Jonas Hassen Khemiri

 4,1 Sterne bei 36 Bewertungen
Autor von Alles, was ich nicht erinnere, Ett Öga Rött und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Jonas Hassen Khemiri

Jonas Hassen Khemiri wurde 1978 als Sohn eines tunesischen Vaters und einer schwedischen Mutter in Stockholm geboren. Er ist der Star der schwedischen Literaturszene; schon sein Debütroman, "Das Kamel ohne Höcker“ (2003), brachte dem Autor internationale Anerkennung ein. Seine Theaterstücke werden auf vielen Bühnen der Welt gespielt, zurzeit u.a. in Hamburg und Berlin. "Alles, was ich nicht erinnere" ist sein vierter Roman; er wurde mit dem August-Preis ausgezeichnet, dem wichtigsten schwedischen Literaturpreis, und führte über Wochen die Bestsellerliste an. Der Roman erscheint in rund 25 Ländern. Jonas Hassen Khemiri lebt mit seiner Familie in Stockholm.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jonas Hassen Khemiri

Cover des Buches Alles, was ich nicht erinnere (ISBN: 9783421047243)

Alles, was ich nicht erinnere

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Erschienen am 13.03.2017
Cover des Buches Die Vaterklausel (ISBN: 9783498035839)

Die Vaterklausel

 (2)
Erschienen am 17.11.2020
Cover des Buches Montecore, ein Tiger auf zwei Beinen (ISBN: 9783492050333)

Montecore, ein Tiger auf zwei Beinen

 (2)
Erschienen am 01.03.2007
Cover des Buches Ich rufe meine Brüder (ISBN: 9783499275586)

Ich rufe meine Brüder

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Erschienen am 17.11.2020
Cover des Buches Das Kamel ohne Höcker (ISBN: 9783499275579)

Das Kamel ohne Höcker

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Erschienen am 17.11.2020
Cover des Buches Alles, was ich nicht erinnere (ISBN: 9783499276583)

Alles, was ich nicht erinnere

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Erschienen am 17.11.2020
Cover des Buches Invasion! (ISBN: 9783644904026)

Invasion!

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Erschienen am 17.02.2017
Cover des Buches Montecore, ein Tiger auf zwei Beinen (ISBN: 9783499275562)

Montecore, ein Tiger auf zwei Beinen

 (0)
Erschienen am 17.11.2020

Neue Rezensionen zu Jonas Hassen Khemiri

Cover des Buches Die Vaterklausel (ISBN: 9783498035839)Buecherschmauss avatar

Rezension zu "Die Vaterklausel" von Jonas Hassen Khemiri

Familie
Buecherschmausvor 3 Monaten

Bereits mit seinem letzten, 2017 auf Deutsch erschienenen Roman Alles was ich nicht erinnerte konnte mich der schwedische Autor Jonas Hassen Khemiri durch seine multiperspektivische Erzählart überzeugen, die er auch in Die Vaterklausel wieder wählt. Ein Familienkonflikt steht hier im Zentrum, besonders das Verhältnis Vater-Sohn. Und wieder ist es eine schon lange in Schweden lebende Familie mit Wurzeln im arabischen Raum. Diesmal ist das Herkunftsland aber nicht ganz so eindeutig als Tunesien, aus dem auch Khemiris Vater stammt, zu identifizieren wie im Vorgängerroman.

Die titelgebende Vaterklausel vereinbart, dass der Sohn den günstigen Mietvertrag für die väterliche Wohnung in Stockholm übernimmt, und im Gegenzug dessen Bankgeschäfte und den Brief- und Behördenverkehr in dessen Abwesenheit erledigt. Denn der Vater hat die Familie und seine schwedische Ehefrau schon vor Jahren verlassen und lebt mit einer neuen im Ausland. Seinen Wohnsitz will er aber aus steuerlichen Gründen nicht aufgeben. Und muss deshalb spätestens vor Ablauf von sechs Monaten wieder einreisen. Hier erledigt er in erster Linie Arztbesuche und braucht eine Übernachtungsmöglichkeit – beim Sohn, auch das regelt die Vaterklausel.

