Jonas Zauels Alle Farben der Nacht

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Inhaltsangabe zu „Alle Farben der Nacht“ von Jonas Zauels

Eine junge Frau namens Emilia irrt durch das Dunkel ihres Lebens – blind gegenüber Verlusterfahrungen, denen sie ebensowenig Macht über sich geben will wie den offensichtlichen Spuren erfahrener Missachtung. Sie trinkt viel, isst wenig, nimmt Drogen, verdrängt gar, dass sie schwanger ist, und erleidet schließlich einen schweren Unfall. Ihr Weg gibt allen Anlass zur Sorge – wäre da nicht Theo, der ihr wie ein Schatten folgt, die Richtung weist. Und wäre da nicht außerdem die jugendliche Streunerin Rebecca, der Emilia sich langsam öffnen kann. Die beiden Freundinnen gehen mit einer Rockband auf Tour, verlieben sich ineinander, zerstreiten sich wieder, verlieren und suchen sich. Allmählich wächst Vertrauen, verleugnete Erinnerungen kehren zurück. So dringt mehr und mehr Licht in Emilias Düsternis – endlich beginnt sie die Farben zu sehen.

Ein absolut bemerkenswertes und anspruchsvolles Debüt, das mich nachhaltig beeindruckt hat. Eine dringende Leseempfehlung!

— buchstabentraeumerin

Es verwirrt und fesselt gleichzeitig. Toller Debütroman!

— Kuhni77

Am Ende legt man das Buch weg, schläft eine unruhige Nacht drüber und will es am nächsten Tag direkt wieder von vorne lesen.

— booksam

Unglaublich fesselnde, zum nachdenken anregende, traurige Geschichte!

— SarahDenise

Verwirrend aber zugleich packend und interessant. Über Alkohol - und Drogen Abhängigkeit.

— zeilengefluester

Ernste Themen spannend auf 150 Seiten verpackt!

— xxnickimausxx

Verwirrend anders, Spannend bis zum Schluss mit einer Protagonistin welche nicht hätte besser gelingen können.

— Mausimau

Ich habe bisher nur die Leseprobe gelesen, aber dabei hat mich die Sprache des jungen Autors beeindruckt. Wie geht es mit Emilia weiter?

— joculata

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  • Sprachgewaltiges und intensives Roman-Debüt, das erschüttert und berührt.

