Das Gedankenexperiment

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Inhaltsangabe zu „Das Gedankenexperiment“ von Jonas Winner

Karl Borchert, ein aufstrebender Philosoph, erlebt kurz vor seinem dreißigsten Geburtstag eine herbe Enttäuschung: Das Projekt, mit dem er sich endgültig eine feste Position in der Wissenschaft sichern wollte, wird abgelehnt. Von einem Moment zum anderen steht der ehrgeizige junge Mann vor dem Nichts. Da kommt es ihm sehr gelegen, dass der hinfällige alte Professor Leonard Habich ihm anbietet, sein Privatsekretär zu werden. Habich will endlich ein bahnbrechendes Werk zum Abschluss bringen, an dem er seit Jahrzehnten arbeitet. Doch über dieses Vorhaben selbst schweigt er sich aus, und als Karl auf Schloss Urquardt, Habichs einsamem, verfallendem Wohnsitz unweit von Berlin, eintrifft, geschehen von Anfang an merkwürdige Dinge. Auch Lara, Habichs verführerische junge Frau, verwirrt Karl zusehends die Sinne ...

Bisher der schwächste Krimi der Zeit-Edition. Eigentlich gar kein richtiger Krimi denke ich. Aber bestimmt etwas für Hobby-Philosophen.

— Lutra
Lutra

Ich bin hin- und hergerissen. Teils spannend und unheimlich, teils aber auch sehr trocken und langatmig.

— BelleBurtonesque
BelleBurtonesque

"Das Gedankenexperiment" ist ein philsophischer Krimi der Spannung bietet und unterhält. Nicht immer ganz realistisch aber immer fesselnd.

— Alexandra_Luchs
Alexandra_Luchs

Eindeutig ein Buch für Philosophie-Liebhaber! Mir war es letztlich zu viel des Guten :(

— Kaisu
Kaisu

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  • Das Gedankenexperiment

    Das Gedankenexperiment
    Lutra

    Lutra

    13. July 2015 um 13:11

    "Das Gedankenexperiment" beginnt spannend: Ein Wissenschaftler, der die Entstehung der Sprache erforscht, scheitert daran, dass seine geplanten Experimente nicht gefördert werden und zieht stattdessen bei einem eremitisch lebenden Kollegen ein, um dessen Archiv zu ordnen. Dabei entdeckt er ebenfalls eine Theorie zur Sprache, die ihn aus der Bahn wirft. Nicht ganz zufällig, wie sich herausstellt. Das ganze bedroht nach und nach mehr oder weniger alle Akteure dieses Buches und droht, übel zu enden. Ich hatte von diesem Buch einen Krimi erwartet, wurde aber etwas enttäuscht von der doch schwer überwiegenden Philosophie-Stunde die der Autor uns erteilt. Auch das Format mit den immer wieder eingestreuten Interviews und Auszügen aus fiktiven Berichten haben die Geschichte für mich vertrocknen lassen. Nur stellenweise kam wirkliche Spannung auf, um danach wieder im philosophischen Diskurs zu verschwinden. Zu viel Fachgeplänkel für meinen Geschmack, und zu wenig Krimi. Eine Kriminalermittlung fehlt dann auch ganz. Wenn man sich für grundlegende Philosophie interessiert, hat man bestimmt Spass an dem Buch, doch hat man aber wiederum mehr Ahnung vom Fach (Sprachentwicklung/Bewusstseinsphilosophie), bleibt es wahrscheinlich wiederum hinter den Erwartungen zurück. Dies erzeugte bei mir einen Eindruck von "weder Fisch noch Fleisch", denn Descartes und Platon zu wiederholen, dafür hatte ich das Buch eigentlich nicht zur Hand genommen. Wahrscheinlich hatte ich einfach die falschen Erwartungen, da ich es als "Krimi" in einer zehnbändigen ZEIT-Krimiedition gekauft hatte.

