Submarino

von Jonas T. Bengtsson 
3,9 Sterne bei48 Bewertungen
Submarino
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Gosilines avatar

Bin nach den ersten 70 Seiten begeistert!

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@Karin1970: Du hast ja nix überflüssiges geschrieben, dann darfs auch länger sein. Ich find deine Rezi jedenfalls klasse ;)

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Inhaltsangabe zu "Submarino"

Knallharter sozialer Realismus

Armut, Missbrauch und eine alkoholabhängige Mutter. Nick und sein jüngerer Bruder sind in schlimmen Verhältnissen aufgewachsen, bis eine Tragödie die Familie auseinanderriss. Nun wird Nick aus dem Gefängnis entlassen. Er ist ein Mann, der weiß, was er will: hart trainieren, hart trinken und hart werden gegen die ganze Welt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453675957
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:383 Seiten
Verlag:Heyne, W
Erscheinungsdatum:11.10.2010

Rezensionen und Bewertungen

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    DarthEnis avatar
    DarthEnivor 6 Monaten
    Die andere, die dunkle Seite des Lebens

    Wir sehen die Welt so, wie wir sie sehen wollen. Wir ignorieren die Wahrheit und verdrängen alles Negative. Doch dieses Buch öffnet uns die Augen. Jonas T. Bengtsson knallt uns die Wahrheit, die Realität, das Leben knallhart auf den Tisch.

    Anfangs erfahren wir etwas über Nick, in dessen Leben sich alles um Gewalt, Kriminalität und Alkohol dreht. Er saß bereits im Gefängnis und wohnt jetzt in einem Wohnheim. Sein Leben verläuft trost- und hoffnungslos, der Alltagstrott ist nicht zu durchbrechen. Jeder Tag läuft ähnlich ab: Erst geht er ins Fitnesscenter, dann trinkt er Alkohol. Und fast jeden Tag denkt er an seine Ex-Freundin Ana, die ihn verlassen hat, nachdem sie ihm erzählt hat, dass sie schwanger ist. Nick erstickt diese Gedanken durch Alkohol.

    Ein kleiner Lichtblick in seinem Leben sind Sofie und Ivan, der Bruder seiner Ex. Sofie hat einen kleinen Sohn, den sie nicht sehen darf, und Nick versucht sie zu trösten - eben auf seine Weise. Auch den obdachlosen Ausländer Ivan, der die Erlebnisse während des Krieges nicht verkraftet hat, unterstützt er so gut es geht. Es scheint leicht aufwärts zu gehen, da geschieht etwas, was Nick wieder in ein tiefes, schwarzes Loch stürzen lässt ...

    Aber auch Nicks Bruder hat es nicht leicht. Alles, was für ihn zählt, sind die Drogen. Fast alles. Denn da ist noch sein kleiner Sohn Martin, um den er sich so gut es geht kümmert. Es gelingt ihm jedoch nicht immer so, wie er es sich wünscht, denn im Drogenrausch kann er sich ja kaum um sich selbst sorgen. Er hat ständig Angst, dass ihm sein Sohn weggenommen werden könnte. Nicht nur Nicks Leben scheint winzige, kaum sichtbare Lichtblicke zu haben, auch bei seinem Bruder schien es bergauf zu gehen. Als seine Frau mit Martin schwanger war, hörten die beiden damit auf, Drogen zu nehmen. Doch seine Frau hielt nicht langfristig durch und starb, als sie im Drogenrausch vor ein Auto lief. Das hat Nicks Bruder nicht verkraftet - er nahm wieder Heroin. Und von Zeit zu Zeit geht es immer wieder bergab, obwohl er selbst denkt, dass er dabei ist, sein Leben auf die Reihe zu kriegen.

    Dieses Buch zeigt deutlich, dass Menschen sowohl von der Gegenwart, aber auch von der Vergangenheit geprägt werden. Sie bestimmen nicht nur selbst über ihr Handeln, sondern werden von ihrer Umwelt, von ihrem sozialen Umfeld beeinflusst. Was wird aus einem Menschen, der schon seit seiner Kindheit nichts anderes als Gewalt, Einsamkeit, Drogen und Alkohol kennen gelernt hat? Die Antwort auf diese Frage wird durch "Submarino" beantwortet.

