Die Zelle

von Jonas Winner 
4,0 Sterne bei186 Bewertungen
Die Zelle
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (135):
Scholus avatar

Die ersten 40 S. etwas Schwierigkeiten mit dem Sprachstil, danach fluppte es aber ;)

Kritisch (8):
lui_1907s avatar

Die Story hätte spannend werden können, hat mich aber nicht abgeholt. Eher fad...

Alle 186 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die Zelle"

Sammy ist elf und gerade mit seinen Eltern
nach Berlin gezogen. Im Luftschutzbunker
der alten Jugendstilvilla, die die Familie
in Grunewald bezogen hat, macht er eine
verstörende Entdeckung. Ein vollkommen
verängstigtes Mädchen, nicht viel älter als
er, ist dort unten in einer Zelle eingesperrt,
die man mit Gummifolie ausgekleidet hat.
Nur durch einen winzigen Schlitz hindurch
kann er sie sehen.
Am nächsten Tag ist die Zelle leer, das
Mädchen verschwunden. Und für Sammy
kann es dafür eigentlich nur einen Grund
geben: seinen Vater.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426512760
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:Knaur Taschenbuch
Erscheinungsdatum:11.01.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    Booklove91s avatar
    Booklove91vor 4 Monaten
    Fleischwolf

    Inhalt:
    Sammy ist elf und gerade mit seinen Eltern nach Berlin gezogen. Im Luftschutzbunker der alten Jugendstilvilla, die die Familie in Grunewald bezogen hat, macht er eine verstörende Entdeckung. Ein vollkommen verängstigtes Mädchen, nicht viel älter als er, ist dort unten in einer Zelle eingesperrt, die man mit Gummifolie ausgekleidet hat. Nur durch einen winzigen Schlitz hindurch kann er sie sehen. Am nächsten Tag ist die Zelle leer, das Mädchen verschwunden. Und für Sammy kann es dafür eigentlich nur einen Grund geben: seinen Vater.

    Meine Meinung:
    Nachdem ich von Hr. Winner "Murder Park" gelesen hatte (5/5), stand für mich fest, dass dies nicht mein letztes Buch von dem Autor sein wird.

    Ich entschied mich für "Die Zelle" und wurde nicht enttäuscht. Der Schreibstil war wie gewohnt packend und fesselnd.

    Ein Umzug nach Berlin, der alles verändert. Was geht in der Villa vor?! Spielen Sammys Sinne ihm einen Streich?
    Sammy erkennt seinen Vater nicht wieder. Alles scheint sich in Berlin zu verändern. Wer ist gut - wer ist böse.

    Sammys Vater wird zurückgezogen und angsteinflößend dargestellt, wie eine finstere Gestalt, die von Sammy gefürchtet aber auch geliebt wird.

    Der Rest der Famlie wirkt sehr abweisend und kühl. Außer dem Au-pair Mädchen Hannah, welche sich wirklich um die ganze Familie intensiv zu kümmern scheint.

    "Das Haus ist ihm in die Knochen gefahren, es hat ihn verseucht, und jetzt schlägt er meinen Bruder, bricht ihm die Knochen und
    das Genick." (ZITAT)

    Das Ende war sehr gelungen und hat einen perfekten Abschluss des Buches dargestellt.

    Das Cover gefällt mir sehr gut. Dieses ist authentisch und passend zum Genre.

    Fazit:
    Kann nicht ganz mit Murder Park mithalten, dennoch kommt hier die Spannung nicht zu kurz und bekommt eine Leseempfehlung von mir.

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    S
    Streiflichtvor einem Jahr
    Spannend und mitreißend

    Die Beschreibung von Sammy wirkte auf mich älter als elf Jahre und das hat mich an diesem Buch auch wirklich gestört. Ansonsten hat es mich total mitgerissen und in seinen Bann gezogen. Bis zum Schluss war ich mir unsicher, was denn nun genau passiert ist.

