Jonas Karlsson

 4.2 Sterne bei 46 Bewertungen
Autor von Das Zimmer, Das Zimmer und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Jonas Karlsson

Cover des Buches Das Zimmer (ISBN:9783630874609)

Das Zimmer

 (32)
Erschienen am 11.04.2016
Cover des Buches Das Zimmer (ISBN:9783945986264)

Das Zimmer

 (7)
Erschienen am 11.04.2016

Neue Rezensionen zu Jonas Karlsson

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Rezension zu "Das Zimmer" von Jonas Karlsson

kurzweilig und intensiv
himbeerbelvor 24 Tagen

Ein nicht ganz alltägliches Buchcover, stilvoll und beklemmend zugleich. Es lässt erahnen, dass man hier nicht einen lustigen Frauenroman in Händen hält. Stattdessen handelt das Buch von unausstehlichen Kollegen in einem Großraumbüro – einer auf den ersten Blick eher nicht so spannenden Thematik. Aber tatsächlich schafft es das Buch, mich bereits nach wenigen Seiten in seinen Bann zu ziehen.

Der Autor lässt den Leser tief ins Innerste des Ich-Erzählers Björn blicken, einem Protagonisten, der davon regelrecht besessen zu sein scheint, sich mit eiserner Disziplin, strategischem Handeln und Abwesenheit jeglicher sozialer Kompetenz an die Spitze seiner Abteilung arbeiten zu wollen.

Doch recht bald wird klar, dass sein Erleben und seine Wahrnehmung nicht mit der seiner Kollegen übereinstimmt. Denn kaum zwei Wochen, nachdem Björn seine neue Stelle in einem Großraumbüro bei der Behörde angetreten hatte, macht er eine geheimnisvolle Entdeckung: Zwischen der Toilette und dem Aufzug befindet sich eine Tür, die von seinen Kollegen offenbar gemieden wird. Sie führt in ein kleines fensterloses Büro.

Mehr sollte man als Leser vorab eigentlich nicht wissen, um sich auf diesen knapp 176 Seiten umfassenden und auf seine Art fesselnden Roman möglichst unvoreingenommen einlassen und überraschen lassen zu können. Belohnt wird man mit einem Buch, das kunstvoll Einblick in eine ungewöhnliche Sichtweise und eine nicht alltägliche, aber gut dargestellte Psyche gewährt und auch groteske Situationen der Arbeitswelt inklusive Mobbing und Integration nicht ausklammert. Die Charaktere sind nicht einfach schwarz-weiß gezeichnet, sondern erzeugen beim Lesen Sympathie oder sogar Verständnis, aber auch Abneigung und Widerwillen. Langeweile kommt dabei nicht auf und die kurzen Kapitel laden zum immer weiterlesen ein. „Das Zimmer“ von Jonas Karlsson ist ein kurzweiliges aber auch intensives Lesevergnügen, das mich beeindrucken konnte.

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Rezension zu "Das Zimmer" von Jonas Karlsson

Außergewöhnlicher Antiheld
Nicole_Rodvor 2 Jahren

Björn ist an Egozentrik und Herablassung seinen Kollegen gegenüber kaum zu übertreffen. Allerdings gelingt es dem Autor, dass der Leser über Björns Charakter staunt und schmunzelt und ihn - aus der Ferne wohlgemerkt - irgendwie ins Herz schließt. Sicherlich ist die Erzählung aus der Ich-Perspektive hierfür ein probates Mittel. Dadurch treffen die sich nach und nach enthüllenden psychologischen Störungen Björns aber auch tiefer. Die kurzen Kapitel lesen sich sehr angenehm. Ein psychologischer Roman mit einem außergewöhnlichen Antihelden der mich berühren konnte. Das Cover finde ich übrigens genial. 

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Rezension zu "Das Zimmer" von Jonas Karlsson

Weiß nicht genau, was ich davon halten soll
CocuriRubyvor 2 Jahren

Der Schreibstil benutzt eine einfache, unemotionale Sprache. Es lässt sich gut und schnell lesen – ist letztendlich auch nicht sonderlich viel Text vorhanden.