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  • Der LovelyBooks Lesesommer 2015

    Lesesommer
    Daniliesing

    Daniliesing

    Im letzten Jahr hat uns der Lesesommer mit euch so viel Spaß gemacht, dass wir auch 2015 passend zu den Sommerferien wieder durchstarten. Die sommerlichen Temperaturen sind schon da, deshalb wollen wir nun auch schnell mit unserem LovelyBooks Lesesommer beginnen. Ihr dürft euch dieses Mal wieder auf spannende Aufgaben & zusätzliche Specials freuen. Auf unserer Aktionsseite stellen wir euch außerdem tolle Lesetipps für den Sommer vor und ihr findet dort zusätzlich jede Woche eine Verlosung, bei der ihr weitere Punkte sammeln könnt. Selbstverständlich sind auch all jene herzlich willkommen, die im letzten Jahr noch nicht dabei waren. Erneut möchten wir mit euch 10 Wochen lang über fesselnde Sommerlektüre diskutieren, Fotos austauschen und neue Bücher entdecken. Wir werden euch im Laufe des Lesesommers verschiedene Aufgaben stellen, die ihr bis zum 13. September in beliebiger Reihenfolge bearbeiten könnt. Für jede Aufgabe könnt ihr Punkte sammeln - bei einigen Aufgaben gibt es auch Extra-Punkte zu ergattern. Zusätzlich zu diesen Aufgaben, gibt es jede Woche ein Verlosungsspecial, an dem ihr eine Woche lang teilnehmen und so weitere Punkte sammeln könnt. Schaut dazu am besten immer am Montag auf unserer Aktionsseite zum Lesesommer vorbei, wenn dort das neue Special vorgestellt wird. Bitte beachtet, dass ihr hier immer nur eine Woche lang - von Montag bis Sonntag - teilnehmen & so Punkte sammeln könnt! Wer bis zum Ende des Lesesommers am 13. September die meisten Punkte gesammelt hat, der gewinnt eine literarische Wochenendreise nach Lissabon (Anreise und 2x Übernachtung inkl. Frühstück). Außerdem gibt es für die Plätze 2-5 je ein schönes Buchpaket mit neuem Lesestoff. Zusätzlich verlosen wir unter allen Teilnehmern 5 weitere Buchpakete, egal wie viele Punkte man sammeln konnte. Wenn ihr teilnehmen möchtet, dann meldet euch gleich hier im Thema an und stellt euch gerne ein bisschen vor. Wer noch überlegt, ob er mitmachen möchte, der kann gern auch später noch einsteigen! Wenn ihr über Twitter, Instagram und/oder Facebook über den Lesesommer berichtet, darüber plaudert oder Fotos teilt, freuen wir uns, wenn ihr den Hashtag #LBlesesommer verwendet! Wir freuen uns auf viele sommerliche Buchtipps, sonnige Lesestunden - egal ob im Urlaub am Strand oder daheim auf dem Balkon - und natürlich aufs Lesen wundervoller Bücher! P.S.: Alle Blogger unter euch dürfen sehr gern die Grafik, die ihr hier oben im Thema findet, in ihrem Blog verwenden, falls ihr zur Aktion einen Blogbeitrag schreiben möchtet!

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    • 2823
  • Unterhaltsamer philosophischer Krimi

