Jonathan Coe Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim

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Inhaltsangabe zu „Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim“ von Jonathan Coe

Ein amüsanter Schelmenroman über unsere Zeit Es ist Valentinstag, doch nie zuvor hat Maxwell sich einsamer gefühlt: Seine Frau hat ihn verlassen, seine Jugendliebe hält ihn für einen bemitleidenswerten Verlierer, und auch seine vierundsiebzig Facebook-Freunde können ihm nicht helfen. Da kommt das seltsame Angebot, an einer Wettfahrt zu den Shetlandinseln teilzunehmen, wie gerufen. Voller Hoffnung macht er sich mit »Emma«, seinem freundlichen Navigationsgerät, auf den Weg – doch die Fahrt zum nördlichsten Punkt des Königreichs entwickelt sich zu einer Reise in die dunkelsten Ecken seiner Vergangenheit. Jonathan Coe, einer der Stars der Londoner Literaturszene, ist mit einem außerordentlichen Erzähltalent gesegnet: Mit »Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim« hat er einen Roman geschaffen, der voller überraschender Plotwindungen steckt und von Geschichten überbordet – eine höchst vergnügliche Tour de Force durch die Befindlichkeiten unserer Zeit. Großes Lesevergnügen: tragikomische Familiengeschichte und abenteuerliche Road-Novel zugleich.

Vielschichtiges, philosophierendes Buch über die Melancholie und die Hoffnung

— rallus
rallus

Für mich eins der besten Bücher von Jonathan Coe. Dieser 'Dussel' Maxwell, dem aber auch wirklich alles schief geht, wächst einem ans Herz.

— Leokadia
Leokadia

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  • Die Geschichte einer Sinnsuche in der heutigen Zeit

    Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim
    stravaganza

    stravaganza

    14. July 2017 um 16:55

    Maxwell Sim, 48 Jahre alt und ein „Durchschnittsmensch“, wurde vor sechs Monaten von seiner Frau Caroline verlassen. Der Kontakt zu ihr und der gemeinsamen Tochter Lucy wurde während dieser Zeit immer spärlicher. Seit sechs Monaten ist er auch nicht mehr zur Arbeit gegangen und er leidet seit dem Weggang seiner Frau und der Tochter unter Depressionen. Auch eine Reise nach Sydney, zu seinem Vater, welcher vor über 20 Jahren dorthin ausgewandert ist, hat weder seine (Stimmungs-)Lage, noch das Verhältnis zu seinem Vater verbessert. Da kommt ein Angebot von Max Freund und ehemaligen Arbeitskollegen Trevor Paige doch gerade richtig. Max soll als Vertreter für „Guest Zahnbürsten“, bei einer Wettfahrt zu den vier abgelegensten Orten Englands, zu den Shetlands fahren. Die Fahrt wird für Max zu einer Reise in seine eigene Vergangenheit.Jonathan Coe’s „Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim“ ist eine Geschichte über die gegenwärtige Befindlichkeit der Gesellschaft und des einzelnen Menschen darin. Es wird, u.a., auf Themen wie Finanzkrise, Umweltschutz (Guest Zahnbürsten sind umweltfreundlich), verdrängte Homosexualität und die modernen Kommunikationsmöglichkeiten (E-Mail, Blogs, Facebook) eingegangen.Man trifft auf durchschnittliche Menschen, welche ein durchschnittliches Leben geführt haben oder noch führen. Deshalb kann man mit Coe’s Figuren mitfühlen. Man hat kein Mitleid mit Max, aber man fühlt mit ihm. Man kann seine Einsamkeit nachempfinden. Es scheint eine Zeit zu sein, in der man praktisch mit allen Menschen sprechen kann und viele „Freunde“ hat (Facebook etc), aber doch mit niemandem spricht und niemanden wirklich kennt, womöglich nicht einmal sich selber.Das klingt jetzt nach einer ziemlich depressiven Geschichte, was es mehrheitlich auf eine Art auch ist, aber es gibt auch viele komische Stellen, z.B. als Max seine Mails liest und nur Spam vorfindet (Spam scheint in allen Ländern die gleichen Themen zu enthalten) oder die Unterhaltung bei Mr. und Mrs. Byrnes und natürlich nicht zu vergessen: Max und sein Navi Emma.Was ich an diesem Roman jedoch wirklich genial fand, war das letzte Kapitel, auch wenn es ziemlich „erbarmunglos“ war. Da kam mir der Titel eines Filmes in den Sinn, den ich hier aber nicht nenne, da er zuviel verraten würde. Mein Tipp: Lest das Buch selbst. Noch ein Zitat aus dem Buch: Max: „Hatten wir in den letzten paar Jahren alle den Verstand verloren? Hatten wir vergessen, dass Wohlstand eine Basis haben muss, etwas Handfestes, Materielles? ....dass es alles andere als sinnvoll war, eine ganze Gesellschaft auf einem Fundament aus Luft aufbauen zu wollen.“

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  • In jedem Augenblick liegt ein Zauber inne

    Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim
    rallus

    rallus

    06. November 2016 um 17:34

    Maxwell Sim ist furchtbar einsam. Nach und nach haben ihn seine Freunde verlassen. Nicht dass sie gestorben wären oder sich verkracht hätten, man hat sich einfach nicht mehr miteinander getroffen und den Kontkt einschlafen lassen. Maxwell ist von einer großen Melancholie regelrecht zerfurcht. Auch die Einsamkeit macht ihm zu schaffen, aber ist die Menschheit nicht bewußt so geworden? Eine Menge von einsamen Menschen?"In vergangenen Zeiten, als es noch keine Autobahnen gab und keine Umgehungsstraßen, war man bei einer Reise durch England wirklich auch durch jede Ortschaft gekommen. Man war eine der Haupstraßen entlanggefahren und hatte vor einem Pub in der Stadtmitte gehalten. Heutzutage war das gesamte Straßennetz darauf angelegt, genau das zu verhindern. Die Straßen waren dazu da, einen daran zu hindern, anderen Menschen zu begegnen."Seine Frau hat ihn mit seiner gemeinsamen Tochter verlassen, einen Job hat er nicht mehr, selbst sein Vater spricht nicht mehr mit ihm und lebt auch noch in Australien. Die Einsamkeit wächst ihm über den Kopf, und er verfällt ins Philosophieren. "Autos sind wie wir Menschen. Tagtäglich laufen wir umher, hasten hierhin und dorthin, verfehlen einander nur um Zentimeter, aber haben kaum einmal wirklich Kontakt. Alle diese Beinaheunfälle. Alle diese potenziellen Kollisionen. Beängstigend, wenn man genauer darüber nachdenkt - man sollte es besser bleiben lassen."Selbst ein Kontakt mit einem Straßenräuber sieht er als Chance einen Freund, einen Gesprächspartner zu finden. Einer seiner letzten Bekannten bietet ihm einen Job als Vertreter für Zahnbürsten an, dazu gehört eine Reise zu den Shetland Inseln, wo er auf dem Weg seine Vergangenheit aufarbeitet.Jonathan Coe hat ein be- und anrührendes Buch geschrieben. Trotz moderner Kommunikationsmittel ist Maxwell Sim wirklich innerlich einsam und freut sich sogar auf die Unterhaltungen mit seinem Navigationssystem im Auto, welches eine sonore weibliche Stimme hat. In den Roman eingebunden sind 4 kurze Texte die es in sich haben.Mit den Überschriften der Elemente Wasser, Erde, Luft und Feuer verbergen sich im Text Wasser die Kunst in dieser modernen Welt zu überleben. Donald Crowhurst der die Erde umsegeln und ein Held sein wollte und es dafür in Kauf nahm sich selber zu verleugnen. Die anderen drei betreffen das Leben unseres Protagonisten und führen in langsam wieder der Realität zu, bringen ihn dazu sich dem Leben zu stellen.Trotz des sehr interessanten Aufbaus und des 'metaphysischen' Endes, fehlt mir persönlich dem Buch ein wenig die 'Haftigkeit' in meinem Gedächtnis. Es ist sehr gut zu lesen, birgt interessante Aspekte und ist letztendlich hoffnungsfroh, doch auch an manchen Stellen zu langatmig um die Höchstwertung einzufahren.Trotz alledem eine klare Leseempfehlung!

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  • Maxwell Sim

    Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim
    buchstabentraeume

    buchstabentraeume

    15. September 2015 um 10:54

    Allgemeines zum Buch und dessen Aufbau: „Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim“ umfasst 405 Seiten. Das Buch gliedert sich in fünf Teile, wobei die ersten vier Teile die Stationen der Reise des Protagonisten durch das Britische Königreich bezeichnen, während der letzte Teil eine Ankunft des Hauptcharakters beschreibt und stellenweise erneut in Sydney spielt, wo die Reise des Protagonisten beginnt. Innerhalb der Teile gliedert sich das Buch in 23 Kapitel, die wiederum in Abschnitte unterteilt sind. Geschrieben ist das Buch aus der Sicht des Ich-Erzählers Maxwell Sim in der Vergangenheitsform. Der Originaltitel des Buches lautet „The Terrible Privacy of Maxwell Sim“. Meine Meinung zum Buch: „Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim“ ist ein Buch, das von einer sentimentalen und deprimierenden Grundstimmung beherrscht wird. Im Leben des Protagonisten läuft einiges schief: Seine Frau hat ihn verlassen, zu seiner Tochter hat er kaum Kontakt, mit seinem Vater kann er keine ernsthaften Gespräche führen. Dazu kommt, dass er kaum Freunde hat und so ein sehr einsames Leben führt. Während des Lesens hatte ich das Gefühl, selbst in einen Strudel aus Einsamkeit und Depression gezogen zu werden. Aber gerade hierin liegt die Kunst des Autors: Er schafft es, die Gefühlswelt seines Protagonisten so lebhaft zu beschreiben, dass ich als Leser dessen Emotionen angenommen habe. Ich konnte mich so gut auf Maxwell Sim und sein Leben einlassen, dass ich mich völlig in seine Situation hineinversetzt gefühlt habe. Plötzlich war ich es, die allein auf der Welt war, ohne Freunde und Familie. Und deshalb habe ich jede Emotion des Ich-Erzählers gespürt und gelebt. Jonathan Coe hat bei der Zeichnung seines Hauptcharakters hervorragende Arbeit geleistet, denn selten leide ich so sehr mit einer literarischen Person mit. Im Klappentext des Buches ist von einem Galgenhumor des Protagonisten die Rede. Dies kann ich nur bestätigen: Oft wusste ich beim Lesen des Buches nicht, ob ich lachen oder lieber weinen soll. Denn Maxwell stellt seine Lebenssituation mit einer ungewollten Komik dar. Schon allein die Tatsache, dass er sich während seiner Reise mit seinem Navigationsgerät unterhält, ist ein Beweis dafür, wie einsam er sein muss und welch merkwürdigen Verlauf sein Leben nimmt. Dazu kommen eine Vielzahl an Internet-Bekanntschaften, von denen sich nie einer meldet, ein Sitznachbar im Flugzeug, den er mit seinem Gerede zu Tode bringt, ein Straßendieb, mit dem er gedanklich Gespräche führt. Maxwell ist einfach ein Charakter, den man mögen muss, ob man will oder nicht. Denn unwillkürlich empfindet man Mitleid mit ihm, möchte ihn in den Arm nehmen und ihm tröstend zuflüstern, dass alles gut werde. Doch je weiter das Buch voranschreitet, umso unnötiger erscheint dies. Denn Maxwell lernt, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Die Reise durch das Britische Königreich stellt für ihn einen „Nostalgietrip“ dar, den er dazu nutzt, zurück in seine Jugendzeit zu reisen. Maxwell lernt einige interessante Dinge über sich selbst, trifft alte Freunde wieder, macht Fehler wieder gut. Und vor allem eines gelingt ihm: Er baut zwischenmenschliche Beziehungen auf. Dies gelingt ihm nicht ohne Schwierigkeiten, aber letztlich zählt das Ergebnis. Ich hatte bislang noch kein Buch von Jonathan Coe gelesen, aber mit diesem Roman hat mich der Autor von seinem Können überzeugt, sodass ich mich sicher nach weiteren Werken von ihm umsehen werde. Mein Fazit: Ein lebendiges und lesenswertes Buch!

