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Nicky_G

vor 1 Jahr

(140)

Sam zieht mit seinen Eltern, seinem Bruder und dem Au-Pair-Mädchen von London nach Berlin. Die Sommerferien haben gerade begonnen und er stromert einsam über das weitläufige Gelände, das zu dem Haus gehört, in dem sie nun leben. Dabei entdeckt er im Keller einen Raum, in dem ein Mädchen eingesperrt ist. Als er allerdings ein zweites Mal hinuntergeht, ist sie verschwunden. Hat sein Vater etwas damit zu tun? Er benimmt sich auf jeden Fall seltsam, aber warum glaubt ihm keiner?

Die Geschichte ist aus Sams Perspektive geschrieben und somit für den Leser begrenzt und eingeschränkt, was einen hohen Unheimlichkeits- und Verwirrungsfaktor beinhaltet. Die Gedankengänge von Sam lassen sich gut nachvollziehen, vor allem am Anfang im Hinblick auf seinen Vater.

Sehr beeindruckend und wie ein Sog ist die Musik beschrieben, die der Vater komponiert. In Kombination mit dem Kurzfilm, in dem ein Baby ertränkt wird, ist es verständlich, dass Sam sich angsterfüllt auf den Dachboden flüchtet.

Manchmal wirken Sams Aussagen – er ist immerhin erst elf Jahre alt –sehr erwachsen und nicht wie die eines Kindes in seinem Alter. Und manchmal weiß man wirklich nicht, ob die Erzählungen seiner kindlichen Fantasie entspringen oder ob es real ist, wie zum Beispiel die Geschichte mit der Hacke, die der Vater ergreift. Nachher hört sich alles plausibel und einleuchtend an, aber aus Sams Sicht klingt es sehr bedrohlich.

Kurz bevor Sammy die große Bombe platzen lässt, wird es immer unheimlicher, so dass die Geschichte fast an eine Horrorgeschichte erinnert. Bildet er sich die Sachen ein? Manches ja, aber alles? Man grübelt als Leser, versucht eine logische Erklärung zu finden. Zur Mitte hin wird ein extremer Spannungshöhepunkt erreicht und gegen Ende hin konnte ich das Buch nicht mehr weglegen.

Autor: Jonas Winner
Buch: Die Zelle
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