Jona Oberski

 3.9 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Kinderjahre und Childhood.

Alle Bücher von Jona Oberski

Kinderjahre

Kinderjahre

 (18)
Erschienen am 27.04.2016
Childhood

Childhood

 (0)
Erschienen am 01.04.1984

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Rezension zu "Kinderjahre" von Jona Oberski

Ein schmerzhaftes und erschütterndes Buch
Ellysetta_Rainvor 4 Tagen

Inhalt (dem Klappentext entnommen):
Die Kinderjahre von vier bis sieben, die die sorglosesten sein sollten, erlebte Jona Oberski im Grauen von Bergen-Belsen. In seinem einzigartigen, verstörenden Buch nimmt er die Perspektive des Kindes ein, das nichts begreift, doch alles Geschehen registriert und einzuordnen versucht.

Ein literarisches Monument, in einem Atemzug zu nennen mit den Werken von Anne Frank, Primo Levi und Imre Kertész.

Meinung:
Das Buch ist aus der kindlichen Perspektive des Autors geschrieben. Er schildert seine Kindheit in den Niederlanden während des Zweiten Weltkriegs und die Erlebnisse im Konzentrationslager, nachdem er und seine Eltern deportiert worden sind. Er versteht und begreift nicht, was um ihn herum passiert. Das Schrecken und Grauen der damaligen Zeit erlebt man mit und ergänzt als Leser_in das fehlende Wissen, dass dem unschuldigen Kind fehlt, um zu verstehen (soweit so etwas überhaupt möglich ist), was mit ihm und all den anderen Menschen geschieht. Ein schmerzhaftes und erschütterndes, aber auch sehr wichtiges Buch.

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Rezension zu "Kinderjahre" von Jona Oberski

Berührendes Monument
PaulaAbigailvor 2 Jahren

Jona Oberski wurde im Alter von vier Jahren gemeinsam mit seinen Eltern erst ins Ghetto und schliesslich ins KZ Bergen-Belsen deportiert; in diesem Buch schreibt er seine Erinnerungen mit einer kindlichen und deshalb umso faszinierenderen Sprache nieder.

"Abends fragte Mutter, was ich tagsüber getan hatte. [ ...] Ich sei im Tropenhaus gewesen. Sie fragte, was das Tropenhaus sei. Ich sagte, das wisse sie wohl, sie wisse sehr wohl, dass dort die Leichen lägen, und sie wisse auch sehr gut, dass man meinen Vater zu den Leichen geworfen habe, und ebenso gut wisse sie auch, dass er nicht einmal ein Laken habe [ ...]. Und ich schrie, dass sie wohl verrückt sei, ihn so ohne Laken dort hinwerfen zu lassen, und dass sie mir nicht einmal erzählt habe, dass er aus der Krankenbaracke fort sei, und dass ich dann doch wohl erst einmal Abschied hätte nehmen dürfen und dass ich es gemein fand und dass es ihre Schuld sei, dass er so nackt bei den Leichen lag." (S.96/97)

Ich habe in den letzten Jahren viel und immer wieder über den Holocaust gelesen, habe das KZ Dachau besucht und mir Dokumentationen und Filme dazu angeschaut; aber noch selten hat mich ein Buch zu diesem Thema so sehr beeindruckt wie eben dieses. Was wir heute wissen, war für ihn vollkommen unverständlich; es ist aus der unschuldigen Sicht eines Kleinkindes geschrieben, das dieses Übel und diese Bösartigkeit, den Hunger und die Gewalt nicht einordnen kann.
Wenn mich jemand nach meinen Kinderjahren fragen würde, dann würde ich wohl von Buntstiften und Disneys Tarzan und unserem Gameboy Colour erzählen; Jona Oberski hingegen erzählt vom Tropenhaus und von den Hemmungen, die Reste mit den Fingern aus dem Suppentopf zu kratzen, weil er glaubte, dass ihm seine Mutter das nicht erlaubt.

„Ein literarisches Monument, in einem Atemzug zu nennen mit den Werken von Anne Frank, Primo Levi und Imre Kertész.“ (Diogenes)

Tatsächlich hatte ich das Buch an einem Nachmittag ausgelesen; darüber nachgedacht und immer mal wieder reingelesen habe ich aber noch oft. Definitiv eines dieser Bücher, das sehr lange nachhallt.
Wenn sich der Begriff "schön" im Zusammenhang mit dem Holocaust nicht so schrecklich falsch anhören würde, dann würde ich sagen: Ein wirklich schönes Buch. Eindrucksvoll, berührend, und vor allen Dingen: wichtig.

Erstmals veröffentlicht wurde das Buch 1978. Darin verarbeitet Oberski seine Kinderjahre im KZ Bergen-Belsen und den Verlust seiner Eltern; die Widmung im Buch ist für seine Pflegeeltern:

Für meine Pflegeeltern,
die eine ganze Menge mit mir
auszuhalten hatten

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Rezension zu "Kinderjahre" von Jona Oberski

Berührende Geschichte eines jüdischen Jungen
skywatchervor 2 Jahren

Aus der Sicht eines kleinen Jungen (sich selbst!) beschreibt der niederländische Autor Jona Oberski sein Großwerden in verschiedenen KZs und Ghettos, teilweise mit seinen Eltern, zum größten Teil mit seiner Mutter und der Befreiung durch die Russen am Kriegsende.
Es sind kurze Sequenzen aus verschiedenen Stationen, die unter die Haut gehen und vor allem aufgrund der kindlichen Sprache berühren, wie die Entdeckung des "Tropenhauses" im KZ oder auch die besondere Überraschung beim Töpfewaschen. Es ist kaum vorstellbar, dass all diese Geschehnisse ein kleiner Junge miterleben muss, und erschreckend, dass es sich dabei nicht um Fiktion handelt, sondern die Lebensgeschichte des Autors ist.
Gewidmet ist das Buch Oberskis Pflegeeltern, die den Jungen nach dem Krieg aufgenommen haben. Es ist ein dünnes Buch, das ich an einem Nachmittag ausgelesen hatte, das aber auch lange Zeit danach noch nachhallt. Es erinnert mich ein wenig an den Film "Das Leben ist schön" von Benigni und das Thema wird für immer aktuell bleiben, dank solch toller Bücher, die auch 40 Jahre nach Erscheinen wichtig sind. Eine absolute Leseempfehlung!

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