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Starbucks

vor 1 Jahr

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Am Wochenende konnte ich kaum aus dem Haus gehen, weil ich Jonas Winners Psychothriller (laut Buch ein Thriller, aber ich würde ihn Psychothriller nennen) „ Die Zelle“ angefangsen hatte und nach dem Wochenende auch schon wieder beendet hatte. Selten hat mich ein Buch so gefesselt und so aufgewühlt, so dass ich eigentlich nur davon schwärmen kann.

Zum Inhalt: Sam zieht mit seiner Familie und dem Au Pair Mädchen Hannah von England nach Berlin in eine alte Villa nach Grunewald, und nichts ist mehr, wie es war, als der Junge in einem alten, unterirdischen Tunnelsystem ein eingesperrtes Mädchen entdeckt, das am nächsten Tag verschwunden ist. Für den Jungen besteht kein Zweifel, dass sein Vater mit der Sache zu tun hat, und von nun an lassen düstere Gedanken daran, was passiert sein mag, den Jungen nicht mehr los. Sam hat der Verschwundenen sogar einen Namen gegeben; sie lebt in seiner Erinnerung weiter. Die langweiligen Tage des Sommers sind gezählt, als Sam schließlich die Nachbarstochter Marina kennen lernt, doch die Gedanken an das Mädchen in der unterirdischen Zelle lassen ihn nicht los. Schließlich tritt der Junge eine Reihe von Ereignissen los, die im Fiasko enden...Und am Ende hält der Autor auch noch eine große Überraschung parat...

Immer tiefer hat der Autor mich in ein eng gestricktes Netz von Verdächtigungen und Mutmaßungen genommen. Die Sprache des Romans ist sehr dicht, gut lesbar und bietet Hochspannung auf jeder einzelnen Seite. Immer wieder gibt es Wendungen und ein Umdenken, was nun denn wirklich passiert sein kann. Immer wieder versucht Sam auch auf das Geschehene aufmerksam zu machen, und obwohl es Untersuchungen gibt, scheint der Elfjährige nicht so recht Gehör zu finden.

Es ist fast unglaublich, dass sich die gesamte Handlung in, um und unter dem Haus am Grunewald abspielt. Der Leser scheint am Ende jede Ecke des Gartens zu kennen. An einigen Stellen war mir das „Kopfkino“ schon fast unerträglich schlimm und abartig, aber das Buch hat mich wirklich in seinen Bann gezogen. Es ist ein Thriller, den man mit stetiger Anspannung liest. Dabei schafft Winner es auch, die Handlung nach etwas über 300 Seiten zu beenden und die Handlung nicht künstlich in die Länge zu ziehen.

Fazit: Es gibt wirklich nichts, was für mich an Jonas Winners „Die Zelle“ nicht stimmt. Die Handlung ist gut durchdacht, die Sprache passend und schlüssig. Gedanken sind kursiv abgesetzt. Damit sieht der Leser genau, was der Junge oft gern sagen möchte, sich dann aber für etwas anderes entscheidet. Ich möchte dieses Buch allen Thriller-Lesern gern empfehlen und werde selbst den Autor weiter verfolgen. „Die Zelle“ ist in diesem Jahr sicher das bisher beste Buch, das ich gelesen habe.

Autor: Jonas Winner
Buch: Die Zelle
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