    Alle Farben der Nacht

    buchstabentraeumerin

    12. September 2017 um 21:12

    Für manche Rezensionen fühle ich mich zu klein. Ich fühle mich ihnen nicht gewachsen, vor allem, wenn mich der Roman sprachlich und inhaltlich so sehr gefangennimmt und beeindruckt, wie dieses Debüt: „Alle Farben der Nacht“ von Jonas Zauels. Der Autor, gerade einmal Mitte zwanzig, schreibt so gut. Metaphorisch, philosophisch, nüchtern, poetisch, gleichzeitig jugendlich und reif – seine Worte fühlen sich schlicht energiegeladen an. Herrje, manchmal kann man einfach nur dankbar sein, auf ein Buch aufmerksam gemacht worden zu sein. Voller Energie sein – das passt zum Mitte zwanzig sein. Ein Alter, in dem übrigens auch die Protagonistin Emilia ist. Das ist die Zeit der intensiven Gefühle: Die ungestüme und nicht immer glückliche Liebe, Nachdenklichkeit und Schwermut, die einen ab und an befällt, die Verrücktheit und Freiheit der durchwachten Nächte, die Schmerzhaftigkeit des Erwachsenenlebens und die Grenzenlosigkeit der Möglichkeiten. In „Alle Farben der Nacht“ geht es um all das, das Erwachsenwerden, mit seinen Hürden und Schwierigkeiten – und um so vieles mehr. Emilia ist eine verlorene junge Frau. Sie irrt ohne Familie und Freunde durch Tage und Nächte, betäubt sich mit Drogen und Alkohol. Schwierigkeiten, Sorgen und traumatische Erlebnisse lassen sich so verdrängen. Sie muss sie verdrängen, da sie sonst zerbricht. Der Leser erfährt nach und nach die ganze Bandbreite des Unglücks. In unscheinbaren Nebensätzen, unterkühlt und dabei kristallklar, spielen sich die Tragödien der Protagonistin ab. Die Tragweite wird einem dadurch nur umso bewusster.DAS LEBEN ZIEHT SICH WIE DICKFLÜSSIGER KLEBSTOFF DURCH DIE DUNKLEN STRASSEN UND NIMMT HIER UND DA EIN STÜCK DRECK MIT, DER LANGE FÄDEN HINTER SICH HERZERRT, GLEICHZEITIG SO NAH UND SO VERSCHWOMMEN WEIT WEG, BEDROHLICH UND UNBARMHERZIG DIE VERFOLGUNG AUFNIMMT UND SICH UNLÖSBAR IN DER ERINNERUNG FESTSETZT. (SEITE 60 Ich tauchte in den Kopf von Emilia ein und kam nicht mehr raus. Das war faszinierend und schmerzhaft und jetzt, wo ich am Ende angelangt bin, möchte ich von vorne beginnen. Denn ich bin mir ganz sicher, ich kratze gerade nur an der Oberfläche all dessen, was in diesem Roman drin steckt. Ich möchte den Text markieren, Gedanken und Zusammenhänge notieren, analysieren und jede Zeile sezieren – und das macht nur ein richtig gutes Buch mit mir. Davon gibt es nicht viele, eines wäre zum Beispiel „Der Fänger im Roggen“ von J.D. Salinger.AN DIESEM ABEND WAR ES EMILIA, ALS BREITE SICH IN IHR EINE KLIRRENDE KÄLTE AUS, DIE SIE IN TAUSENDE UND ABERTAUSENDE TEILE ZERBERSTEN LIESSE. SPLITTER FÜR SPLITTER SPRANG VON IHR AB, VERLIESS SIE, BRACHTE SICH IN SICHERHEIT, BIS NUR NOCH EIN SCHANDFLECK AUS KNOCHEN UND HAUT ÜBRIG WAR, IN EINER SALZIGEN PFÜTZE AUF DEM BODEN. (SEITE 15 Doch zurück zu „Alle Farben der Nacht“. Das obere Zitat ist nur ein Beispiel von zig Metaphern, die mich nicht mehr loslassen. Sie machen es dem Leser teilweise schwer, dem Geschehen zu folgen. Überhaupt ist es nicht immer leicht, zu unterscheiden, was nun Wirklichkeit und was Einbildung ist. Was findet nur in Emilia’s Kopf statt, was geschieht tatsächlich? Doch das entfachte bei mir nur den Wunsch, noch tiefer einzusteigen und mich noch mehr auf die Geschichte einzulassen. Ich schwärme zu sehr? Ach, ich habe nicht mal richtig angefangen! Doch jedes weitere Wort würde zu viel vom Inhalt vorwegnehmen.  Jonas Zauels – Hut ab. Ich benutze dieses Wort nicht gerne, aber ich bin ein Fan geworden. Schreibe bitte noch ganz, ganz viele Bücher, ich möchte sie alle lesen.Fazit „Alle Farben der Nacht“ von Jonas Zauels ist ein absolut bemerkenswertes und anspruchsvolles Debüt, das mich nachhaltig beeindruckt hat. Ich war sprachlos und bin es – um ehrlich zu sein – auch jetzt noch. Diese Coming-of-Age Geschichte ist hart, ungewöhnlich und geht an die Substanz. Doch sie ist gleichzeitig so reich an intensiven Gefühlen, dass man sie nicht hoffnungslos verlässt. Von mir eine ganz klare und dringende Empfehlung.

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  • Was ist Wirklichkeit und was ist Phantasie?