    Hauptfigur ist Sammy, aus dessen Sicht alles erzählt wird. Er hat ein Mädchen entdeckt, das im Keller eingeschlossen ist. Doch dann ist es plötzlich weg. Hat er sie wirklich gesehen? Und warum sagte sie „Daddy, no!“?

    Der Autor versteht es perfekt, den Leser in Sammys Leben und Gedankenwelt mitzunehmen. Er beschreibt die düstere Atmosphäre des Hauses, das von einem parkähnlichen Garten umgeben ist. Beklemmung macht sich breit, wenn man mit Sammy die alten Kellergemäuer durchstreift.

    Sein Vater ist angsteinflößend und eine finstere Gestalt. Sammy hat einerseits Angst vor ihm, andererseits liebt er ihn aber auch.

    Die Mutter ist abwesend und sehr auf ihren Job fixiert.

    Und dann sind da noch Sammys Bruder und das Au-Pair-Mädchen – und trotzdem fühlt sich der Junge allein und isoliert. Die Situation spitzt sich immer weiter zu und am Ende explodiert alles und Sammys Welt zerbricht.

    Dramatisch und definitiv nichts für schwache Nerven, denn manche Beschreibungen und auch die Vorstellungen, die man selbst hat, sind wirklich heftig.

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    Leuchtturmwaerterins avatar
    Leuchtturmwaerterinvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Spannender Konkurrent für Fitzek und Co.
    Spannender Konkurrent für Fitzek und Co.


    Inhalt: 
    Sammy ist elf und gerade mit seinen Eltern nach Berlin gezogen. Im Luftschutzbunker der alten Jugendstilvilla, die die Familie im Grunewald bezogen hat, macht er eine verstörende Entdeckung. Ein vollkommen verängstigtes Mädchen, nicht viel älter als er, ist dort unten in einer Zelle eingesperrt, die man mit Gummifolie ausgekleidet hat. Nur durch einen winzigen Schlitz hindurch kann er sie sehen. Am nächsten Tag ist die Zelle leer, das Mädchen verschwunden. Und für Sammy kann es dafür eigentlich nur einen Grund geben: seinen Vater.


    Autor:
    Jonas Winner, geboren 1966 in Berlin, promovierter Philosoph, arbeitete nach dem Studium in Berlin und Paris als Journalist, Redakteur für das Fernsehen und als Drehbuchautor (ARD, ZDF, Sat.1). Sein Selfpublishing-Bestseller "Berlin Gothic" sorgte im Netz für Furore. 2012 feierte er mit dem Thriller "Der Architekt" einen großen Erfolg, 2014 folgte "Das Gedankenexperiment". Der Autor lebt mit seiner Familie in Berlin.


    Meinung:
    Thriller gibt es jede Menge, auch mit Schauplätzen in Deutschland. Einen Thriller in Berlin anzusiedeln und somit in direkter Konkurrenz zu Größen wie Sebastian Fitzek zu stehen, das traut sich nicht jeder. Jonas Winner ist dieses Wagnis eingegangen und kann sich durchaus mit dem, wie Knaur Verlag ihn nennt, "Meister des Wahns" messen.


    Doch was fasziniert uns Menschen eigentlich an dem Dunklen, dem Abgründigen, dem Bösen? Haben wir, die wir diese Art der "Unterhaltung" bevorzugen, eine masochistische Ader in uns? Ist es die Angst, die uns lockt? Oder lieben wir es, wenn dem Bösen durch einen typischen Durchschnittsmenschen das Handwerk gelegt wird?


    Es ist sicher nicht in einem Satz zu beantworten, was jeder einzelne von uns Thriller-Lesern dazu bewegt, aber eines ist klar. Wir lieben den Nervenkitzel in sicherer Umgebung. Wir machen uns zu Zuschauern, Mitwissern und können uns doch sicher fühlen. Wir sitzen in unseren gemütlichen und heimeligen vier Wänden und sehen zu, wie die Figuren in der Geschichte ihre Sicherheiten verlieren. Und am Ende klappen wir das Buch zu mit dem Gefühl selbst sicher zu sein und dem Wunsch so etwas nie erleben zu müssen. 