Viele Jahre geht das nun schon so. Die Wohnung wurde zunächst vom Sohn, der mittlerweile erwachsen und Steuerberater ist, gekauft und dann, als Nachwuchs kam, zugunsten eines Häuschens verkauft. Der Vater kommt seitdem im Büro des Sohnes unter – keine optimale Lösung. Denn der Vater gibt sich alles andere als zurückhaltend oder bescheiden. Im Gegenteil ist er extrem raumgreifend und fordernd, dabei absolut egozentrisch und eigenwillig: ein klassischer arabischer Patriarch. Das Verhältnis zum Vater ist dadurch seit jeher belastet.

Das geht nicht nur dem Sohn, der jetzt ein Vater ist, so, sondern auch dessen Schwester, die eine Tochter ist, aber keine Mutter mehr, und dessen Freundin, die die Mutter seiner Kinder ist (und Juristin), und seiner Mutter, die eine Großmutter ist (und Innenarchitektin). Alle Personen bleiben auf diese Weise unbenannt und werden nur so, nach ihrer „Funktion“ und Rolle in ihrer jeweiligen Perspektive identifiziert. Das wirkt zu Beginn ein wenig sperrig und überkonstruiert, beim Lesen verliert sich dieser Vorbehalt aber recht schnell. Denn es sind genau diese Rollen, die die Protagonisten (und uns alle) letztendlich zumindest mitdefinieren und gegen die man nur unschwer angehen kann. Jonas Hassen Khemiri verleiht damit seiner Geschichte ein wenig Allgemeingültigkeit.

Derjenige, der am heftigsten gegen diese Rollenzuschreibungen rebelliert, ist der Großvater, der sich mit mehr oder weniger windigen Geschäften durchs Leben schlägt. Er hatte bereits eine erste Familie, damals in Marseille, verlassen. Seine erste Tochter ist vermutlich (auch) daran zerbrochen. Und auch seine zweite Familie in Schweden ließ er irgendwann im Stich, wobei man den Eindruck gewinnt, seine Ex-Frau ist nicht allzu betrübt darüber. Am meisten leidet der Sohn, auch jetzt im Erwachsenenalter noch, an dem abwesenden, verantwortungslosen Vater. Viele seiner sich zeigenden, nervigen Eigenschaften lassen sich leicht darauf zurückführen. Seine stete Suche nach Anerkennung, sein erfolgloses Perfektionsstreben, das regelmäßig in Überforderung und Aggressivität mündet, sein Selbstmitleid, sein Geltungsdrang.

Zu Beginn empfand ich die Passagen, die zwar nicht in der Ich-, aber in seiner personalen Perspektive verfasst sind, recht überzogen. Er befindet sich in Elternzeit und die Schilderung seines Alltags war ein einziges Chaos, hervorgerufen durch die ein- und vierjährigen Kinder und missachtet von seiner berufstätigen Freundin. Bald merkt man aber, dass hier nicht der Autor aus dem Leben mit Kindern eine Lachnummer machen will, sondern dass wir hier tief in der Erlebniswelt des Sohnes feststecken. Zu seinem kaum bewältigten Alltag hat sich nun auch noch der Vater zu einem seine halbjährlichen Besuche angekündigt. Der Sohn rotiert, die Vaterklausel kann unmöglich aufrechterhalten werden.

Das sieht der Großvater natürlich ganz anders. In seiner Ich-Bezogenheit verurteilt er nicht nur seinen „nichtsnutzigen“ Sohn, sondern fast alle Menschen um ihn herum, besonders „Ausländer“, „Homos“, Politiker, Nachbarn. So nervig der Sohn, so unangenehm der Vater. Ein wenig besser kommen die Frauen der Familie weg. Die Schwester leidet sehr unter der Ablehnung, die ihr heranwachsender Sohn ihr nach der Scheidung entgegenbringt. Er lehnt den Kontakt mit ihr kategorisch ab. Das hat seine Gründe, merkt man im Verlauf der Lektüre, ist aber eben auch sehr schmerzhaft. Auch ihre neue Beziehung und die daraus hervorgehende Schwangerschaft werden dadurch in Mitleidenschaft gezogen. Die Freundin des Sohnes wiederum muss sich täglich in ihrer Rolle als alleinverdienende Mutter behaupten. So modern diese in den skandinavischen Ländern übliche Aufteilung der Elternzeit bei uns anmutet, ohne Konflikte läuft es auch hier nicht.

