung ins typische literarische englische 19.Jahrhundert von Wibke Kuhn nicht. Zwar kennt man ihr Können von manch namhaften Autoren wie Stieg Larsson und Jonas Jonasson, aber wenn die literarische Vorlage nicht mehr hergibt… Ein durchweg biographisch angehauchter Roman, der für mich nur begrenzt teilweise den Mythos um Charlottes Liebe entschleiert. Handwerklich aber leider nicht überzeugend genug, wenn die Hauptprotagonisten in gewisser Weise auf der Strecke bleiben. Deshalb nur drei wohlwollende Sterne von mir.

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    • 14
  • Große Gefühle aber wenig Substanz

    Die geheime Liebe der Charlotte Brontë

    Schlehenfee

    England, 1842: Die angehende Schriftstellerin Charlotte Brontë träumt davon, eine Schule zu errichten. Um ihre Französisch-Kenntnisse aufzubessern, begibt sie sich mit ihrer Schwester Emily nach Brüssel ins Pensionat Heger. Trotz des großen Kulturschocks bemüht sich Charlotte die Stadt zu erkunden und erhält viel Hilfe von ihrem Lehrer Constantin Heger, dem Mann der Leiterin des Pensionats. Je mehr Wochen und Monate vergehen, desto intensiver werden Charlottes Gefühle für „Monsieur“. Hin und her gerissen steht sie zwischen ihren Gefühlen und einer Liebe, die nicht sein darf und die letztendlich unerwidert bleiben wird. Dennoch wird diese Erfahrung ihre größte schriftstellerische Inspiration darstellen. Zu Beginn war ich sehr überrascht, dass Jolien Janzing ein heutzutage ungewöhnliches stilistisches Mittel verwendet: den Erzähler, der dem Leser Dinge zeigt, bevor die Charaktere dazu kommen. Die Autorin nähert sich damit den Autoren im 19. Jahrhundert an, was mir ausgezeichnet gefiel. Leider verliert sich die Erzählerperspektive mit zunehmender Dauer der Handlung. Nach diesem ungewöhnlichen Einstieg lernt der Leser nicht nur die Brontë-Schwestern kennen, sondern auch die junge Arcadie Claret, deren Mutter ihre Schönheit ausnutzen möchte, um gesellschaftlich aufzusteigen. Arcadie soll nämlich die Mätresse des belgischen Königs Leopold werden. Diese Nebenhandlung wechselt sich immer wieder mit der Haupthandlung ab, so dass man den Eindruck gewinnt, dass diese Handlungsstränge sich letztlich zu einem einzigen fügen werden. Dies geschieht aber enttäuschenderweise nicht und man fragt sich, ob Janzing nicht nur Seiten füllen wollte. Die Handlung um Charlotte Brontë wird recht gut aufgebaut, was den Unterschied zwischen dem protestantischen England und dem mondänen Brüssel betrifft. Immer wieder werden Details und kulturelle Unterschiede der damaligen Zeit eingebracht. Dies gefiel mir gut. Überhaupt nicht nachvollziehen konnte ich aber, was Charlotte an Constantin Heger so gefiel, dass sie sich auf das heftigste in ihn verliebte. Jolien Janzing schreibt sehr poetisch und gefühlvoll. Sie hat den inneren Konflikt von Charlotte vortrefflich dargestellt. Leider fehlt es aber an der zugrundeliegenden Handlung, eines roten Fadens als Substanz. Es gibt plötzliche Zeitsprünge und Reaktionen bzw. Motivationen der Charaktere, die man nicht nachvollziehen kann (s.o.). Meiner Meinung nach hätte die Autorin ruhig etwas mehr ihre dichterische Freiheit nutzen können, um ihren Roman lebhafter zu gestalten. So blieb ich als Leser sehr distanziert zur Protagonistin. Auch die Handlung um den flämischen Arbeiter Emile, dem man als Leser 3-4mal kurz begegnet, der aber im Klappentext als Heiratsoption für Charlotte Brontë genannt wird, hätte die Autorin ruhig mehr ausschmücken können. „Die geheime Liebe der Charlotte Brontë“ beginnt äußerst vielversprechend, kann aber letztlich keinen strukturierten Handlungsaufbau aufweisen. Auch die Charaktere bleiben blass und distanziert. Ich nehme als Leser in etwa so viel mit, als wenn ich einen Wikipedia-Artikel über Charlotte Brontë lese. Dank durchaus positiver Aspekte wie der poetischen Wortwahl vergebe ich drei Sterne.