    Obwohl das Buch von der Stimmung her negativ ist, kann man es nicht aus der Hand legen. Manche Stellen sind so bildhaft beschrieben, dass man eigentlich erst einmal ein wenig Abstand von dem Buch bekommen möchte, aber man kann mit dem Lesen nicht mehr aufhören.

    Der Schreibstil ist anfangs gewöhnungsbedürftig, da die Sätze ziemlich abgehakt sind, passt aber zum Inhalt. Auf den ersten Seiten muss man sich noch durchbeißen, weil noch nicht ganz klar ist, um wen es überhaupt geht. Aber irgendwann lässt einen das Buch nicht mehr los. Spätestens im zweiten Kapitel wird es interessant, weil man erfährt, warum die Brüder so geworden sind, wie sie jetzt sind.

    Fazit: Wer keine Angst vor der rücksichtslosen Realtität, vor der hoffnungslosen, düsteren Seite des Lebens hat, der kann dieses Buch lesen. Menschen, die in ihrer Traumwelt leben und das Offensichtliche - die Wahrheit - verdrängen, obwohl sie uns von allen Seiten umgibt, sollten dieses Buch eher nicht lesen, da es brutal und schonungslos die Seite des Lebens zeigt, die viele von uns selbst noch nicht erlebt haben und hoffentlich auch nie selbst näher kennen lernen werden.

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    LeseHelenas avatar
    LeseHelenavor 4 Jahren
    Submarino

    Das Buch erzählt über das Leben zweier Brüder, die es nicht schlimmer hätte treffen können.Der eine kommt aus dem Gefängnis und versucht mit Mühe und Not seine Gewalt und seine Aggressionen unter Kontrolle zu bekommen und der Andere kämpft mit den Drogen und will ein guter Vater sein.

    Trotz der nicht allzu spannenden Handlung hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es regt zum Nachdenken über das Leben an. Man fängt an sich Gedanken zu machen, wie die Entwicklung und der Werdegang eines Menschen durch die Kindheit beeinflusst wird. Beide Brüder hatten eine schwere Kindheit ohne Struktur und Erziehung. Sie hatten keinen Vater, die Mutter war eine Alkoholikerin und Tabletten abhängig die oft tagelang verschwand. Die Kinder waren auf sich allein gestellt und waren überfordert. Desto älter sie wurden, desto größer wurden die Probleme und desto mehr sind sie abgerutscht.

    Die andere Sache ist, das das Leben sich bei beiden Brüdern nicht ändert, obwohl sie schon am Rande des Lebens standen. Der eine kann kommt mit seinen Aggressionen nicht klar obwohl er deswegen schon im Gefängnis war und der Andere nimmt weiterhin Drogen obwohl er alleinerziehend ist und kurz davor steht sein Kind zu verlieren. Die Sucht hat ihn vollstens unter Kontrolle.

     

    Das Buch ist gut geschrieben und sehr realistisch. Viele Menschen rutschen ab und schaffen es nicht wieder auf die Beine zu kommen. Obwohl sie wissen was sie ändern müssen, tun sie es nicht, weil sie von Gefühlen und Sucht gelenkt werden. Und irgendwann ist alles zu spät....

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    Callsos avatar
    Callsovor 5 Jahren
    Brutaler und radikaler Lesestoff!

    Knallhart, schonungslos und aufwühlend, so die Kurzformel für den Roman aus Dänemark.

    Zwei Brüder, die schon im Kindesalter ohne jede Chance aufwachsen. Schon in Kinderjahren ist das Schicksal vorhersehbar. Das Abgleiten ins Milieu, in die Drogenszene, in kriminelle Kreise und schließlich auch ins Gefängnis kommt somit wenig überraschend. Was das Buch jedoch auszeichnet, ist die Radikalität, in der der Alltag der Brüder dargestellt wird. Autor Jonas Bengtsson schildert alles kurz, prägnant und vor allen Dingen ungeschminkt und emotionslos.

    Da wird nicht nur das Schicksal eines Heroin-Junkies erzählt, sondern auch die Erziehung des sechsjährigen Jungen Martin, der ohne Mutter auskommen muss. Das wird von dem täglichen Konsum und dem Vertrieb von Heroin erzählt, gleichzeitig versucht der Vater, ein halbwegs intaktes Vater und Kindergartenleben aufrecht zu halten. Die Lage von Bruder Nick ist nur wenig entspanter. Nach seinem Gefängnisaufenthalt hat er arge Mühe, das triste Leben in einfachsten Verhältnissen zu meistern.