    Alle Farben der Nacht

    Kuhni77

    08. March 2017 um 08:24

    INHALT: Emilia hat in ihren jungen Jahren schon vieles erlebt. Der Vater hat die Familie früh verlassen, die Mutter ist an Krebs gestorben und das Leben bei ihrer Oma ist alles andere als angenehm. Sie bekommt Privatunterricht und ist eigentlich nur das Dienstmädchen ihrer Oma. Das Haus darf sie nur sonntags verlassen, um zum Bäcker zu gehen. Hier wird sie eines Tages niedergeschlagen und vergewaltigt. Diese ganzen Erfahrungen prägen das Leben von Emilia. Mit 17 Jahren bekommt sie vom Jugendamt eine Wohnung und ist ab diesem Zeitpunkt auf sich alleine gestellt. Emilia fängt an zu trinken, nimmt Drogen und wird von vielen Männern einfach nur ausgenutzt und benutzt. An einem Abend lernt sie Theo kennen. Mit ihm kann sie reden und er hört ihr einfach nur zu. Aber der Abend endet mit einem schlimmen Unfall. Theo weicht nicht von Emilias Seite, auch wenn sie gar nicht wirklich weiß, was er von ihr will. Als Emilia Rebecca, kurz nur Becks oder B. genannt, kennenlernt, hat sie endlich 2 Personen um sich, die sie aus ihrer Einsamkeit holen. Emilia und Becks verlieben sich ineinander, streiten sich oft, trennen sich und können aber doch nicht ohne den Anderen. Theo ist Emilias Schatten – er ist immer da, wenn sie alleine ist. Immer öfter tauchen alte Erinnerungen auf. Emilia lernt langsam zu vertrauen und die Düsternis ihres Lebens wird mehr und mehr vom Licht verdrängt – sie beginnt endlich Farben zu sehen. MEINUNG: Diesen Debütroman von Jonas Zauels konnte ich nicht so schnell lesen, wie ich sonst ein Buch lese. Der Roman erzählt schonungslos das Leben von Emilia. Ich musste immer wieder eine Pause machen und meine Gedanken sortieren. Emilia lebt in ihrer eigenen Welt und man weiß oft nicht, ob sie träumt bzw. Wahnvorstellung hat, oder ob es gerade ihr wahres Leben ist. Ihr Leben dreht sich um Party, Alkohol, Drogen und Sex. Ich habe Emilia oft gewünscht, dass sie jemand an die Hand nimmt und ihr endlich den richtigen Weg zeigt. Theo und Becks waren zwar für sie da und haben ihr Leben mit ihr geteilt, aber wirkliche Hilfe war von ihnen nicht zu erwarten. Ich habe beide oft mit „böser“ und „lieber“ Engel verglichen. Becks, der böse Engel, die sie immer wieder mit auf Partys begleitet hat und auch den Drogen nicht abgeneigt war. Die Emilia aber auch etwas Geborgenheit und Liebe geschenkt hat. Theo war der gute Engel, der immer da war, wenn Emilia alleine gewesen ist. Der auf sie aufgepasst und ihr Halt gegeben hat. Aber beide konnten Emilia nicht die Hilfe geben, die sie so dringend benötigt hätte. Der Roman ist sehr düster und traurig geschrieben. Man merkt das Emilia in ihrer eigenen Welt lebt und es um sie herum dunkel ist.  Der Autor beschreibt Emilias Seelenleben so genau, dass man als Leser oft nicht weiß, ob sie es gerade wirklich erlebt oder nur träumt. Deswegen ist es mir oft schwergefallen, dem Ganzen zu folgen, aber trotzdem hat mich der Roman gepackt und ich wollte wissen, wie es ausgeht. Diese 150 Seiten brauchen Zeit – Zeit zum Lesen, zum Nachdenken und Sacken lassen. Es ist ein Buch, dass einen auf eine Art berührt, verwirrt und nachdenklich stimmt. Das Ende habe ich so nicht erwartet. Hier bin ich mir immer noch nicht sicher, ob wir Emilia zum Schluss nicht doch einfach nur in ihren Tagträumen begleitet haben. FAZIT: Auch wenn ich oft verwirrt war und oft nicht wusste: „Was passiert hier gerade“ / „Träumt Emilia oder erlebt sie es wirklich?“ – hat mich dieser Roman mitgezogen und nicht mehr losgelassen. Ein gelungener Debütroman, der auf jeden Fall nachdenklich macht und einen noch länger beschäftigt. Man sollte sich wirklich Zeit nehmen, diesen Roman zu lesen. Für Zwischendurch ist er auf keinen Fall geeignet.

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  • Schonungslos und hautnah

    Alle Farben der Nacht

    booksam

    06. March 2017 um 20:00

    Es beginnt wie ein Jugenddrama und endet in einem Chaos aus Gefühlen, Sinnen und Realitätsverlust. Die 17 jährige Protagonistin hat es nicht leicht in ihren jungen Jahren und versucht sich – endlich alleine und unabhängig – durchs Leben zu schlagen. Dabei geht es um Sex und Drogen und Rock'n'Roll, doch steckt hinter allem ein tieferer Sinn bzw. Un-Sinn. Ein Buch, was sich so schwer beschreiben lässt und gleichzeitig einen so großen Drang auslöst, darüber reden zu wollen, habe ich noch nie gelesen. Der Autor lockt einen fast unbemerkt in die dunklen Ecken der Menschheit, die man im Alltag so gerne auszublenden versucht. Durch den fantastischen Schreibstil erlebt man die Geschichte hautnah mit und wird in den Strudel aus Traum, Fantasie und Realität gezogen. Der Leser verschmilzt mit der Protagonistin. Realität verschmilzt mit Fiktion und am Ende legt man das Buch desillusioniert weg, schläft eine unruhige Nacht drüber und will es am nächsten Tag direkt wieder von vorne lesen. Denn beim zweiten Mal liest man es mit ganz anderen Augen.