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    • 3

    Schlehenfee

    18. February 2016 um 16:29
  • Eine Reise in die dramatische Gefühlswelt von Charlotte Bronte...

    Die geheime Liebe der Charlotte Brontë

    Ayda

    13. February 2016 um 18:54

    "Ich bin lieber glücklich als vernünftig” Klappentext: Im beschaulichen Pfarrhaus ihres Vaters in Yorkshire fällt Charlotte die Decke auf den Kopf. Sie möchte hinaus in die Welt, fremde Kulturen erleben und sich Hals über Kopf verlieben. Daher ersinnt sie einen Plan: Gemeinsam mit ihrer Schwester Emily will sie nach Belgien gehen, um ihr Französisch zu verbessern. Nach der langen und beschwerlichen Reise erleben die beiden Brontë-Schwestern in Brüssel einen wahren Kulturschock. Das katholische und gleichzeitig weltliche Flair der Stadt überwältigt die Protestantinnen aus dem ländlichen England. Im eleganten Internat von Madame Claire Heger wirken die Schwestern in ihren schlichten, farblosen Kleidern und ihren altmodischen Frisuren neben den vornehmen jungen Mitschülerinnen, die sich modern und stilvoll kleiden, wie graue Mäuse. Emily fühlt sich von Anfang an unwohl, schottet sich ab und möchte zurück nach England, während Charlotte neugierig die Stadt erkundet. Sie begleitet Constantin Heger in die Armutsviertel, wo er den Arbeitern Sprachunterricht gibt. Charlotte bewundert ihn für sein Engagement und verliebt sich. Doch es ist eine Liebe, die nicht sein darf, denn er ist ein verheirateter Familienvater. Als ihr dann der flämische Arbeiter Emile Avancen macht, steckt sie in einer Zwickmühle. Sie besitzt weder Schönheit noch Geld, hat kein Talent fürs Zeichnen oder das Klavierspiel – unter diesen Voraussetzungen wird sie kaum einen besseren Mann finden. Aber sie liebt Emile nicht. Schweren Herzens folgt sie ihrer Schwester zurück nach England und besinnt sich auf ihr wahres und größtes Talent: Charlotte ist eine begnadete Schriftstellerin. Meine Meinung: Ich habe bis jetzt noch kein Buch aus der "Bronte-Welt" gelesen,allerdings möchte ich nun unbedingt Jane Eyre lesen. Ich kam sehr gut in das Buch und auch der besondere Schreibstil war sehr passend für die Geschichte. Wir erleben wie die zwei Bronte-Schwestern sich auf eine Reise nach Brüssel begeben und sich vor allem für Charlotte nichts mehr so sein wird wie früher. Ihre Geschichte ist auch die Haupthandlung im Buch, sie verliebt sich in einen verheirateten Mann. Wir tauchen immer mehr in ihre Gefülswelt ein und nehmen Anteil an ihrem Leid, wobei ich micht in diesem Fall wirklich gefragt habe, was sie an dem Monsieur findet, da ich nicht warm geworden bin mit ihm. Neben dieser Geschichte lernen wir auch die historischen Atmosphäre zu der Zeit in Brüssel kennen,auch die Szenen waren sehr authentisch beschrieben. Allerdings blieben die Figuren für mich sehr blass, einzig Charlotte konnte ich mir sehr gut vorstellen und Emily, die im Laufe der Geschichte immer mehr in den Hintergrund geraten ist, was ich auch schade fand. In der Mitte gab es auch eine etwas langatmige Phase wohingegen das Ende mich emotional mitnahm. Mich hat das Buch aber insgesamt gut unterhalten und ich vergebe 4 Sterne! Autorin: olien Janzing, Jahrgang 1964, ist Journalistin und Autorin. An Die geheime Liebe der Charlotte Brontë arbeitete sie drei Jahre, in denen sie unermüdlich recherchierte und die damalige Zeit in Brüssel wieder zum Leben erweckte. Die Brontë Society hat sie als Ehrengast zum jährlichen Literatur-Lunch eingeladen. Mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern lebt die Autorin in Leuven, Belgien. www.jolienjanzingenglish.com (Quelle: www.herbig.net)

