Jona Oberski

 3.9 Sterne bei 17 Bewertungen
Autor von Kinderjahre und Childhood.

Alle Bücher von Jona Oberski

Jona OberskiKinderjahre
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Kinderjahre
Kinderjahre
 (17)
Erschienen am 27.04.2016
Jona OberskiChildhood
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Childhood
Childhood
 (0)
Erschienen am 01.04.1984

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PaulaAbigails avatar

Rezension zu "Kinderjahre" von Jona Oberski

Berührendes Monument
PaulaAbigailvor 2 Jahren

Jona Oberski wurde im Alter von vier Jahren gemeinsam mit seinen Eltern erst ins Ghetto und schliesslich ins KZ Bergen-Belsen deportiert; in diesem Buch schreibt er seine Erinnerungen mit einer kindlichen und deshalb umso faszinierenderen Sprache nieder.

"Abends fragte Mutter, was ich tagsüber getan hatte. [ ...] Ich sei im Tropenhaus gewesen. Sie fragte, was das Tropenhaus sei. Ich sagte, das wisse sie wohl, sie wisse sehr wohl, dass dort die Leichen lägen, und sie wisse auch sehr gut, dass man meinen Vater zu den Leichen geworfen habe, und ebenso gut wisse sie auch, dass er nicht einmal ein Laken habe [ ...]. Und ich schrie, dass sie wohl verrückt sei, ihn so ohne Laken dort hinwerfen zu lassen, und dass sie mir nicht einmal erzählt habe, dass er aus der Krankenbaracke fort sei, und dass ich dann doch wohl erst einmal Abschied hätte nehmen dürfen und dass ich es gemein fand und dass es ihre Schuld sei, dass er so nackt bei den Leichen lag." (S.96/97)

Ich habe in den letzten Jahren viel und immer wieder über den Holocaust gelesen, habe das KZ Dachau besucht und mir Dokumentationen und Filme dazu angeschaut; aber noch selten hat mich ein Buch zu diesem Thema so sehr beeindruckt wie eben dieses. Was wir heute wissen, war für ihn vollkommen unverständlich; es ist aus der unschuldigen Sicht eines Kleinkindes geschrieben, das dieses Übel und diese Bösartigkeit, den Hunger und die Gewalt nicht einordnen kann.
Wenn mich jemand nach meinen Kinderjahren fragen würde, dann würde ich wohl von Buntstiften und Disneys Tarzan und unserem Gameboy Colour erzählen; Jona Oberski hingegen erzählt vom Tropenhaus und von den Hemmungen, die Reste mit den Fingern aus dem Suppentopf zu kratzen, weil er glaubte, dass ihm seine Mutter das nicht erlaubt.

„Ein literarisches Monument, in einem Atemzug zu nennen mit den Werken von Anne Frank, Primo Levi und Imre Kertész.“ (Diogenes)

Tatsächlich hatte ich das Buch an einem Nachmittag ausgelesen; darüber nachgedacht und immer mal wieder reingelesen habe ich aber noch oft. Definitiv eines dieser Bücher, das sehr lange nachhallt.
Wenn sich der Begriff "schön" im Zusammenhang mit dem Holocaust nicht so schrecklich falsch anhören würde, dann würde ich sagen: Ein wirklich schönes Buch. Eindrucksvoll, berührend, und vor allen Dingen: wichtig.

Erstmals veröffentlicht wurde das Buch 1978. Darin verarbeitet Oberski seine Kinderjahre im KZ Bergen-Belsen und den Verlust seiner Eltern; die Widmung im Buch ist für seine Pflegeeltern:

Für meine Pflegeeltern,
die eine ganze Menge mit mir
auszuhalten hatten

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skywatchers avatar

Rezension zu "Kinderjahre" von Jona Oberski

Berührende Geschichte eines jüdischen Jungen
skywatchervor 2 Jahren

Aus der Sicht eines kleinen Jungen (sich selbst!) beschreibt der niederländische Autor Jona Oberski sein Großwerden in verschiedenen KZs und Ghettos, teilweise mit seinen Eltern, zum größten Teil mit seiner Mutter und der Befreiung durch die Russen am Kriegsende.
Es sind kurze Sequenzen aus verschiedenen Stationen, die unter die Haut gehen und vor allem aufgrund der kindlichen Sprache berühren, wie die Entdeckung des "Tropenhauses" im KZ oder auch die besondere Überraschung beim Töpfewaschen. Es ist kaum vorstellbar, dass all diese Geschehnisse ein kleiner Junge miterleben muss, und erschreckend, dass es sich dabei nicht um Fiktion handelt, sondern die Lebensgeschichte des Autors ist.
Gewidmet ist das Buch Oberskis Pflegeeltern, die den Jungen nach dem Krieg aufgenommen haben. Es ist ein dünnes Buch, das ich an einem Nachmittag ausgelesen hatte, das aber auch lange Zeit danach noch nachhallt. Es erinnert mich ein wenig an den Film "Das Leben ist schön" von Benigni und das Thema wird für immer aktuell bleiben, dank solch toller Bücher, die auch 40 Jahre nach Erscheinen wichtig sind. Eine absolute Leseempfehlung!

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Daniel_Allertseders avatar

Rezension zu "Kinderjahre" von Jona Oberski

Leider nicht das was ich erwartet habe...
Daniel_Allertsedervor 2 Jahren

Meine Meinung

„In seinem kargen ergreifenden Buch versetzt sich Jona Oberski, der als Vierjähriger nach Bergen-Belsen verschleppt wurde, noch einmal in sein damaliges Ich. Das Glück des familiären Beisammenseins und der Schrecken des Voneinander-Getrenntseins verfließen in diesen Momentaufnahmen der Erinnerung zu einem verstörenden und alptraumhaften Märchen, mit dem das Kind versucht, den unsagbaren Horror um sich herum zu begreifen.“ Klappentext

 

Jona Oberski hat aus der Perspektive eines Kindes mit einem kindlichen, einfachen Schreibstil von dem Albtraum in einem Konzentrationslager erzählt. Das Buch ermöglicht mit dem Anfang jedem Leser einen einfachen Einstieg. In kurzen, prägnanten Kapiteln lässt Jona Oberski seine Kinderjahre Revue passieren und nimmt uns mit auf eine schreckliche Reise ins Verderben. Leider aber hat mich diese Geschichte nicht sehr geschockt, wie andere Kritiker es von sich behaupten. Es war spannend zu lesen, wie Jona dieses ganze Drum[JA1]  und Dran aufgenommen hat, aber leider war meiner Meinung nach kein richtiger, grausamer Schockfaktor vorhanden, den ich eigentlich erwartet hätte. Stockend und mit nicht relevanten Sätzen und Szenen lässt und Oberski an seinem Kinderleben teilhaben. Von dem Schrecken im Konzentrationslager wurde nicht viel geschrieben – Gott sei Dank! Aber laut den Kritikern habe ich das erwartet. Das Buch habe ich in wenigen Stunden (exakt zwei) ausgelesen.

Fazit

 

Leider war das Buch etwas enttäuschend, da ich etwas ganz Anderes erwartet habe als eine fade Erzählung. Sehr kurze, kindliche Sätze mit nicht relevanten Szenen füllten das Buch, welches ich unweigerlich nur drei Sterne geben kann.

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