Jon Kabat-Zinn

 4.3 Sterne bei 58 Bewertungen
Autor von Gesund durch Meditation, Im Alltag Ruhe finden und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Jon Kabat-Zinn

Prof. Jon Kabat-Zinn, geboren 1944 in New York, ist ein weltweit angesehener Meditationslehrer und Gründer der Stress Reduction Clinic in Massachusetts und Ihm ist es als erstem gelungen, die Achtsamkeitspraxis (MBSR) systematisch in die medizinische Betreuung zu integrieren. Außerdem gehört er zu den wenigen ausgewählten Wissenschaftlern, die bei dem vom Dalai Lama ins Leben gerufenen Mind and Life Institute mitarbeiten.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Das heilende Potenzial der Achtsamkeit

Erscheint am 01.06.2020 als Buch bei Arbor.

Alle Bücher von Jon Kabat-Zinn

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Buchformat:
Cover des Buches Gesund durch Meditation9783426878378

Gesund durch Meditation

 (26)
Erschienen am 01.02.2019
Cover des Buches Im Alltag Ruhe finden9783426878668

Im Alltag Ruhe finden

 (10)
Erschienen am 04.11.2019
Cover des Buches Achtsamkeit für Anfänger9783867812641

Achtsamkeit für Anfänger

 (3)
Erschienen am 06.12.2019
Cover des Buches Das Abenteuer Achtsamkeit9783867811149

Das Abenteuer Achtsamkeit

 (1)
Erschienen am 30.06.2015
Cover des Buches Jeder Augenblick kann dein Lehrer sein9783426878941

Jeder Augenblick kann dein Lehrer sein

 (1)
Erscheint am 02.11.2020
Cover des Buches Zur Besinnung kommen9783867812467

Zur Besinnung kommen

 (1)
Erschienen am 01.01.2019

Neue Rezensionen zu Jon Kabat-Zinn

Neu

Rezension zu "Gesund durch Meditation" von Jon Kabat-Zinn

Wieder das Kommando im eigenen Körper übernehmen
R_Mantheyvor 8 Monaten

Unser Körper folgt unserem Geist. Falls man darauf noch nicht selbst gekommen ist, erfährt man es gleich zu Beginn dieses Buches. Es handelt sich bei ihm um einen der besten Texte zum Thema Selbstheilung, die ich kenne. Im Grunde erklärt sein Autor eine Prozedur, die bereits vor über 2500 Jahren von Buddha entdeckt wurde. Leider verbinden sich mit Buddha eine Menge falscher Behauptungen, beispielsweise die, dass er ein Religionsstifter sei. Der Buddhismus kennt viele Spielarten, darunter auch religiöse. Nun machen Menschen aus allem Möglichen eine Religion. Buddha selbst hielt wohl von Religionen nichts. Fragen nach der Wiedergeburt und anderem Unfug wich er stets aus. Erfunden hat er diese Legenden schon gar nicht, sie bestanden schon vor ihm.

Moderne Neurowissenschaftler oder Psychologen sehen in Buddha heute, was er schon damals tatsächlich war, nämlich der erste und wohl bedeutendste Psychotherapeut. Ihn beschäftigte die Frage, warum Menschen unglücklich sind. Seine Erkenntnis über die Ursachen dieses Gefühls beschreibt der Begriff Erleuchtung. Daraus leitet sich eine Methode ab, die man "Achtsamkeitsmeditation" nennt.

Bei ihr handelt es sich ausschließlich nur um ein Training unseres Geistes. Beobachtet man kommentarlos die Vorgänge in seinem Kopf, dann stellt man leicht fest, dass sich dort ein einziges Chaos abspielt. Ständig kommen neue Gedanken auf und verschwinden wieder. Manchen geht man nach, anderen nicht. Gemeinsam ist ihnen nur, dass sie einen genau von dem Moment ablenken, der gerade ist. Unser Leben findet gerade jetzt statt, aber wir befinden uns fast immer geistig ganz woanders als gerade dort, wo wir wirklich sind. Die Gegenwart nehmen wir nur bedingt wahr, weil wir uns vom eigenen Autopiloten lenken lassen, um mehr Zeit mit Gedanken an alles Mögliche zu verschwenden. Wir leben also größtenteils unbewusst. Und das hat gravierende Folgen.