Der Protagonist ist ein sehr unangenehmer Mensch. Er ist fast schon pedantisch mit seiner akribischen Ordnung und detaillierten Tagesordnung, indem sogar die Toilettengänge nach Termin erfolgen. Eine Vorliebe dafür Dinge zu zählen ist ebenfalls vorhanden.

Er ist ein fürchterlicher überheblicher Besserwisser – er korrigiert und verbessert alle um sich herum, die er sowieso für weit unterlegen hält (zumindest in Gedanken).

Sozial ist er ziemlich unbeholfen – er kann auch nicht die Stimmungslage seines Gegenübers erkennen, geschweige denn nett oder umgänglich sein.

Es verwundert also nicht, dass seine Kollegen ihn eher als Sonderling betrachten, zumal er von einem Zimmer redet, dass keiner außer ihm sieht.

Es sei aber auch dazu gesagt, dass die Kollegen ebenfalls unangenehme Menschen sind. Sympathieträger lassen sich meines Erachtens im gesamten Buch nicht finden.  

Darauf ist das Buch aber auch nicht ausgelegt, die Figuren sind viel mehr Symbolfiguren.

Es lässt sich von diesem Großraumbüro und dessen Innensassen auf die Gesellschaft schließen.

Das Buch zeigt auf, was diese Gleichschaltung (gerade auch im Arbeitsleben) mit einem Menschen macht, wie einen das auslaugen kann und was passiert, wenn einer „es wagt“ sich außerhalb dieses Kastendenkens zu bewegen, das Muster zu durchbrechen.

Das ließ mich an ein japanisches Sprichwort denken: „Der Nagel der heraussteht wird eingeschlagen“.

Aufgrund der Symbollastigkeit, lässt einen das Buch sehr viel Interpretationsspielraum. Das finde ich sehr gut, allerdings kann ich mir dementsprechend nicht sicher sein, ob ich es richtig interpretiere oder ob mir nicht sogar mehrere Anspielungen/Andeutungen entgangen sein könnten.

Vermutlich, denn so wie ich es interpretiere, finde ich die Aussage dieses Buch nicht nur schwarzmalerisch, sondern fast schon katastrophal.

Denn für mich sagt dieses Buch: „Wenn du jemand bist, der das Muster durchbricht, du dich von der Einheitsmasse abhebst, dann bist du verloren. Die Obrigen werden dir immer deine Grenzen aufzeigen und das einzige was dir dann bleibt ist, dich der Realität zu entziehen.“ Na Glückwunsch.

Im Werbetext heißt es auch: „Witzig und scharfsinnig (…)und beschäftigt sich mit der Frage, wie mal als kleines Rädchen im Großen Getriebe glücklich werden kann“.

Das sehe ich tatsächlich gar nicht. Falls es sowas wie „Witz“ gab, dann ist er mir vollkommen entgangen, denn das einzige was ich auf eine fast schon zynische Art etwas amüsant fand, war die Verlogenheit der Kollegen im Laufe des Buches.

Wo dieses Buch etwas über das „glücklich werden“ erzählt, siehe ich noch viel weniger. Ich empfinde diese Geschichte fast schon als Tragödie. Ich sehe nicht einmal einen Hauch von Glück – wo sollte das Glück zu finden sein? In der Realitätsflucht? Das die einzige Wahl die man hat ist, sein Gefängnis selbst zu wählen bzw. die Art wie man der Realität entflieht?

Auch hier wieder: Na Glückwunsch.

 

Fazit

Das Buch hat mich durchaus sehr beschäftigt – das ist ihm positiv anzurechnen. Ich finde die Symbolhaftigkeit ebenfalls gut, aber die Aussage die das Buch meines Erachtens trifft, finde ich sehr fragwürdig. Außerdem blieb zwischen mir und dem Buch ein großer (emotionaler) abstand – ich empfand das Buch als kalt.

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