Jonas T. Bengtsson Submarino

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Inhaltsangabe zu „Submarino“ von Jonas T. Bengtsson

Knallharter sozialer Realismus Armut, Missbrauch und eine alkoholabhängige Mutter. Nick und sein jüngerer Bruder sind in schlimmen Verhältnissen aufgewachsen, bis eine Tragödie die Familie auseinanderriss. Nun wird Nick aus dem Gefängnis entlassen. Er ist ein Mann, der weiß, was er will: hart trainieren, hart trinken und hart werden gegen die ganze Welt.

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  • Submarino

    Submarino
    LeseHelena

    LeseHelena

    02. September 2014 um 13:37

    Das Buch erzählt über das Leben zweier Brüder, die es nicht schlimmer hätte treffen können.Der eine kommt aus dem Gefängnis und versucht mit Mühe und Not seine Gewalt und seine Aggressionen unter Kontrolle zu bekommen und der Andere kämpft mit den Drogen und will ein guter Vater sein. Trotz der nicht allzu spannenden Handlung hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es regt zum Nachdenken über das Leben an. Man fängt an sich Gedanken zu machen, wie die Entwicklung und der Werdegang eines Menschen durch die Kindheit beeinflusst wird. Beide Brüder hatten eine schwere Kindheit ohne Struktur und Erziehung. Sie hatten keinen Vater, die Mutter war eine Alkoholikerin und Tabletten abhängig die oft tagelang verschwand. Die Kinder waren auf sich allein gestellt und waren überfordert. Desto älter sie wurden, desto größer wurden die Probleme und desto mehr sind sie abgerutscht. Die andere Sache ist, das das Leben sich bei beiden Brüdern nicht ändert, obwohl sie schon am Rande des Lebens standen. Der eine kann kommt mit seinen Aggressionen nicht klar obwohl er deswegen schon im Gefängnis war und der Andere nimmt weiterhin Drogen obwohl er alleinerziehend ist und kurz davor steht sein Kind zu verlieren. Die Sucht hat ihn vollstens unter Kontrolle.   Das Buch ist gut geschrieben und sehr realistisch. Viele Menschen rutschen ab und schaffen es nicht wieder auf die Beine zu kommen. Obwohl sie wissen was sie ändern müssen, tun sie es nicht, weil sie von Gefühlen und Sucht gelenkt werden. Und irgendwann ist alles zu spät....

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  • Brutaler und radikaler Lesestoff!

    Submarino
    Callso

    Callso

    12. May 2013 um 17:11

    Knallhart, schonungslos und aufwühlend, so die Kurzformel für den Roman aus Dänemark. Zwei Brüder, die schon im Kindesalter ohne jede Chance aufwachsen. Schon in Kinderjahren ist das Schicksal vorhersehbar. Das Abgleiten ins Milieu, in die Drogenszene, in kriminelle Kreise und schließlich auch ins Gefängnis kommt somit wenig überraschend. Was das Buch jedoch auszeichnet, ist die Radikalität, in der der Alltag der Brüder dargestellt wird. Autor Jonas Bengtsson schildert alles kurz, prägnant und vor allen Dingen ungeschminkt und emotionslos. Da wird nicht nur das Schicksal eines Heroin-Junkies erzählt, sondern auch die Erziehung des sechsjährigen Jungen Martin, der ohne Mutter auskommen muss. Das wird von dem täglichen Konsum und dem Vertrieb von Heroin erzählt, gleichzeitig versucht der Vater, ein halbwegs intaktes Vater und Kindergartenleben aufrecht zu halten. Die Lage von Bruder Nick ist nur wenig entspanter. Nach seinem Gefängnisaufenthalt hat er arge Mühe, das triste Leben in einfachsten Verhältnissen zu meistern. Die Schreibweise von Begngtsson ist dabei schon gewöhnungsbedürftig. Am Anfang haben mich die häufig sehr kurzen Sätze manchmal irritiert. Zudem springt der Autor häufig ohne Vorankündigung und Vorgeplänkel in die verschiedenen Situationen. Im zweiten Teil hat das Buch - für meinen Geschmack - ordentlich zugelegt. Tempo, Spannung, Brutalität, die bei mir nicht selten für ordentliches Staunen gesorgt hat. Insgesamt ein sehr radikales und lesenswertes Buch.  In seiner Brutalität nahzu einzigartig..