Uns überkommen Gefühle, über die wir nur schwer Kontrolle gewinnen können. Angst beispielsweise. Bei vielen Menschen steigert sie sich bis in eine Angst vor der Angst. Man fühlt sich ausgeliefert und glaubt schließlich nichts dagegen machen zu können. Nicht selten findet dieser Prozess ein tragisches Ende.

Unser Körper kommt durch viele kleine, aber ständig wirkende Belastungen des sogenannten modernen Lebens wie Krach, ständige Erreichbarkeit, Zeitnot oder das leidige Multitasking in Stresszustände, die wiederum eine Spirale zu noch mehr Stress und körperlichen Langzeitfolgen auslösen können. Will man solche Folgen rückgängig machen oder verhindern, dann muss man die Herrschaft über seinen Verstand zurückgewinnen und ihn dazu erziehen, zu machen, was man will, anstatt ihn sich ungehindert austoben zu lassen.

Allerdings ist das nicht ganz so einfach, denn unser Verstand ist ein raffinierter Geselle. Wenn wir das nämlich als Ziel ausgeben, wird er es nach Kräften sabotieren und dabei leider auch gewinnen. Nichts wollen und nichts tun – das ist, kurz und verwirrend gesagt, unsere Rettung. Für unsere kulturelle Prägung klingt das völlig absurd. Und das ist leider auch der Grund, warum viele Menschen damit entweder nichts anfangen können oder scheitern.

Unter „nichts tun“ versteht man die Achtsamkeitsmeditation und alle damit im Zusammenhang stehenden Ansätze. Sie werden in diesem Buch ausführlich beschrieben und hervorragend gelehrt. Im Gegensatz zu Büchern von Buddhisten geht der Autor ausführlich auf alle Probleme ein, auf die ein von der westlichen Kultur geprägter Mensch dabei trifft. Und außerdem fehlen glücklicherweise die vielen buddhistische Begriffe und der ganze entsprechende kulturelle Hintergrund, der den Kern des Ganzen für unseren Kulturkreis nicht wirklich herausarbeitet, dafür aber Esoteriker bedient.

Der Autor leitete eine amerikanische Stressklinik, in der innerhalb von acht Wochen ein Programm abgespult wird, das offenbar sehr hilfreich ist. Es besteht aus drei Komponenten: dem Body Scan, Yoga und einer Sitzmeditation, in der man nichts weiter tun muss, als den eigenen Atem zu beobachten und das Aufkommen und Verschwinden von Gedanken, die der eigene Verstand erfindet, weil ihm gerade fürchterlich langweilig ist. Sowie man sich an einen Gedanken heftet und ihn verfolgt, vergisst man das Beobachten des Atems. Da sieht man, wie unser Verstand arbeitet. Statt nun ärgerlich zu werden und das Ganze zu kommentieren, lässt man einfach los und beginnt erneut mit dem einfachen Beobachten. Erwartet man durch diese Übung mit der Zeit Fortschritte, steht man erneut auf verlorenem Posten. Wieder hat unser Verstand einen seiner Tricks angewandt und unsere Aufmerksamkeit an sich gezogen und gewonnen. Nichts tun bedeutet nur zu beobachten und nichts wollen keine Erwartungen zu haben, die man ständig überprüft. Das ist ungewohnt, aber anders geht es nicht. Einfach üben und nichts hinterfragen – das allein hilft.

Der Text ist in fünf Teile unterteilt: (1) Die Praxis der Achtsamkeit, (2) Die neue Sicht von Gesundheit und Krankheit, (3) Stress, (4) Praktische Anwendungen im Alltag, (5) Der Pfad der Achtsamkeit. Besonders im vierten Teil geht der Autor auf die üblichen Alltagsprobleme stressgeplagter Zeitgenossen ein, also auf Schlafstörungen, chronische Schmerzen, Furcht, Angst und Panik, Essgewohnheiten, Umweltstress und anderes.

