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anina21

vor 1 Jahr

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Sammy ist elf und gerade mit seinen Eltern nach Berlin gezogen. Im Luftschutzbunker der alten Jugendstilvilla, die die Familie im Grunewald bezogen hat, macht er eine verstörende Entdeckung. Ein vollkommen verängstigtes Mädchen, nicht viel älter als er, ist dort unten in einer Zelle eingesperrt, die man mit Gummifolie ausgekleidet hat. Nur durch einen winzigen Schlitz hindurch kann er sie sehen. Am nächsten Tag ist die Zelle leer, das Mädchen verschwunden. Und für Sammy kann es dafür eigentlich nur einen Grund geben: seinen Vater.


Ich bin so überrascht und geschockt über das Ende, dass ich immer noch nicht von der Geschichte loskommen kann. Am Anfang war ich mir sicher, es ist Sam's Vater, doch ab der Hälfte des Buches ist dies unmöglich und meine Zweifel wurden auf den Vater von Marina gezogen. Hat er Loki festgehalten? Und als am Schluss die Beamten kommen, die Jonas und seinen Vater wahrscheinlich umbringen wollen wie man denkt, war ich mir sicher, dass er es ist. Doch der Vater überlebt und wird verhaftet, er gibt alles zu. Sam schreibt das Buch aus seiner eigenen Perspektive und man meint, er sei der süsse, verstörte Junge, dem mit elf Jahren so viel Fürchterliches zugestossen ist. Doch das Rätsel wird erst auf der allerletzten Seite aufgelöst: Ein Schock für den Leser! Ich dachte schon vereinzelt vielleicht ist er ja ein Psycho, das mit dem Jungen aus dem Grab kann gar nicht sein, doch an Loki habe ich geglaubt. Erstaunend sind die Zwischendialoge des Mörders selbst, der eine Szene im Kopf hat, die gar nie geschieht. Ich würde als Thrillerleser dieses Buch unbedingt lesen, es ist aber nichts für schwache Nerven.

Autor: Jonas Winner
Buch: Die Zelle
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