Jon Ronson

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Autor von The Psychopath Test, Die Psychopathen sind unter uns und weiteren Büchern.

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Die Psychopathen sind unter uns

Die Psychopathen sind unter uns

 (5)
Erschienen am 15.03.2012
Männer die auf Ziegen starren

Männer die auf Ziegen starren

 (5)
Erschienen am 01.02.2010
In Shitgewittern

In Shitgewittern

 (3)
Erschienen am 27.08.2016
Radikal - Abenteuer mit Extremisten

Radikal - Abenteuer mit Extremisten

 (2)
Erschienen am 01.05.2007
Durch die Wand

Durch die Wand

 (1)
Erschienen am 28.10.2008
The Psychopath Test

The Psychopath Test

 (10)
Erschienen am 01.05.2012
The Men Who Stare at Goats

The Men Who Stare at Goats

 (4)
Erschienen am 21.10.2009
So You've  Been Publicly Shamed

So You've Been Publicly Shamed

 (2)
Erschienen am 31.12.2015

Neue Rezensionen zu Jon Ronson

Neu

Rezension zu "In Shitgewittern" von Jon Ronson

wo bleibt die Verhältnismäßigkeit?
Brivor einem Monat

Jeden Tag aufs Neue teilen Menschen ihre wichtigen und weniger wichtigen Gedanken mit anderen Menschen, die sie nur über die sogenannten sozialen Medien „kennen“. Dabei wird in aller Kürze mit scharfer Zunge geschrieben, versucht den einen oder anderen Witz zu reißen oder einfach mal über Befindlichkeiten zu sprechen. Wie das mit der Sender-Blackbox-Empfänger Kommunikation im Alltagsleben funktioniert oder eben nicht, wissen wir alle. Dass das gründlich daneben gehen kann, obwohl man sich Aug in Aug unterhält und dabei Stimmlage, Mimik und Gestik dem Gesagten hinzufügen kann, um eine Bewertung und damit ein vielleicht konkretes Verstehen möglich zu machen, ist auch nichts Neues. Seit einigen Jahren jedoch gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich der Öffentlichkeit mitzuteilen und dafür sowohl Lob als auch Häme einzuheimsen. Eine Praktik hat sich dabei gerade auf Kanälen wie Twitter breit gemacht: Menschen für ihre manchmal unbedachten Äußerungen öffentlich, relfexartig und ohne weitere Hintergrundinformationen so gnadenlos an den Pranger zu stellen, dass diese Beschämung die schlimmsten Auswirkungen auf deren komplettes Leben haben kann. Dabei geht es weder darum, Sachverhalte zu klären, noch darum eine ernsthafte Diskussion zu führen. Doch worum geht es wirklich und was sind die Beweggründe für dieses Verhalten – das quasi jede*r von uns schon an den Tag gelegt hat, wenn auch nur gedankenlos und ohne böse Absicht?

Ein Twitteraccount, der genau denselben Namen trug, wie sein eigener, jedoch komplett andere Inhalte postete, brachte Jon Ronson dazu, sich mit dem Phänomen öffentlicher Demütigungen in Zeiten von Facebook, Twitter & Co. zu befassen. Obwohl der offensichtliche Bot keine wirklich schlimmen Dinge im Namen von Jon Ronson verbreitete, fühlte der Journalist sich nicht wohl mit seinem „Doppelgänger“ und brachte, nachdem er mehrfach darum gebeten hatte, den Account mit dem gleichlautenden Namen zu löschen, in Erfahrung, wer hinter diesem Bot steckte. Drei Akademiker, die quasi am lebenden Objekt ihre Forschungen betreiben wollten. Das direkte Gespräch ist zwar etwas unangenehm, aber dennoch erfolgreich – ein Zeichen dafür, dass so manches Aug in Aug anders zu regeln ist, als virtuell im Netz. Denn da sitzt man plötzlich Menschen aus Fleisch und Blut gegenüber, die doch gewisse Reaktionen bei einem selbst hervorrufen, die etwas von diesem sich allgemein verbreitenden anonymen Wut- und Hassgehabe abrücken lassen.

