Jonathan Cott Leonard Bernstein

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Inhaltsangabe zu „Leonard Bernstein“ von Jonathan Cott

Geistreich, erfrischend, unterhaltsam! Im Terminkalender des Journalisten Jonathan Cott war am 20. November 1989 notiert: »Dinner mit Lenny«. Leonard Bernstein gab zu diesem Zeitpunkt, ein Jahr vor seinem Tod, eigentlich keine Interviews mehr; und doch entstand in dieser Nacht ein intensives geistreiches und inspirierendes Gespräch über musikalische, pädagogische, psychologische, politische und spirituelle Themen, das zwölf Stunden dauerte. Bernstein zeigt sich hier noch einmal in allen Facetten seiner schillernden Künstlerpersönlichkeit: als Dirigent, Pianist und Komponist, dem es gelang, die Grenzen zwischen E- und U-Musik, zwischen Kunst und Leben spielend zu überwinden, und der sich stets weigerte, emotionale, intellektuelle, erotische und spirituelle Aspekte von der musikalischen Erfahrung zu trennen. Cott rundet dieses Bild ab, indem er Bernsteins Lebensweg nachzeichnet und ergänzt: Die glänzende Hommage an ein Jahrhundertgenie.

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  • Rezension zu "Leonard Bernstein" von Jonathan Cott

    Leonard Bernstein

    michael_lehmann-pape

    10. September 2012 um 11:57

    Interview mit einem leidenschaftlichen Menschen 1990 ist Leonard Bernstein im Alter von 72 Jahren gestorben. 2 Jahre zuvor, anlässlich seines 70. Geburtstages, führte der Musikjournalist Jonathan Cott ein umfassendes und ausführliches Interview mit Bernstein. Mehr übrigens ein intensives, stundenlanges (über 12 Stunden) Beisammensein mit Bernstein stand damals im Raum. Weniger ein trockenes Interview mit abzuarbeitenden Fragen. Bei Bernstein zu Hause. Jenem Ausnahmedirigenten, Komponisten und von Musik besessenem Mann, dem kaum ein Musikliebhaber emotionslos und neutral gegenüber stehen konnte. Ein Interview mit einer komprimierten Einführung zur Person. Aufgrund des Rahmens des „Rolling Stones“, in dem das Interview zum damaligen Zeitpunkt abgedruckt wurde, erschien das ursprüngliche Interview natürlich komprimiert und gekürzt. Nun also legt Jonathan Cott jene letzte Begegnung mit Bernstein, dem Mann, der zu diesem Zeitpunkt sich eigentlich seit Jahren bereits und längst nicht mehr für Interviews zur Verfügung stellte, in voller Breite der Begegnung vor. Und es lohnt sich, 22 Jahre nach dem Tod Bernsteins, sich diesem umfassenden musikalischen Menschen noch einmal zu widmen. Einerseits die persönlichen Seiten (und Marotten) Bernsteins vor Augen führen zu lassen, seine engen Verbindungen mit manchen „Mitstreitern“ (Strawinski, Gould) und seine Animositäten gegenüber dem ein oder anderen Dirigentenkollegen oder Kritiker ebenfalls auf der Zunge zergehen zu lassen. Ebenso aber, und dies bildet einen der wichtigen Kerne des Gespräches, wird durch die Zeilen auch immer wieder jene Kraft der Musik deutlich, die zeitlos seit Beginn der Zivilisation die menschliche Kultur begleitet. Wenn Bernstein einzelne Stücke mit ganzem Körpereinsatz auch im Interview vorführt, erläutert, seine innere Bewegung, Anrührung beredt verdeutlicht.. Wobei vor allem seine Verehrung für Mahler, aber auch für Beethoven intensiv spürbar wird. An diesen Stellen taucht immer wieder im Gespräch der wunderbare Lehrer Bernstein auf. Er, der über Jahre hinweg vor allem Kindern die klassische Musik nahebrachte, erlebbar machte, er führt auch den Journalisten in die Tiefen mancher Zeiten überdauernder Meisterwerke und ist über all diese vielen Stunden bis spät in die Nacht und früh am morgen präsent, lebendig, leidenschaftlich. Bis dahin, in den frühen Morgenstunden noch eine CD aufzulegen, die nun aber „unbedingt“ noch gehört werden muss. Fließend wechselten die Themen und hier und da sah sich der Journalist selbst in der Rolle des Befragten, durchaus auch in ganz privater, fast intimer Hinsicht ab und an. Und auch darin spiegelt sich die überfließende, grenzüberschreitende Persönlichkeit Bernsteins. Privat und als Musiker, falls dies bei ihm überhaupt getrennt werden kann, vollständig dem Leben zugeneigt. Nicht zügellos, aber intensiv. Auf dem Dirigentenpult. Beim Komponieren. In seinen erotischen Weitschweifigkeiten und seiner Feierfreude. „Leben ohne Musik ist undenkbar. Musik ohne Leben ist akademisch“. Die Verschmelzung von Note und Emotion, das „Durcherleben“ des Dirigenten und das „fließen lassen“ dieser inneren tiefen Emotionen in das jeweilige Orchester hinein. Das machte Bernstein aus. Für die einen als Genie, für die anderen als „zappelnder Selbstdarsteller und Egomane“. Immer aber mit ganzem Herzen und ganzer Seele. „Vor allem war Bernstein in jedem Abschnitt seines Lebens und seiner Arbeit ein grenzenloser Enthusiast“. Ein Kern der Persönlichkeit, den Cott in diesem Buch umfassend von vielen Seiten her mit Bernstein im Gespräch aufnimmt und darstellt.

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