Jona Oberski Kinderjahre

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Inhaltsangabe zu „Kinderjahre“ von Jona Oberski

Die Kinderjahre von vier bis sieben, die die sorglosesten sein sollten, erlebte Jona Oberski im Grauen von Bergen-Belsen. In seinem einzigartigen, verstörenden Buch nimmt er die Perspektive des Kindes ein, das nichts begreift, doch alles Geschehen registriert und einzuordnen versucht. Ein literarisches Monument, in einem Atemzug zu nennen mit den Werken von Anne Frank, Primo Levi und Imre Kertész.

erschütterndes Zeitzeugnis

— ELSHA

Berührende Gesichte die unter die Haut geht.

— BLINDI

Leider nicht das was ich erwartet habe...

— Daniel_Allertseder

Beeindruckende Lektüre, die mir sehe nahe gegangen ist.

— PaulaAbigail

Weil es aus der Sicht eines kleinen Jungen erzählt wird, ist es nicht so brutal, daher nett zu lesen.

— Slaightin

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  • Berührendes Monument

    Kinderjahre

    PaulaAbigail

    21. February 2017 um 17:36

    Jona Oberski wurde im Alter von vier Jahren gemeinsam mit seinen Eltern erst ins Ghetto und schliesslich ins KZ Bergen-Belsen deportiert; in diesem Buch schreibt er seine Erinnerungen mit einer kindlichen und deshalb umso faszinierenderen Sprache nieder. "Abends fragte Mutter, was ich tagsüber getan hatte. [ ...] Ich sei im Tropenhaus gewesen. Sie fragte, was das Tropenhaus sei. Ich sagte, das wisse sie wohl, sie wisse sehr wohl, dass dort die Leichen lägen, und sie wisse auch sehr gut, dass man meinen Vater zu den Leichen geworfen habe, und ebenso gut wisse sie auch, dass er nicht einmal ein Laken habe [ ...]. Und ich schrie, dass sie wohl verrückt sei, ihn so ohne Laken dort hinwerfen zu lassen, und dass sie mir nicht einmal erzählt habe, dass er aus der Krankenbaracke fort sei, und dass ich dann doch wohl erst einmal Abschied hätte nehmen dürfen und dass ich es gemein fand und dass es ihre Schuld sei, dass er so nackt bei den Leichen lag." (S.96/97) Ich habe in den letzten Jahren viel und immer wieder über den Holocaust gelesen, habe das KZ Dachau besucht und mir Dokumentationen und Filme dazu angeschaut; aber noch selten hat mich ein Buch zu diesem Thema so sehr beeindruckt wie eben dieses. Was wir heute wissen, war für ihn vollkommen unverständlich; es ist aus der unschuldigen Sicht eines Kleinkindes geschrieben, das dieses Übel und diese Bösartigkeit, den Hunger und die Gewalt nicht einordnen kann. Wenn mich jemand nach meinen Kinderjahren fragen würde, dann würde ich wohl von Buntstiften und Disneys Tarzan und unserem Gameboy Colour erzählen; Jona Oberski hingegen erzählt vom Tropenhaus und von den Hemmungen, die Reste mit den Fingern aus dem Suppentopf zu kratzen, weil er glaubte, dass ihm seine Mutter das nicht erlaubt. „Ein literarisches Monument, in einem Atemzug zu nennen mit den Werken von Anne Frank, Primo Levi und Imre Kertész.“ (Diogenes) Tatsächlich hatte ich das Buch an einem Nachmittag ausgelesen; darüber nachgedacht und immer mal wieder reingelesen habe ich aber noch oft. Definitiv eines dieser Bücher, das sehr lange nachhallt. Wenn sich der Begriff "schön" im Zusammenhang mit dem Holocaust nicht so schrecklich falsch anhören würde, dann würde ich sagen: Ein wirklich schönes Buch. Eindrucksvoll, berührend, und vor allen Dingen: wichtig. Erstmals veröffentlicht wurde das Buch 1978. Darin verarbeitet Oberski seine Kinderjahre im KZ Bergen-Belsen und den Verlust seiner Eltern; die Widmung im Buch ist für seine Pflegeeltern: Für meine Pflegeeltern, die eine ganze Menge mit mir auszuhalten hatten

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  • Berührende Geschichte eines jüdischen Jungen

    Kinderjahre

    skywatcher

    23. August 2016 um 14:18

    Aus der Sicht eines kleinen Jungen (sich selbst!) beschreibt der niederländische Autor Jona Oberski sein Großwerden in verschiedenen KZs und Ghettos, teilweise mit seinen Eltern, zum größten Teil mit seiner Mutter und der Befreiung durch die Russen am Kriegsende.Es sind kurze Sequenzen aus verschiedenen Stationen, die unter die Haut gehen und vor allem aufgrund der kindlichen Sprache berühren, wie die Entdeckung des "Tropenhauses" im KZ oder auch die besondere Überraschung beim Töpfewaschen. Es ist kaum vorstellbar, dass all diese Geschehnisse ein kleiner Junge miterleben muss, und erschreckend, dass es sich dabei nicht um Fiktion handelt, sondern die Lebensgeschichte des Autors ist.Gewidmet ist das Buch Oberskis Pflegeeltern, die den Jungen nach dem Krieg aufgenommen haben. Es ist ein dünnes Buch, das ich an einem Nachmittag ausgelesen hatte, das aber auch lange Zeit danach noch nachhallt. Es erinnert mich ein wenig an den Film "Das Leben ist schön" von Benigni und das Thema wird für immer aktuell bleiben, dank solch toller Bücher, die auch 40 Jahre nach Erscheinen wichtig sind. Eine absolute Leseempfehlung!