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  • Lieben und Leiden

    Die geheime Liebe der Charlotte Brontë

    rewareni

    13. February 2016 um 14:10

      Die Autorin Jolien Janzing nimmt in ihrem Roman ,,Die geheime Liebe der Charlotte Brontë den Leser mit auf eine einfühlsame und spannende Reise ins Jahr 1842 als sie zusammen mit ihrer Schwester Emily nach Brüssel reist, um dort im Pensionnat  der Madame Heger ihre Französischkenntnisse zu verbessern.   Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen als Töchter eines englischen Predigers, ist diese Reise eine Fahrt ins Ungewisse. Charlotte möchte Sprachen lernen und Emily Klavierspielen. Der Traum der beiden wäre eine eigene Schule zu eröffnen. Wenn man den Roman liest glaubt man, man befände sich in einer Traumwelt. Man wird von einem unbekannten Erzähler an die Hand genommen und durch die schönen Landschaften begleitet. Es ist vielleicht nicht jedermanns Sache direkt angesprochen zu werden, ähnlich einer Reisegruppe die ihrem Reiseleiter zuhört, doch gerade dieser ungewöhnliche Schreibstil hat ein gewisses Flair. Als Monsieur Heger, der Lehrer für französische Literatur die beiden Engländerinnen kennen lernt, ist er hin und weg von den Schwestern. Besonders Charlotte hat es ihm angetan die sich ebenfalls zu ihm hingezogen fühlt. Doch als verheirateter Mann bleibt er letztendlich bei seiner Familie und die Sehnsüchte Charlottes bleiben unerfüllt. Schweren Herzens kehrt sie nach England zurück wo die Geschichte zu ihrem weltberühmten Roman Jane Eyre entsteht.  Der Roman beginnt mit wunderschönen Erzählungen und Beschreibungen der damaligen Zeit. Der Gegensatz zwischen arm und reich wird oftmals hervor gehoben und macht die Geschichte lebendig. Leider bleiben die Protagonisten farblos und handeln teilweise unglaubwürdig. Selbst wenn Charlotte noch keine Liebeserfahrungen hat, wirken ihre Schwärmereien und Gedanken oft überzogen und lächerlich. Mehr ehrliche Gefühle hätten dem Roman gut getan. Der zweite Erzählstrang schildert die Geschichte von König Leopold, der ein 16 jähriges Mädchen zu seiner Mätresse macht. Warum die Autorin diese Geschichte dazu genommen hat, kommt leider nicht heraus. Da sie im Grunde auch in keinen Zusammenhang mit den Brontë Schwestern steht. Das Potenzial für einen schönen historischen Roman wäre vorhanden, nur fehlt einfach das gewisse Etwas.

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  • Schöner Roman um eine Autorin von Weltliteratur

    Die geheime Liebe der Charlotte Brontë

    anushka

    09. February 2016 um 22:25

    Charlotte Brontë und ihre Schwestern werden einst Klassiker der Weltliteratur schreiben, doch zunächst reist Charlotte mit ihrer Schwester Emily 25-jährig nach Brüssel. Sie will ihr Französisch verbessern und lernen, wie man ein Pensionat führt. Charlotte hat bereits jetzt schon schriftstellerische Ambitionen und im berauschenden Brüssel, das so anders ist als das englische Dorf, aus dem sie kommt, meint sie einen Seelenverwandten gefunden zu haben in Monsieur Heger, dem Mann der Pensionatsleiterin. Im Stile der Bücher Charlotte Brontës wählt die Autorin Jolien Janzing eine Erzählerstimme, die den Leser direkt anspricht und anfänglich durch die Geschichte führt. Manchmal wirkt es beinahe wie eine Kamerafahrt. Die Sprache ist altmodisch, aber nicht im negativen Sinn. Die Schilderungen halten sich an die Konventionen der Zeit. So wird Charlottes Leidenschaft nur vorsichtig geschildert, behaftet mit ihren Zweifeln und den Verhaltensvorschriften ihrer Zeit. Das mag unemotional wirken, war für mich aber sehr authentisch. Da ein Techtelmechtel mit einem verheirateten Mann einen Skandal gegeben hätte, muss Charlotte ihre Gefühle für sich behalten, auch dann noch, als ihr Herz gebrochen ist. Trotzdem war ihr Herzschmerz für mich nachfühlbar. Die Autorin romantisiert weder Charlottes historische Zeit noch Charlotte selbst. So stößt man sich immer wieder an Charlottes Verhalten den Bedürftigen gegenüber. Obwohl sie die Tochter eines Pfarrers ist, ist sie doch von der Armut abgestoßen. Als Figur ist Charlotte sehr überzeugend und es passt zu in das Bild, das ich von dieser, einer meiner Lieblingsautorinnen, habe. Zudem hält sich Janzing an die biographischen Details Brontës, wobei mir allerdings ein Nachwort fehlte, das die fiktiven von den realen Elementen unterscheidet und vielleicht noch etwas zum weiteren Verlauf sagt, der nicht mehr Teil dieses Buches ist. Was mich gestört hat, war ein zweiter Handlungsstrang um den belgischen König Leopold und die junge Frau Arcadie, der mich jedes Mal förmlich von den Brontë-Schwestern weggerissen hat. Das fand ich unnötig und hätte lieber mehr Fokus auf und noch mehr Tiefe in Charlottes Handlungsstrang gehabt. Diese zusätzliche Geschichte wirkte für mich irgendwie fehl am Platz, auch wenn sie der historischen Darstellung noch einmal eine neue Facette und Perspektive gegeben hat. Insgesamt war dies ein ungewöhnliches Buch, vor allem durch den Sprachstil. Als Fan von Charlotte Brontë hat mich dieses Buch auch nicht enttäuscht. Allerdings ist es - wie vielleicht der Titel suggerieren mag - kein historischer Liebesroman mit großen Gefühlen und großer Leidenschaft. Stattdessen passt es sich wundervoll an die dargestellte Zeit an und lässt die Epoche, in der "Jane Eyre" entstand wiederauferstehen.

