Sirius

von Jonathan Crown 
4,2 Sterne bei54 Bewertungen
Sirius
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Zauberhafte Geschichte

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Rührende Scharade mit Gänsehautfaktor

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Inhaltsangabe zu "Sirius"

'Der Sensationshund dieser Literatursaison. Selten ist ein Buch so intelligent und witzig!' KulturSPIEGEL
Ein außergewöhnlicher Zeitzeuge meldet sich zu Wort: der kleine Foxterrier Sirius. Er wird ins Berlin des Jahres 1938 hineingeboren, als jüdischer Hund im Haushalt der Familie Liliencron. Dies ist seine Lebensgeschichte, angefangen bei den November-Pogromen bis hin zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Weltgeschichte – und mittendrin Sirius, der unfreiwillige Held. Erst ist er Emigrant, dann Hollywoodstar, später Zirkusattraktion und schließlich Hitlers Schoßhund. Was für ein Schicksal! Er trifft sie alle, die Reichen, Schönen, Mächtigen: Fred Astaire, Marlene Dietrich, Billy Wilder, Peter Lorre, Conrad Hilton, Jack Warner, Rita Hayworth, Cary Grant, Eva Braun, John Wayne, Albert Speer, Professor Sauerbruch, Frank Sinatra, Hermann Göring, Fritz Lang, Winston Churchill u.v.a.m.

Eine irrwitzige Screwball-Comedy – atemberaubend erzählt, zauberhaft poetisch und bei aller abgründigen Komik zutiefst anrührend.

'Eine sehr charmante, lustige Farce' Brigitte

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462048582
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:304 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:08.04.2016
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.09.2014 bei Der Audio Verlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Orishas avatar
    Orishavor einem Jahr
    Ein Star auf vier Beinen

    Sirius, der eigentlich Levi heißt, gehört zur Familie Liliencron, einer jüdischen Familie, die im Herzen von Berlin lebt. Als sich die politische Lage 1938/39 nach und nach verschlechtert – muss Familie Liliencron einige Entscheidungen treffen, so auch die Namensänderung Levis und die Emigration nach Amerika. Letzteres gelingt ihnen gerade noch rechtzeitig und schon findet sich die Familie in Hollywood unter Größen wie Billy Wilder, Mae West, Marlene Dietrich und vielen anderen wieder. Vater Carl bekommt einen Job als Chauffeur, Sirius immer an seiner Seite. Das entgeht auch Jack Warner nicht – Besitzer der Warner Brothers Studios – und schwubs ist Sirius Hercules – Hundestar, der die Welt rettet. Sirius alias Hercules wird zum Star und als solcher soll er mit dem Zirkus in der „größten Show der Welt“ herumtouren, doch anders als erwartet findet sich Sirius in Berlin wieder und trifft dort auf seinen größten Widersacher: Adolf Hitler höchstpersönlich.

    Crowns Buch hat mich überrascht – locker-leicht verknüpft er Weltgeschichte mit der Familiengeschichte der Liliencrons. Verknüpft Hollywood-Glamour mit den Geschehnissen des 2. Weltkrieges – Ereignisse, die allein durch die Emigration vieler Künstler und Wissenschaftler miteinander verwoben sind. Dabei schafft es Crown, diese doch zugegeben schweren Themen mit Humor und Leichtigkeit rüberzubringen, was den Leser mit einem lachenden und manchmal auch weinenden Auge zurücklässt. Neben der Handlung sind es die Charaktere die hervorstechen – historisch existierende Personen werden mit fiktiven verbunden und der Star in diesem Ensemble, ist nicht etwas ein Hollywoodsternchen, sondern der vierbeinige Begleiter der Familie Liliencron.

    Fazit: Sirius' Geschichte muss man einfach mögen. Weltgeschichte leicht verpackt, lesenwert.

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    Gegen_den_Strom_lesens avatar
    Gegen_den_Strom_lesenvor 2 Jahren
    Sirius bezaubert

    Sirius heißt eigentlich Levi und lebt in einer jüdischen Familie in Berlin. Aus Hundesicht und aus Sicht seiner Herrchen wird beschrieben, wie Juden es immer schwerer in Deutschland haben. Nach der Reichspogromnacht eskaliert die Lage in Berlin, die Familie schafft es gerade noch nach Amerika zu emigrieren.