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  • Leider nicht das was ich erwartet habe...

    Kinderjahre

    Daniel_Allertseder

    24. July 2016 um 13:00

    Meine Meinung ​ „In seinem kargen ergreifenden Buch versetzt sich Jona Oberski, der als Vierjähriger nach Bergen-Belsen verschleppt wurde, noch einmal in sein damaliges Ich. Das Glück des familiären Beisammenseins und der Schrecken des Voneinander-Getrenntseins verfließen in diesen Momentaufnahmen der Erinnerung zu einem verstörenden und alptraumhaften Märchen, mit dem das Kind versucht, den unsagbaren Horror um sich herum zu begreifen.“ Klappentext   Jona Oberski hat aus der Perspektive eines Kindes mit einem kindlichen, einfachen Schreibstil von dem Albtraum in einem Konzentrationslager erzählt. Das Buch ermöglicht mit dem Anfang jedem Leser einen einfachen Einstieg. In kurzen, prägnanten Kapiteln lässt Jona Oberski seine Kinderjahre Revue passieren und nimmt uns mit auf eine schreckliche Reise ins Verderben. Leider aber hat mich diese Geschichte nicht sehr geschockt, wie andere Kritiker es von sich behaupten. Es war spannend zu lesen, wie Jona dieses ganze Drum[JA1]  und Dran aufgenommen hat, aber leider war meiner Meinung nach kein richtiger, grausamer Schockfaktor vorhanden, den ich eigentlich erwartet hätte. Stockend und mit nicht relevanten Sätzen und Szenen lässt und Oberski an seinem Kinderleben teilhaben. Von dem Schrecken im Konzentrationslager wurde nicht viel geschrieben – Gott sei Dank! Aber laut den Kritikern habe ich das erwartet. Das Buch habe ich in wenigen Stunden (exakt zwei) ausgelesen. ​ Fazit   Leider war das Buch etwas enttäuschend, da ich etwas ganz Anderes erwartet habe als eine fade Erzählung. Sehr kurze, kindliche Sätze mit nicht relevanten Szenen füllten das Buch, welches ich unweigerlich nur drei Sterne geben kann.

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  • Vieles verstand er nicht

    Kinderjahre

    Slaightin

    06. July 2016 um 15:17

    Jona Oberski versetzt sich zurück in seine Kinderjahre von vier bis sieben. Anfangs spielt er noch im Sandkasten und bekommt Geburtstagsgeschenke. Doch dann wird die Familie nach Bergen-Belsen gebracht. Der kleine Jona versucht all das Geschehen zu begreifen, was ihm nicht gelingt, da keiner der Erwachsenen es ihm erklären will. Immer wieder heißt es "Sei ein braver Junge. Ich erkläre es dir, wenn du älter bist."Der kleine Jona versucht immerzu sich so zu verhalten, wie es seine Eltern von ihm wünschen/bzw. sich wünschen würden. Beispielsweise soll er mit ein paar Kindern einen Kessel (wo vorher Suppe drin war) wegbringen und sauber machen. Alle Kinder aßen die Reste mit den Fingern, doch Jona weigerte sich, weil es, wie er meinte, seine Mutter nicht erlauben würde. Später soll er, weil er auf die Toilette musste, es über den Rand der Pritsche machen. Auch dieses Mal weigerte er sich, weil es seine Mutter nicht wollen würde. Es ist, angesichts der Brutalität des Krieges, erstaunlich, dass Erziehung noch eine Rolle spielt. Auch missversteht er viele Wörter, beispielsweise soll er, wegen einer Mutprobe, ins "Tropenhaus" einbrechen. Es stellt sich heraus, dass dies nicht "Tropenhaus" genannt wird, sondern "Totenhaus". Jona Oberski's "Kinderjahre" ist sehr nett zu lesen, da es nicht brutal ist. Auf jeden Fall empfehlenswert.

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  • Aus Sicht eines kleinen Jungen

    Kinderjahre

    passionelibro

    13. May 2016 um 08:35

    Der Nationalsozialismus aus Sicht eines jüdischen vierjährigen Jungens aus den Niederlande. Seine Eltern haben ihm nichts über den Krieg erzählt und als er mit ihnen in das Lager kommt, unterstützt seine Mutter weiterhin die Auffassung, ihn vor den Gräueltaten zu schützen. Er glaubt, sie wären auf einer Familienreise. Und so kommt es, dass der Leser der Ich-Perspektive einen sehr kindlichen Einblick erhält, aber wenn er es mit seinem Wissen der wahren Begebenheiten verbindet, ein wirklich interessantes Buch liest.