    Die Schreibweise von Begngtsson ist dabei schon gewöhnungsbedürftig. Am Anfang haben mich die häufig sehr kurzen Sätze manchmal irritiert. Zudem springt der Autor häufig ohne Vorankündigung und Vorgeplänkel in die verschiedenen Situationen.

    Im zweiten Teil hat das Buch - für meinen Geschmack - ordentlich zugelegt. Tempo, Spannung, Brutalität, die bei mir nicht selten für ordentliches Staunen gesorgt hat.

    Insgesamt ein sehr radikales und lesenswertes Buch.  In seiner Brutalität nahzu einzigartig..

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    walli007s avatar
    walli007vor 6 Jahren
    Rezension zu "Submarino" von Jonas T. Bengtsson

    Untertauchen
    Auch in Dänemark ist nicht alles eitel Sonnenschein, dass macht der Autor schon mit seinen ersten Sätzen klar. Da liegt ein kleiner Junge tot in seinem Bettchen. Und nach und nach wird enthüllt wie es zu diesem plötzlichen Kindestod kommen konnte. Als ob das noch nicht reicht, schaut der Leser auch in die Gegenwart der beiden älteren Brüder des Kleinen. Und diese sieht auch alles andere als rosig aus. Nick war schon im wegen Körperverletzung im Knast, er säuft und für seinen Muskelaufbau hilft er auch manchmal nach. Die Trennung von seiner Freundin beschäftigt ihn noch. Und ohne festen Halt lässt er sich treiben. Seinen Bruder hat er lange nicht mehr gesehen. Doch auch der führt ein trostloses Leben. Als Junkie ist er kaum in der Lage sich um seinen Sohn zu kümmern. Zwar versucht er sein Bestes zu geben, aber die Sucht ist stärker und nur mühsam kann er nach außen den Schein wahren. Wieder treffen sich die beiden Brüder erst als ihre Mutter im Sterben liegt. Doch auch dabei kommen nur unangenehme Erinnerungen hoch.
    Bitter ist diese Geschichte, einfach zuviel bricht über diese Familie heim, die seltsam zusammengewürfelt ist und an ihrer Zerrissenheit scheitert. Kaum Lichtblicke gibt es da, jeder Versuch, einen Strohhalm zu ergreifen scheitert, selbst gut gemeinte Unternehmungen verkehren sich noch ins Gegenteil. Es ist der Versuch das Leben zu überleben, doch könnte auch der zum Scheitern verurteilt sein.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren
    Rezension zu "Submarino" von Jonas T. Bengtsson

    Zwei traurige Geschichten zweier Brüder, die in zerrütteten Verhältnissen aufgewachsen sind und ihre Wege zum Glück nicht gefunden haben. Eindrucksvoll und realitätsnah schildert der Autor Leben und Sterben in der Sackgasse des Lebens. Bedrückend und beindruckend zugleich.

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    Toschi3s avatar
    Toschi3vor 7 Jahren
    Rezension zu "Submarino" von Jonas T. Bengtsson

    2 Brüder haben in ihrem Leben versagt - einer ist Alkoholiker und Ex-Häftling, der andere Heroinjunkie und Dealer und leider auch Vater. Das Buch besteht aus 2 Teilen, die jeweils aus der Sicht eines Bruders geschrieben sind. Das im 2. Teil der andere Bruder berichtet, wird aber erst nach ein paar Seiten (bei mir waren es über 30) klar.
    In kurzen, heftigen Sätzen mit ziemlich derber Sprachwahl berichtet der jeweilige Erzähler aus seinem hoffnungslosen Leben. Dabei springt der Autor von Szene zu Szene, hin und her zwischen den Handlungsebenen, und es ist nie sofort klar: ist diese Erzählebene jetzt Gegenwart, Vergangenheit oder Traum? Auch werden die zeitlichen Abstände, in denen die Gegenwartsepisoden spielen, nicht deutlich definiert. Liegen dazwischen Stunden, Tage oder Wochen? Oder ist das bei so kaputten Leben eigentlich auch egal?
    Eins muss man dem Autor lassen: er passt seine Sprachwahl perfekt dem Millieu an und transportiert die Atmosphäre, in der die 2 Brüder leben, beinahe zum Anfassen. Außerdem liest sich das Buch sehr schnell, langweiligen Schreibstil kann man dem Autor nicht vorwerfen.
    Trotzdem schafft es das Buch nicht über einen Stern hinaus: das Thema ist einfach so daneben und ich frage mich wirklich: wer hat auf dieses Buch gewartet?