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  • Jonathan Coe - ein Wanderer zwischen den Welten

    Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim
    TochterAlice

    TochterAlice

    30. August 2015 um 10:44

    Maxwell Sim, der Titelheld von Jonathan Coes neuem Roman, ist ein sehr, sehr einsamer Mensch, der mit seinem Dasein hadert. Maxwells Leben ist nicht gerade dynamisch, geschweige denn abwechslungsreich oder gar positiv. Er ist von einem Besuch bei seinem Vater in Australien in seine Heimatstadt, die Kleinstadt Watford im englischen Hertfordshire zurückgekehrt - in ein einsames Leben: das Leben eines Mannes, der von Frau und Tochter verlassen wurde und auch sonst kaum Kontakte hat. Mit seiner Exfrau hält er unter einem Internet-Nick, unter dem er sich als ebenfalls alleinerziehende Mutter ausgibt, Kontakt, um auf diese Weise Neues über seine Tochter zu erfahren. Über einen Bekannten erhält der Vertreter einen neuen, aus seiner Sicht abenteuerlichen Job: er soll auf den Shetlandinseln und auf dem Weg dorthin, den er in einem mit Navigationssystem ausgestatteten Hybridfahrzeug zurücklegen wird, hochwertig designete Holzzahnbürsten an den Mann bringen. Die Reise, die er in ständigem Austausch mit seiner neuen Freundin Emma - dem Navigator - zurücklegt, wird zu einer Reise zu sich selbst. Auf den einzelnen Etappen trifft er Menschen aus seiner Vergangenheit und erhält durch verschiedene Schriftstücke - kleine Erzählungen innerhalb des Romans - einen ganz anderen Blick auf sich und auf sein Umfeld - in vielerlei Hinsicht werden ihm die Augen geöffnet. Doch die eigentliche Sensation ist nicht der Inhalt, sondern das virtuose Spiel des Autoren mit verschiedenen Realitäten und Erzählebenen. Scheint die Story zeitweise ein wenig schlapp und blutleer, vermag es der Autor Coe, den Leser ganz schnell in eine andere Position zu verbringen, aus der die Geschichte eine ganz andere Bedeutung erhält. Maxwell Sim ist ein Spielball nicht nur seines Umfeldes, sondern auch der Erzähltechnik seines Autors. Nichts in diesem Buch ähnelt dem Vorgängerroman Coes "Der Regen, bevor er fällt", ausser dem Umstand, dass der Autor verteufelt gut zu schreiben vermag. Die Ironie erinnert von Zeit zu Zeit an Paul Tordays "Lachsfischen im Jemen", das Spiel des Autors mit verschiedenen Realitäten und Erzählebenen gemahnt hingegen eher an Goldmanns "Brautprinzessin". Ein Feuerwerk an Originalität und ein Kleinod für diejenigen Leser, die nicht an Althergebrachtem festkleben!