Man folgt den verschiedenen Perspektiven über 10 Tage – so lange dauert der Aufenthalt des Großvaters. Die Rollen sind den Figuren zugeteilt, aber sie bleiben nicht statisch, sondern verschieben sich immer wieder, werden neu verhandelt. Der Sohn ist auch Vater, der Vater auch Großvater etc. Eigen- und Fremdwahrnehmung klaffen dabei oft sehr auseinander, was die Lektüre sehr interessant macht. Immer bleibt Jonas Hassen Khemiri ganz nah an seinem Personal dran. Das ist manchmal schmerzhaft, denn perfekt sind sie alle nicht.

Die meist unausgesprochenen und verdrängten Konflikte drehen sich um die Schwierigkeit, eine Familie zu sein und auch zu bleiben. Wer kennt sie nicht? In Die Vaterklausel erzählt Jonas Hassen Khemiri davon leichtfüßig, humorvoll, aber auch sehr nachdenklich. Seine Perspektiven sind sehr gut getroffen, nimmt man einmal die des einjährigen Babys aus. (Die zum Glück nur einen kurzen Abschnitt einnimmt) Selbst der verstorbenen ersten Tochter folgt man als Geist gerne und widerspruchslos. Abwesende Väter, Prägungen, Integrationsprobleme, Genderkonflikte, Familienalltag, Rollenzuschreibungen, Bindungsängste – eine Menge Dinge werden thematisiert, Schwarz/Weiß gibt es nicht. Man möchte den Protagonisten manchmal raten, das Richtige zu tun. Und manchmal scheinen sie sich tatsächlich von den festgeschriebenen Pfaden und Verhaltensmustern zu lösen.

Aber Jonas Hassen Khemiri hat mit Die Vaterklausel keinen süßlichen Text mit Happy End und „alle haben sich geändert“ geschrieben. Zum Glück! Und so kann am Ende doch keiner so recht raus aus seiner Haut. Und so endet das Buch doch ziemlich melancholisch – aber umso authentischer. Mir gehen die Personen, die nie einen Namen erhalten haben, auch Tage nach der Lektüre noch im Kopf herum. Große Empfehlung!

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Cover des Buches Alles, was ich nicht erinnere (ISBN: 9783421047243)SATZZEICHENs avatar

Rezension zu "Alles, was ich nicht erinnere" von Jonas Hassen Khemiri

Memories
SATZZEICHENvor 4 Jahren

Man kann den Menschen nicht in den Kopf schauen, nur davor. Wie oft sieht man Fremde und macht sich innerhalb weniger Sekunden ein Bild von ihnen. Ein Pärchen, das sich aneinander schmiegt und Händchen hält. Natürlich seufzt man innerlich sofort entzückt auf und denkt „Hach, muss Liebe schön sein!“. Doch was, wenn dieses Pärchen gerade vor der schwersten Entscheidung seines Lebens steht und sich deshalb, voller Panik, aneinanderklammert? Was, wenn die bildschöne, durchtrainierte, fröhliche Blondine von nebenan gar nicht so glücklich ist, wie alle denken? Sondern von Selbstzweifeln zerfressen, weil sie nie weiß, ob die Menschen eigentlich SIE oder nur ihre makellose Fassade mögen? Was, wenn jemand, von dem man glaubt, ihn zu kennen, plötzlich ganz anders erscheint?

Den Menschen um Samuel herum geht es so. Eigentlich ist Samuel ein ganz normaler junger Kerl, der in Stockholm lebt, der mit Freunden abhängt, manchmal einen über den Durst trinkt, Mädels hinterherschaut und wenig an die Zukunft denkt. Soweit, so durchschnittlich. Doch Samuel hat auch seine tiefgründigen Seiten: Er kümmert sich um seine demente Großmutter, er will viel erleben, deshalb hat er ein „Erfahrungskonto“ angelegt, für das er auch den größten Quatsch macht, er arbeitet im Amt für Migration, Freunde wählt er nicht nach der Hautfarbe, sondern nach Sympathie aus, er ist der Definition von Liebe auf der Spur.