Das Achtwochenprogramm der Klinik wird an mehreren Stellen besprochen. Es beginnt zunächst mit dem sogenannten Body Scan. Dabei lenkt man die eigene Aufmerksamkeit mit dem Atem fließend durch seinen Körper und nimmt ihn so wahr. Ähnlich wie bei der progressiven Muskelentspannung fühlt man sich danach viel leichter und gelöster. Nach zwei Wochen beginnt die Sitzmeditation. Später dann kommen die im Buch kurz beschrieben Yoga-Übungen hinzu. Auch hier fehlt glücklicherweise das ganze esoterische Brimborium, mit dem Yoga oft begleitet wird. Die Übungen füllen während des Klinikaufenthalts mehrere Stunden aus. Im Alltag wird man das nicht durchhalten können. Doch tatsächlich reichen ein bis zwei Stunden täglich aus, wenn man dabei bleibt.

Nachweisbar kommt es mit diesen Übungen zur Beruhigung und Entstressung von Körper und Geist, was zu einer schrittweisen Gesundung führt. Unser Körper verfügt, solange noch Kraft in ihm ist, über eine erstaunliche Regenerationsfähigkeit. Man muss ihm dabei eben nur helfen.

Dieses Buch ist wohl die beste Anleitung dazu. Allerdings wird man mit ihm allein bleiben, was die Sache im Gegensatz zu einem Klinikaufenthalt mit einer vorgegebenen Tagesstruktur nicht einfacher macht.

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Rezension zu "Gesund durch Meditation" von Jon Kabat-Zinn

Mehr Selbstfürsorge und Achtsamkeit durch Meditation mit Hilfe dieses Klassikers!
Maikkenvor einem Jahr

Jon Kabat-Zinn hat mit seinem Sachbuch „Gesund durch Meditationn – Das große Buch der Selbstheilung mit MBSR“ einen Klassiker geschrieben der gerade in der heutigen Zeit ein Thema berührt, das immer wichtiger wird - die Selbstfürsorge! Der achtsame Umgang mit sich selbst fällt immer mehr in den Schatten und die Gesundheit leidet darunter. Mit Hilfe dieses Werkes lernt der geneigte LeserIN wieder einen achtsamen Umgang mit sich selbst mit Hilfe der Meditation. 

Das circa 450 Seiten umfassende Werk beschreibt ein 8-Wochen Programm in dem sich die Möglichkeit eröffnet mit sich achtsam zu werden. Mit Hilfe von Meditationsmethoden, Atemübungen und Atemtechniken, Yoga-Grundlagen und dem Body-Scan kann der LeserIn sich den verschiedenen Techniken annehmen und ausprobieren, was am besten passt. Dieses Standardwerk ist zudem wissenschaftlich aufgearbeitet und beinhaltet nachfolgende Themen, die ausführlich und verständlich angesprochen werden.

In Teil 1 „die Übung der Achtsamkeit“, in Teil 2 „Paradigmenwechsel: Die neue Sicht von Gesundheit und Krankheit“, in Teil 3 „Stress“, in Teil 4 „Achtsamkeit in der Praxis: Das Annehmen der ganzen Katastrophe“ und in Teil 5 „Der Weg der Achtsamkeit“.

Das Sachbuch hat mir sehr gut gefallen. Als Einsteigerin benötigte ich zunächst eine Basis bzw. Basiswissen, bevor es mit den Übungen losgehen konnte. Die psychologischen und wissenschaftlichen Ausführungen wurden nachvollziehbar erklärt, sodass ich stets folgen konnte und nicht mit Fachbegriffen überfrachtet wurde.


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Rezension zu "Gesund durch Meditation" von Jon Kabat-Zinn

Ein umfangreiches Buch über Psychologie
paperlovevor einem Jahr

Meine Rezension findet ihr auch auf: https://mrspaperlove.blogspot.com

Wenn ihr Jon Kabat-Zinn hört und euch denkt: "Moment mal, den Namen kenne ich doch irgendwoher?", dann liegt ihr damit vermutlich richtig. Zinn gilt sozusagen als Vater der Achtsamkeitsbewegung, der sich durch sein MBSR-Programm einen Namen gemacht hat. Er ist mir während meines Psychologie-Studiums immer wieder in verschiedenen Vorlesungen und Seminaren begegnet und deshalb war es für mich klar, dass ich eines Tages eines seiner Werke lesen muss. Und das ist nun endlich passiert. "Gesund durch Meditation" ist keine tatsächliche Neuerscheinung, sondern lediglich eine neue Ausgabe der deutschsprachigen Übersetzung, die erstmals 1990 erschienen ist.