    Jonas Winner versteht es, uns Leser in diese Schreckenswelt zu entführen und das alles aus den Augen eines 11-jährigen Jungen zu entdecken.


    Schreibstil:
    Sam erinnert sich an Geschehnisse in seiner Kindheit, die bereits über 20 Jahre zurückliegen. 
    Durch die ICH-Erzählperspektive entsteht zwischen Leser und Hauptfigur sofort eine gewisse Nähe und die Spannung wird bereits im Prolog aufgebaut. Sie zieht sich gekonnt durch das ganze Buch und bricht nie ab.


    Charaktere:
    Sammy und sein Vater werden spannend und toll beschrieben. Obwohl man das Gefühl hat, beiden nahe zu sein, haben beide doch etwas Geheimnisvolles und man steigt lange nicht ganz hinter ihre Fassaden. Die anderen Charaktere sind eher Beiwerk und werden oft nur flüchtig erwähnt, doch als Mittel zum Zweck vollkommen ausreichend beschrieben.
    Da Sammy erst 11 Jahre alt ist, als in seinem Leben einiges durcheinander gerät, wirken seine Taten manchmal eher unglaubwürdig. Er ist für sein Alter etwas zu "erwachsen", was mich persönlich etwas gestört hat.


    Fazit:
    Eine wirklich spannende und erschreckende Story, die so oder so ähnlich in jeder Nachbarschaft geschehen könnte. Das macht die Spannung in diesem Buch aus.
    Allerdings ist der 11-jährige Sammy oft unglaubwürdig erwachsen und deshalb gibt es von mir 4 von 5 Sternen. 
    Alles in allem ein spannender Thriller mit Blick in menschliche Abgründe. Das war sicher nicht das letzte Buch von Jonas Winner, das ich gelesen habe.

    Kommentare: 3
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    Catgirllovesbookss avatar
    Catgirllovesbooksvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Fesselnd, dunkel - spannend. Ein sehr guter Thriller der wirklich an den Nerven zerrt
    Dunkel, stimmig und richtig spannend

    Die Zelle - Jonas Winner

    Rückentext:  Sammy ist elf Jahre alt und gerade mit seinen Eltern nach Berlin gezogen. Im Luftschutzbunker der alten Jugenstilvilla in Grundewald macht er eine verstörende Entdeckung. Ein vollkommen verängstigstes Mädchen, nicht viel älter als er, ist dort unten in einer Zelle eingesperrt, die man mit Gummifolie ausgekleidet hat. Nur durch einen winzigen Schlitz hindurch kann er sie sehen.
    Am nächsten Tag ist die Zelle leer, das Mädchen verschwunden. Und für Sammy kann es dafür eigentlich nur einen Grund geben: seinen Vater.

    Meine Meinung:

    Ich habe also heute Mittag die Zelle verlassen. Aber hinter mir gelassen habe ich sie noch nicht. Ich habe selten das Bedürfnis, erstmal eine Pause zwischen dem aktuellen und dem neuen Buch zu machen... aber diesmal hat mich der Plot nicht losgelassen. Auch nach der letzten Seite nicht.

    Jonas Winner schafft einen Spannungsbogen, den er vom Anfang bis zum Ende aufrecht erhält. Da alles durch Sammy's Sicht geschildert wird, erlebt man alles wie er es sieht. 

    Sam zieht also von England nach Berlin, nachdem sein Vater und sein älterer Bruder schon dort sind, kommt er mit dem Au Pair Mädchen Hannah und seiner Mutter nach. Sein Bruder ist schon eingeschult und hat dementsprechend neue Freunde. Der Elfjährige fühlt sich einsam, da seine Mutter an der Berliner Oper ein Engagement bekommen hat und auch oft über Nacht fort bleibt. Sein Vater komponiert für dunkle Filme (vergleichbar mit Horror und Thriller) Musik. Ihn sieht der Junge auch nicht oft, da er sich oft in seinem Zimmer einschließt. Sein Vater erscheint mir als Perfektionist und in sich gekehrter, verkorkster Mann.