Alles noch nicht wirklich extraordinär.

Der einzige Grund, weshalb Samuel plötzlich außergewöhnlich wirkt, ist, genau genommen, sein Tod. War es Selbstmord (Liebeskummer!)? War es ein Unfall (Alte Schrottlaube von einem Auto!)?  War es gar Mord (Dieser Vandad, ob das wirklich ein guter Freund war oder doch ein mieser Schurke?)?

Plötzlich scheiden sich die Geister an diesem Samuel, der zu Lebzeiten so wenig Aufsehen um seine Person gemacht hat.

Die Geschichte ist dreigeteilt: AM (ante meridiem, also vormittags) – Laide (Samuels letzte Beziehung) – PM (post meridiem, also nachmittags). Aha! Und auch der Stil, dessen sich der schwedische Autor Jonas Hassen Khemiri bedient, ist nicht alltäglich. Er macht es dem Leser nicht leicht, in die Story einzusteigen. Sätze werden durch Sternchen und große Abstände als eigenständige Passagen erkennbar. Doch wer spricht? Wessen Perspektive liest man gerade? Wörtliche Rede wird nicht immer klar als solche kenntlich gemacht. Manche Absätze beginnen in der dritten Person und rutschen dann in die erste, da die Person, um die es in dem Abschnitt geht, plötzlich aus der „Ich“-Perspektive spricht. „Wer erzählt denn jetzt?!“, ist für mich als Leserin daher die zentrale Frage, die sich lange Zeit nicht abschütteln lässt. Immer wieder bin ich verwirrt, blättere ein paar Seiten zurück. Weil ich den Abschnitt nicht verstehe oder nicht einordnen kann, versuche ich, ihn in den Kontext zu bringen.

Doch das Durcheinander spiegelt das Durcheinander um Samuel wider. Es ist eine Metapher für das Chaos, in dem sich der kleine Samuel-Kosmos befindet, nach seinem Tod. Denn WARUM um alles in der Welt ist er denn plötzlich tot? Gerade war er doch noch mit der Großmutter im Altersheim, hat sie dort abgesetzt, im nächsten Moment fährt er mit Vollgas gegen einen Baum!

Im Verlauf des Buches straffen sich die Strukturen, man lernt zu erkennen, wem welche Textpassage zuzuordnen ist. Khemiris Stil ist es, keiner dieser Personen eine unverwechselbare Stimme, einen eigenen Slang zu geben. Die Sprache verbiegt sich nicht. Das macht es schwer, doch der Plot ist stark genug, einen durch diese Anstrengung zu tragen. Man erfährt so manches, womit man nicht gerechnet hat, die Sympathien für die verschiedenen Personen schwanken.

Ein fiktiver Journalist ist es, der all diese Berichtfetzen wie Fäden nebeneinander gruppiert, auch mal ineinanderverflicht und am Ende nicht komplett entwirrt. Er trägt, so scheint es, einige Züge des Autors Khemiri, und tritt im letzten Teil des Buches mehr in Erscheinung. Doch auch er bleibt merkwürdig wenig greifbar, der Leser erfährt nur Bruchstückhaftes über ihn.

Am Ende sind es die großen Themen Tod, Liebe, Freundschaft, die alles bewegen. Wie sehr beeinträchtigte Samuel die Tatsache, dass er ein schlechtes Gedächtnis hatte? Hatte er Panik, weil er dachte, ein Schicksal wie das seiner dementen Großmutter stünde auch ihm bevor? Wie viel Macht und Einfluss hatte Laide, Samuels große, verflossene Liebe? Wie wichtig war sein bester Freund Vandad wirklich für ihn – und warum sitzt er nun im Gefängnis? Wer war wirklich für Samuel da, als er noch lebte, wer wollte nur sein Ego mit ihm aufpolieren, wer hat ihn im Stich gelassen?

