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Pokerface

vor 1 Jahr

(22)

Den Klappentext des Buches spare ich mir an dieser Stelle, weil der schon zur Genüge wiederholt worden ist.

Meine Meinung:

Seit langer Zeit mal wieder ein Buch, das ich in einem Rutsch durchlesen musste, das ich nicht aus der Hand legen konnte.

Wir begleiten den 11jährigen Sammy nach seinem Umzug mit seiner Familie in einer alten Villa, in Berlin. Er verbringt dort ziemlich gelangweilt seine Sommerferien, hat noch keine Freunde, kennt niemanden. Also erkundet er das Grundstück und bemerkt, wie sein Vater in einer Hütte und dann in einer unterirdischen Bunkeranlage verschwindet. Er beschließt ihm zu folgen. Dabei macht er die grausige Entdeckung, dass ein Mädchen in einem der unterirdischen Räume gefangen gehalten wird. Beinahe sofort überkommt ihn der schreckliche Gedanke, dass sein Vater dieses Mädchen gefangen hält.

Von diesem Zeitpunkt an beginnt eine wahnsinnige Tortur für Sammy (und auch für den Leser). Ein Wechselbad der Gefühle, bestehend aus einer zunehmenden Angst vor dem eigenen Vater und dem Wunsch, dass es sich um einen schrecklichen Irrtum handelt. Dass er sich alles nur eingebildet hat.

Man merkt ihm förmlich an, wie er versucht die Normalität in die Familie und seinen Alltag zurück zu bringen. Doch es scheint alles aus dem Ruder zu laufen. Die Angst vor der schrecklichen Wahrheit zerfrisst Sammy langsam von innen und macht ihn kaputt. Es drängt ihn förmlich danach, die Wahrheit ans Licht zu bringen und dem eingesperrten Mädchen zu helfen.

Ich konnte die Angst von Sammy beinahe greifen. Den Wunsch nach Normalität spüren. Und auch die wachsende Besorgnis um seine Familie. Seine innere Zerrissenheit, seinen Vater zu beschuldigen. Seinen Vater. Den Menschen, den er liebt und dem er doch eigentlich vertrauen soll. Die Angst vor dem Moment, an dem sich alle gegen einen wenden. Seine vergeblichen Versuche, bei seiner Mutter oder bei seinem Bruder Gehör zu finden. Die wachsende Verzweiflung. Bis hin zu dem fürchterlichen Moment der Wahrheit, nach dem nichts mehr so sein kann, wie es vorher war.

Ich bin Sammy atemlos durch die Geschichte gefolgt, die für mich von Seite zu Seite immer schrecklicher und verstörender geworden ist.

Die Story packt einen und lässt dich bis zum bitteren Ende nicht mehr aus seinen Klauen.

Sie zieht dich mit in das noch viel verstörendere Ende, mit dem ich in der Form auf keinen Fall gerechnet habe.

Jetzt steht das Buch gelesen in meinem Regal, aber aus meinem Kopf wird es noch lange nicht sein. Volle Punktzahl von mir für einen Roman, der dich nicht mehr loslassen und der dich nachdenklich zurücklassen wird.

An dieser Stelle auch noch einmal meinen lieben Dank an Jonas Winner, der so freundlich war, mir ein Exemplar seines Buches zur Verfügung zu stellen.

Bücher, die man nicht vergisst....

 

Autor: Jonas Winner
Buch: Die Zelle

Merin

vor 1 Jahr

Wirklich tolle Rezi! Aber ich glaube Lesen kann ich das Buch nicht! LOL Das hört sich zu gut, zu real an! So was ist mir dann immer etwas zu viel! =/

Pokerface

vor 1 Jahr

@Merin

Ja, das Buch legt man nicht einfach wieder so weg. Von daher... aber spannend ist es. Vielleicht überlegst Du es Dir ja noch :-)

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