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  • Leserunde zu "Alle Farben der Nacht" von Jonas Zauels

    Alle Farben der Nacht

    UlrikeHelmerVerlag

    Lest den Debütroman »Alle Farben der Nacht« von Jonas Zauels vor der Veröffentlichung! Für die Vorab-Leserunde verlosen wir 10 eBooks. Zum Inhalt Eine junge Frau namens Emilia irrt durch das Dunkel ihres Lebens – blind gegenüber Verlusterfahrungen, denen sie ebensowenig Macht über sich geben will wie den offensichtlichen Spuren erfahrener Missachtung. Sie trinkt viel, isst wenig, nimmt Drogen und erleidet schließlich einen schweren Unfall. Ihr Weg gibt allen Anlass zur Sorge – wäre da nicht Theo, der ihr wie ein Schatten folgt, die Richtung weist. Und wäre da nicht außerdem die Streunerin Rebecca, der Emilia sich langsam öffnen kann. Die beiden Freundinnen gehen mit einer Rockband auf Tour, verlieren und suchen sich. Allmählich wächst Vertrauen, verleugnete Erinnerungen kehren zurück ... (Buchumfang: ca. 176 Seiten) Leseprobe Über Jonas Zauels Jahrgang 1992. Er wuchs in einem Dorf im Kreis Ahrweiler bei Bonn auf. Neben dem Schreiben studiert er Germanistik und Philosophie und spielt Bass in einer Indie-Rock-Band. Jonas Zauels wird an der Leserunde teilnehmen. Er freut sich auf Diskussionen, Fragen und Anmerkungen ;o) So wanderst du in den Lostopf Bewirb dich einfach indem du auf den blauen »Jetzt bewerben«-Button drückst und uns deine Meinung zu folgender Frage verrätst: Wem kann man Probleme am besten anvertrauen: Freunden, dem Partner/ der Partnerin, der Familie oder am liebsten niemanden? Wir bitten alle Gewinnerinnen und Gewinner um eine aktive Beteiligung und eine anschließende Rezension. Es wäre schön, wenn du bereits mindestens eine Rezension auf Lovelybooks verfasst hast. WICHTIG: Du erhältst das Buch als eBook (ePub). Bitte nimm also nur an der Verlosung teil, wenn du über einen Reader verfügst (die Konvertierung ins mobi-Format (z.B. Kindle) geht zum Glück ganz einfach). Wir wünschen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Glück! Euer Ulrike Helmer Verlagsteam

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  • Tief berührend und verwirrend

    Alle Farben der Nacht

    SarahDenise

    21. February 2017 um 19:32

    Emilia ist 17 Jahre alt und führt kein einfaches Leben. Nachdem ihr Vater sie und ihre Mutter verlassen und ihre Mutter dann an Krebs gestorben ist, lebt sie lange Zeit bei ihrer Großmutter. Sie wird von ihrer Großmutter isoliert, muss den Haushalt führen und wird von einem Hauslehrer unterrichtet. Die einzigen Gelegenheiten in denen Emilia das Haus verlassen darf, ist zum Einkaufen oder um das Gebäck für die wöchentliche Teerunde ihrer Großmutter zu besorgen. An einem Sonntag wird sie in der Bäckerei von dem Bäckerjungen vergewaltigt und Emilia trägt ein schweres Trauma davon..... Kurze Zeit später lebt sie alleine in einer Wohnung und verfällt Drogen, Alkohol und sexuellen Aktivitäten mit fremden Männern. Sie stürzt immer mehr ab, bis sie eines abends Theo kennen lernt und sie einen schweren Unfall erleidet. Theo ist ihr „guter Geist“ und versucht ihr zu helfen, und dann taucht noch B., Rebecca auf.... Wird Emilia aus diesem Strudel von Wahn und Bessingungslosigkeit rauskommen? Ich bin wirklich beeindruckt, dass ein so junger Autor wie Jonas Zauels so ein Buch geschrieben hat. Die tragische Geschichte von Emilia wird so gut dargestellt, mit tiefen Emotionen und ihren Wahnvorstellungen. Der Schreibstil gefällt mir unheimlich gut und man steigt direkt voll in die Geschichte ein, wobei diese manchmal ziemlich verwirrend ist, denn man kaum zwischen Traum, Wirklichkeit und Wahn unterscheiden. Aber dies macht dieses Buch genau aus, denn so erlebt man die Geschichte von Emilia hautnah mit. Ich war gespannt, wie das Buch endet und ob am Ende wirklich alles aufgeklärt wird. Das Ende lies keine Wünsche offen, man erfährt einiges und doch ist noch Platz für Spekulation. Diese Geschichte regt zum nachdenken an und besitzt alle Merkmale, die ein gutes Buch, dass einen begeistern und fesseln soll haben muss.