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  • Rezension zu "Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim" von Jonathan Coe

    Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    25. January 2012 um 08:46

    Als „amüsanter Schelmenroman über unsere Zeit“ wird der neue Roman von Jonathan Coe vom Verlag auf der hinteren Umschlagsseite beworben. Doch wer denkt, die Lektüre sei besonders lustig, irrt sich. Denn der Ich-Erzähler Maxwell Sim ist eigentlich ein trauriger Verlierer, einer, wie sie „unsere Zeit“ in Massen produziert und am Rand liegen lässt. Gerade aus Australien, wo er seinen seit langem dort lebenden Vater besuchte und versuchte ihm endlich näher zu kommen, nach Watford in England zurückgekehrt, geht ihm eine Szene nicht mehr aus dem Sinn, die er in Sydney in einem Restaurant beobachtet hat. Dort sitzen eine Chinesin und ihre Tochter und spielen Karten. Die Innigkeit, die Tiefe und die Liebe, die er bei diesen beiden Menschen spürt, rühren ihn tief an, weil er die Leere in seinem eigenen Inneren spürt und darunter leidet. Eben darunter hat auch seine Frau jahrelang gelitten, die ihn vor sechs Monaten mit der gemeinsamen Tochter verlassen hat. Das ganze Buch ist so etwas wie die Suche nach seinem eigenen Selbst. Durch viele Zufälle, die schon im Flugzeug von Sydney nach England ihren Anfang nehmen, begegnet er nicht nur Menschen, mit denen er in so etwas wie einen Kontakt kommt, sondern auf seinem Weg, der schlussendlich bei Aberdeen in einer Schneewehe endet, kommt er auch in den Besitz von Texten. Geschichten sind das, die das Buch auflockern und enorm bereichern. In der ersten lernt er Donald Crowhurst kennen, einen tragisch-gescheiterten Weltumsegler, mit dem er sich später auf nicht weniger tragische Weise identifiziert. Maxwell Sim ist ein Loser, aber einer der kämpft. Er kämpft und sucht nach so etwas wie Sinn in seinem Leben, er sucht die Spur wieder zu finden aus der Sackgasse heraus, und verliert sie doch immer wieder. Doch er bleibt konsequent seiner Suche treu, auch wenn er fast so geendet wäre wie sein großes Vorbild Donald Crowhurst. Er bleibt dabei und trifft tatsächlich jenen Menschen, dessen sprachlos-beeindruckende Erscheinung seine Seele und sein Herz beschäftigt hat von Anfang des Buches an… „Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim“ ist ein sensibel erzählter Roman, in dem der Autor immer mit seinem scheiternd-kämpfend-suchenden Ich-Erzähler solidarisch bleibt. Manchmal zaubert er dem Leser ein Lächeln auf die Lippen, manchmal macht er ihn traurig über diese wirklich „ungeheuerliche Einsamkeit“.

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  • Rezension zu "Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim" von Jonathan Coe

    Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim
    Themistokeles

    Themistokeles

    07. August 2011 um 19:28

    Inhalt: Maxwell Sim wurde mit 48 Jahren von seiner Frau samt Tochter verlassen. Jedoch erhielt er sechs Monate nachdem dies passiert war ein Flugticket nach Australien zu seinem Vater, welches sie ihm noch gebucht hatte. Nach seinem Besuch in Australien ist die Beziehung zwischen Max und seinem Vater, die von jeher nicht die beste war, immer noch nicht besser geworden und Max kehrt zum einen noch immer depressiv und niedergeschlagen nach London zurück. Jedoch hat er kurz vor seiner Abreise eine Frau mit ihrer Tochter Karten spielen sehen und wurde von dieser Zwischenmenschlichenbeziehung sehr beeindruckt. Auf seiner Rückreise trifft Maxwell schon die unterschiedlichsten interessanten Personen und nachdem er wieder nach England zurück gekehrt ist, wird er von einem seiner ältesten Freunde dazu animiert für die Firma in welcher dieser arbeitet, eine Reise bis zu den Shettlandinseln zu machen um dort Zahnbürsten zu verkaufen. Max nimmt diese neue Herausforderung sehr ambitioniert um damit seinem alten Leben und vor allem den Erinnerungen daran, dass seine Ehe gescheitert ist, zu entkommen. Anstatt sich jedoch auf direkten Weg zu den Shattlandinseln zu machen, beginnt Max seine Reise schon mit einem Umweg und dieser wird immer länger und zeitintensiver. Während dieses Umwegs begegnet er wiederum vielen verschiedenen interessanten Leuten und zudem entwickelt er eine sehr intensive Beziehung zu dem Navi seines Autos, welches er auf den Namen Emma getauft hat. Während seiner Reise lernt Max viel über sich, seine Geschichte und seine mitmenschen und vor allem sehr viel, mit dem nicht unbedingt zu rechnen war. Meinung: Ich muss ehrlich gestehen, dass ich das Buch zwar recht schnell gelesen habe, nachdem ich es endlich angefangen habe, jedoch muss ich auch sagen, dass es weniger daran lag, dass ich es besonders fesselnd fand oder auch sehr toll. Es lag eher daran, dass ich einfach endlich mit dem Buch fertig werden sollte. Vollkommen schlecht ist das Buch jedoch auch nicht, jedoch hat es mich an einigen Stellen doch schon sehr erschöpft. ich muss gestehn, dass die kleinen Geschichten, die in die eigentlich Handlung eingefügt sind, mir das durchlesen eher ein wenig erleichtert haben, weil ich sonst, bie den vielen depressiven Anfällen oder ähnlichem von Maxwell wohl durchgedreht wäre. Der Schreibstil des Romans ist meiner Meinung nach recht gewöhnungsbedürftig, da der Autor irgendwie schreibt, als sei er selbst Maxwell und dann doch wieder nicht, was mich doch ein wenig verwirrt. Auch gebe ich ehrlich zu, dass es mir nicht sonderlich gefällt, wenn ein Autor über seine Fähigkeit zu Schreiben schreibt, wie es in diesem Buch an Stellen, an denen er z.B. unter dem Deckmantel Max würde das so sagen, erwähnt, dass er nicht gut Menschen beschreiben kann. Insbesondere fand ich das sehr irritierend, aufgrund dem zuvor erwähnten Punkt der Verwirrung, wie er uns nun sagen will, wer das Buch geschrieben hat. Alles in allem muss ich sagen, dass das Buch zum einmaligen Lesen in Ordnung war, ich es aber keinem empfehlen würde es zu lesen, außer ich wäre mir mehr als sicher, dass derjenige auf solche doch eher eigenartigen Romane steht.