    Eines Tages geht Sammy seinem Vater nach und entdeckt die oben erwähnte Zelle, mit dem Mädchen. Sie versteht kein Deutsch und als der Schüler seinen Vater zur Hilfe holen will, schreit sie immer "Daddy NOOOO!". Sie zeigt ihm auch einen Gummivorhang, hinter dem sich seltsame Gerätschaften und Schläuche verbergen. Der Junge ist verwirrt und erzählt niemandem davon. Diese Entdeckung lässt ihn jedoch nicht los und ebenso wenig den Leser. Als er sich wieder in den Luftschutzbunker (der auch eine Bowlingbahn mit alter Musicbox beinhaltet) begibt, ist die Zelle jedoch leer, verstaubt und das Mädchen weg.

    Jetzt geht es Schlag auf Schlag, ein Ereignis jagt das Nächste. Sein Bruder eröffnet ihm ein dunkles Geheimnis, Sam halluziniert und hat schließlich einen Nervenzusammenbruch. Für ihn ist klar, sein Vater hat das Mädchen eingesperrt, sie gefoltert und dann weggeschafft... er läuft auf die Straße und wird beinahe überfahren. Er schreit das Geheimnis heraus und bringt so eine Lawine ins Rollen, die nicht mehr zu stoppen ist und nur in einer Katastrophe enden kann...

    Ich habe schon viele Thriller gelesen, aber Die Zelle war mit Abstand eines der spannendsten Bücher. Man folgt Sammy durch seine Gefühlswelt und fiebert mit ihm mit. Man fürchtet sich regelrecht davor, wie es weitergeht. Ich musste zwischendurch ab und an mit dem Lesen aufhören, weil es so grausam aber auch spannend war.

    Vor allem das Ende hat mich regelrecht umgehauen.

    Fazit: Garantiert nichts für schwache Nerven, Kopfkino garantiert ;). Super Spannungsbogen und gut gelegte, falsche Fährten. Es ist wie eine Achterbahnfahrt, nachdem man die Steigung in der Höhe des Mount Everest erklommen hat. Danach geht es in einem unglaublichen Tempo bergab und das Adrenalin schießt durch den Körper.


    Danke an den Autor für das kostenlose Exemplar.

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    Steffi_the_bookworms avatar
    Steffi_the_bookwormvor 2 Jahren
    Guter Beginn, lässt dann leider nach

    Das erste Drittel des Buches hat mir wirklich gut gefallen. Es war interessant, es war spannend und ich war neugierig darauf herauszufinden was hinter allem steckt.

    Leider hat mich das Buch dann in der Mitte etwas verloren. Es war mir alles zu konfus, die Spannung lies nach und die Geschichte konnte mich nicht so richtig packen.
    Aus diesem Grund konnte mich die Wendungen am Ende, die durchaus überraschend waren, dann auch nicht mehr so richtig überzeugen.

    Das Buch war stellenweise spannend und durchaus unterhaltsam zu lesen, aber insgesamt konnte es mich dann leider nicht überzeugen.
    Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und ich hatte keine Probleme in das Buch reinzukommen.

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    ChattysBuecherblogs avatar
    ChattysBuecherblogvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Konnte mich leider nicht erreichen.
    Mein Leseeindruck

    Schon alleine dieses Cover hat mich fasziniert. Schwarz/weiss! Irgendwie hat es etwas geheimnisvolles an sich. Geheimnisvoll und auch beängstigend. Klar war ich nun gespannt, was sich hinter diesem Cover verbirgt.

    Schon auf den ersten Seiten nimmt der Autor den Leser mit in eine amdere Welt. Eine zurückliegende Zeit, eine Künstlerfamilie und in die Rollen eines 11-jährufen Jungen.

    Was sich anfangs noch als spannend und interessant lies, wurde schon bald langatmig und unklar. Hieran waren meines Erachtens die blassen bzw. farblosen Beschreibungen der Protagonisten schuld. Die Mutter z.B. blieb für mich völlig im Dunkel. Welche Rolle sie nun genau in dem Thriller spielte wurde mir nicht wirklich klar.