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    Karin1970s avatar
    Karin1970vor 7 Jahren
    Kurzmeinung: Die Rezension ist jetzt etwas lang geworden, aber weniger kann ich nicht sagen!
    Rezension zu "Submarino" von Jonas T. Bengtsson

    Kein Schönschreiben, sondern Realität

    Sie wollen etwas über eine heile Welt lesen, liebende die sich am Ende finden und glücklich werden? Eine Familienzusammenführung mir rührseligem Ende?

    Dann muss ich Sie enttäuschen, dieses Buch ist nichts für schwache Gemüter. Nichts für Leser die ein Happy End lieben und jeder Realität vorziehen.
    Der Autor, Jonas T Bengtsson, ist direkt, verwendet oftmals sehr bildhafte und vulgäre Sprache und verschont uns nicht mit Brutalität. In diesem Roman geht es um zwei Brüder, es geht um Drogen und Sex und es geht ums überleben, um Gewalt und Tod.

    Die Einführung in diese Geschichte ist sehr mühsam. Man liest und denkt die ganze Zeit dabei: “Was will uns der Autor damit sagen“. Das erschließt sich leider erst ab Seite 80.
    Wer sich also hier nicht die Mühe macht und weiter liest wird den Sinn hinter den ersten 80 Seiten nicht verstehen.

    Das Buch ist in Zwei Kapitel aufgeteilt und wird aus der Sicht zweier Brüder erzählt.
    Im ersten Kapitel „Ivan“ geht es um Nick, Alkoholiker und Ex-Knasti, gesessen hat er 18 Monate wegen schwerer Körperverletzung.
    Draußen hat er mehr Freunde seit dem er im Knast saß, er trainiert hart in einem Fitnessstudio, trifft sich ab uns zu mit Sofie, sie wohnt auch im Wohnheim, und kümmert sich um den Bruder seiner Ex, Ana.
    Dieses Kapitel bringt uns das Leben nach dem Knast näher, zeigt uns aber auch in welcher Zwickmühle Nick steckt. Seine Kindheit, die er im Heim, bei seiner süchtigen Mutter und dann wieder im Heim verbrachte, hat ihn schwer gekennzeichnet. Auch der Verlust seines kleinen Bruders um den sich die Brüder allein kümmern mussten hat Spuren hinterlassen.

    Das zweite Kapitel „Martin“ wird aus der Sicht von Nicks Bruder erzählt. Nach dem Unfalltod seiner Frau dreht sich sein Leben nur noch um Heroin und seinem Sohn, Martin. Er tut alles um ihn behalten zu können.
    In diesem Abschnitt erfahren wir durch Rückblenden von der Kindheit die Nick und sein Bruder hatten, keine Kindheit die wir uns vorstellen könnten. Ein Leben zwischen Tabletten, Alkohol und Drogen.
    Trotz der liebevollen Abschnitte mit Martin und seinem Vater, ist das zweite Kapitel viel rasanter und brutaler geschrieben. Die Geschichte wird unablässig vorangetrieben und das Ende passt zum Buch.

    Dieser Autor hat keine Berührungsängste mit dem beschreiben von Gewalt und dem erzählen moralische Tabus.
    Mich hat der Autor sehr berührt und ich habe an seinen geschriebenen Seiten geklebt und bin nicht mehr los gekommen. Was kann sich ein Autor mehr wünschen, als seinen Leser zu erreichen. Das Buch ist auch nur so Brutal wie es unser eigenes Kopfkino zulässt, ich kann wie im Film einfach ausblenden was ich nicht sehen will.