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  • Rezension zu "Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim" von Jonathan Coe

    Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim
    Leseratte87

    Leseratte87

    03. July 2011 um 10:22

    Maxwell Sim arbeitet in einem Kaufhaus, sein Vater lebt in Sydney, seine Frau hat ihn zusammen mit der gemeinsamen Tochter verlassen. Die Trennung hat ihn in eine tiefe Depression gestürzt. Eine Reise nach Sydney, von Maxwells Ex- Frau geplant, soll ihm seinen Vater näher bringen, zu dem Maxwell nie ein inniges Verhältnis aufbauen konnte. Dieser Plan scheitet allerdings. Trotzdem hat die Reise ihr Gutes. Durch Zufall beobachtet Max in einem Restaurant eine Chinesin und deren Tochter, die am Tisch sitzen und Karten spielen und sich dabei so nah sind, wie er seinem Vater nie war. Auf seiner Reise zurück nach England erlebt Max so einige Überaschungen. Am Flughafen lernt er eine junge Frau kennen, fühlt sich zu ihr hingezogen - und erfährt durch sie von der Geschichte des Donald Crowhurst, einem gescheiterten Einhand- Weltumsegler. Zurück zu hause bekommt er von seinem Freund Trevor das Angebot, als Vertreter für Zahnbürsten an den nördlichsten Landstrich Englands zu fahren. Er tritt die Reise trotz seiner Depression an, spricht schon bald mit seinem Navi Emma und taucht immer mehr in seine Vergangenheit ab. Am Anfang fand ich das Buch gut. Zum Schluss dann nicht mehr. Max' Reise erinnerte zu sehr an Crowhursts gescheiterte Weltumseglung: der verkorkste Start, die Einsamkeit, das sich nicht an die Route halten und schliesslich das Scheitern der Reise. Irgendwann trifftet Max soweit ab, das er selbst glaubt, wie Crowhurst enden zu müssen und den Verstand zu verlieren. Von dem Buch hatte ich mir eigentlich mehr versprochen, weil mir die kurze Leseprobe gefiel. Aber das ganze Werk hat mich dann doch nicht überzeugen können.

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  • Rezension zu "Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim" von Jonathan Coe

    Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    25. March 2011 um 17:56

    Maxwell Sim ist Verkäufer dem es an menschlichen Kontakt mangelt. Das absurde dieser Situation wird noch durch die große Anzahl seiner Facebook-Freunde untermauert. Jonathan Coehen findet einige schöne Bilder und über weite Strecken schafft er es, dem Leser die Widersprüchlichkeit des Handelns des Ich-Erzählers Maxwell vor Augen zu führen, ohne dass sie dieser selbst erkennt. Leider stört der Versuch ironischer Einlagen, gepaart mit platten und oberlehrerhaft vorgetragenen Erkenntnissen, diese leise und nachdenkliche Stimmung gerade zum Ende des Buches. Darum nur "4" - trotzdem lesenswert.

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  • Rezension zu "Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim" von Jonathan Coe

    Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. March 2011 um 21:50

    Maxwell Sim ist einsam, depressiv, von Frau und Tochter verlassen, ohne echten Kontakt zu seinem merkwürdigen Vater. Ein ehemaliger Kollege bietet ihm eine Stelle an, bei der von London quer durch Großbritannien reisen muß, um auf den Shetlands Zahnbürsten an den Mann zu bringen. Eine weite Reise, auf der man gut nachdenken kann... Eine langsame, aber schön erzählte Geschichte, mit interessanten Einfällen und einem schmunzelnden, leisen Humor. Braucht man anfangs etwas, um hineinzukommen, wird man dann doch stetig neugieriger wie diese Odyssee enden wird. Nicht sonderlich aufregend, aber sehr unterhaltsam.

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  • Rezension zu "Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim" von Jonathan Coe

    Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim
    Lilli33

    Lilli33

    11. March 2011 um 14:15

    Eine Reise zu sich selbst Maxwell Sim wurde im Alter von 48 Jahren von Frau und Tochter verlassen. Dies stürzte ihn in eine Depression. Er wurde von der Arbeit frei gestellt. Freunde hat er fast keine mehr. Die Mutter ist schon lange tot, der Vater lebt seit über 20 Jahren in Australien. Vater und Sohn haben keine besonders gute Beziehung. Maxwells Frau hatte vor ihrem Auszug noch ein Flugticket nach Australien organisiert, weil sie fand, dass Max sich mit seinem Vater aussöhnen sollte. Die Reise war jedoch in dieser Hinsicht ein Reinfall. Allerdings bittet der Vater ihn, ihm aus seiner Wohnung in England einen Ordner mit selbstverfassten Werken zu schicken. Auf dem Rückflug lernt Max die junge Poppy kennen. Sie gibt ihm die Geschichte von Donald Crowhurst zu lesen. Crowhurst hatte 1968 an einem Segelwettbewerb teilgenommen, war jedoch nie am Ziel angekommen. Als Max sich entscheiden muss, ob er in seine alte Arbeit zurückkehren will, wird ihm von seinem Freund Trevor ein neuer Job angeboten: er soll eine Reise zu den Shetland-Inseln machen und dort ökologisch einwandfreie Zahnbürsten verkaufen. Da ihn in Watford nichts hält, willigt er ein und macht sich auf diese abenteuerliche Reise. Begleitet wird er dabei von den Gedanken an Donald Crowhurst, mit dem er sich immer mehr identifiziert und Emma, seinem Navi. Diesen beiden vertraut er sich an. Mit ihnen spricht er während der Fahrt, es ist ja auch sonst niemand da. Max unterbricht die Reise, um frühere Bekannte und seine Frau und Tochter zu besuchen, was seine Einsamkeit aber nur noch erdrückender macht. Durch diese Begegnungen werden einige Ereignisse aus Max‘ Leben wieder in sein Bewusstsein gerückt, obwohl er sie lieber ganz vergessen würde. In den Unterlagen seines Vaters findet er schließlich wichtige Hinweise über seinen Vater und auch über sich selbst. Und so fügen sich schließlich nach und nach alle Puzzleteile zu einem Ganzen, und es wird Max und dem Leser klar, wie es dazu kam, dass Max so ist wie er ist. Jonathan Coe erzählt die Geschichte von Max als Ich-Erzählung. Eingestreut sind verschiedene Kurzgeschichten in der 3. Person, die für den Verlauf der Handlung sehr wichtig sind. Dabei wird der Leser immer wieder direkt angesprochen, was eine gewisse Distanz herstellt, da klar gemacht wird, dass der Leser außerhalb der Geschichte steht und kein Teil von ihr ist. Das ist auch gut so, sonst würden wir alle selbst in stumpfsinnige Depressionen verfallen, nachdem wir dieses Buch gelesen haben. Die Einsamkeit des Max ist so raumgreifend und so plastisch dargestellt, dass es fast ein bisschen schwer fällt, sich nicht anstecken zu lassen. Dabei kommen auch eine gehörige Portion Ironie, Sarkasmus und stellenweise feiner britischer Humor zum Einsatz, was das Buch trotz des ernsten Themas zu einem Lesevergnügen macht. Es ist kein schnelles Buch, eher ein leises. Es lebt von detaillierten Beschreibungen, nicht von Dialogen. Stellenweise erscheint es ein ganz klein wenig langatmig, aber im Ganzen gesehen ist es eine runde Sache.

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  • Rezension zu "Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim" von Jonathan Coe

    Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim
    sabatayn76

    sabatayn76

    27. February 2011 um 21:51

    'Ich war jetzt allein auf der Welt, mutterseelenallein' Inhalt: Der 48-jährige Maxwell Sim realisiert, dass sein Tod niemanden wirklich treffen würde, dass er mutterseelenallein ist: von der Ehefrau verlassen; von der Tochter anscheinend vergessen; mit den Freunden kaum noch Kontakt, kaum Berührungsfläche; vom Vater am letzten gemeinsamen Abend in Sydney vertröstet und allein gelassen; die Mutter seit Jahren tot. Bei der Arbeit ist er seit sechs Monaten nicht erschienen, da er aufgrund der Trennung von seiner Frau nicht einmal die Wohnung verlassen konnte. Seine Versuche, der Einsamkeit zu entrinnen, schlagen fehl, und schließlich befindet er sich aufgrund seines neuen Jobs in der Zahnbürstenbranche auf einer Reise durch das Vereinigte Königreich. Mein Eindruck: Jonathan Coes Roman über den einsamen und freudlosen Max liest sich flüssig und reißt den Leser regelrecht mit in die Depression seines Protagonisten, deren Schilderung dem Autor hervorragend und überzeugend gelungen ist. Gefallen haben mir zudem der lebendige Schreibstil mit häufigen Perspektivenwechseln (durch Briefe, Kurzgeschichten, Lebensbeichten der anderen Protagonisten) und die vielen Rückblenden in die Vergangenheit von Max und seiner Familie. Gegen Ende empfand ich Max' Monologe (bzw. die von ihm imaginierten Dialoge) als weniger glaubwürdig und bisweilen unsinnig, aber insgesamt ist Coe ein überzeugender Roman über einen unendlich einsamen und traurigen Protagonisten auf der Suche nach dem Glück gelungen. Mein Resümee: Ein sehr guter Roman mit kleineren Schwächen.