    Abschließend kann ich sagen, dass mich dieses Buch nicht wirklich angesprochen hat. Ich hatte, bedingt durch das Cover, etwas mehr erwartet. Etwas mehr und etwas anderes. Schade.

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    Crimehands-coms avatar
    Crimehands-comvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: "Die Zelle" geht tiefer als es zunächst den Anschein macht.
    Ein Buch, das zum Nachdenken anregt


    In unserer Gesellschaft ist es ja common sense: wenn man wohlhabend ist, hat man keine Probleme, wenn man wohlhabend ist, hat man ohnehin alles oder kann es sich zumindest kaufen. Aber was, wenn man ganz spezielle Bedürfnisse hat und man diese nicht einfach so beschaffen kann? Tja, dann hat man ein Problem – und damit einhergehend einen Teufelskreis, der sich nicht so einfach durchbrechen lässt. Dieses und eine Fülle an anderen Themen behandelt Jonas Winner in seinem Buch „Die Zelle“, das viel mehr ist als ein Thriller, viel mehr als ein Spiel um Räuber und Gendarm. Es geht um Abgründe, denen man begegnet, wenn man Probleme nicht adäquat lösen kann.

    Manchmal sollte man ein Buch fertig lesen, und nicht schon 80 Seiten vor Ende einen Großteil der Rezension schreiben, denn manche Autoren lassen sich am Ende noch etwas ganz Besonderes einfallen, womit die Geschichte nochmal um mindestens 540 Grad gedreht wird. Und manchmal weiß man gar nicht, was man nun eigentlich glauben soll und darf – das alles trifft auf Jonas Winners aktuelles Buch zu, das mich am Ende einfach nur ratlos zurückgelassen hat. Eigentlich hatte ich einiges an dem Buch zu kritisieren, aber die allerletzten Seiten haben alles durcheinandergewirbelt, so dass es sich in meinem Kopf immer noch dreht – und das ist eigentlich das größte Kompliment, das man einem Autor machen kann, nämlich dass einem seine Geschichte zu Kopf gestiegen ist.

    Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt und spielt ausschließlich im oder um das Haus der Familie des Protagonisten. Das Genre schwankt irgendwo zwischen Drama, Horror und Psychothriller – genau einordnen kann man es nicht, ein reiner Thriller ist es jedenfalls nicht. Die Hauptgeschichte spielt Mitte der 1990er, mit einer durchgehend düsteren Stimmung, ähnlich Minette Walters‘ „Der Keller“.

    Wir schlüpfen in die Rolle des 11-jährigen Sam, der mit seinem Vater, der Filmmusiker ist, seiner Mutter, die an der Oper arbeitet, seinem Bruder Linus und dem Au-pair-Mädchen Hannah von London in eine Villa im Berliner Grunewald übersiedelt. Wir sind in eine zumindest wohlhabende Familie hineingeboren worden, sprechen offenbar perfekt deutsch und haben einen Bruder mit einem typisch deutschen Namen – wir dürften also nicht nur zweisprachig erzogen worden sein, sondern auch deutsche Wurzeln haben, das besagt auch der Nachname der Familie, der Grossman lautet.  Sam liebt und verehrt seinen Vater, der ein Hans Zimmer sein will, es aber doch nur zum Eddy the Eagle der Filmmusik bringt. Er schaut zu ihm auf, versteht die Arbeit die er macht zwar nicht ganz, aber trotzdem ist er voller Ehrfurcht davor. Doch plötzlich bröckelt die Fassade und das Kartenhaus beginnt zu schwanken. Die Mutter hingegen bleibt weitestgehend blass, man erfährt auch nie, was sie an der Oper genau macht - alle anderen Charaktere lernt man besser kennen.

