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_hellomybook_

vor 2 Monaten

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„Freizeitpark“ und „Serienmörder“ sind zwei Überbegriffe, die im ersten Moment keine Verbindung zu haben scheinen. Und dennoch sind beide für einen gelungenen Thriller äußerst vielversprechend. Ob „Murder Park“, der mit beiden Schlüsselbegriffen aufwartet, so überzeugen kann wie der Klappentext mich angesprochen hat, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.
Gleich zu Beginn sticht die große Anzahl an Protagonisten und unterschiedlichen Charakteren hervor, die den Leser in vorliegendem Buch erwarten. Diese werden gelungen vorgestellt und mit großer Plastizität beschrieben. Eine Erzählweise, die sich von Kapiteln um die Hauptfigur Paul Greenblatt über Interviews mit den übrigen Gästen auf der Insel abwechselt, weckte sofort mein Interesse und entpuppte sich als geschickte Möglichkeit, den Leser auf falsche Gedanken und zu unkorrekten Vermutungen zu bringen. So weiß man selbst nie, wem man tatsächlich trauen kann, und das Rätsel um den nicht scharf umrissenen und unbekannten Antagonisten bleibt lange Zeit offen und spannend. Jedoch ist das Ende eher enttäuschend; kann es zwar mit Unvorhersehbarkeit aufwarten, verliert aber sehr an Glaubwürdigkeit. Das liegt daran, dass sich die Auflösung als sehr verworren herausstellt und der Autor zu viel Wert auf einen „Shutter Island“-Effekt legt, den er nicht erreichen kann, und künstlich auf Mindfuck-Momente trimmt. Außerdem wird der endgültige Schluss für meine Bedürfnisse etwas zu schnell ab gefrühstückt, wodurch es abgehackt wirkt und nicht zufriedenstellend ist. Dennoch ist das interessante Grundszenario eines Blickes wert, da es einen atmosphärisch sehr dichten Einblick in das Thema „Serienmörder“ gibt und mit stimmigen textlichen Einlagen aufwerten kann. Einen Kritikpunkt, den ich noch anbringen möchte – und Eingeweihte wissen sicherlich, was ich hiermit meine – , ist die Tatsache, dass eine bestimmte Sachlage erst sehr spät aufgedeckt wird, welche mit dem Protagonisten persönlich zu tun hat und auf seine Vergangenheit zurückgreift, und diese Reihenfolge ist unstimmig zu seinem Geisteszustand, da man nicht abkaufen möchte, dass er dies verdrängen konnte, was das Szenario im Nachhinein unecht wirken lässt, jedoch im Lesefluss nicht zu sehr die Oberhand gewinnt, als dass man das Buch als lächerlich hinstellen könnte. Dies führt uns dazu, dass der Protagonist nicht immer geeignet dazu ist, die Handlung auf seinen Schultern zu tragen, da er des Öfteren bei mir aufstößt, da er sich stur und uneinsichtig verhält, was manchmal nicht nachvollziehbar erscheint.

„Murder Park“ überzeugt nach wie vor mit seinem interessanten und stimmigen Setting, das durchaus an „Shutter Island“ erinnert, aber vor allem in Anbetracht des Schlusses nicht mit genanntem Werk mithalten kann. Jedoch sorgt der Autor mit diesem Buch für gute Unterhaltung, wodurch ich jedem, der sich angesprochen fühlt, „Murder Park“ empfehlen kann.

Autor: Jonas Winner
Buch: Murder Park
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