Und nun will Ronson genau wissen, was Menschen dazu treibt, andere Menschen öffentlich dermaßen grob wegen manchmal zwar dummem, aber dennoch menschlichen Fehlverhaltens anzugehen. So weit, bis zur völligen Demontagen derer Leben. Die weitere Frage, die er sich stellt ist: Gibt es Menschen, die weniger unter den Folgen der öffentlichen Demütigung leiden und ihr so gut wie unbeschadet entkommen und wenn ja, was ist der Grund dafür? Interessante Fragen, die Ronson auf journalistische Art und Weise zu beantworten versucht. Hierzu kontaktiert er verschiedene Menschen, die öffentlich eines Fehlverhaltens bezichtigt oder überführt wurden. Da geht es um nicht korrekte Aussagen in äußerst erfolgreichen Büchern, unangemessene Witze, die zwar ironisch gemeint waren aber nicht so ankamen, Öffentlichmachung außergewöhnlicher Sexualpraktiken bei Prominenten und die Überschreitung des guten Geschmacks. Bei keinem dieser Fälle kam irgendjemand in irgendeiner Weise zu körperlichem Schaden. Klärungen der Sachverhalte direkt und persönlich fanden nicht statt, aber eine unglaubliche Zahl an nicht direkt Beteiligten mischten sich in teils äußerst irritiernder Art und Weise ein.

Während Männer, die öffentlich an den Pranger gestellt werden, über ihren Status gedemütigt wurden (über den Jobverslust und geringe Chancen, je wieder in ihrem Beruf einen Fuß auf den Boden zu kriegen) wurden Frauen direkt bedroht und auf übelste Weise beschimpft. Man wünschte den Frauen Vergewaltigung und Tod, dafür dass sie einen unüberlegten, schlechten Witz in die Welt hinaus geschickt hatten. Kaum eine der zur Zielscheibe gewordenen Personen schaffte eine komplette Rehabilitation. Einzig Max Mosley, ehemaliger Formel 1 Chef und Sohn von Oswald Mosley, dem Gründer einer britischen faschistischen Partei, schaffte es, schnell aus den Schlagzeilen zu kommen und gewann sogar einen Prozess gegen die Zeitung, die eine seiner SM-Parties publik gemacht hatte. Wie er die Sache proaktiv angeht, ist erhellend – denn gerade durch die professionelle Beilegung der Sache durch die Gerichte, verlor die Öffentlichkeit offensichtlich das Interesse daran. Vielleicht erfüllte Mosley sein Tun aber mit weniger Scham, weil er sich ja bewußt war, dass seine sexuellen Vorlieben, die er ab und an so auslebte, im allgemeinen eher auf Unverständnis stoßen würden, sich aber trotzdem nicht dafür schämte, während die anderen Personen, die Ronson als Beispiele für das moderne an den Pranger-Gestellt-Werden anführt, sich erst einmal keinerlei Schuld bewußt waren.

So ganz klären kann Ronson die Fragen, die er sich gestellt hat, nicht. Aber eines wird klar, die meisten von uns, die sich in den sozialen Medien bewegen, haben sich schon an Diskussionen beteiligt, die zumindest grenzwertig zu nennen sind. Sei es, weil sie absolut überzeugt von ihrem Tun dachten, dass sie der Allgemeinheit damit nur Gutes zukommen ließen oder weil sie jemandem beistehen wollten, im schlimmsten Fall hat man sich an der öffentlichen Hetzjagd aus einem Impuls heraus beteiligt, der kurz danach schon wieder verpufft war. Doch zurücknehmen ist in Zeiten des Internets kaum mehr möglich. Ist ein Tweet oder ein Post einmal veröffentlicht, kann man fast davon ausgehen, dass irgendwo bereits ein Screenshot davon kursiert und das Shitgewitter sich bereits zusammenbraut.

Entgegensteuern kann man dem in Grunde nur, indem man sich immer klar macht, was man wie genau sagt und vielleicht das ein oder andere Mal das Getippte nicht veröffentlicht. Und dennoch wird es immer wieder Situationen geben, für die man sich rechtfertigen soll. Was die Menschen antreibt, die sich wie die Geier auf jede noch so kleine Möglichkeit stürzen, jemanden fertig zu machen, so hat sich Ronson gar nicht erst daran versucht, herauszufinden, was die Gründe dafür sind. Sein Konzept, die Gedemütigten und deren weiteres Leben zu beleuchten, ist leider nicht ganz aufgegangen, jedenfalls nicht für mich. Ich habe viel Neues erfahren, Erkenntnisse gewonnen, Vermutetes bestätigt gesehen, aber die Antwort auf die gestellten Fragen nicht erhalten. Allerdings ist auch immer klar, dass Ronson sehr wohl dafür plädiert – und das zu Recht – , tatsächliche Verfehlungen auch öffentlich zu machen, wenn sie für die Gesellschaft oder einzelne Menschen gefährlich werden können.