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  • Unterscheide die Dunkelheit von der Wirklichkeit

    Alle Farben der Nacht

    zeilengefluester

    18. February 2017 um 13:11

    Ein Buch über die ernsten Themen des Lebens – Drogen, Alkohol und Missbrauch Inhalt: Emilia, eine erst 17-jährige junge Frau. Lebt zunächst bei ihrer Großmutter, da ihre Mutter verstorben ist und ihr Vater nicht auffindbar war. Dort lebt sie in Isolation, abgeschottet von der Außenwelt. Wird von einem Lehrer zu Hause unterrichtet. Nachdem die Großmutter ein Schlaganfall erlitt, musste sich Emilia um sie kümmern und um den Haushalt. Sie fühlte sich nicht mehr wie Ihre Nichte, sondern eher wie ein Dienstmädchen. Nur sonntags durfte sie das Haus verlassen, um Gebäck für die Großmutter abzuholen. Wie jeden Sonntag, ging sie auch an diesem Morgen zur Bäckerei. Aber anstatt wie jedes Mal von dem Bäckerjungen begrüßt zu werden, wurde sie niedergeschlagen. Sie wacht auf und ist Nackt. An diesem Tag wird sie von dem Bäckerjungen vergewaltigt. Dieser Vorfall hat sie gezeichnet. Nachdem sie beschloss alleine zu wohnen, geriet ihr Leben ins Schwanken. Schon morgens fängt sie an zu trinken und hört erst am Abend wieder auf, wenn die Drogen ins Spiel kommen. Schon in der Zeit bei ihrer Großmutter, griff sie oft nach der Flasche. Aber nachdem sie alleine wohnte, gelten auch Ihre Regeln. Eines Tages lernt sie dann auch noch, den Künstler Theo kennen. Kurz darauf hat sie aber ein Autounfall und dieser ändert alles. Theo rückt aber nicht von ihrer Seite, er ist für sie da. Und dann ist da auch noch Rebecca, deren Leben Emilia rettet. Das konnte nur eine heikle Geschichte werden. Über Alkohol- und Drogenabhängigkeit und wie es dein Leben verändern kann. Meine Meinung: Der Titel „Alle Farben der Nacht“ passt wirklich gut zu diesem Buch. Am Anfang habe ich noch gedacht, dass damit vielleicht die Farben des Himmels gemeint sind, wenn der Abend immer näher rückt. Aber nein, der Titel hat noch eine viel tiefere Bedeutung. Dieses Buch hat mich einfach gefesselt. Noch Tage später, denke ich darüber nach. Die Geschichte an sich war sehr verwirrend, aber gleichzeitig auch berührend und fesselnd. Über eine junge Protagonistin, die den falschen Weg einschlägt und keine Hilfe annehmen möchte. Mit so vielen Wendungen und Möglichkeiten. In dieser kurzen Zeit lernt Emilia, so viele Leute kennen. Aber sie merkt gar nicht, dass sich diese Menschen wirklich für sie interessieren. Dave, der Sänger aus der Band, bezeichnet sie sogar als Muse. Ben, der Arzt, dem sie auf der Straße begegnet, nimmt Sie sogar mit zu sich und möchte ihr sofort helfen. Aber das „sieht“ sie gar nicht. Ich kann Emilias Einstellung zum Leben, einfach nicht verstehen. Ich meine sie redet davon, wie ihr Leben sein könnte, sie aber nicht die Kraft und den Mut dazu aufbringen kann, so auch zu Leben. Das finde ich einfach nur schade und ich habe wirklich Mitleid mit ihr. Nicht weil sie diese Einschränkung hat, sondern weil sie nicht versucht zu LEBEN. Die Charaktere oder sagen wir mal der Hauptcharakter Emilia, eine junge Frau, die im Alkohol – und Drogen Einfluss untergeht. Ich weiß bis jetzt nicht genau, was ich von Ihr halten soll. Durch ihre Vergangenheit ist sie gezeichnet und so lebt sie ihr Leben. In sich gekehrt, alleine, in Isolation, in ihren eigenen vier Wänden. Keine Freunde. Nacht für Nacht geht sie in irgendwelche Bars oder hat mit wildfremden Sex. Oder dröhnt sich mal wieder zu, das sie sich an kaum noch was erinnert. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Es ist flüssig und klar geschrieben, dass man alles schnell verstehen konnte. So spannend, das ich es fast an einem Tag durchlesen musste. Auch gefällt es mir, wie er die Gedankengänge und Handlungen von Emilia und ihren Persönlichkeiten detailliert beschreibt. Ich finde es echt unglaublich, wie gut der Autor die gesamte Geschichte so rüberbringen konnte, dass man es auch verstanden hat. Ab und zu musste ich auch erstmal die Textstelle Review passieren lassen und kurz darüber nachdenken, was uns der Autor damit sagen wollte oder was er versucht hat rüberzubringen. Aber dann war es meist schlüssig. Das Ende hat mich echt umgehauen. Damit hätte ich niemals gerechnet. Ich will nicht zu viel verraten, da es vielleicht einige noch nicht gelesen haben. Aber ich verstehe einfach nicht, warum sie geglaubt hat, damit durchzukommen. Irgendwann macht jeder einmal ein Fehler und dann kommt es doch raus. Ich bin einfach Zwiegestalten, auf der einen Seite fand ich das Ende passend, aber auf der anderen Seite war ich so verwirrt, das ich es bis jetzt nicht richtig realisiert habe. Ich glaube man braucht ein paar Tage, um das Buch in sich aufzunehmen und alles zu verstehen. Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Ich würde es auch weiterempfehlen. Aber man sollte vorher wissen, dass das Buch nicht nur so zum „dahinlesen“ ist, nur weil es 150 Seiten hat. Außerdem ist es nicht gemacht für „Zarte Gemüter.“ Da es schon detailreich ein Leben beschreibt, in das jeder von uns reinrutschen könnte. Bewertung: 4/5 Sternen