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  • Kinderjahre

    Kinderjahre

    maggy17

    15. March 2014 um 16:54

    ***Klappentext***  Drei Jahre nationalsozialistischen Terrors, gesehen durch die naiv beobachtenden Augen eines kleinen Jungen, für den der Schrecken zum Alltag wurde. Ein literarisches Zeitdokument, zugleich aber ein Zeugnis von Leidensfähigkeit und Lebensmut, das keiner je vergessen wird.  Während ich das Buch las, musste ich es des Öfteren aus der Hand lege und tief durchatmen. Es wird die ergreifende Geschichte eines kleinen, jüdischen Jungen erzählt, der in der Zeit des Nationalsozialismus aufwächst.  Das Buch ist sehr bewegend, da es die kindlichen Ängste sehr gut rüber bringt. An einigen Stellen ist es sehr schwer zu verstehen, da sich ein 4-jähriger Junge noch nicht so gut ausdrücken kann und öfters verschiedene Gedankensprünge macht.  Alles in allem ist Das Buch sehr empfehlenswert!! 

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  • Leserunde zu "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus

    Zwei lange Unterhosen der Marke Hering

    DieBuchkolumnistin

    »Ich hab doch meine Freiheit, und Freiheit ist so viel wert. Das Wort ist klein, aber der Inhalt ist riesig.« Emma ließ sich mit 22 Jahren auf der Suche nach ihrer blinden Mutter freiwillig ins Konzentrationslager Theresienstadt und später nach Auschwitz deportieren und wäre ihrer Mutter auch auf dem Weg in die Gaskammer nicht von der Seite gewichen, hätten nicht die Nazis selbst sie aufgehalten. Der argentinische Autor Ariel Magnus will diese Frau, seine Oma, näher kennenlernen und beginnt, ihr Fragen zu ihrer Vergangenheit zu stellen. Entstanden ist ein überaus humorvolles und unkonventionelles Porträt einer Holocaust-Überlebenden, die seit 50 Jahren in Brasilien lebt und die in ihrer Authentizität mit allen Klischees bricht, die ohne Bitterkeit oder Selbstmitleid zeigt, wie vielschichtig das Leben ist, auch in den dunkelsten Zeiten. Ariel Magnus und seine temperamentvolle Großmutter reisen dabei zwischen Deutschland, Brasilien und Argentinien hin und her, sie streiten, provozieren, überraschen, und so entfaltet sich vor dem Leser ein Kaleidoskop von unpathetischer Menschlichkeit, familiärer Wärme und pragmatischen Lebensentscheidungen. (Leseprobe zum Download) Mir wurde der Roman "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus bereits vor einigen Monaten vom Verlag Kiepenheuer & Witsch zum Probelesen gegeben und ich war von der ersten Seite an begeistert. Selten habe ich so einen unterhaltsamen und leichten Bericht über die damalige Zeit gelesen, der trotzdem unheimlich berührend ist. Es gibt so wahnsinnig viel Lektüre und Filme über das Thema, weswegen wir oft leider schon abgestumpft sind und uns kaum mehr ein Bericht von damals die tatsächlichen Eindrücke zu vermitteln mag. Aber Ariel Magnus berichtet so normal vom Zusammensein und den Berichten seiner intelligenten und lustigen Großmutter, dass man sogleich Seite an Seite reiht und kaum mehr aufzuhören vermag diese Frau zu bewundern und ihren Lebensweg weiterzuverfolgen. Ich würde mich freuen, wenn ich Euch mit meiner Begeisterung über diesen kleinen Literaturschatz anstecken kann! Weitere Informationen zu Buch und Autor gibt es auf der Verlagswebsite.  Zusammen mit Kiepenheuer & Witsch suchen wir 25 Testleser für "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering". Hast Du Lust mit uns das Buch zu lesen, darüber zu diskutieren und im Anschluss eine Rezension dazu zu schreiben? Hinterlasst einfach bis zum 12. September 2012 einen Kommentar, warum Euch gerade dieser Roman interessieren würde. Ich freue mich auf Eure Beiträge und die darauffolgende Diskussion! Selbstverständlich ist auch jeder, der das Buch in der kommenden Woche nicht gewinnt, herzlich einzuladen mit dabei zu sein und uns beim Lesen und dem Austausch zu begleiten! Ariel Magnus, geboren 1975 in Buenos Aires. Studium in Deutschland, schrieb für verschiedene Medien in Lateinamerika, die taz in Berlin und Spiegel Online und lebt heute als Autor und literarischer Übersetzer in Buenos Aires. Er hat bislang neun Bücher veröffentlicht. 2007 wurde er für seinen Roman »Ein Chinese auf dem Fahrrad« mit dem internationalen Literaturpreis Premio La otra Orilla ausgezeichnet. Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und wurde ein internationaler Bestseller. "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" ist sein zweiter Roman, der auf Deutsch erscheint.

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