    Kommentare: 1
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    Lilli33s avatar
    Lilli33vor 8 Jahren
    Rezension zu "Submarino" von Jonas T. Bengtsson

    Schonungslos brutal
    Submarino ist ein Buch über zwei Brüder, die sich am unteren Rand der Gesellschaft durchs Leben kämpfen. Aufgewachsen im Kinderheim, die Mutter eine Alkoholikerin, die sich nicht um sie gekümmert hat, haben sie nicht gerade den besten Start ins Leben. Der dritte Bruder hat die ersten Monate noch nicht mal überlebt.
    Der erste Teil ist aus Nicks Sicht geschrieben. Er war wegen Körperverletzung im Gefängnis, ist Bodybuilder und trainiert hart. Allerdings ist er auch dem Alkohol verfallen. Seine Freundin Ana hat ihn verlassen, als sie von ihm schwanger wurde. Er hat aber noch Kontakt zu Ivan, Anas Bruder. Die Beziehung der beiden ist geprägt von Gewalttätigkeit, aber auch einer Art Fürsorge. Bis eines Tages ein furchtbares Unglück geschieht.
    Der zweite Teil wird von dem anderen Bruder erzählt. Er hat einen kleinen Sohn, Martin, um den er sich so liebevoll wie möglich alleine kümmert, da dessen Mutter tot ist. Sein großes Handicap ist seine Heroinsucht, die immer wieder dazu führt, dass er seine Vaterpflichten nicht wirklich erfüllt. Als er seine Arbeit verliert, geht es steil bergab und die Sucht wird schlimmer. Seine einzige Chance sieht er als Dealer, was er eigentlich nie sein wollte. Doch durch das verdiente Geld kann er nicht nur Essen für seinen Sohn kaufen, sondern ihm auch andere Wünsche erfüllen. Allerdings lebt er in ständiger Angst, dass er erwischt wird und ihm sein Sohn weggenommen wird.
    Schonungslos, brutal und ohne Tabus geht es zur Sache. Alles dreht sich um Gewalt, Kriminalität, Drogen jeglicher Art und Sex. Ein ruheloses Treiben im Leben, immer auf der Suche, immer gehetzt. Der Schreibstil mit den kurzen prägnanten Sätzen oder auch mal nur Satzfetzen passt super zu dieser düsteren Geschichte. Lange, ausschweifende Sätze könnten das nie so gut ausdrücken.
    Auf die Verfilmung bin ich schon sehr gespannt.
    Mich hat das Buch sehr fasziniert, aber ich würde es nicht jedem empfehlen. Ich denke, es ist ein stark polarisierendes Buch, die einen werden es loben, die anderen verteufeln, dazwischen gibt es nichts.

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    ralluss avatar
    rallusvor 8 Jahren
    Rezension zu "Submarino" von Jonas T. Bengtsson

    Ich nehme das Buch in die Hand. Auf dem Cover steht "Wer dieses Buch liest, wird ein anderer Mensch". Dort steht auch "Bengtsson schreibt so gut, dass es weh tut"
    Ich klappe das Buch auf. In der ersten Hälfte erfahre ich vom Leben eines Bodybuilders der Nick heißt. Er lebt in einer kleinen Sozialwohnung.
    Nick trinkt Bier. Seine Nachbarin hat Sex mit ihm. Er hat keinen Sex mit ihr. Er hilft Ivan dem Bruder seiner Exfreundin. Ivan hat keinen Sex. Auch als Nick Ivan Sex kaufen will. Beide trinken Bier.
    Ivan hat Sex mit der Nachbarin von Nick. Sie schreit. Ivan erwürgt sie.
    Im zweiten Teil erfahre ich von Nicks älterem Bruder. Er hat einen Sohn und fixt. Er kümmert sich sehr um seinen Sohn ist besorgt seitdem die Mutter bei einem Autounfall starb. Die Mutter von Nick und seinem Bruder stirbt. Er denkt an seinen verlorenen Bruder, der gestorben ist, als er noch klein war.
    Er erbt Geld und wird Dealer in seinem Viertel. dadurch kann er seinem Sohn etwas kaufen, Filme, eine Playstation, ein Fahrrad welches ihm aber wieder geklaut wird.
    Er wird gefasst und sitzt im gleichen Gefägnis wie Nick. Er bringt sich um. Ich klappe das Buch zu. Mir hat es nicht wehgetan, mein Leben hat sich nicht verändert.

    Das Buch ist in keiner Weise krass geschrieben noch ausufernd in seiner Deutlichkeit. Leider verpasst es Bengtsson seinen Nebencharakteren etwas Tiefe zu verleihen, nur auf Ivan wird ansatzweise näher eingegangen. Auch gibt es Brüche im Buch wo ein anderer Verlauf dem Buch nicht geschadet hätte (Als der ältere Bruder beim ersten dealen verprügelt wurde)
    Aber auch die Hauptcharaktere handeln sehr stereotyp, dafür dass es in der Ich Erzählung geschrieben ist, handeln sie eigenartig emotionslos.
    Manchmal kam es mir vor die Werbung von Edeka zu lesen, man fliegt über die Seiten es passiert nicht viel, alles ist im Fluss, das Buch hätte auch 1378 Seiten haben können, es wäre wohl endlos so weitergegangen.
    Leider regen die Seiten mich weder zum Nachdenken an, noch bleibt etwas hängen, nach knapp 1 Stunde verblasst das Buch auch.