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  • Was ist Traum und was ist Realität? Weißt du es?

    Alle Farben der Nacht

    Mausimau

    16. February 2017 um 12:21

    Vielen Dank, dass ich dieses wunderbare Buch in einer Leserunde lesen konnte. Es hat mir viel Spaß bereitet und die Seiten sind nur so dahin geflogen. :) Inhalt: Eine junge Frau namens Emilia irrt durch das Dunkel ihres Lebens – blind gegenüber Verlusterfahrungen, denen sie ebensowenig Macht über sich geben will wie den offensichtlichen Spuren erfahrener Missachtung. Sie trinkt viel, isst wenig, nimmt Drogen, verdrängt gar, dass sie schwanger ist, und erleidet schließlich einen schweren Unfall. Ihr Weg gibt allen Anlass zur Sorge – wäre da nicht Theo, der ihr wie ein Schatten folgt, die Richtung weist. Und wäre da nicht außerdem die jugendliche Streunerin Rebecca, der Emilia sich langsam öffnen kann. Die beiden Freundinnen gehen mit einer Rockband auf Tour, verlieben sich ineinander, zerstreiten sich wieder, verlieren und suchen sich. Allmählich wächst Vertrauen, verleugnete Erinnerungen kehren zurück. So dringt mehr und mehr Licht in Emilias Düsternis – endlich beginnt sie die Farben zu sehen. Cover: Das Cover und der Titel passen einfach perfekt zum Buch. Es harmoniert einfach alles miteinander - wer das Buch gelesen hat wird das Cover noch besser verstehen. Die Farben sind sehr ansprechend gehalten und es sticht durch die rot töne vermischt mit den dunklen Tönen sofort ins Auge. Meine Meinung: Es ist schwierig über dieses Buch zu schreiben, wenn man nicht zu viel verraten möchte. Ich habe von der ersten Seite an sofort in das Buch reingefunden und konnte mich erschreckender Weise sehr gut in Emilias wirren Gedankengängen zurecht finden. Erschreckend deswegen, da ihre Gedanken sehr wirr sind und so sehr Gleichgültig aber auch sehr krank. Sie merkt nicht wie Sie schwanger ist, kotzt immer wieder und fühlt gerne schmerzen. Der Autor schafft es, Emilias Gedanken zu schreiben, dass man als Leser selbst nicht mehr weis, was ist Einbildung und was erlebt Emilia wirklich. Ich war in einer Welt gefangen, welche ich so noch nicht kannte. Emilias ertrinkt im Alkohol und in den Drogen, es zieht sie immer weiter runter und man findet einfach keinen Ausweg. Ihre Schwangerschaft zu verdrängen, zu denken Sie sei nur dick geworden, das hat mich wirklich erschreckt - man hört immer wieder das es sowas gibt aber davon zu lesen als wäre man selbst in dieser Situation ist nochmal was anderes. Eduardo - Emilias Lehrer aus den Zeiten bei der Großmutter, war für mich eine interessante Erinnerung. Immer wieder erinnert sich Emilia und zeigt uns so auch wie Intelligent sie ist und wie weit sie teilweise denken kann. Es gab auch eine Unterhaltung mit Emilia und einem Band Mitglied über den Glaube. Woran glaubt man eigentlich? Und ist der Glaube nicht immer nur etwas, was wir uns einreden? Immer wieder hat der Autor Themen aufgenommen - wie findet man sich selbst?, Woran glaubt man?, Was bedeutet treue? - die mich berührt haben, über welche ich wirklich nachgedacht habe und auch Diskutiert habe und es auch noch tue. Fazit: Dieser Debüt-Roman ist etwas großartiges und komplett anderes.  Ich habe noch nie ein solches Buch gelesen und nach einer netten Einladung des Autors habe ich gedacht, dass ich es einfach mal versuche. Für mich war es eine komplett neue und tolle Erfahrung. Die Sprache und Handlung waren einfach genial. Für mich gibt es für dieses Buch nur eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne. :)