    Man könnte sicher Kritik anbringen, aber man muss dieses Buch gelesen haben, um zu verstehen, dass das vielleicht nicht ganz angebracht wäre. Mehr dazu im SPOILER-Beitrag zum Buch, damit die Zeilen, die ich gerade versuche, niederzuschreiben, etwas klarer werden. Was man aber auf jeden Fall beanstanden kann, ist, dass Winner nicht mehr auf die Grossmans ansich eingegangen ist. Welche Wurzeln haben sie tatsächlich, über wie viele Ecken gehen sie, warum ziehen sie ausgerechnet nach Berlin respektive Deutschland? Das bleibt uns Winner leider schuldig.

    Fazit: „Die Zelle“ erzählt eine Geschichte, die tiefer geht als man zunächst glaubt, die Probleme wie mangelnde Elternliebe, Unsicherheit, Erfolglosigkeit bei der Arbeit, Akzeptanzdefizite, aber vor allem eines thematisiert: Verzweiflung. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt.

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    Pippo121s avatar
    Pippo121vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Spannend und voller überraschender Wendungen! Nur zu Beginn gab es einige Längen!
    Wahrheit oder Wahnvorstellung?

    Sam ist elf Jahre alt als er mit seiner Familie nach Berlin zieht. Eines Tages beobachtet er wie sein Vater in den alten Luftschutzbunker hinabsteigt und folgt ihm. Doch diesen Entschluss sollte Sammy noch bitter bereuen… Denn im alten Bunker entdeckt er ein junges Mädchen, das dort gefangen gehalten wird. Wer quält das Mädchen nur so? Sammy ist überzeugt, dass sein Vater hinter diesem Verbrechen steckt. Kurze Zeit später ist das Mädchen verschwunden und für Sammy bricht eine Welt zusammen!

    Jonas Winner schafft es mit seinem flüssigen Schreibstil den Spannungsbogen konstant nach oben zu treiben. Das Buch ist sehr angenehm zu lesen und die Sprache des Autors ist sehr detailliert. Man findet schnell in das Geschehen und wird ebenso rasch in den Bann der Handlung gezogen. Daher fällt es einem auch leicht, über einige Längen zu Beginn hinwegzuschauen.

    Die Geschichte wird nur aus Sammys Perspektive erzählt, was durchaus Sinn macht, da er als Erwachsener auf dieses Geschehnis in seiner Kindheit zurückblickt. Des Weiteren macht diese einseitige Erzählperspektive es auch dem Leser schwer, zu verstehen was damals wirklich passierte. Denn schnell wurde mir klar, dass mit Sam etwas nicht stimmte. Er beharrte zwar darauf, das Mädchen gesehen zu haben und steigerte sich immer mehr in seine Vorstellung, doch letztlich kann niemand wissen, ob dies tatsächlich stimmte. Denn Sammy hat offensichtlich Schwierigkeiten das Reale von dem Eingebildeten abzugrenzen. Ob er nun wirklich eine gespaltene Persönlichkeit hat, wie die Ärztin es vermutet, wird nicht weiter erläutert. Doch die Pillen scheine ja keine große Wirkung auf seine Theorie zu haben.


    Sammy wird sehr ausgiebig beschrieben und auch seine Gedanken – und Gefühlswelt wird dem Leser offen dargelegt. Dennoch weiß man sehr lange nicht, inwiefern der Junge nun die Wirklichkeit berichtet oder in seine Vorstellungen abgleitet. Man darf ja nicht vergessen, dass auch die Sichtweise des vermeintlichen Täters aus Sammys Erzählung hervorgeht. Es ist also Sammy, der sich diese Gräueltaten ausdenkt, ob sie in dieser Art und Weise stattgefunden haben, weiß man nicht! Diese Verwirrung machte den gesamten Reiz des Buches aus und der Autor hat dies sehr geschickt gehandhabt. Denn immer wenn ich zu irgendeiner Schlussfolgerung gekommen war, wurde diese kurze Zeit später wieder über den Haufen geworfen.