    Das Gedankenexperiment
    Alexandra_Luchs

    Alexandra_Luchs

    02. August 2014 um 16:55

    Der junge Philosoph Karl Borchert hat lange Zeit auf eine eigene Experimentenreihe hingearbeitet und möchte dafür ein Stipendium an seiner Uni erhalten. Obwohl das Experiment als vielversprechend gehandelt wurde, scheitert sein Stipendienantrag und Karl muss sich einer neuen Tätigkeit widmen. Da wird ihm angeboten den Vorlass (Nachlass vor dem Ableben) des berühmten Professor Leonard Habich zu ordnen. Da sich Karl davon auch für seine philosophische Karriere neue Anreize erhofft, sagt er zu und reist auf das Anwesen des Professors. Dort begegnen ihm allerdings nicht nur wissenschaftliche Arbeiten, sondern auch seltsame Erscheinungen. „Das Gedankenexperiment“ ist ein philosophischer Krimi, der eine spannende Handlung mit einer Menge wissenschaftlicher und philosophischer Themen verknüpft und dadurch eine ganz besondere Sogwirkung entfaltet. Diese Mischung aus spannender Handlung und philosophischen bzw. wissenschaftlichen Einschüben hat mich an Klassiker wie Mary Shelleys „Frankenstein“ erinnert und mir deshalb besonders gut gefallen. Manche der beschriebenen Theorien sind schon weit verbreitet (z.B. „das Ziegenproblem“), andere Abschnitte waren (zumindest mir) neu und gehen etwas tiefer als die allgemein gebräuchliche Westentaschenpsychologie. Durch diese Tiefe wirkte das Buch sehr überzeugend und besonders authentisch. Neben der offenkundig guten Recherche, die hinter diesem Buch steckt, hat mich die Entwicklung der Charaktere besonders überzeugt. Fast drängt sich auf, dass die Beschäftigung mit dieser Thematik zu einem gewissen Wahn führen muss, denn sowohl Karl Borchert als auch der Professor verlieren sich zunehmend in ihren Theorien. Beide kämpfen mehr und mehr mit Wahnvorstellungen, hervorgerufen durch das stringente fortdenken des Gedankenexperiments. Die durchgehende Entwicklung der Protagonisten trägt hauptsächlich zur Spannung des Buches bei. Auf dem Anwesen des Professors begegnet Karl Borchert auch einigen unerklärlichen Erscheinungen, das Buch erhält dadurch einige Spannung, wenn nicht gar Horror. Für meinen Geschmack waren diese Effekte für das Vorantreiben der Handlung nicht wirklich nötig und haben mich eher gestört. Nicht schön war außerdem, dass neben den ganzen gut recherchierten Theorien und "Gedankenexperimenten" einige Thesen so krude und verrückt konstruiert wirken, dass die Glaubwürdigkeit manchmal ein bisschen leidet. Diese kleinen Kritikpunkte lassen sich aber neben der durchgehend spannenden Handlung, dem angenehm detaillierten Schreibstil und den interessanten Charakteren gut verschmerzen. Für mich war das Buch eine tolle Abwechslung, Krimi und Thriller können mich im Moment nur wenig begeistern, auf Spannung hatte ich trotzdem unbändige Lust. Dafür ist „Das Gedankenexperiment“ toll geeignet.

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  • Welche Bücher soll ich mir kaufen? Brauche Buchtipps!

    Daniliesing

    Daniliesing

    Hallo, ich tue mich aktuell sehr schwer mit meinen Büchern, die ich hier so habe und dabei sind das wirklich nicht wenig. Vielleicht brauche ich also mal was ganz neues, etwas, das mich wirklich überrascht und vielleicht nicht unbedingt das ist, was ich immer lese. Deshalb wollte ich euch nach Buchkauftipps fragen! Es wäre klasse, wenn ihr mir hier eure Lieblingsbücher nennt, die ich auf keinen Fall verpassen sollte. Es dürfen gern auch Geheimtipps sein, sowas mag ich ganz besonders :-) Es sind also solche Bücher gesucht, die euch richtig am Herzen liegen und die ihr am liebsten immer wieder empfehlen würdet. (Bitte keine Eigenwerbung von Autoren!) Wichtig dabei: ich sollte das Buch noch NICHT in meiner Bibliothek hier haben. Denn von den Büchern, die ihr mir hier empfehlt, möchte ich mir danach 3-5 kaufen und selbst schauen, wie ich sie finde. Natürlich werde ich berichten, für welche Bücher ich mich entscheide und hier verraten, wie sie mir gefallen haben. Jetzt bin ich ganz gespannt und dankbar für jeden Tipp! Eure Empfehlungen möchte ich bis einschließlich 18.5. sammeln und danach werde ich eine Entscheidung treffen und die Bücher kaufen. Dankeschön! Bisherige Vorschläge hänge ich mal an:

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    • 113
  • Philosophisches Buch