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  • Rezension zu "Submarino" von Jonas T. Bengtsson

    Submarino
    walli007

    walli007

    31. March 2012 um 13:49

    Untertauchen Auch in Dänemark ist nicht alles eitel Sonnenschein, dass macht der Autor schon mit seinen ersten Sätzen klar. Da liegt ein kleiner Junge tot in seinem Bettchen. Und nach und nach wird enthüllt wie es zu diesem plötzlichen Kindestod kommen konnte. Als ob das noch nicht reicht, schaut der Leser auch in die Gegenwart der beiden älteren Brüder des Kleinen. Und diese sieht auch alles andere als rosig aus. Nick war schon im wegen Körperverletzung im Knast, er säuft und für seinen Muskelaufbau hilft er auch manchmal nach. Die Trennung von seiner Freundin beschäftigt ihn noch. Und ohne festen Halt lässt er sich treiben. Seinen Bruder hat er lange nicht mehr gesehen. Doch auch der führt ein trostloses Leben. Als Junkie ist er kaum in der Lage sich um seinen Sohn zu kümmern. Zwar versucht er sein Bestes zu geben, aber die Sucht ist stärker und nur mühsam kann er nach außen den Schein wahren. Wieder treffen sich die beiden Brüder erst als ihre Mutter im Sterben liegt. Doch auch dabei kommen nur unangenehme Erinnerungen hoch. Bitter ist diese Geschichte, einfach zuviel bricht über diese Familie heim, die seltsam zusammengewürfelt ist und an ihrer Zerrissenheit scheitert. Kaum Lichtblicke gibt es da, jeder Versuch, einen Strohhalm zu ergreifen scheitert, selbst gut gemeinte Unternehmungen verkehren sich noch ins Gegenteil. Es ist der Versuch das Leben zu überleben, doch könnte auch der zum Scheitern verurteilt sein.

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  • Rezension zu "Submarino" von Jonas T. Bengtsson

    Submarino
    Phil Decker

    Phil Decker

    13. February 2012 um 19:00

    Zwei traurige Geschichten zweier Brüder, die in zerrütteten Verhältnissen aufgewachsen sind und ihre Wege zum Glück nicht gefunden haben. Eindrucksvoll und realitätsnah schildert der Autor Leben und Sterben in der Sackgasse des Lebens. Bedrückend und beindruckend zugleich.

  • Rezension zu "Submarino" von Jonas T. Bengtsson

    Submarino
    Toschi3

    Toschi3

    13. September 2011 um 16:15

    2 Brüder haben in ihrem Leben versagt - einer ist Alkoholiker und Ex-Häftling, der andere Heroinjunkie und Dealer und leider auch Vater. Das Buch besteht aus 2 Teilen, die jeweils aus der Sicht eines Bruders geschrieben sind. Das im 2. Teil der andere Bruder berichtet, wird aber erst nach ein paar Seiten (bei mir waren es über 30) klar. In kurzen, heftigen Sätzen mit ziemlich derber Sprachwahl berichtet der jeweilige Erzähler aus seinem hoffnungslosen Leben. Dabei springt der Autor von Szene zu Szene, hin und her zwischen den Handlungsebenen, und es ist nie sofort klar: ist diese Erzählebene jetzt Gegenwart, Vergangenheit oder Traum? Auch werden die zeitlichen Abstände, in denen die Gegenwartsepisoden spielen, nicht deutlich definiert. Liegen dazwischen Stunden, Tage oder Wochen? Oder ist das bei so kaputten Leben eigentlich auch egal? Eins muss man dem Autor lassen: er passt seine Sprachwahl perfekt dem Millieu an und transportiert die Atmosphäre, in der die 2 Brüder leben, beinahe zum Anfassen. Außerdem liest sich das Buch sehr schnell, langweiligen Schreibstil kann man dem Autor nicht vorwerfen. Trotzdem schafft es das Buch nicht über einen Stern hinaus: das Thema ist einfach so daneben und ich frage mich wirklich: wer hat auf dieses Buch gewartet?