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  • Realität oder Traum - Fantasie oder Wirklichkeit

    Alle Farben der Nacht

    xxnickimausxx

    16. February 2017 um 12:18

    Jonas Zauels ist der Autor des Buches Alle Farben der Nacht. Es handelt sich um einen tiefschürffenden Roman voller ernster Themen rund um die 17jährige Emilia. Emilia lebte lange bei ihrer Großmutter da die Mutter verstorben ist und der Vater sie verlassen hat. Dort lebt sie lange in Isolation und wird von einem Hauslehrer unterrichtet. Eines Tages wird sie von einem Mann in der Bäckerei vergewaltigt und leidet seit dem und der starke Paranoia. In ihrer Wohnung fühlt sie sich ständig beobachtet. Sie lebt in Isolation und stürzt sich Nacht für Nacht in bedeutungslose Sexabenteuer. Doch als sie den Maler Theo kennenlernt, wird sie von einem Auto angefahren und alles ändert sich. Aber der für sie noch fremde Theo ist für sie da...und das ist auch noch Rebecca... Zu allererst ist der Schreibstil des Autors sehr detailiert und heiß melancholisch. Man kommt gut und schnell in die Geschichte rein, nur die schnellen Zeitsprünge am Anfang der Geschichte irritieren etwas. Weiters zeigt der Erzählstil durch philosophisch detailierte Schilderungen auf, wie die Hauptprotagonisten die Welt wahrnimmt und wie ihre Gefühlswelt aussieht. Drogen, Alkohol Missbrauch, sexuelle und häusliche Gewalt und so weiter lassen einem Dinge tun, die man sonst nicht einmal denken würde. Der Autor beschreibt in einer Vielschichtigkeit, wie die Protagonistin ihre Welt wahrnimmt, auch wenn sie manchmal nicht bei Sinnen ist. Darüber hinaus ist die Verwirrtheit von Emilia auch im Schreibstil zu finden. Man weiß nie genau ob es nun Traum oder Wirklichkeit ist, ob es real oder Einbildung ist. Diese ist auf lange Strecken wirklich anstrengend, doch dadurch bleibt der Kurzroman auch spannend. Fazit: Eine tragische Lebensgeschichte der sehr jungen Protagonisten macht dieses Buch zu einer sehr guten Erzählung. Der Roman ist definitiv nichts für Zartbesaitete oder Zwischendurchläser, sondern muss mit dem nötigen Respekt und viel Zeit gelesen werden. Das Buch erinnerte mich stark an "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo". Alle Farben der Nacht erhält von mir 4 von 5 Sternen. (Ein Dank an den Autor Jonas Zauels für das Leseexemplar.)