    Das Gedankenexperiment
    Kaisu

    Kaisu

    27. April 2014 um 18:16

    Ich bin kein Philosoph und möchte keiner werden. Dennoch wage ich mich einmal an die Kritik zu einem Thriller, was ein Philosoph namens Jonas Winner geschrieben hat heran.Was hat man in der Hand bis auf sein Buch? Den menschlichen Leser- und Kritikerverstand, der sich nicht mit Frage "Sind wir allein in unserem Körper?" befasst, sondern damit wie das Buch letztlich ankam. Direkt zu Beginn wird einem der junge Philosoph Karl Borchert vorgestellt. Er wartet hibbelig auf die Rückmeldung, die über sein kommendes Projekt entscheiden wird. Seine Frau hat passenderweise schon Kontakte geknüpft und sie zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen. Doch es kommt alles anders wie geplant. Das Projekt wird abgelehnt, Borchert steht quasi ohne Job da und seine Frau wird nicht begeistert sein, wenn er nicht zum Essen erscheint. Ihm ist nicht nach feiern.  Allerdings bietet ihm Professor Forkenbeck etwas an, was Karl kurz seine Sorgen vergessen lässt. Er darf für den Philosophen Leonard Habich als eine Art Privatsekretär arbeiten. Dieser will, dass sich jemand um seinen Vorlass kümmert. Völlig schockiert und erfreut zugleich, nimmt er das Angebot an und befindet sich am nächsten Tag auf direkten Wege zu Habichs Anwesen in Urquardt. Was ihn dort erwartet, hätte er sich in seinen kühnsten Träumen nicht ausmalen können. Er taucht ab in das Wissen und Werk von Habichs. Sprachtheorien auf höchster Ebene. Woher kommt die Sprache? Wieso können wir sie so schnell in uns aufnehmen? Was ist in unserem Gehirn vorhanden, dass dies ermöglicht? Ist es unser ICH was uns die Sprache beibringt? Ist das ICH überhaupt menschlich? Haust ein Dämon in unserem Inneren? Fragen über Fragen, die Karl vor noch mehr Fragen stellen. Aber Habich bleibt verschlossen, Karl soll sich erst etwas einarbeiten in die Materie, bevor er ihm alles erklärt und ihm seinen "Durchbruch" zeigt. Als sich jedoch seltsame Vorkommnisse in den alten Gemäuern von Urquardt häufen und dann auch noch die Dorfbewohner so seltsame Andeutungen machen, ist es mit seiner Geduld vorbei.  Borchert merkt dabei nicht, dass er selbst auch schon von dem Fragenstrudel erfasst wurde und die Schwelle zwischen Philosophie und Schizophrenie immer geringer wird. Klingt spannend? Ist es auch. Der Grundbaustein hinter allem, die Frage nach der Sprache ist durchaus interessant. Trotzdem wird gerade im ersten Teil des Buches zu viel mit Fachjargon um sich geworfen, den man als Leser nicht unbedingt versteht und einen häufig mit Fragezeichen über dem Kopf zurücklässt. Wer einst Philosophie in der Schule hatte, kennt mit Sicherheit die Grundbausteine und wird vielleicht nicht so überflutet wie ich (ich hatte es nicht zu Schulzeiten behandelt).   Das Buch wirkt größtenteils wie eine wissenschaftliche Arbeit und lässt oft den storytechnischen Part völlig außer Acht. Das liegt nicht zuletzt an den Berichten, Analysen und autobiographischen Auszügen, die stetig aufgeführt werden. Zwar besteht in diesen Texten eindeutig ein Bezug zum Buch selbst, doch es ist meist zu trocken und wissenschaftlich. Im zweiten Teil ändert sich dies zum Glück und die Figuren aus der Gegenwart kommen viel häufiger zu Wort. Man muss dazu sagen, dass alle Auszüge in der Zukunft liegen. Man weiß also als Leser, dass da etwas kommt. Dass da etwas Geschehen ist bzw. Geschehen wird, was man sich jetzt noch nicht ausmalen kann. Ein Punkt, der die Spannung und das Interesse am Ausgang der Story extrem steigert. Alles in allem lässt sich das Buch gut lesen. Man wird geistig stark gefordert und gezwungen langsam zu lesen, damit man alles versteht - was nicht immer einfach ist. Teepausen sind eine gute Unterbrechung. Der Gedanke, der hinter allem steckt macht den Philosophen im Autor deutlich. Hier hat jemand anscheinend versucht seine Ideen und Ansätze in einen Thriller zu packen. Leider ist es häufig zu viel des Guten und man merkt manchmal, wie das Hirn auf Durchzug schalten möchte. Mir kam am Ende die Geschichte selbst viel zu kurz, was recht schade ist. Worte in zusammenhängenden Zeilen zu packen und sie leben zu lassen, davon scheint Jonas Winner etwas zu verstehen. Doch hätte man die Figuren sich selbst noch etwas mehr entwickeln lassen können und sie nicht nur durch Berichte von ihnen erzählen lassen sollen. Das Buch hat  durchweg einen gewissen Spannungspegel, der jedoch immer wieder durch zu viel philosophisches abgemildert wird. Wer also die Philosophie liebt und selbst gerne Gedankenexperimente startet, ist hier an der richtigen Stelle. Wer einen Thriller mit philosophischen Ansätzen erwartet, wird durch die Übermacht von diesen überrannt und enttäuscht werden. 6 von 10 Punkten

