Jonathan Coe

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Jonathan Coe

Lebenslauf von Jonathan Coe

Jonathan Coe wurde 1961in Birmingham geboren. Er studierte an der King Edward's School in Birmingham und am Trinity College, Cambridge und lehrt heute an der University of Warwick in England. Er war als Film- und Literaturkritiker beim Guardian tätig und lebt heute als freier Schriftsteller in London. Seine oft humorvoll und satirisch geprägten Romane sind in erster Linie von der Beschäftigung mit sozialen Fragen geprägt. 1994 erschien sein erster Roman, "Allein mit Shirley", eine Satire über die Ära Margaret Thatcher.

Neue Bücher

Der Regen, bevor er fällt

 (72)
Neu erschienen am 10.09.2018 als Taschenbuch bei Penguin.

Alle Bücher von Jonathan Coe

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Der Regen, bevor er fällt

Der Regen, bevor er fällt

 (72)
Erschienen am 10.09.2018
Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim

Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim

 (60)
Erschienen am 09.11.2010
Das Haus des Schlafes

Das Haus des Schlafes

 (32)
Erschienen am 01.04.2006
Klassentreffen

Klassentreffen

 (8)
Erschienen am 01.02.2006
Allein mit Shirley

Allein mit Shirley

 (7)
Erschienen am 20.06.2014
Replay

Replay

 (6)
Ein Hauch von Liebe

Ein Hauch von Liebe

 (4)
Erschienen am 01.01.1997

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Neue Rezensionen zu Jonathan Coe

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Rezension zu "Allein mit Shirley" von Jonathan Coe

Eine schrecklich skrupellose Familie
Duffyvor einem Monat

Die erfolgreiche Familie Winshaw ist an nichts so sehr interessiert wie an Macht und Geld. Dafür gehen die in unterschiedlichen Bereichen tätigen Mitglieder über Leichen, sogar über die eines Familienmitglieds. Doch dieses Geheimnis soll wohlbehütet bleiben, denn nur die alte Tante Tabitha weiß, dass ihr Bruder Godfrey im Auftrag eines Familienmitglieds ermordet wurde. Dafür muss sie den Rest ihres Lebens vorsorglich in einer Irrenanstalt verbringen.Doch als 1990 der Schriftsteller Michael Owen den Auftrag bekommt, die Winshaw-Biografie zu erstellen, recherchiert er Dinge, die ihn selbst zu einer Figur dieser Familie werden lassen. Die Angelegenheit lässt ihn nicht mehr los und so rollt sich die Geschichte fast von selbst auf, nur nicht in die Richtung, die der Familie gefallen kann.

Coe ist ein begnadeter Erzähler und Ränkeschmied. Obwohl er Erzählperspektiven, Orte und die Hauptpersonen wechselt, kommt der Leser nicht durcheinander, im Gegenteil, immer enger werden die Stränge verflochten und fließen auf das Ende hin, das, wie bei Coes Romanen üblich, einige unvorhergesehene Überraschungen bietet. Nebenher zeichnet Coe auch wieder ein Sittenbild des englischen Kapitals, immer verflochten mit der politischen Lage und den Skrupellosigkeiten, die sich hier bei der Vermischung von Geld, Macht und Gier ergeben.

Coe ist ein Autor, der süchtig macht. Mit einem ausgezeichneten Gespür für Dramaturgie und dem rechten Maß an Aktion schafft er es in seinen Büchern, niemals Langeweile aufkommen zu lassen. Gleichbleibend hohes Niveau auch in diesem Buch. Es ist egal, mit welchem Werk man diesen Autoren entdeckt, sie sind alle gleich gut.