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  • Eine wunderschöne Autobiographie

    Die geheime Liebe der Charlotte Brontë

    Gosulino

    Charlotte Bronte wächst in Yorkshire  als Tochter eines Pfarrers mit ihren Schwestern und ihrem Bruder auf. Als junge Frau sehnt sie sich, die windigen Hügel Yorkshires zu verlassen und in die große weite Welt zu ziehen. Zusammen mit ihrer Schwester Emily geht sie nach Brüssel, um dort ihr Französisch zu verbessern, um später zu Hause eine eigene Schule zu gründen. Während Emily von Heimweh geplagt ist und die Freiheit der Weiten in Yorkshire vermisst, blüht Charlotte in der fremden Stadt auf. Die Schwestern besuchen das Pensionnat Heger, eine Schule für junge Damen. Die beiden Engländerinnen stechen aus den Mädchen durch ihre einfache Erscheinung raus und finden kaum Freunde, aber beide sind sehr begabte Schriftstellerinnen. Charlotte möchte mehr und verliebt sich in Monsieur Heger. Ihre Liebe wird erwidert, aber Charlotte wird das Herz gebrochen, denn Madame Heger ist nicht gewillt, ihren Gatten aufzugeben und dieser würde auch nie seine Familie verlassen. Der Arbeiter Emile bietet Charlotte die Ehe an, um mit ihm nach Amerika zu gehen, aber Charlotte kehrt nach England zurück und verarbeitet ihre Trauer und ihren Schmerz in ihrem wohl bekanntesten Roman "Jane Eyre". Jolien Janzing ist eine sehr schöne Autobiographie gelungen, die in Romanform verfasst ist. Zum Teil fungiert sie als Erzähler in ihrem Roman: ..... Wir bleiben nicht bei Charlotte, um mit ihr vom starken, süßen Tee zu nippen,..... .....Wir gehen ein bisschen frische Luft schnappen, auf dem Deck, auf dem Emily an der Reling steht....., was als Schreibstil ungewöhnlich ist, aber man hat dadurch das Gefühl, man steht direkt dabei. Die beiden Schwestern sind auch sehr gut eingefangen, Charlotte, die ihrer Zeit weit voraus ist und die schroffe Emily, die bissig und wortkarg, aber mit scharfem Verstand durch die Welt geht. Nun weiß man, warum Wuthering Hights (Sturmhöhe) nur aus Emilys Feder stammen kann... Begleitet werden die Schwestern durch die Handlungsstränge von Nebenfiguren, die Charlotte nur ein oder zweimal durch Zufall sieht, aber die Figur der Acardie und ihr Techtelmechtel mit dem König von Belgien stellt Parallelen zu der feinen Gesellschaft im Roman Jane Eyre dar. Charlotte wird später in ihrem berühmten Roman diese Personen aus ihrer Vergangenheit verarbeiten. ... Monsieur, (Heger), seien Sie Edward Rochester für mich..... Und meine Lieblingsstelle ist das Ende, denn sie selbst stellt ihre berühmteste Romanfigur dar, die, obwohl arm und in ausgetretenen Stiefeln, über alle triumphieren wird. .... Und Charlotte taucht die Feder in die Tinte..... Mir hat das Buch sehr gut gefallen und danach habe ich direkt nochmal die Verfilmung von Jane Eyre angeschaut. Charlotte ist mir als Mensch sehr viel näher gekommen. Ihre Zeit in Brüssel wird sehr detailgetreu dargestellt und man bekommt einen guten Einblick in das Leben der Menschen in der damaligen Zeit. Eine klare Leseempfehlung für alle Liebhaber der Klassiker von Emily und Charlotte Bronte.