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  • Rezension zu "Submarino" von Jonas T. Bengtsson

    Submarino
    Karin1970

    Karin1970

    Kein Schönschreiben, sondern Realität Sie wollen etwas über eine heile Welt lesen, liebende die sich am Ende finden und glücklich werden? Eine Familienzusammenführung mir rührseligem Ende? Dann muss ich Sie enttäuschen, dieses Buch ist nichts für schwache Gemüter. Nichts für Leser die ein Happy End lieben und jeder Realität vorziehen. Der Autor, Jonas T Bengtsson, ist direkt, verwendet oftmals sehr bildhafte und vulgäre Sprache und verschont uns nicht mit Brutalität. In diesem Roman geht es um zwei Brüder, es geht um Drogen und Sex und es geht ums überleben, um Gewalt und Tod. Die Einführung in diese Geschichte ist sehr mühsam. Man liest und denkt die ganze Zeit dabei: “Was will uns der Autor damit sagen“. Das erschließt sich leider erst ab Seite 80. Wer sich also hier nicht die Mühe macht und weiter liest wird den Sinn hinter den ersten 80 Seiten nicht verstehen. Das Buch ist in Zwei Kapitel aufgeteilt und wird aus der Sicht zweier Brüder erzählt. Im ersten Kapitel „Ivan“ geht es um Nick, Alkoholiker und Ex-Knasti, gesessen hat er 18 Monate wegen schwerer Körperverletzung. Draußen hat er mehr Freunde seit dem er im Knast saß, er trainiert hart in einem Fitnessstudio, trifft sich ab uns zu mit Sofie, sie wohnt auch im Wohnheim, und kümmert sich um den Bruder seiner Ex, Ana. Dieses Kapitel bringt uns das Leben nach dem Knast näher, zeigt uns aber auch in welcher Zwickmühle Nick steckt. Seine Kindheit, die er im Heim, bei seiner süchtigen Mutter und dann wieder im Heim verbrachte, hat ihn schwer gekennzeichnet. Auch der Verlust seines kleinen Bruders um den sich die Brüder allein kümmern mussten hat Spuren hinterlassen. Das zweite Kapitel „Martin“ wird aus der Sicht von Nicks Bruder erzählt. Nach dem Unfalltod seiner Frau dreht sich sein Leben nur noch um Heroin und seinem Sohn, Martin. Er tut alles um ihn behalten zu können. In diesem Abschnitt erfahren wir durch Rückblenden von der Kindheit die Nick und sein Bruder hatten, keine Kindheit die wir uns vorstellen könnten. Ein Leben zwischen Tabletten, Alkohol und Drogen. Trotz der liebevollen Abschnitte mit Martin und seinem Vater, ist das zweite Kapitel viel rasanter und brutaler geschrieben. Die Geschichte wird unablässig vorangetrieben und das Ende passt zum Buch. Dieser Autor hat keine Berührungsängste mit dem beschreiben von Gewalt und dem erzählen moralische Tabus. Mich hat der Autor sehr berührt und ich habe an seinen geschriebenen Seiten geklebt und bin nicht mehr los gekommen. Was kann sich ein Autor mehr wünschen, als seinen Leser zu erreichen. Das Buch ist auch nur so Brutal wie es unser eigenes Kopfkino zulässt, ich kann wie im Film einfach ausblenden was ich nicht sehen will.

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  • Rezension zu "Submarino" von Jonas T. Bengtsson