    Die Zeit nach der Flucht ist nicht einfach für die Familie des Hundes. Sie müssen noch einmal ganz von vorne anfangen, aber zum Glück haben sie Sirius! Der wird nämlich ein berühmter Filmstar und heißt fortan Hercules.
    Hercules hat eine berauschende und anstrengende Zeit als Hundestar. Er trifft unter anderem Berühmtheiten wie Marlene Dietrich, die auch nach Amerika emigrierte. Nach einer tragischen Verwechslung landet Hercules, alias Sirius, alias Levi, wieder in Deutschland und wird vom persönlichen Adjutanten des Führers aufgefunden und mitgenommen. Einen neuen Namen bekommet er natürlich auch, die Nazis nennen ihn Hansi. Es dauert nicht lange da trifft er den Führer höchstpersönlich, der so von ihm begeistert ist, dass Sirius sein persönliches Schoßhündchen wird. Hach! Wenn der Führer wüsste, dass er einen jüdischen Hund hat. Zu viel möchte ich jetzt nicht vor weg nehmen, aber es ist klar, dass der hochintelligente Sirius alles daran setzt seine Position auszukosten und den Führer zu sabotieren.

    Das ernste und bedrückende Thema wird aus einer ganz neuen (hündischen) Perspektive erzählt. Der Erzählstil ist leicht, unbeschwert und sehr amüsant.

    Schwere Thematik unbeschwert umgesetzt! Ein bezauberndes Buch, das ans Herz geht.

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    Becky_Bloomwoods avatar
    Becky_Bloomwoodvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Zauberhafte Geschichte
    Ein Lieblingsbuch

    Meine Rezension von vor 9 Monaten hat weiterhin Bestand: https://www.lovelybooks.de/autor/Jonathan-Crown/Sirius-1100266345-w/rezension/1237445599/

    Es gibt nur ein paar Zusatzbemerkungen:
    Auf meine Anmerkung, dass mir das Ende nicht ganz so gut gefallen hat, hat mir der Autor Jonathan Crown die Taschenbuchausgabe ans Herz gelegt, da diese mit einem neuen Ende ausgestattet ist. Wer mit dem ursprünglichen Ende auch nicht ganz warm wurde, sollte hier nochmal zugreifen. Diesmal ist das Ende genau nach meinem Geschmack und wie ich es mir gewünscht habe :) zu Tränen rührend.

    Diesmal habe ich das Buch meinem Mann vorgelesen und dabei festgestellt, dass Sirius beim Vorlesen eine ganz andere Wirkung hat, als wenn ich es nur für mich lese. Es ist plötzlich viel trauriger - aber vielleicht liegt das auch an der Zweitlesung. Woran auch immer es liegen mag, viele Momente sind mir sehr zu Herzen gegangen, gerade die leisen Zwischentöne angesichts der furchtbaren Kriegszeiten.

    Angesichts des neuen Endes müsste ich nun eigentlich 6 Sterne verteilen. Sirius ist auch beim zweiten Lesen ein wunderbarer, toll geschriebener, zu Herzen gehender Roman.

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    rallusvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Rührende Scharade mit Gänsehautfaktor
    Lassie im dritten Reich

    Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten.              

    Das sorglose Wort ist töricht.                        

    Eine glatte Stirn deutet auf Unempfindlichkeit hin.

    Der Lachende hat die furchtbare Nachricht nur noch nicht empfangen.

    Bertolt Brecht

    Das dritte Reich. Systematische Vernichtung von 6 Millionen Juden. Der zweite Weltkrieg. Millionen von Kriegsopfern. Zerstörte Länder, zerbombte Städte. Eine dunkle Zeit. Wenn ich als Schriftsteller darüber schreibe, wie gehe ich damit um? Jonathan Crown hat in seinem ersten Roman entschieden, darüber zu lachen. Nein, nicht über die Zeit, nicht über das Elend, aber über den Ernst. Damit es aber nicht so aussieht, als würde er sich über diesen Zeitabschnitt lustig machen, hat er einen kleinen Hund vorgeschickt. Wie man weiß, haben Tiere ja auch einen großen Therapieeffekt. Und, nein so ganz lustig ist es dann doch nicht geworden.

    Sirius ist ein Zeitzeuge im Berlin der 30er Jahre. Ein jüdischer Hund. Oder nein, ein Hund der jüdische Halter hat. Doch auch das soll sich im Verlaufe der Zeit ändern.

    Eigentlich hatte er einen anderen Namen.