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  • anspruchsvoller Wissenschaftsthriller spannend in Szene gesetzt

    Das Gedankenexperiment
    robbylesegern

    robbylesegern

    23. April 2014 um 19:13

    Jonas Winner, der Autor dieses Buches, ist promovierter Philosoph und als solcher hat er ein spannendes Thema in " Das Gedankenexperiment " verarbeitet. Woher kommt unsere Sprache, ist sie von Anfang an in uns angelegt oder haben wir ein Sprachwesen in uns, das die Kommunikation steuert? Eine spannende Frage , der schon viele Wissenschaftler nachgegangen sind. Auch Leonard Habich arbeitet an diesem Gedankenexperiment und stellt Karl Borchert ,selbst Wissenschaftler, der diesem Phänomen nachgegangen ist, als Sekretär ein. Borchert nimmt diese Stelle an , eher aus Verlegenheit, denn sein Lehrauftrag an der Berliner Uni läuft aus und ein wissenschaftliches Projekt, was er hoffte finanziert zu bekommen, wird gecancelt. Als Borchert auf dem Schloss ankommt, dass der Forscher außerhalb von Berlin bewohnt, bemerkt er sehr schnell, dass Leonard Habich besessen ist von dieser Theorie. Sein körperlicher Verfall ist deutlich erkennbar und macht den Unterschied zu seiner mehr als zwanzig Jahre jüngeren Gattin mehr als deutlich. Doch schon schnell nach seinem Aufenthalt auf diesem Schloss, beginnt sich Borchert Fragen zu stellen. Bei der Durchsicht der Bibliothek findet Borchert seine wissenschaftliche Arbeit, die Habich mit vielen Notizen versehen hat und er erfährt, dass Habich und sein Vater, der Borchert nach einer schweren Kopfverletzung im Kindesalter operiert hat, sich gut kennen. Ist es Zufall , oder steckt mehr dahinter ? Jonas Winter macht es seinem Leser mit diesem Buch nicht einfach. Viele philosophische Abhandlungen bekannter Denker wie Seneca, Sokrates, Wittgenstein usw. kommen in diesem Buch zur Sprache und werden als Grundlage weiterer Forschungen genannt. Ich denke, das dieses Buch vor allem Leser ansprechen wird, die sich für dieses Gebiet interessieren und vielleicht sogar Vorkenntnisse besitzen. Doch der Autor, der ja selbst Philosoph ist, hat es schon verstanden, dass Ganze spannend in Szene zu setzen. Gleich als Borchert das Schloss betritt, wird dem Leser klar, dass diese Geschichte nicht gut ausgehen kann. Die Stimmung ist düster, teilweise sogar gruselig. Die Personen fand ich sehr treffend beschrieben, vor allem Borchert hat mir gut gefallen. Wie schon gesagt ist dies kein Buch für zwischendurch, sondern schon ein Buch, das konzentriert gelesen sein will und ein Interesse an Philosophie voraussetzt, ansonsten könnte man enttäuscht werden.

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  • Ein philosophischer Roman

    Das Gedankenexperiment
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    16. April 2014 um 14:26