    Die Stimmung in der Familie wird sehr beklemmend dargestellt. Alles wirkt düster und bedrückend, man hat auch nicht den Eindruck, dass die verschiedenen Familienmitglieder sich besonders nahe stehen. Zwischendurch hatte ich sogar auch immer wieder Linus unter Verdacht, dem Mädchen etwas angetan zu haben. Denn sein Charakter bleibt nebulös und wirkt irgendwie bedrohlich. In seinem Umgang mit Hannah zeigt er schlussendlich sein wahres Gesicht und dieses ist nicht unbedingt schön.


    Insgesamt hat dieses Buch mir gut gefallen und es war auch sehr spannend. Allerdings muss ich zartbesaiteten Lesern von diesem Buch abraten, da es stellenweise doch sehr blutig zuging.

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    Sweetybeanies avatar
    Sweetybeanievor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr spannend!
    Die Zelle

    Zum Inhalt: Sammy ist elf Jahre alt, als er mit seinem älteren Bruder und seinen Eltern von London nach Berlin zieht – mitten in den Sommerferien. Der Vater arbeitet als Komponist, die Mutter ist Opernsängerin. Tagsüber werden die beiden Jungs von AuPair-Mädchen Hannah, die mittlerweile fest zur Familie gehört.

    Die Eltern haben wenig Zeit, sich um Sammy zu kümmern und so strolcht er alleine über das riesige Grundstück der alten Jugendstilvilla in Berlin-Grunewald, die nun sein Zuhause ist. Als er den alten Luftschutzbunker entdeckt, muss er ihn natürlich erforschen und macht dort eine grausame Entdeckung: ein junges Mädchen ist dort unten gefangen, vielleicht nur ein wenig älter als er selbst. Sammy will dem Mädchen helfen, doch als er am nächsten Tag wiederkommt, ist die Zelle leer und das Mädchen verschwunden. Wer kann das getan haben? Sammy hat nur eine Person in Verdacht: seinen eigenen Vater….

    Meine Meinung: Die Geschichte ist in zwei Teile unterteilt und wird aus der Perspektive von Sammy erzählt. Die dargestellte „Familienidylle“ wirkt oft sehr düster und beklemmend. Niemand redet wirklich mit dem anderen oder hat Zeit für ihn. Jeder lebt irgendwie in seiner eigenen Welt und scheint oftmals nur körperlich anwesend zu sein. Dadurch blieben mir die anderen Protagonisten beim Lesen auch sehr fern. Der Erzählstil von Jonas Winner ist flüssig und oftmals sehr detailliert. Man findet leicht in die Geschichte rein. Einige Stellen sind jedoch nichts für zartbesaitete Leser. Der zweite Teil der Geschichte entwickelt dann ein rasantes Tempo, der es mir persönlich unmöglich gemacht hat, das Buch wegzulegen. Das Ende hat dann nochmal für einen richtigen Gänsehautfaktor gesorgt. Die Geschichte ist sehr, sehr spannend.

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    Wollys avatar
    Wollyvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Verstörend. Teilweise wirklich gut, teilweise driftet es aber auch sehr ab. Gesamtgesehen also gemischte Gefühle.
    Leider gesamt nur durchschnittlich

    Inhalt:
    Sammy ist elf und gerade mit seinen Eltern nach Berlin gezogen. Im Luftschutzbunker der alten Jugendstilvilla, die die Familie in Grunewald bezogen hat, macht er eine verstörende Entdeckung. Ein vollkommen verängstigtes Mädchen, nicht viel älter als er, ist dort unten in einer Zelle eingesperrt, die man mit Gummifolie ausgekleidet hat. Nur durch einen winzigen Schlitz hindurch kann er sie sehen. Am nächsten Tag ist die Zelle leer, das Mädchen verschwunden. Und für Sammy kann es dafür eigentlich nur einen Grund geben: seinen Vater.