    Submarino
    Lilli33

    Lilli33

    11. March 2011 um 14:00

    Schonungslos brutal Submarino ist ein Buch über zwei Brüder, die sich am unteren Rand der Gesellschaft durchs Leben kämpfen. Aufgewachsen im Kinderheim, die Mutter eine Alkoholikerin, die sich nicht um sie gekümmert hat, haben sie nicht gerade den besten Start ins Leben. Der dritte Bruder hat die ersten Monate noch nicht mal überlebt. Der erste Teil ist aus Nicks Sicht geschrieben. Er war wegen Körperverletzung im Gefängnis, ist Bodybuilder und trainiert hart. Allerdings ist er auch dem Alkohol verfallen. Seine Freundin Ana hat ihn verlassen, als sie von ihm schwanger wurde. Er hat aber noch Kontakt zu Ivan, Anas Bruder. Die Beziehung der beiden ist geprägt von Gewalttätigkeit, aber auch einer Art Fürsorge. Bis eines Tages ein furchtbares Unglück geschieht. Der zweite Teil wird von dem anderen Bruder erzählt. Er hat einen kleinen Sohn, Martin, um den er sich so liebevoll wie möglich alleine kümmert, da dessen Mutter tot ist. Sein großes Handicap ist seine Heroinsucht, die immer wieder dazu führt, dass er seine Vaterpflichten nicht wirklich erfüllt. Als er seine Arbeit verliert, geht es steil bergab und die Sucht wird schlimmer. Seine einzige Chance sieht er als Dealer, was er eigentlich nie sein wollte. Doch durch das verdiente Geld kann er nicht nur Essen für seinen Sohn kaufen, sondern ihm auch andere Wünsche erfüllen. Allerdings lebt er in ständiger Angst, dass er erwischt wird und ihm sein Sohn weggenommen wird. Schonungslos, brutal und ohne Tabus geht es zur Sache. Alles dreht sich um Gewalt, Kriminalität, Drogen jeglicher Art und Sex. Ein ruheloses Treiben im Leben, immer auf der Suche, immer gehetzt. Der Schreibstil mit den kurzen prägnanten Sätzen oder auch mal nur Satzfetzen passt super zu dieser düsteren Geschichte. Lange, ausschweifende Sätze könnten das nie so gut ausdrücken. Auf die Verfilmung bin ich schon sehr gespannt. Mich hat das Buch sehr fasziniert, aber ich würde es nicht jedem empfehlen. Ich denke, es ist ein stark polarisierendes Buch, die einen werden es loben, die anderen verteufeln, dazwischen gibt es nichts.

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  • Rezension zu "Submarino" von Jonas T. Bengtsson

    Submarino
    rallus

    rallus

    20. September 2010 um 15:00

    Ich nehme das Buch in die Hand. Auf dem Cover steht "Wer dieses Buch liest, wird ein anderer Mensch". Dort steht auch "Bengtsson schreibt so gut, dass es weh tut" Ich klappe das Buch auf. In der ersten Hälfte erfahre ich vom Leben eines Bodybuilders der Nick heißt. Er lebt in einer kleinen Sozialwohnung. Nick trinkt Bier. Seine Nachbarin hat Sex mit ihm. Er hat keinen Sex mit ihr. Er hilft Ivan dem Bruder seiner Exfreundin. Ivan hat keinen Sex. Auch als Nick Ivan Sex kaufen will. Beide trinken Bier. Ivan hat Sex mit der Nachbarin von Nick. Sie schreit. Ivan erwürgt sie. Im zweiten Teil erfahre ich von Nicks älterem Bruder. Er hat einen Sohn und fixt. Er kümmert sich sehr um seinen Sohn ist besorgt seitdem die Mutter bei einem Autounfall starb. Die Mutter von Nick und seinem Bruder stirbt. Er denkt an seinen verlorenen Bruder, der gestorben ist, als er noch klein war. Er erbt Geld und wird Dealer in seinem Viertel. dadurch kann er seinem Sohn etwas kaufen, Filme, eine Playstation, ein Fahrrad welches ihm aber wieder geklaut wird. Er wird gefasst und sitzt im gleichen Gefägnis wie Nick. Er bringt sich um. Ich klappe das Buch zu. Mir hat es nicht wehgetan, mein Leben hat sich nicht verändert. Das Buch ist in keiner Weise krass geschrieben noch ausufernd in seiner Deutlichkeit. Leider verpasst es Bengtsson seinen Nebencharakteren etwas Tiefe zu verleihen, nur auf Ivan wird ansatzweise näher eingegangen. Auch gibt es Brüche im Buch wo ein anderer Verlauf dem Buch nicht geschadet hätte (Als der ältere Bruder beim ersten dealen verprügelt wurde) Aber auch die Hauptcharaktere handeln sehr stereotyp, dafür dass es in der Ich Erzählung geschrieben ist, handeln sie eigenartig emotionslos. Manchmal kam es mir vor die Werbung von Edeka zu lesen, man fliegt über die Seiten es passiert nicht viel, alles ist im Fluss, das Buch hätte auch 1378 Seiten haben können, es wäre wohl endlos so weitergegangen. Leider regen die Seiten mich weder zum Nachdenken an, noch bleibt etwas hängen, nach knapp 1 Stunde verblasst das Buch auch. Fazit: Ich habe schon viel bessere und aufwühlendere Bücher zu diesem Thema gelesen, liest sich schnell und gut wie eine Lebensmittelbeilage der Zeitung und bleibt auch so haften.