    „Der Hund sitzt bei Else auf dem Schoß. Er hat die ganze Zeit aufmerkam zugehört. ‚Sirius?‘, flüsterte Benno und schaut Else fragend an. Die Umtaufung ist an ihm unbemerkt vorbeigegangen. ‚Ja, Sirius‘, sagt Liliencron. ‚Das ist jetzt sein Name. Wir alle haben neue Namen, also auch der Hund. Jeder hat seine Maske in diesen makabren Zeiten.'“ 

    Und einen beeindruckenden Stammbaum. er stammt nämlich aus einem Wurf namens Reich. Und der dritte Wurf, also der dritte Reich bringt Sirius hervor. Hier bemerkt man schon die feine Ironie, die diesen Roman (oder besser die Scharade) durchzieht. Plan war einen hochintelligenten Hund zu züchten und das ist mit Sirius gelungen. Doch trotz aller Intelligenz fehlen auch ihm manchmal die Worte.

    „In Momenten wie diesen bedauert Sirius, dass er nicht wirklich ein Gesprächspartner ist. Ihm fehlen die Worte. ‚Seit 160.000 Jahren gibt es uns Menschen‘, murmelte Liliencron. ‚Und nur fünf Jahre hat Hitler gebraucht, um Menschlichkeit zu zerstören.‘ Eine Ente schwimmt gemächlich auf dem See. Sie ist unbeeindruckt. Enten gibt es seit etwa 30 Millionen Jahren.“

    Das sind so Momente im Roman, in denen einem die feinen Härchen im Nacken und auf den Armen zu Berge stehen. Jonathan Crown hat eine subtile Art das Schreckliche zu beschreiben und einen kleinen Lacher einzubauen, dabei wirkt das Bild trotz seiner Lächerlichkeit, tragisch. Ein weiteres Beispiel, als Sirius das Tun der Menschen in der Kristallnacht beobachtet.

    „Sirius sitzt am Fenster. Er schaut hinaus in die Hölle auf Erden und denkt: ‚Sind das Menschen?‘ Er blickt hoch in den Nachthimmel. Das LIcht in der Dunkelheit, sein Leidensgenosse, ist nicht zu sehen. Hat der Stern [der Hundsstern, Anm. des Rezensenten] die Hoffnung aufgegeben? Oder sind es nur die Rauchschwaden, die das Universum dicht über den Dächern begrenzen? Sirius hört die Stiefel, die Stimmen, die Schüsse.“

    Sirius emigriert mit seiner Familie in die Staaten, nach Hollywood und erlebt dort eine großartige Karriere als intelligenter Hund im Film. In dieser Phase wirken die Abenteuer eher ein wenig wie ‚Der Hund[ertjährige] der über den großen See kam und beim Film landete‘. Er trifft einen Haufen von damaligen Prominenten, doch letztendlich kommt es zum großen Showdown doch wieder in Berlin. Und dort wird aus dem jüdischen Hund ein ganz und gar arisches Tier. Doch lest selber.

    Ein vergnüglicher Parforceritt eines sympathischen Kleintieres, welches in einer aufregenden und schrecklichen Zeit lebt, dabei augenzwinkernd allerhand Unmögliches erlebt, welches der Autor skizzenartig als Scharade dem Leser erzählt. Dabei tut einem, besonders im ersten Teil, das Lachen richtig weh. Der zweite Teil wirkt, gerade wegen der massiv auftretenden unwahrscheinlichen Szenen, etwas konstruiert. Trotzdem bestens geeignet für Jugendliche, die man an dieses Thema heranführt.

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    Becky_Bloomwoodvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wunderbares Buch, das mich sehr berührt hat.
    Wunderbarer Sirius!

    Es gibt Bücher, da brauche ich nur wenige Zeilen zu lesen und ich weiß, dass es ein ganz besonderes Buch wird - oder zumindest hoffe ich es, weil die ersten Zeilen mich schon so sehr ansprechen und berühren. Dazu gehört Sirius von Jonathan Crown; es ist herzergreifend, humorvoll und ganz einfach wunderbar!

    Der Hund Sirius überlebt seine Welpenzeit nur knapp und durch einen Trick. Zu seinem Glück wird er von einer jüdischen Familie in Berlin aufgenommen und genießt ein Hundeleben (im positiven Sinne). Doch leider muss er mit seiner Familie auch das Grauen der Nazi-Zeit erleben, weswegen er mit seinen Menschen in die USA flüchtet. Für Sirius bedeutet dieser Schritt das Glück, denn er wird Schauspieler und trifft dabei auch auf bekannte Zeitgenossen, was Crown ganz hervorragend und witzig beschreibt. Das Ende ist nicht ganz nach meinem Geschmack (wobei es durchaus passend ist), dem Gesamteindruck tut dies aber keinen Abbruch.