    Fazit: Ich habe schon viel bessere und aufwühlendere Bücher zu diesem Thema gelesen, liest sich schnell und gut wie eine Lebensmittelbeilage der Zeitung und bleibt auch so haften.

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    Claris avatar
    Clarivor 8 Jahren
    Rezension zu "Submarino" von Jonas T. Bengtsson

    Leben am Rande der Gesellschaft.

    In kurzen, undurchsichtigen Szenen öffnet Jonas T. Bengtsson den Blick in eine Welt, die außerhalb des normalen Durchschnittsbürgers ihre Mitglieder in den Strom des Abseits zieht.
    Da ist Nick, der ehemalige Knacki, der im Fitnessstudio von Kamal die abgewrackten Mitglieder der Unterwelt trainiert.
    Man lebt von Bier, Cola und Zigaretten, denen Drogen beigemischt sind. Nick wohnt in einem Wohnheim, wo Sofie ab und zu sein trübsinniges Dasein aufhellt.
    Eine Versammlung von Outlaws hat sich in diesem Buch zusammen gefunden: drogenabhängige und früh verlassene einsame Außenseiter der Gesellschaft fristen ihr Dasein, das bar jeder Freuden ist.
    Ana und Ivan, Jugoslawienflüchtlinge, teilen das Los der Randständigen, denn sie können in dem neuen Land am Rande der Stadt Kopenhagen kaum Fuß fassen.
    Die Hauptprotagonisten sind Nick und sein älterer Bruder, die sich zuletzt bei der Beerdigung der Mutter sahen. Sie hatten sich aus den Augen verloren und finden auch jetzt nicht wirklich wieder zusammen.

    In flüchtigen Szenen lässt uns Jonas Bengtsson an dem Leben dieser hoffnungslos Verlorenen teilnehmen. Seine Diktion vermittelt die Leere und Trostlosigkeit derer, die sich ganz am Rande der Gesellschaft bewegen. Es sind die Obdachlosen und sozial Randständigen, die hoffnungslos und benachteiligt ihr Leben fristen. Sie haben keine Aussichten auf eine bessere Zukunft und sind ohne den Trost der Erinnerung, denn schon in der Kindheit erlebten sie Gewalt, Lieblosigkeit und frühe Verlassenheit.

    Bengtsson Sprache entspricht dem kargen Innen - und Außenleben seiner Protagonisten. Diese Kargheit, deren Leere betroffen macht und fast in monotone Langeweile ausartet, wird selbst von Gewaltszenen nicht unterbrochen. Das emotionslose Klima der vernachlässigten und ungeliebten Außenseiter der Gesellschaft ist gut eingefangen. Das Buch ist schwer zu lesen, weil es keine Ausblicke auf irgendwie geartete Besserung der Lage für alle Beteiligten aufzeigt. Brutal und hart ist das Milieu der Unterschicht, die hier beschrieben wird.
    Man muss an die entsprechende Lektüre von Stephen King oder Stewart O’Nan denken, die sich im Randgruppenmilieu ähnlich gut auskennen und Sujets gleicher Art in ihren Romanen thematisieren.

    Keine leichte Kost bietet dieser Roman, den man zaudernd liest, wenn man sich in das beschriebene Milieu und das tragische Ende vertieft. Dennoch bietet er eine subtile Momentaufnahme der Gegenwart und der Drangsal, in die Menschen geraten können.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Ines_Muellers avatar
    Hallo! Ich hab vor kurzem das Buch Submarino von Jonas T. Bengtsson entdeckt und möchte euch nun fragen, ob ihr so ähnliche Bücher kennt, in denen vom Leben von Süchtigen erzählt wird. Das Buch sollte von Drogen (Heroin, Kokain, usw) oder Alkohol handeln. Schon mal danke für eure Antworten! (:
    Sassys avatar
    Letzter Beitrag von  Sassyvor 8 Jahren
    Frag mal Alice ist so eine art tagebuch einer süchtigen ;-)
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