Was mich aber irritiert hat, ist die Tatsache, dass das Konzept der Beschämung, das ja durchaus nie verschwunden war, plötzlich als etwas Neues oder Wiederkehrendes ausgemacht wurde. Scham ist etwas, womit viele Menschen beständig leben müssen. Das hat Methode, auch außerhalb der Sozialen Medien.

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Rezension zu "In Shitgewittern" von Jon Ronson

Mechanismen des Medienprangers
Thomas_Lawallvor 4 Monaten

So kann man sich irren. Erwartet hatte der Rezensent eigentlich eine
lockere Aufzählung peinlicher Internetauftritte mit entsprechenden Reaktionen. Eine bunte Sammlung aus den Untiefen sozialer Netzwerke. Zur Unterhaltung, zum Nebenbeilesen und um den Pegel an Schadenfreude wieder aufzufüllen.

Weit gefehlt, doch es war nicht nur ein Irrtum, sondern eine positive Überraschung zugleich. Statt dem erwarteten Kuriositätenkabinett bietet Jon Ronson eine anspruchsvolle Reportage in Sachen öffentlicher Demütigungen der Neuzeit. 

Er startet seine umfangreichen Recherchen, indem er zunächst eine Brücke in die Vergangenheit baut: Öffentliche Demütigungen wurden im Vereinigten Königreich 1837 abgeschafft und in den Vereinigten Staaten zwei Jahre später (Man kommt direkt auf die Idee, einmal nachzuschauen, was sich hierzulande damals getan hat. In Niedersachsen soll bereits 1717 die Prangerstrafe abgeschafft worden sein, was allerdings nicht mehr, aber auch nicht weniger, als ein erster Schritt war.).

Inzwischen hat sich jedoch einiges geändert und der Londoner Journalist sieht eine "Renaissance öffentlicher Demütigungen". Zu Beginn seiner Recherchen ging es ihm zunächst darum, einmal mitzuerleben und aufzuzeigen, wie mithilfe sozialer Medien "hocheffizient Missstände wieder ins Lot gebracht wurden". Die Dinge liefen allerdings bekanntlich aus dem Ruder.

Als Beispiel schildert er Aufstieg und Fall des Jonah Lehrer, der u. a. im Zusammenhang mit falschen Bob-Dylan-Zitaten Aufsehen erregte. Der Verfasser populärwissenschaftlicher Bücher entschuldigte sich später in Rahmen einer Veranstaltung der "Knight Foundation". 

Nicht nur zahlreiche Journalisten waren anwesend, sondern auch die versammelte Internetgemeinde per "Twitter-Live-Feed", zugeschaltet auf einem großen Bildschirm, der hinter Lehrer platziert wurde. Auf einem kleinen Monitor konnte er die, anfangs noch positiven, Kommentare verfolgen. Der Wind drehte sich aber und die Veranstaltung verwandelte sich in ein Desaster ...

Ebenso ausführlich schildert Jon Ronson die Folgen eines Eintrages, bestehend aus nur 64 Buchstaben, welche Justine Sacco, Pressesprecherin eines US-Unternehmens, an ihre 170 Follower twitterte. Dieser zerstörte, während eines Fluges von London nach Kapstadt, ihr bisheriges Leben nachhaltig ...

Sachbücher sind trocken, langweilig und schwer verdaulich. Dieses Vorurteil weiß Jon Ronson eindrucksvoll zu widerlegen. Den Rezensenten, der zu Beginn auf leichtverdauliche Kost programmiert war, konnte er mit seiner unkomplizierten Art zu schreiben mühelos überreden, sich mit Stoff einer weitaus größeren Tragweite anzufreunden und zu beschäftigen.

Den Begriff "Medienpranger" mag jeder bisher gekannt haben. Eine konzentrierte und durchaus spannende Betrachtung der Mechanismen und Auswirkungen, insbesondere aus soziologischer Sicht, nicht unbedingt. Jon Ronson schließt diese Lücke.

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Rezension zu "So You've Been Publicly Shamed" von Jon Ronson

Shitstorms und was danach kommt - So You've Been Publicly Shamed
N9erzvor 2 Jahren

Shitstorms und Public Shaming sind mittlerweile fast schon alltäglich im Internet. Anonymität, die Sicherheit der Massen und Interpretationsspielräume machen die Kommunikation im Internet einerseits zu einem sehr interessanten Medium, allerdings auch zu einem sehr gefährlichen. Denn oftmals wird das geschriebene Wort zu ernst genommen, die Message falsch verstanden und so schnell kann man sich gar nicht versehen wird der eigene Post zur Internetlachnummer oder gar zum Aggressions-Ziel.