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    • 3
  • Ein interessantes Buch über Charlottes Jahre in Brüssel, das sprachlich etwas schwächelt

    Die geheime Liebe der Charlotte Brontë

    hasirasi2

    08. February 2016 um 17:50

    Jane Eyre“ habe ich schon vor Jahren gelesen und war begeistert. Als mir letztes Jahr „Die geheimen Tagebücher der Charlotte Brontë“ von Syrie James in die Hände fiel, habe ich dann mehr über die Biografie der Brontë Schwestern erfahren (auch wenn mich das Buch an sich leider nicht begeistern konnte). Umso gespannter war ich auf die „Geheime Liebe der Charlotte Brontë“. Hier geht es speziell um die 2 Jahre, die sie mit ihrer Schwester Emily in Brüssel am Pensionat Heger verbringt, um ihre Französischkenntnisse zu verbessern. Geplant war nur ein halbes Jahr, aber dann verliebte sie sich in Monsieur Heger ... „Irgendwie hatte sie erwartet, dass sie in Brüssel jemand anderes sein müsse – dass sich nicht nur die Kulisse verändert, sondern auch sie selbst.“   Während sich Emily in Brüssel überhaupt nicht wohl fühlt und von ständigem Heimweh geplagt wird, blüht Charlotte regelrecht auf. Sie will Monsieur Heger (zu sehr) gefallen und wird eitel. Er forciert das, macht Andeutungen und Komplimente, um sie kurz darauf wieder auf ihren Platz zu verweisen - sie ist nur eine Schülerin, eine unter vielen! Dann hat er eine neue „Favoritin“ und Charlotte ist gebrochen, enttäuscht, sauer. Doch statt endlich nach Hause zu fahren, drängt sie sich ihm regelrecht auf und hat damit Erfolg. Aber er spielt auch weiter nur Pingpong mit ihren Gefühlen. Hoffentlich klingt das jetzt nicht zu hart, aber ich finde, Charlotte kommt hier nicht gut weg. Sie wird mir zu sehr als läufige Hündin dargestellt, die sich Heger an den Hals wirft und versucht, seine Ehe zu zerstören bzw. auf den Tod seiner Frau hofft, um ihren Platz einnehmen zu können. Charlotte lässt sich 2 Jahre hinhalten, bis sie endlich kündigt (nach einem Selbstmordversuch? – so richtig deutlich wird das im Buch leider nicht) und nach Hause zurückkehrt. Auch von dort schreibt sie weiter unbeantwortete Briefe an Monsieur, der sich in ihrer Bewunderung sonnt. Erst Jahre später verarbeitet sie ihre Erlebnisse in „Jane Eyre“.  Alles in allem hat mir „Die geheime Liebe der Charlotte Brontë“ gut gefallen. Für mich hat der Roman einige Schwächen in der Art, wie er geschrieben ist: die überschwängliche Sprache ist meines Erachtens zu deutlich an Brontë angelehnt. Und die sehr bildlichen, eloquenten Beschreibungen der Bewohner und örtlichen Gegebenheiten waren mir manchmal etwas zu viel des Guten. Dazu kam die belehrende Stimme des Erzählers aus dem Off, so dass es anmutete, als würde er einen Film für Blinde synchronisieren. Die direkte Ansprache des Leser wirkt zum Teil, als sollte man von der Handlung abgelenkt werden. Sehr gelungen finde ich dagegen den Nebenstrang mit Arcadie Claret, der berühmten Mätresse von Leopold I. von Belgien. Auch ihre Geschichte ist historisch belegt. Ihr Vater war ein kleiner Beamter, Schatzmeister der Pensionskasse für Witwen und Waisen der belgischen Armee. Die ganze Familie stieg durch Arcadies mehr als 20jährige Beziehung zum König in der Gesellschaft auf. Ob sie und Charlotte sich aber wirklich begegnet sind, ist nicht verbürgt. Im vorliegenden Roman ist Arcadie der Anker für Charlottes Eifersucht und Neid gegenüber einer Jüngeren, Hübscheren und Reicheren. An ihrem Beispiel wird gezeigt, wie weit es eine Geliebte bringen kann, wenn sie sich nicht von der vorherrschenden Moral einschüchtern lässt. Aber auch, wie eine junge Frau von ihren Eltern in eine bestimmte Richtung gedrängt wird. Fazit: Ein interessantes Buch über Charlottes Jahre in Brüssel, das sprachlich etwas schwächelt.

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