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  • Welche Farbe hat das Leben?

    Alle Farben der Nacht

    AngiF

    10. February 2017 um 15:13

    Die siebzehnjährige Emilia ist ganz auf sich gestellt. Der Vater hat die Familie früh verlassen, die Mutter ist bereits verstorben. Nach dem endgültigen Zerwürfnis mit ihrer Großmutter lebt Emilia nun allein in einer eigenen Wohnung, die das Jugendamt finanziert. Durch die Stränge und Dominanz der Großmutter ist Emilia überbehütet und dadurch etwas naiv in ihren Handlungen. Sie bricht aus ihrem Leben aus, indem sie sich in Alkohol und Drogen flüchtet. Sie verliert komplett den Halt, findet Erfüllung in kurzen Beziehungen, die ihr nur den schnellen Sex bringen sollen. Zu tiefen Gefühlen und gar Bindungen scheint Emilia nicht fähig zu sein. Ist sie eine Gestörte? - Das bleibt zunächst offen. Auf jeden Fall jedoch ist sie eine Getriebene; wird sie finden, was sie sich ersehnt? Mit Emilia ist dem Autoren Jonas Zauels in seinem Debütroman „Alle Farben der Nacht“ eine Hauptfigur geglückt, die brillanter nicht hätte sein können. Die Situation um das Mädchen spitzt sich im Roman immer mehr zu, der Autor gibt die Geschichte nach und nach preis. Und doch bleibt dem Leser viel Raum für Interpretation. Mich persönlich bringt Jonas Zauels zum Nachdenken und die Story wird mich noch eine Weile beschäftigen. Der Schreibstil ist beeindruckend, Jonas Zauels lässt die Wirklichkeit mit der Phantasie verschmelzen. Er tut dies mit auserwählten Worten, die Sprache ist klar und präzise sowie modern und jung. Abgerundet wird das Werk durch gute und fesselnde Dialoge. Das verwendete Tempo ist angenehm und mitreißend; der Autor kann mich das gesamte Buch hindurch fesseln und ich habe dem Ende und somit der Auflösung geradezu entgegengefiebert. Mein Urteil: fünf von fünf möglichen Sternen und eine unbedingte Leseempfehlung an alle Leser, die sich für Coming-of-Age-Romane interessieren. Dieses wunderbare Debüt hat mir unterhaltsame Lesestunden gebracht und viele Denkanstöße vermittelt. Der Roman ist insgesamt ausdrucksstark, literarisch hochwertig und fast schon poetisch – mit vielen unvergesslichen Lieblingssätzen. http://angisbuecherkiste.blogspot.se/2017/02/alle-farben-der-nacht-von-jonas-zauels.html

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  • Lust auf mehr...

    Alle Farben der Nacht

    joculata

    09. February 2017 um 12:21

    Alle Farben der Nacht. Für mich ist das ein  Roman voller Abgründe. Atmosphärisch immer dichter werdend, aber mit klarer Sprache geschrieben.   Emilia, die junge Protagonistin ist anders, sie gehört nicht dazu. Abgeschottet von Gleichaltrigen wird sie groß. Ihre seit  früher Kindheit immer wieder erlebten Verlusterfahrungen versucht sie mit  Alkohol, Drogen und Sex zu verdrängen. Der Roman besticht durch seine Gegensätze. Die Handlung ebenso wie die Erlebnisse der Protagonistin wirken verstörend, werfen ständig neue Fragen auf und hinterlassen beim Leser eine hohe Anteilnahme. Alles drängt stetig dem Abgrund entgegen. Dagegen besticht im Kontrast dazu die Direktheit der Erzählweise. Prägnante Dialoge und  philosophische Momente, die den Leser ebenfalls unmittebar berühren, runden den Roman ab.       Meine Lust auf mehr hat sich nach dem Lesen des Romans bestätigt. In erster Linie, weil mich die Sprache des Autors tief beeindruckt, hoffe ich, bald mehr von ihm lesen zu können. Anregend waren für mich die aus der Handlung heraus entwickelten Gedanken, die sich mit dem menschlichen Sein beschäftigen. Dabei bleibt Zauels immer nahe dran, an der menschlichen Unzulänglichkeit und dem Suchen. Da gibt es keinen erhobenen Zeigefinger und kein Moralisieren, häufig aber eine positive, aufrüttelnde Idee.     Ein Buch, das mich gefordert hat. Keine einfache Lektüre, aber zweifellos lesenswert.

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