Doch was kommt danach? Was passiert nach dem Shitstorm und wie gehen Betroffene damit um? Das und einiges mehr um public shaming hat sich Jon Ronson angesehen.

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Es könnte doch fast ein Wort der letzten Jahre sein - Shitstorm. Wer kennt sie nicht, beobachtet nur von außen oder ist live dabei. Ganz egal auf welcher Seite. Doch jetzt möge bitte jeder mal ehrlich zu sich selbst sein - wer denkt darüber nach was mit den angegriffenen Personen in weiterer Folge passiert? Wer würde die Dinge die er/sie im Internet sagt dem Betroffenen offen und von Angesicht zu Angesicht genauso sagen?

Jon Ronson hat sich ein paar (extreme) Beispiele herausgesucht des public shamings. Autoren denen Lügerein in ihren veröffentlichten Büchern nachgewiesen wurden, Journalisten denen auf Grund von unbedachten sarkastischen Witzen Rassismus vorgeworfen wird oder auch Spaßfotos die im Internet komplett in den Dreck gezogen wurden. Von einer Seite betrachtet haben die Angriffe vielleicht immer ihre Art der Berechtigung, doch denk jemand daran, vielleicht mal genauer nachzufragen was dahinter steckt? Oder den Schreiber aufmerksam zu machen, dass die Wortwahl vielleicht nicht ganz so gut gewählt war? Kaum.

Die Resultate die daraus folgen können sind schwerwiegend in den gefundenen Beispielen. Kündigungen, Umzug, Rückzug, finanzieller Ruin und fast schon Identitätsverlust. So weit kann public shaming die Betroffenen führen und das vielleicht nur durch ein Missverständnis.

Es ist wirklich schon erschreckend diese Geschichten zu lesen, gerade weil aus so manch Mücke ein Elefant gemacht werden kann ohne das die angegriffene Intention dahinter stand. Oftmals kann man sich rechtfertigen was man möchte - wenn das Internet entschieden hat, dass ist das Urteil gefällt.

Das Buch beschäftigt sich aber nicht nur damit was nach dem Shitstorm passieren kann, sondern auch damit wie die Betroffenen damit umgehen. Wie kommt man aus dem Dilemma vielleicht wieder heraus? Im besten Fall so unbeschadet wie möglich. Auf jeden Fall nicht sehr leicht, denn das Internet vergisst nicht.

Nach dem Lesen von "So You've Been Publicly Shamed" muss ich zugeben mir so einige Gedanken über unsere Kommunikation und unseren Umgang im Internet gemacht zu haben. Es ist erschreckend zu sehen wie leicht die Massen hinter Anonymität und dem Gruppenzusammenhalt im Internet über so manche Grenze steigen. Ebenso wie man danach erst recht doppelt und dreifach überlegt was man im Internet postet und ob einem daraus nicht doch irgendwie ein Strick gedreht werden könnte weil es irgendwem in den falschen Hals kommt. Vielleicht versteht irgendwer meinen geschriebenen Sarkasmus irgendwann einmal nicht, vielleicht geht die versteckte Message in einem Post unter und das geschrieben Wort wir für gültig erklärt. Es kann so schnell gehen, und genau das ist man sich nach "So You've Been Publicly Shamed" auf jeden Fall bewusst.

Wirklich empfehlenswert zu lesen und trotz des doch eher "trockenen" und harten Themas sehr flüssig zu lesen. Jon Ronson hat sich schon einige Gedanken gemacht und auf jeden Fall Augen öffnende Beispiele gebracht. Auch wenn es die sind, die für mich der einzige Minuspunkt sind - denn es sind fast schon zu viele Extremfälle. Hauptsächlich geht es um Personen die schon vor ihren Shamings zumindest öffentlich tätig waren und nur sehr selten um 0815 Menschne wie zum Beispiel mich. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Einsicht in das public shamin von nicht ganz so brenzligen Menschen gewünscht, was vielleicht auch ein wenig die Darstellung aller Shamin-Situationen entschärft hätte. Denn einerseits vergisst das Internet nie - es ist aber auch sehr schnell wieder gelangweilt und von etwas anderem abgelenkt.

Was man jedoch auf jeden Fall mitnehmen kann: Einen respektvolleren Umgang miteineander - ganz egal ob von Angesicht zu Angesicht oder im Internet. Hinter jedem Posting stecken Menschen und ein Nachfragen wie Dinge gemeint waren oder ein Hinweis auf eventuell schlechte Formulieren kann hie und da nicht schaden. Nicht jeder schlecht formulierte und gepostete Witz outet sofort einen Rassisten, doch der Nachgeschmack bleibt hängen.

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