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  • Rezension zu "Submarino" von Jonas T. Bengtsson

    Submarino
    Clari

    Clari

    13. September 2010 um 22:36

    Leben am Rande der Gesellschaft. In kurzen, undurchsichtigen Szenen öffnet Jonas T. Bengtsson den Blick in eine Welt, die außerhalb des normalen Durchschnittsbürgers ihre Mitglieder in den Strom des Abseits zieht. Da ist Nick, der ehemalige Knacki, der im Fitnessstudio von Kamal die abgewrackten Mitglieder der Unterwelt trainiert. Man lebt von Bier, Cola und Zigaretten, denen Drogen beigemischt sind. Nick wohnt in einem Wohnheim, wo Sofie ab und zu sein trübsinniges Dasein aufhellt. Eine Versammlung von Outlaws hat sich in diesem Buch zusammen gefunden: drogenabhängige und früh verlassene einsame Außenseiter der Gesellschaft fristen ihr Dasein, das bar jeder Freuden ist. Ana und Ivan, Jugoslawienflüchtlinge, teilen das Los der Randständigen, denn sie können in dem neuen Land am Rande der Stadt Kopenhagen kaum Fuß fassen. Die Hauptprotagonisten sind Nick und sein älterer Bruder, die sich zuletzt bei der Beerdigung der Mutter sahen. Sie hatten sich aus den Augen verloren und finden auch jetzt nicht wirklich wieder zusammen. In flüchtigen Szenen lässt uns Jonas Bengtsson an dem Leben dieser hoffnungslos Verlorenen teilnehmen. Seine Diktion vermittelt die Leere und Trostlosigkeit derer, die sich ganz am Rande der Gesellschaft bewegen. Es sind die Obdachlosen und sozial Randständigen, die hoffnungslos und benachteiligt ihr Leben fristen. Sie haben keine Aussichten auf eine bessere Zukunft und sind ohne den Trost der Erinnerung, denn schon in der Kindheit erlebten sie Gewalt, Lieblosigkeit und frühe Verlassenheit. Bengtsson Sprache entspricht dem kargen Innen - und Außenleben seiner Protagonisten. Diese Kargheit, deren Leere betroffen macht und fast in monotone Langeweile ausartet, wird selbst von Gewaltszenen nicht unterbrochen. Das emotionslose Klima der vernachlässigten und ungeliebten Außenseiter der Gesellschaft ist gut eingefangen. Das Buch ist schwer zu lesen, weil es keine Ausblicke auf irgendwie geartete Besserung der Lage für alle Beteiligten aufzeigt. Brutal und hart ist das Milieu der Unterschicht, die hier beschrieben wird. Man muss an die entsprechende Lektüre von Stephen King oder Stewart O’Nan denken, die sich im Randgruppenmilieu ähnlich gut auskennen und Sujets gleicher Art in ihren Romanen thematisieren. Keine leichte Kost bietet dieser Roman, den man zaudernd liest, wenn man sich in das beschriebene Milieu und das tragische Ende vertieft. Dennoch bietet er eine subtile Momentaufnahme der Gegenwart und der Drangsal, in die Menschen geraten können.