Ich habe in den vergangenen Monaten immer wieder verschiedene Bücher zum Thema Selbsthilfe gelesen, die auch achtsamkeitsbasierte Ansätze enthielten. Im Gegensatz zu diesen anderen Büchern, erscheint Zinns Werk auf Anhieb sehr professionell. Gleich auf der ersten Seite wird davor gewarnt, dass das Buch keine psychotherapeutische Behandlung ersetzt - anders als die vielen Selbsthilfebüchern, die genau dies versprechen (und nicht halten können).

Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis zeigt dem Leser, was ihn auf den rund 464 Seiten erwartet. Das Buch ist in fünf Teile unterteilt:
Teil I - Die Übung der Achtsamkeit
Teil II - Paradigmenwechsel: Die neue Sicht von Gesundheit und Krankheit
Teil III - Stress
Teil IV - Achtsamkeit in der Praxis: Das Annehmen der ganzen Katastrophe
Teil V: Der Weg der Achtsamkeit

Nach dem Lesen muss ich sagen, dass ich vor allem den ersten Teil empfehlenswert finde, denn dort sind die praxisrelevanten Übungen zum Thema Achtsamkeit enthalten, deren Sinn und Zweck ausführlich erläutert werden. Der ganze Rest würde ich als "Kompaktes Wissen eines ganzen Psychologie-Studiums" zusammenfassen :D Zinn verrät darin die Entwicklung der Psychologie als Wissenschaft, erläutert den gegenseitigen Einfluss von der Psyche auf den Körper oder erklärt, was Stress für einen Einfluss auf unser Leben haben kann. Alles was er berichtet, ist wissenschaftlich fundiert und/oder basiert auf verschiedenen Theorien, die noch heute in im psychologischen Berufsalltag praktiziert werden. Fast alles, das Zinn hier so ausführlich beschreibt, war mir bereits bekannt - zum Glück, muss ich sagen, denn sonst hätte ich in meinem Studium wohl nicht genügend aufgepasst. Für mich war das Buch deshalb eine gute Auffrischung von bereits bestehendem Wissen, auch wenn ich mir vielleicht etwas anderes unter dem Buch vorgestellt hätte. Das Thema Achtsamkeit kommt in meinen Augen etwas zu kurz, aber vielleicht gibt es über das Thema auch gar nicht viel mehr zu erzählen, denn das Wichtige ist vermutlich einfach das regelmässige Umsetzen der verschiedenen Übungen, in die Zinn einen Einblick gibt.

Für Menschen, die sich einen Überblick über das weite Feld der Psychologie verschaffen wollen, kann ich das Buch auf jeden Fall empfehlen. Allerdings ist es stellenweise nicht ganz so leichte Kost und vielleicht auch eher als Nachschlagewerk zu empfehlen, wenn man sich zu einem Bereich etwas genauer informieren will.
Insgesamt hätte das Buch in meinen Augen vielleicht etwas kompakter ausfallen können, denn hier und da holt Zinn in seinen Erläuterungen sehr weit aus. Aber immerhin hat er alles was er schreibt, gut recherchiert.

Fazit: Ein sehr umfangreiches Buch über verschiedene Erkenntnisse und Befunde aus dem weiten Feld der Psychologie, das hier von Jon-Kabat Zinn zusammengetragen wurde. Sein Wissen ist gut recherchiert und mit entsprechenden Quellen untermauert worden, doch der Titel des Buches ist etwas irreführend, da Meditation bzw. Achtsamkeit nur einen kleinen Teil des Buches ausmachen und der Grossteil des Buches eine bunte Mischung aus psychologischen Theorien darstellt, die ausführlich erläutert werden. Insgesamt wirkt es auf mich so, als hätte Zinn sein ganzes psychologisches Wissen in dieses eine Buch packen wollen :D Eine etwas kompaktere Version hätte das Lesen aber vermutlich etwas leichter gestaltet. Von mir gibt es aufgrund dieser kleineren Kritikpunkte 4 Sterne für das Buch, das jeder kennen sollte, der sich für Meditation interessiert.

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