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Gosulino

vor 1 Jahr

(83)

Der 11jährge Sam zieht mit seinen Eltern, Bruder und Au Pair Mädchen von London nach Berlin. Seine Mutter ist Opernsängerin und hat dort einige Engagements. Der Vater schreibt Filmmusik für drittklassige Videofilme.

Sie ziehen in eine Villa in Berlin-Grunewald ein. Bei seinen Erkundungsgängen auf dem ausgedehnten Grundstück entdeckt Sam eine Hütte, die den Zugang zu unterirdischen Luftschutzbunkern freigibt. Dort in einer Kammer durch ein winziges Guckloch, entdeckt er ein Mädchen, das dort offenbar gefangen gehalten wird. Er ringt mit sich, was er tun soll, denn sein Vater war kurz vorher in den unterirdischen Gängen und verhält sich sonderbar. Als er am nächsten Tag nach dem Mädchen schauen will, ist es verschwunden und die Kammer leer.

Er versucht, mit seiner Mutter und seinem Bruder zu reden, aber keiner in seiner Familie hat Zeit für ihn. Alleingelassen mit seinen Gedanken und dem immer merkwürdigeren Verhalten des Vaters, gerät Sam in einen tiefen seelischen Konflikt. Von Tag zu Tag verfällt er mehr in eine Traumatisierung, kann irgendwann Fiktion und Realität nicht mehr unterscheiden, bis er so zerrüttet ist, dass er schreiend auf die Straße läuft und ein Auto anhält......

Der Roman von Jonas Winner ist sehr spannend und fast ein wenig gruselig. Der Leser erlebt mit, wie Sam von Tag zu Tag mehr an diesem Trauma zugrunde geht. Die Geschichte ist aus der Sicht von Sam geschrieben, als er sie nach zwanzig Jahren niederschreibt. Der Leser bleibt bis zum Ende letztendlich im Dunkeln darüber, wie alles zusammenhängt und ausgeht. Allerdings bleiben auch einige Fragen offen und es bleiben einige Unklarheiten, die nicht beantwortet werden. Im Einzelnen darauf einzugehen würde zuviel verraten.

Der Roman ließ mich mit gemischten Gefühlen zurück, er war super spannend und zum Teil nervenzerrend, aber ich gebe einen Punkt Abzug, da nicht alles restlos aufgeklärt wurde.

Autor: Jonas Winner
Buch: Die Zelle
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