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Trini68

vor 1 Jahr

(3)

.....dann sollte man dieses Buch lesen. Es ist faszinierend mit wie wenig Protagonisten der Autor bei dieser Story auskam und trotzdem die Spannung von Anfang bis Ende hochgehalten hat. 


Die Geschichte beginnt mit dem Umzug einer Künstlerfamilie aus London in eine Villa des Berliner Grunewalds. Die Story selbst wird hauptsächlich aus der Sicht des jüngsten Sohnes, dem 11jährigen Sammy erzählt. Aus seiner Perspektive lernt man die Familie und das gesamte häusliche Umfeld kennen und entdeckt durch seine Augen Dinge, die ein Kind nie sehen und fühlen sollte. Alles erscheint so unglaublich und man spürt fast körperlich den Wahnsinn, welche die grausigen Entdeckungen bei ihm auslösen. 

Als Leser schwankt man zwischen Mitgefühl und Verdacht, auf der einen Seite scheint er so verletzlich, fast zu kindlich und auf der anderen so weise und voller Logik für einen erst 11jährigen.
Zwischen diesen Erzählungen des Jungen streut der Autor auch Beschreibungen eines grausigen Mordes mit ein. Alles scheint möglich, ist es nur Phantasie oder eine wirkliche Tat......man rätselt fast bis zum Ende mit. 

Es ist faszinierend und erschreckend zugleich, dem Autor zu folgen und bei der Zerstörung einer an sich glücklich erscheinenden Familie hautnah dabei zu sein. 

Mein persönliches Fazit: Von dem Autor kannte ich bisher noch kein Werk, bin aber angenehm überrascht worden von der Schlüssigkeit und spannenden Erzählweise. Es ist ihm gut gelungen, den Leser in die Abgründe einer psychologischen Erkrankung schauen zu lassen. 

Autor: Jonas Winner
Buch: Die Zelle
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