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  • Rezension zu "Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim" von Jonathan Coe

    Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim
    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    Maxwell Sim führt ein isoliertes Leben. Frau und Tochter haben ihn verlassen. Bei seinem Arbeitgeber, einem Londoner Kaufhaus, ist er seit sechs Monaten krankgeschrieben. Er ist mit seinen 48 Jahren völlig ausgebrannt. Als er von einer Reise zu seinem Vater in Australien zurückkehrt, fühlt er wieder dieses, seit seiner Kindheit bestehende, unpersönliche und kalte Verhältnis zu ihm. Über seine Mutter weiß er nur, dass sie viel zu früh an Brustkrebs verstorben ist. Zuhause in der leer stehenden Wohnung sichtet Maxwell sofort seine E-Mails und seinen Facebookaccount, doch keiner scheint ihn vermisst zu haben; die ungeheuerliche Einsamkeit wird spürbar. Von den über hundert Mails ist die Nachricht seines realen Freundes Trevor die einzige, die ihm nützt und zum Handeln bewegen kann. Für eine Werbekampagne startet er wenig später im Firmenwagen zu den entlegenen Shetland-Inseln. Mit einer neuen Ökozahnbürste im Gepäck ist Max nun als Vertreter unterwegs. Diese raffinierte Schilderung einer Reise ist der Beginn der Suche nach einer Identität, einer Vergangenheit und gleichzeitig der Beginn einer nicht ganz schmerzfreien Desillusionierung: Selbsterkenntnis durch Reisen und Lesen. Während der langen Autofahrt ist er auf sich allein gestellt, das digitale soziale Netz ist nicht verfügbar und er beginnt immer häufiger Zwiegespräche mit der Frauenstimme seines Navigationsgerätes zu halten. Gekonnt hat der Brite Jonathan Coe in diesen Roman vier Schriftstücke eingebettet, in denen der verlorene Protagonist und Antiheld Maxwell Sim eine Menge wahre und unbequeme Dinge über sich selbst erfährt. Dabei schildert der Autor humorvoll und warmherzig das Schicksal Maxwell Sims genauso wie die verhängnisvollen und paradoxen Verwicklungen der heutigen Gesellschaftsstruktur im digitalen Zeitalter. Die ständige Erreichbarkeit durch moderne Medien und die Verbreitung des Privaten im öffentlichen Raum, lassen kaum noch wirkliche menschliche Nähe zu. So wird dieses Leben des Maxwell Sim klug, tiefgründig und dennoch unterhaltsam beschrieben. Es ist ein unruhiges Leben im Überholvorgang, fragmentarisch, verzerrt durch flüchtige Begegnungen, Ablenkungen durch Konsum und gehetzt durch die Suche nach Nähe und der Unfähigkeit zu einem echten Gespräch, einem mitfühlenden, zwischenmenschlichen Austausch. Dennoch ist diese Schilderung der trostlosen Alltäglichkeit aus der Ich-Perspektive eines Durchschnittsverlierers keine frustrierende Lektüre. Es ist ein tragikomisches Bravourstück, eine außergewöhnliche Leseerfahrung, die durch gekonnt gesetzte Pointen zu überraschen weiß und einen lächelnd aber auch nachdenklich zurücklässt.

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  • Rezension zu "Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim" von Jonathan Coe

    Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim
    salutine

    salutine

    27. December 2010 um 20:11

    Schlaftablettenlangweiligkeitsroman mit Midlifecrisisgarantiedepressionen Nachdem ich beim Lesen der Leseprobe mit meinem allerersten Eindruck einen Vergleich zu "Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone" von Mark Haddon zog, hinkt dieser beim Lesen des Buches deutlich hinterher. Während Christopher viel aus seinem Leben macht, ist Max, der arme Tropf der mit sich und der Welt nicht klar kommt und dies dem armen Leser antut. Man möchte Maxwell schütteln um ihn aufzurütteln sein Leben endlich selbst in die Hand zu nehmen, leider passiert dies nicht – nein – er schlittert viel tiefer in seine Vergangenheit und hierbei fragt sich der Leser ob die Vergangenheit von ihm heimgesucht werden will. Als Zahnbürstenvertreter mit schicken neuem Eco-Auto geht’s auf die Reise. Maxwell und Emma (sein Navigationsgerät) und somit das weiblichste Wesen an seiner Seite machen sich zusammen auf den Weg neue Ziele zu erreichen, um der eigenen Trostlosigkeit zu entfliehen... Man kennt britischen Humor, allerdings fragt sich der Leser an dieser Stelle, ob einem nicht britische Tragik angeboten wird? Der Roman ist eine Tragödie melancholischer britischer Erzählkunst frei nach dem Motto „As You Like It“. Ergebnis: Schlaftablettenlangweiligkeitsroman mit Midlifecrisisgarantiedepressionen

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  • Rezension zu "Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim" von Jonathan Coe

    Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim
    Nin

    Nin

    12. December 2010 um 13:38

    Maxwell Sim war schon immer ein Typ, der nicht an sich glaubte. Als ihn seine Frau verlässt, und die gemeinsame Tochter mitnimmt, fällt er in ein tiefes schwarzes Loch. Er fühlt sich wie der einsamste Mensch auf Erden, und schafft es nicht mehr, zur Arbeit zu gehen. Auch die Reise zu seinem Vater, der seit längeren in Australien lebt und mit dem Maxwell noch nie ein gutes Verhältnis hatte, kann ihn nicht aufmuntern. Die Einsamkeit ist so groß, das er, als er von der Reise zurück kommt, erfreut darüber ist, dass jemand ihn nach dem Weg fragt. Dass dieser jemand ein Dieb ist, und ihm daraufhin das Handy klaut, stört Maxwell wenig. Doch als er die Wohnungstür aufschließt, überkommt ihn die Einsamkeit. Er findet außer Werbung und Rechnungen keine Post, und noch nicht einmal seine 70 Facebook Freunde scheinen seine Abstinenz bemerkt zu haben. Doch als er zwischen den ganzen Spammails eine Mail von einem alten Freund entdeckt, verabredet er sich mit ihm. Dieser Freund überredet ihn schließlich, bei einem Wettbewerb teilzunehmen. Bei diesem Wettbewerb sollen vier Vertreter einer Zahnbürstenfirma in die einsamsten und abgelegensten Dörfer Englands reisen, um dort den Markt mit ökologischen Zahnbürsten zu erobern. Maxwell willigt also ein und sieht sich wenig später in einem Auto Richtung Shetland Inseln düsen. Mit dabei sind nur die Zahnbürsten und die sympathische Stimme des Navigationsgeräts, die er nach kurzer Zeit auf den Namen Emma tauft. Was Maxwell nicht ahnt, ist dass die Reise eine Reise durch seine Vergangenheit ist. Durch seine Zwischenstopps bei verschiedenen Menschen seiner Vergangenheit erfährt er, warum er nie eine richtige Vater-Sohn-Beziehung hatte, warum seine Frau ihn verlassen hat, und warum er mit dieser ungeheuerlichen Einsamkeit lebt. Das, was als erstes auffällt, ist das sehr schön gestaltende Cover des Buches. Dieses erweckt die Lust zu erfahren, was es mit der ungeheuerlichen Einsamkeit des Maxwell Sim auf sich hat. Die Geschichte des Maxwell Sim ist eine sehr traurige Geschichte, die allerdings ziemlich komisch beschrieben wird. Dieser Humor ist eine Geschmackssache, man muss diesen Humor mögen, aber wenn man ihn mag, wird man das Buch sicherlich lieben. Der Roman hat eine sehr leicht zu lesende Sprache, und so wird das Gelesene sofort in Kopfkino umgewandelt, welches das Lesen zu einer entspannten Angelegenheit macht. Dieser Roman regt auch das Nachdenken über die heutige Gesellschaft an: während wir uns immer mehr im Internet vernetzen, und die Restaurants in den Städten überall die gleichen sind, vergessen wir, dass es Menschen gibt, die in diesem System immer mehr vereinsamen, ohne dass es jemand bemerkt.

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  • Rezension zu "Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim" von Jonathan Coe

    Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim
    Luc

    Luc

    Inhalt: Maxwell Sim ist einsam, seine Frau hat ihn verlassen, die Tochter wird langsam flügge, der Vater, ein sonderbarer Verse-schreibender Lyrikkauz, dessen Geheimnisse später gelüftet werden, ist nach dem Tode der Mutter nach Australien gezogen, wo der depressiv, antrieblose Max ihn besucht. Ein ungewöhnliches Unterfangen für ihn, der eigentlich nur noch Facebookbekanntschaften pflegt, nachdem er auch seinen letzten Schulfreund vergrault hat. Nach dem fast sprachlosen Verwandtschaftsbesuch Down-Under ist Max erst einmal richtig zum Plaudern zu Mute und so labert er im Flugzeug ins heimatliche England seinen Sitznachbar zu, der daraufhin leider das Zeitliche segnet. Daheim angekommen wird Max auf eine Werbekampagne eines Ökozahnbürstenherstellers aufmerksam gemacht. Vier Personen sollen in die entlegensten Regionen des Königreiches fahren, um das Heil biologisch einwandfreien Borstenmaterials zu verkünden. Begleitet wird Max einzig von seinem Navigationsgerät Emma, in das er sich alsbald innig verliebt. Begleitet wird er von der Vergangenheit, die er unterwegs zu klären versucht, so sie ihn denn einholt. So trifft er seine Exfrau Caroline, der es inzwischen gut wie nie geht, seiner Blackberry vertieften Tochter und einem kruden Haufen Einheimischer, unter denen sich Maxwell Sim wie ein Fremdkörper vorkommt. Einzig seine Fast-Exfreundin Alison verspricht ein bisschen Hoffnung für den frustrierten Helden... Meinung: Auf den ersten etwa einhundertfünfzig Seiten hat mich das Buch nicht besonders begeistern können. Klar, es ist sauschwer einen derart antriebsschwachen Charakter einzuführen, wie Maxwell Sim, der sich selbst sein Handy einfach widerstandslos wegklauen lässt. Aber auch der etwas hausbackene Schreibstil sorgt für weinig Unterhaltungswert in der Anfangsphase wohl gemerkt, nachher läuft der Roman wesentlich besser, teilweise brilliant. Aufregend über die gesamte Länge, ist vor allem die unglaubliche Ideenvielfalt des Autoren. Es wird nach und nach deutlich, wie die psychische Verfassung von Maxwell Sim zustande gekommen ist und tatsächlich kommt dann eine grosse Wende, die viel mit seinem Vater zu tun hat und der Kreis schliesst sich tatsächlich. Die unendlichen Ideenströme fliessen am Ende zu einem logischen ganzen zusammen. Einem Ende, vor dem der Leser mit einer Mischung aus Faszination und Achtung steht. Maxwells Sims Geschichte ist tragikkomisch, ironisch und erbarmungslos, was seinen Helden angeht. Ich bin zwar nie wirklich mit Max warm geworden, aber was die Story angeht: Hut ab!

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