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  • Frage zu "Submarino" von Jonas T. Bengtsson

    Submarino
    Ines_Mueller

    Ines_Mueller

    Hallo! Ich hab vor kurzem das Buch Submarino von Jonas T. Bengtsson entdeckt und möchte euch nun fragen, ob ihr so ähnliche Bücher kennt, in denen vom Leben von Süchtigen erzählt wird. Das Buch sollte von Drogen (Heroin, Kokain, usw) oder Alkohol handeln. Schon mal danke für eure Antworten! (:

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  • Rezension zu "Submarino" von Jonas T. Bengtsson

    Submarino
    suse9

    suse9

    31. May 2010 um 12:26

    Schon die Ankündigung dieses Buches lies vermuten, dies wird kein einfaches. Es hielt, was es versprach. Fast würde ich behaupten, es ist das Härteste, was ich bisher gelesen habe. Eine Familie muss den Tod des kleinen Bruders - noch im Säuglingsalter - verkraften und geht daran zugrunde. Im Weiteren wird der Weg von zwei Brüdern beschrieben - einer landet im Knast - einer wird heroinabhängig. Bald wird klar, dass die Familie schon vor dem großen Verlust keine war. Sie lebte und lebt ständig am Existenzminimum. Es gibt keine Wärme und Liebe - nur Lügen, Betrug, Selbstzerstörung und Wut. Der Schreibstil von Jonas T. Bengtsson ist sehr gewöhnungsbedürftig. Abgehackte kurze Sätze ohne wörtliche Rede - auch in der Zeit springt er hin und her, so dass ich oft überlegen musste, aus wessen Sicht die Handlung gerade beschrieben wurde. Man darf das Buch nicht weglegen, sonst verliert man den Faden. Man kann es aber auch gar nicht weglegen, denn es hält einen fest umklammert und zwingt zum Weiterlesen. Schockierend detailliert beschreibt Bengtsson die Drogen-, Gewalt- und Alkoholexzesse der Protagonisten. Ich fühlte mich derart in die Handlung verwoben, dass mich oft Schauder erfassten vor Ekel. Es ist ein gutes, ja sehr gutes Buch und ist es auch wieder nicht. Ich bin nicht sicher, ob ich den Mut hätte, es noch einmal zu lesen. Es hat mich stark berührt und erschüttert. Jonas T. Bengtsson hat meine Nase in den Dreck gedrückt und hilft mir nicht, mich wieder aufzurichten. Dennoch war es gut "Submarino" zu lesen. Mir ist klar, wie glücklich ich lebe - Liebe, Wärme, Freundschaft - bestimmen meine Welt und nie- niemals will ich so enden wie Nick, sein Bruder und seine Mutter. Das Buch ist lesenswert, aber nur für jemanden, der fest im Leben steht und den Mut hat, die Scheuklappen für einen Moment abzulegen. P.S. Das Cover finde ich sehr treffend.

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  • Liebe Buchfragen-Freunde, ich hätte auch gerne ein paar Lesetipps ...

    Jörg Maurer

    Jörg Maurer

    Liebe Buchfragen-Freunde, ich hätte auch gerne ein paar Lesetipps von Euch - kann mir jemand etwas empfehlen? Genre egal, Hauptsache guter Lesestoff. Schön wäre, wenn Ihr dazu schreibt, was Euch am jeweiligen Buch gefällt (ohne die Geschichte zu verraten ;-) )
    Gespannte Grüße, Jörg