Nicht alle Fragezeichen lösen sich gegen Ende auf, denn, auch wenn man Menschen beobachtet, befragt – man kann ihnen eben nicht in den Kopf schauen, nur davor.

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Cover des Buches Alles, was ich nicht erinnere (ISBN: 9783421047243)sabatayn76s avatar

Rezension zu "Alles, was ich nicht erinnere" von Jonas Hassen Khemiri

‚Ich glaube nicht, dass man jemanden retten kann, der nicht gerettet werden will.‘
sabatayn76vor 4 Jahren

Samuel ist mit dem Auto seiner Großmutter tödlich verunglückt, doch ob es sich um einen Unfall oder um einen Suizid handelt, ist ungewiss. In ‚Alles, was ich nicht erinnere‘ versuchen die einzelnen Protagonisten Licht ins Dunkel zu bringen und erzählen die Geschichte um Samuel und sein Leben aus ihrer Perspektive, so dass der Leser nach und nach versteht, um welchen Menschen es sich bei Samuel gehandelt hat, was ihn geprägt und bewegt hat.

Dabei zieht sich die Frage der Schuld wie ein roter Faden durch den Roman: Wer trägt die Verantwortung für Samuels Tod? Ist es Laida, mit der Samuel eine Beziehung geführt hat, die schließlich gescheitert ist? Ist es Vandad, mit dem sich Samuel angefreundet hat, obwohl die beiden so unterschiedlich sind, Vandad sich von Samuel aushalten ließ und ihn finanziell ausnutzte? Oder lag es schlichtweg an den maroden Bremsen des alten Autos, um das sich scheinbar nicht angemessen gekümmert wurde?

'Alles, was ich nicht erinnere' ist bereits der vierte Roman Jonas Hassen Khemiris, der als Sohn eines tunesischen Vaters und einer schwedischen Mutter in Stockholm geboren wurde und dort mit seiner Familie lebt. 'Alles, was ich nicht erinnere' ist meine erste Begegnung mit Khemiri, obwohl er als Star der schwedischen Literaturszene gilt, mit seinen Theaterstücken und Romanen internationales Ansehen genießt und 2015 mit dem August-Preis, dem renommiertesten schwedischen Literaturpreis, ausgezeichnet wurde.

Mir fiel der Einstieg ins Buch verhältnismäßig schwer, da ich immer nur wenige Seiten am Stück gelesen habe und durch die sich ständig ändernde Erzählperspektive nicht in den Roman gefunden habe. Obwohl mir von Anfang an die einzelnen Erzählstränge gefallen haben, empfand ich den Erzählstil als zerfahren und verwirrend. Durch die immer nur kurz angerissenen Geschichten konnte ich mich nicht auf die Charaktere einlassen und war anfangs eher frustriert von der Lektüre.

Schließlich habe ich am Stück gelesen - und zwar fast 300 Seiten am Stück, ohne Unterbrechung. Dies hat sich als die richtige Methode für das Buch erwiesen, denn ab diesem Moment habe ich gut in die Geschichte gefunden und war sehr gefesselt von der komplexen Erzählweise und der komplexen Geschichte um Samuel.

Ich empfand ‚Alles, was ich nicht erinnere‘ als sehr eindrücklich und intensiv erzählt, die einzelnen Stränge als sehr lebensnah und lebendig geschrieben und die schlaglichtartige Erzählweise als fesselnd und fast filmisch. Am Ende der Lektüre hatte ich das große Bedürfnis, den Roman nochmals zu lesen, um all die Puzzleteilchen, die ich beim ersten Lesen verworren oder unverständlich fand, zu einem Gesamtbild zusammenlegen zu können.

Ich kann ‚Alles, was ich nicht erinnere‘ somit jedem ans Herz legen, solange man am Stück lesen und sich auf diesen ungewöhnlichen Schreibstil einlassen kann.

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Zusätzliche Informationen

Jonas Hassen Khemiri wurde am 27. Dezember 1978 in Stockholm (Schweden) geboren.

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