    Meinung:
    Das negative vorweg, das Buch beginnt vielversprechend, driftet dann aber immer wieder ab. Das eigentlich spannende Szenario wird übertrieben in die Länge gezogen und hält leider nicht was es verspricht. Auch der Hang zum mystischen zwischendurch passte in meinen Augen nicht so in die Geschichte, wodurch besonders der Mittelteil einen etwas losgelösten Eindruck vom Rest macht.
    Das ist schade, denn der Autor hat einen gelungenen Schreibstil und schafft es nahezu durch das gesamte Werk gute Bilder zu erzeugen. Der Wahnsinn der in allen Ecken lauert kommt deutlich rüber. Auch das gelungene Ende zähle ich zur Habenseite, ebenso wie das Setting. Gesamtgesehen kommt Jonas Winner mit "Die Zelle" aber nicht über ein durchschnittlich hinaus. Erwähnt werden sollte noch der Anklang zum Horror den der Thriller zeitweise hat. Also nichts für zarte Gemüter.

    Fazit:
    Leider zu viele Schwachpunkte um wirklich gut zu sein.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Litiss avatar
    Hallo meine lieben Thriller-Fans!

    Auf meinem Blog könnt ihr ein total tolles Interview mit Jonas Winner, dem Autor von "Die Zelle" lesen und im Zuge dessen darf ich euch 1 Exemplar seines Thrillers verlosen! :D Spitze, oder? 

    Für das Interview und die Verlosung kommt ihr hier auf meinen Blog.

    Bitte nehmt für die Verlosung ausschließlich per Kommentar über meinen Blog teil, nicht über LB. 

    Ich hoffe, das Interview gefällt euch! Viel Spaß! :D
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    Tasmetus avatar

    Ein kleines Mädchen, eingesperrt in einer Gummizelle im Keller

    Eine Geschichte, die einem bereits beim Klappentext einen kalten Schauer über den Rücken jagt - Jonas Winner erzählt in seinem neuen Thriller vom 11-jährigen Sammy, der seinen Vater im Verdacht hat, einem kleinen Mädchen Schreckliches angetan zu haben.
    Jonas Winners fünftes Buch verspricht Spannung pur und schaurige Gänsehaut Momente. Pünktlich zum Erscheinungstermin könnt ihr Sammys Geschichte hautnah erleben und eines von 30 Verlosungsexemplaren gewinnen.


    Mehr zum Buch:
    Sammy ist elf und gerade mit seinen Eltern nach Berlin gezogen. Im Luftschutzbunker der alten Jugendstilvilla, die die Familie in Grunewald bezogen hat, macht er eine verstörende Entdeckung. Ein vollkommen verängstigtes Mädchen, nicht viel älter als er, ist dort unten in einer Zelle eingesperrt, die man mit Gummifolie ausgekleidet hat. Nur durch einen winzigen Schlitz hindurch kann er sie sehen. Am nächsten Tag ist die Zelle leer, das Mädchen verschwunden. Und für Sammy kann es dafür eigentlich nur einen Grund geben: seinen Vater.

    Mehr zum Autor:
    Jonas Winner wurde in Berlin geboren, wuchs in Rom und den USA auf, arbeitete auf dem Bau, am Fließband und als Nachtportier, studierte und schloss mit einer Promotion über Spieltheorie ab. Er drehte Reportagen fürs Fernsehen und schrieb Drehbücher für ARD, ZDF, Sat.1 und RTL.
    Mehr über ihn und seine Bücher findet ihr bei Droemer Knaur oder auf seiner Webseite.

    Wir vergeben 30 Exemplare unter allen, die sich bis zum 24.01. über den blauen "Jetzt bewerben" Button bewerben* und folgende kleine Aufgabe erfüllen:

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    chipie2909s avatar
    Letzter Beitrag von  chipie2909vor 3 Jahren
    Hallo! Hier auch endlich mal meine Rezension, die ich auch bei amazon und buch7 wortgleich einstellen werde: http://www.lovelybooks.de/autor/Jonas-Winner/Die-Zelle-1219237665-w/rezension/1228812572/ Tut mir wirklich leid, dass es solange gedauert hat! Nochmal ganz lieben Dank an Jonas Winner, der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat!!! :-)
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