    • 20
  • Rezension zu "Submarino" von Jonas T. Bengtsson

    Submarino
    KoRyu

    KoRyu

    07. April 2010 um 14:55

    „Let´s have some fun!“ Dieser Satz ist mir ständig bei der Lektüre des Buches durch den Kopf gegangen. Aber nicht, weil das Buch lustig oder spaßig ist. Beileibe nicht! Nur „Let´s have some fun!“ mit der passenden Melodie ist der derzeitige Slogan des Unterschichtenfernsehsenders RTL 2. Und genau dorthin führt uns der Autor Jonas T. Bengtsson. Dorthin, wo man normalerweise sehr schnell wegschaltet oder wegschaut. In die Unterschicht. Zu „Big Brother“, „Frauentausch“ oder wie immer die anderen Formate auch heißen mögen. Auf zwei verschiedenen Erzählebenen wird das Leben von zwei Brüdern geschildert. Nick, der als arbeitsloser Ex-Knacki sein Leben mit Bodybuilding, Alkohol, Sex und Rumgammeln verbringt. Und der Namenlose, der als alleinerziehender Vater erst Drogen konsumiert und später mit ihnen handelt. Und es spielt überhaupt keine Rolle, dass der Roman in Kopenhagen spielt. Genau dieselben Geschichten findet man in Hamburg, Frankfurt, Berlin oder wo auch immer der Rand der Gesellschaft Figuren wie Nick und seinen Bruder ausspuckt. Alleine für den Sprachstil würde ich sieben von fünf Punkten vergeben. Na gut, acht. Hier wird eine Sprache gepflegt, die klar, hart und ohne Umschweife ist. Nichts ist überflüssig oder aufgesetzt. Und ja, die Geschichte ist brutal. Ehrlich, schonungslos. Und dem Leser wird einiges zugemutet. Zwei Punkte sind mir aber negativ aufgestoßen. Ohne allzu viel verraten zu wollen, Einer der Protagonisten begeht Selbstmord. Zum einen ist die Methode schlichtweg unmöglich. Das liegt daran, dass ich erlebt habe, wie drei Gefangene einen Kinderschänder im Knast so umbringen wollten und er war nach 25 Minuten immer noch nicht tot war. Die andere Sache ist, dass für den Selbstmord eigentlich kein Grund vorliegt. Kein rationaler jedenfalls. Und da bleibt uns der Autor eine Erklärung schuldig. Trotzdem ist „Submarino“ ein Roman, der gelesen werden sollte. Insbesondere, damit man mal aus dieser „Heile-Welt-Literatur“ rauskommt. Und dass man auch mal erkennt, dass man ein Leben im Sonnenschein führt. Die Schatten lauern gleich hinter der nächsten Ecke.

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  • Rezension zu "Submarino" von Jonas T. Bengtsson

    Submarino
    Julz

    Julz

    01. March 2010 um 15:33

    Das Thema dieses Buches ist nicht eines, was ich wirklich gerne lese, aber sprachlich erinnernt mich der Autor an die deutsche Trümmerliteratur. Natürlich ist die Trümmerliteratur auf einen Zeitraum begrenzt, aber so wie bei der genannten Literatur, bedient sich der Autor einer Sprache, die dieser sehr ähnlich ist. Die Sätze sind sehr einfach gehalten, verfügen nur über wenige Wörter und sind doch fast schmucklos. Das würde ich jedoch nicht als einen negativen Punkt ansehen, sondern als einen positiven, da das perfekt zu dem Inhalt des Buches passt. Das Leben der Brüder ist nicht einfach, triste, brutal. So ist auch die Sprache. Durch die Wiederholungen betont der Autor die Wichtigkeit der betroffenen Textpassagen. Alles in allem kann gesagt werden, dass dieser Roman sprachlich und inhaltlich sehr gelungen ist.

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  • Rezension zu "Submarino" von Jonas T. Bengtsson