    Ein philosophischer Roman Die drei „skeptischen Paradigmen“ sind es, die Jonas Winner diesem Roman als „Ausgangspunkt“ zu Grunde legt. Und schon dies macht klar, dass der Leser zum einen eine gewisse Freude an der Philosophie und, ebenfalls, am Denken abstrakter Zusammenhänge. Denn was Winner nicht nur zum Ausgangspunkt seiner Geschichte setzt, sondern auch wie er dieses Schritt für Schritt in der Person seiner Hauptfigur voranbringt, was es mit Elektroden im Kopf fast wie in der Fantastik dann auf sich hat und ob das alles Wahn oder Wirklichkeit ist und was das „vierte Paradigma der Täuschung“ sein könnte, das hebt dann schon zunehmend vom „Boden des Alltages“ ab. Um also diesem sprachlich überzeugend dargeboten und mit ganz eigener Atmosphäre in einem fast „Spukschloss“ zu nennenden Haus (nicht umsonst ist ein „Dämon“ Teil einer hochkomplexen Wandzeichnung) einigermaßen folgen zu können, bedarf es der Konzentration und der Bereitschaft, sich auf „Rand-Denken“ auch einlassen zu wollen. Winner vollzieht das, was er philosophisch vor Augen führt nämlich ganz praktisch im Buch mit dem Leser. Was ist Realität, was Täuschung, was Wahn, was Wirklichkeit? Dies liegt im Roman in sehr intelligenter und hintergründiger Weise vor, allerdings um den Preis, dass das Grundmotiv, welches Winner als (mögliche) Erklärung setzt, ein innerer „Parasit“, dann doch in den Bereich des Surrealen und Abstrakten zu sehr abdriftet. Grundlegend aber ist und bleibt es eine spannende Frage, ob das „Sein“ eine merhfache Täuschung ist. Wie Platon es grundlegend andenkt. Sind die Sinneseindrücke „Täuschung“, wie Descartes es formuliert und ist die „Sprache“ eine Täuschung, wie Wittgenstein herausarbeitet? Und wohin führ der nächste Schritt dieses „skeptischen Denkens“? Das ist das Interesse des alten Professors Habich („Hab-Ich“). Zu dessen Unterstützung und Sichtung des Materials stellt sich Karl Borchert vor, der als junger Philosoph gerade eine schmerzliche Abfuhr in Bezug auf die Finanzierung seines Forschungsvorhabens erleiden musste und daher wissenschaftlich „auf der Straße steht“. Jener Karl, der als Junge einen schweren Unfall mit Schädelbruch und „offenen“ liegendem Gehirn erlitt. Dessen Vater ihn operierte. Mit Folgen, wie sich später herausstellen wird und mit Kalkül, was lange Zeit nicht bekannt war. Karl stürzt sich in die Arbeit und wird immer verwirrter. Was ist das für eine Forschung? Warum sind die „Impulsgeber“ der drei „großen Philosophen“ eines unnatürlichen Todes gestorben. Gibt es eine „ideale Sprache“? Schützt da jemand ein „Geheimwissen“ über Jahrhunderte hinweg? Wobei auch seine direkte reale Umgebung Karl zu schaffen macht. Die junge Frau des Professors, Lara, zieht ihn mehr an, als ihm lieb sein könnte (sprachlich wunderbar gestaltete verdeckte erotische Anwandlungen (Täuschungen?) lässt Winner gerade im ersten Teil des Romans einfließen), das Verwalterehepaar mit zunächst scheinbar nur einem Kind benimmt sich merkwürdig, der Professor lässt sich nicht wirklich in die Karten schauen. Mehr und mehr driftet Karl eine Welt zwischen Realität und Traum ab, wechselt die Perspektiven, fühlt sich zu Handlungen getrieben, die in Verbrechen enden könnten. Spannend gestaltet Winner diesen „weltlichen“ Teil der Handlung, immer abstrakter wird dabei die „Täuschung“ und der zunehmende Skeptizismus gegen Überlegungen und vermeintliche Erkenntnisgewinne, bis der Leser beim eher offen gehaltenen Ende anlangt. Sprachlich bildreich und flüssig gestaltet, den Personen intensiv nachgehend bietet der Roman einerseits eine unterhaltsame Lektüre, führt allerdings philosophisch nicht überaus interessierte Leser teilweise in eine zu hohe Abstraktion und Verwirrung. Auch wenn diese „Verwirrung“ als Erlebnis des Lesers natürlich gewollt ist, um zu erfahren, dass man eben „nichts Hat“, wie auch Professor „Habich“ und Karl erkennen werden. Gegen Ende hin. Oder war Karl doch auf der richtigen Spur? So bietet Winner nicht nur im Roman ein „Gedankenexperiment“, sondern bindet den Leser ganz direkt durch die Lektüre mit in dieses hinein. Was überwiegend gut gelungen ist.

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