Jonathan Coe Expo 58

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  • Unklare Zeiten, wankelmütiger Agent

    Expo 58

    Jujulu

    29. March 2015 um 13:47

    Thomas Foley, Halbbelgier, arbeitet in London im Central Office of Information, ist  nicht wirklich engagiert in seinem Job, hat eine Frau und mit ihr gerade ein Mädchen bekommen. Er wird von seinem Chef auf die Expo 58 in Belgien geschickt, um den dortigen britischen Pub im Auge zu behalten, weil sich ja dort alle Nationen treffen und austauschen können und britische Interessen gewahrt werden müssen. So eindeutig ist für Foley allerdings nichts. Er ist ein Schwärmer und ändert dauernd seine Position, mal ist England das einzig wahre und in Gefahr, mal sind alle Länder Freunde und gibt es kein Problem. Mal will er unbedingt mit Frau und Kind zusammenbleiben und lässt sich deshalb von den Agenten erpressen, mal mit einer jungen Hostesse abhauen. Er ist nicht besonders sympathisch, all seine Meinungen sehr anstrengend zu lesen und eben zuviel Hin und Her, das noch anstrengender ist, weil jede Position eine ausführliche hochtrabende Schilderung ist. Alles passiert in seinem Kopf und so ausdauernd eine Schilderung auch ist, die gegenteilige kommt bestimmt und es ist wohl besser, dass alles mehr oder weniger für ihn entschieden wird. Mein Stil ist es nicht, aber ich denke wohl dass es zu der Zeit und Stimmung passt, schließlich war Europa im Umbruch, es war das erste friedliche europäische Großereignis und so sicher sind sich auch Agenten wohl nicht.  "Increasingly, these last few months, he had felt that the axis of his relationship with Sylvia had shifted. It was the arrival of Baby Gill that had done it [...] Thomas could not help feeling that he was somehow being marginalized [...] The transient image that had visited him in Mr Cooke's office - that image of the two of them, pushing the pram togetehr in Regent's park - had been vivid enough: but what sort of man was in thrall to such visions? What sort of man preferred a stroll in the park with his wife and baby daughter to the pressing business of getting on in the world?"  und so weiter und so weiter

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  • Nicht schwarz-weiss

    Expo 58

    Jujulu

    20. November 2014 um 17:43

    In Expo 58 folgen wir Thomas Foley, der fuer den britischen Nachrichtendienst (o.Ae.) die Geschehnisse im britischen Pub der Expo 58 in Bruessel im Auge behalten soll. Der kalte Krieg ist im Gange, Ost und West wollen sich ihre Atomgeheimnisse abluchsen, aber gleichzeitig ist es die 1. Expo zur Friedenszeit und der Wunsch nach Austausch und Voelkerverstaendigung gross. Beides kommt immer wieder zum Vorschein, mal ist fuer Thomas alles Friede, Freude, Eierkuchen, Vertreter aller Nationen hoechst liebenswert und im Grunde ihres Herzens gleich, soltle das Leben ewig so weitergehen mit Feiern und Ausfluegen und Preisen der anderen Nationen, aber im naechsten Moment sieht er wieder alles als Fassade, der man nicht trauen kann, die nicht sein echtes Leben ist. Gleichermassen ist er sich auch uneins, ob er mit einer Hostesse in Belgien bleiben soll oder zurueck zu Frau und Kind. Thomas ist so einerseits ein interessanter Charakter, leicht zu beeindrucken und nicht uebermaessig schlau oder kreativ, aber eben auch sehr anstrengend und nicht unbedingt sympathisch. Er selbst ueberblickt nicht, fuer wen er eigentlich arbeitet und wie gespielt wird, wird von einigen Agenten instrumentalisiert und hat doch auch selbst das Beduerfnis, die Geheimnisse seines Landes zu bewahren. Es ist von daher schon eine anstrengende Lektuere, bei der Thomas' grossspuriges, pompoeses Gerede im einen Moment und seine Aengstlichkeit im naechsten beide gleich schwer auszuhalten sind, trotzdem wuerde ich ihn als realistische und auch ganz normale Figur sehen, von daher nicht unbedingt der angenehmste Stil, aber doch ein guter Einblick in die Zeit um 58!

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