    Submarino
    Eltragalibros

    Eltragalibros

    19. January 2010 um 15:37

    Inhalt: Zwei Brüder, die bei einer alkoholabhängigen und drogensüchtigen Mutter aufwachsen, haben in ihrem erwachsenen Leben nicht viel gemeinsam. Der eine ist Bodybuilder, schlägt gerne mal drauf los und trinkt Alkohol, um zu vergessen. Der andere ist heroinsüchtig und hat einen kleinen fünfjährigen Sohn, den er über alles lebt. Meinung: Der erste Teil von Jonas T. Bengtssons Roman beginnt mit Nick. Er wohnt in einem heruntergekommenen Wohnheim, war vorher im Gefängnis und kämpft sich von einem ereignislosen, sich wiederholenden Alltag zum Nächsten. Die Zeit vertreibt er sich im Fitnessstudio, bei seiner Nachbarin Sofie, mit der er regelmäßig schläft, und mit viel Alkohol. Indem er trinkt versucht Nick die Vergangenheit zu vergessen. Seinen kleinen Bruder, der niemals einen Namen bekommen hat. Die kurzen Kapitel zeigen einerseits Nicks alltägliches Leben: er steckt in einer sich ständig wiederholenden Schlaufe. Jeden Tag dieselben Leute, dieselben Ereignisse. Das gleiche Essen und die gleichen Getränke. Andererseits wird seine Vergangenheit stückchenweise dem Leser preisgegeben. Man erfährt, wie seine Kindheit verlaufen ist, was ihn Nacht für Nacht quält und wovor er zu fliehen versucht. Das Leben hat ihn zu dem gemacht, was er heute ist. Man fühlt mit ihm und versucht zu verstehen, wie er zu dem Menschen werden konnte, der er ist. Der zweite Teil handelt von seinem älteren Bruder und dessen kleinen Sohn Martin. Martins Papa ist heroinsüchtig und täglich braucht er seinen Schuss Heroin. Doch er liebt seinen 5-jährigen Sohn und will ihm ein gutes Leben ermöglichen. Der Autor zeichnet das Leben dieses alleinerziehenden Vaters nicht als heruntergekommener Junkie, der alles für eine kleine Portion Heroin tun würde, sondern bringt alles auf eine psychologische Ebene: der Drang den nächsten Schuss zu bekommen und die Sorge eines Vaters um sein Kind. Er will Martin auf keinen Fall verlieren, doch sobald das Heroin in seinem Blut weniger wird, kreisen seine Gedanken nur noch um den nächsten Schuss. Er liebt seinen Sohn inniglich. Will ihm jeden Wunsch erfüllen, aber sobald er sich die Nadel in den Arm steckt ist alles vergessen. Er selbst. Sein Sohn. Sein Leben. Ein flaues Gefühl bekommt man, wenn man Passagen liest, in denen der kleine Martin sich so sehr ein Zorrokostüm wünscht, der Vater aber kurz vorher sein ganzes Geld für Drogen ausgegeben hat. Doch sein Papa tut alles, um ihn das nicht merken zu lassen. Er bestiehlt Leute und landet letztendlich sogar auch als Dealer auf der Straße. Ständig begleitet ihn die Angst, dass er auffliegt, von der Polizei gefasst wird und ihm sein Sohn für immer genommen wird. Denn Martin ist sein ein und alles. Er liebt ihn unerbittlich, hängt aber in diesem Teufelskreis aus Drogen fest und kann daraus nicht ausbrechen. Manchmal konnte ich als Leser kaum weiterlesen, weil ich wusste, dass Martins Papa es nicht schafft von seinem Drogenrausch wegzukommen und dass der arme kleine Junge es letzten Endes ausbaden muss, obwohl er noch so unschuldig ist. Jonas T. Bengtsson zeichnet das Bild einer Familie, die schon im Kindesalter mit Drogen und Alkohol in Berührung kommt. Die Mutter lebte ihren Söhnen ein Leben in Abhängigkeit vor und den Söhnen – auch wenn sie in der Vergangenheit einen Weg in ein besseres Leben eingeschlagen hatten – kehren auf den Weg der Selbstzerstörung zurück. Dieser realistische Roman berührt. Er zeigt ein Leben, das wohl kaum einer seiner Leser lebt. Er lässt den Leser an den Gedanken der Protagonisten teilhaben und ihn hoffen, dass die Figuren doch – wie durch ein Wunder – den richtigen Weg einschlagen. Fazit: Der Autor Jonas T. Bengtsson führt den Leser in seinem äußerst realistischen Roman in die Welt zweier Brüder ein, die aus Drogen, Alkohol, Sex und Gewalt besteht. Schon in ihrer Kindheit geraten Nick und sein älterer Bruder in Kontakt mir Drogen. Ihre Mutter lebt ihnen ein Leben vor, das aus Sucht und Abhängigkeit besteht. Als Erwachsene kämpfen beide auf ihre Art mit der Vergangenheit und dem Leben, das sie jetzt führen. Dabei taucht auch der Leser in eine ihm unbekannte Welt ein. Stückchenweise erfährt er die Vergangenheit der Brüder, fühlt mit ihnen und kann nachvollziehen, weshalb sie zu diesen Menschen geworden sind – aber nicht ohne auch hinter den Mantel des äußeren Scheins zu blicken.

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