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Rezension zu "Erste Riten" von Jonathan Coe

Die "Unschuld" der 70er
Duffyvor einem Monat

Birmingham, nicht eine der schillerndsten Städte in England, ist der Schauplatz dieser Tragikomödie. Die Schulfeunde Trotter, Harding, Anderton und Chase verleben dort ihre Schulzeit in den 70ern, die in Großbritannien einen Umbruch bringen. Nicht nur politisch, sondern auch gesellschaftlich passiert einiges, was auf die Zukunft großen Einfluss haben soll. Rassismus und Klassenkampf sind durchgängige Themen im Alltag und der Punkrock soll seinen Ausdruck in der Jugend finden. Die Freunde versuchen eine Annäherung an die Welt der Erwachsenen als Redakteure einer Schülerzeitung und kommen hier so manches Mal an ihre Grenzen.

Doch die entscheidenden Entwicklungen betreffen das Privatleben. Familiäre Strukturen und besonders die ersten Liebesbeziehungen machen mehr als nur vorübergehende Schwierigkeiten.

Viele meinen, Coe sei der bessere Hornby und ein wenig Ähnlichkeit haben sie schon, doch Coe ist der ausholende Erzähler. Mit stilistischer Sicherheit und einem klaren Tonfall trifft er den Nerv dieser Zeit, ist glaubhaft und ein Mann, der dazugehört, der weiß, worüber er schreibt. Mit dem berühmten britischen Humor kann er Szenen bis zur Absurdität verklären, um im nächsten Satz voller Empathie den Effekt zu erzielen, den die Sicherheit des Banalen versteckt. Seine eindringlichen Gefühlsbeschreibungen und die Nähe zu seinen Figuren machen dieses Buch zu einem Leseerlebnis, das nicht näher am Stoff sein kann.

Das man nebenbei auch noch etwas mehr über die politische Lage im England dieser Zeit erfährt, den Umbruch zu einer langen Phase der Thatcher-Regierung, die Bedeutung der Gewerkschaften und der vielen Streiks, ist eine willkommene Bereicherung aber auch Voraussetzung, um den Roman vollständig zu verstehen.

Ein gelungenes Buch über die 70er und ein intensives Plädoyer für die Vielschichtigkeit des Erwachsenwerdens unter den Regeln einer schwierigen Gesellschaftsstruktur.


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Rezension zu "Liebesgrüße aus Brüssel" von Jonathan Coe

Unverhofft
Duffyvor 2 Monaten

Der eher bedeutungslose Regierungsangestellte Ihrer Majestät, John Foley, wird nicht nur aus einem durchschnittlichen Familien- und Eheleben katatpultiert, als man ihn anlässlich der Weltausstellung in Brüssel 1958 nach Belgien abkommandiert, um sich um die Belange des dort installierten Pub Britannica zu kümmern. Der Ahnungslose taucht in die Welt des internationalen Trubels ein, in der auch Amouröses eine Rolle spielt. Allerdings findet er sich auch so kurz nach Ende des Weltkriegs in der Welt der Agenten und widerstreitenden Interessen von Großmächten. Es gibt viel zu lernen und einiges abzuwägen.
Coe ist einer der beliebstesten Autoren der Insel und seine Bücher, die er mit wunderbaren Handlungsschleifen versieht, beschäftigen sich eingehend mit unterschiedlichen Charakteren, die er fast liebevoll wie die eigenen Kinder behandelt. Im Großen und Ganzen geht es auch hier um die Geheimnisse des gesellschaftlichen Lebens in all ihren Schattierungen und die Weltausstellung von 1958 könnte auch gut ein Event der heutigen Zeit sein. Wenig hat sich am Gebaren der Beteiligten geändert.
Coe ist ein großartiger Erzähler, sein leichter, aber immer nuancierter Stil macht auch aus diesem Buch ein Leseerlebnis, dem man sich nicht entziehen kann. Mit einer gehörigen Prise britischen Humors hält er einen bis zur letzten Seite fest, ohne das auch nur eine Minute Langeweile aufkommt.

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Jonathan Coe wurde am 18. August 1961 in Birmingham (Bromsgrove), Worcestershire (Vereinigtes Königreich) geboren.

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