    Nur zufällig bin ich über Sirius gestolpert, aber da ich "Hundefan" bin, hat mich das Cover natürlich gleich angesprochen. Ich bin froh, dass ich Sirius gefunden habe - oder hat er mich gefunden? Zumindest habe ich ein ganz besonderes Buch genießen dürfen, dass ich - einmal angefangen - nicht aus der Hand legen konnte. Ständig bin ich meinem Freund hinterher gerannt, um ihm Sätze aus dem Buch vorzulesen. Sirius strotzt nur so vor Zitaten, eines schöner als das nächste, z.B.: "Es ist schön, Hund zu sein in einem glücklichen Haus" oder "Alles, was vergänglich ist, sollte Vorrang genießen." Hach, wunderbar! :) Die Sprache ist ganz besonders und rührt mein Herz, mehr als einmal hatte ich Tränen in den Augen. Ich hätte mir zwar (wie bereits geschrieben) ein anderes Ende gewünscht, dennoch möchte ich am liebsten mehr als nur 5 Sterne für Sirius vergeben. Bravo Jonathan Crown!

    Kommentare: 2
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    R
    RobinBookvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Den historischen Hintergrund erwartet wohl kaum jemand hinter diesem Cover: Die Abenteuer eines Hundes und ein großer Promireigen durch das ...
    Sirius

    Das Cover ist sicherlich nicht verkaufsfördernd, was die Zielgruppe dieses Buches angeht. Oder es führt zumindest in die Irre. Dieses Buch beinhaltet viel mehr als nur "einen niedlichen Hund".

    Aber der Reihe nach...

    Alle waren sie dabei: John Wayne, Cary Grant, James Stewart, Clark Gable, Bing Crosby, Humphrey Bogart, Jack Warner, David O. Selznick, Conrad Hilton, Billy Wilder, Peter Lorre, Zsa Zsa Gabor, Mae West, Rita Hayworth, Fred Astaire, Marlene Dietrich, Carole Lombard, Fritz Lang, Frank Sinatra, Winston Churchill, Hermann Göring, Professor Sauerbruch, Mies van der Rohe, Albert Speer, Joseph Goebbels, Stauffenberg, Traudl Jung, Eva Braun, Adolf Hitler und viele andere mehr. Sie fanden entweder bloße Erwähnung, traten kurz auf, wurden zitiert oder spielten aktiv mit bzw. wurden sogar als Lebensretter des Titelhelden eingespannt wie zB Sauerbruch nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli.
    Aber reicht das allein aus? Manchmal kam es mir so vor, als sollten nur möglichst viele Promis "abgearbeitet" werden, um der der Geschichte Authentizität und vielleicht auch Glamour zu verleihen.
    Eine weitere Frage ist auch, ob man so eine niedliche Geschichte nutzen darf, um die große Geschichte zu erzählen, welche immerhin etliche Millionen Menschenleben gekostet hat, Kriegsopfer und Ermordete. Unser Held, der Hund Levi-Sirius-Hercules-Hansi "erlebt" nicht nur die ereignisreichen Jahre von 1938 - 1945, nein, er gestaltet sie aktiv mit. Oder was dachten Sie, warum Stauffenbergs Attentat gescheitert ist? Schlicht und einfach deshalb, weil die bewusste Aktentasche, die eigentlich zu Füßen des Diktators abgestellt worden war, ein nur für Hundeohren hörbares Ticken von sich gab. Der Hund, damals hieß er gerade Hansi und war Lieblingsbegleiter des "Führers" (wo war da eigentlich "Blondi"?), winselte, die Tasche wurde etwas weiter weggestellt, damit Hundchen zu den Füßen Adolfs mehr Platz habe - das ist des Rätsels Lösung.
    Zugegebenermaßen wurde alles logisch, konsequent und leicht lesbar erzählt. Auch versteht es der tierische Held, Leserherzen zu gewinnen, aber so 100% glücklich bin ich mit diesem Buch trotzdem nicht geworden.

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    I
    Isabell47vor 3 Jahren
    Sirius

    Ein Roman aus Hundesicht geschrieben, der ein Familienmitglied einer jüdischen Familie in Deutschland zur Zeit der Machtergreifung Hitlers ist, das ist schon was besonderes. Am Anfang fand ich die Geschichte auch richtig klasse und die Kommentare von Levi später Sirius richtig gut. Doch dann wurde es mir zu überzogen, denn als die Familie geflüchtet ist und in Amerika ist, da wird alles ziemlich oberflächlich und absurd. Sirius wird nicht nur Filmstar, sondern der Professor Liliiencron trifft auf alle möglichen Filmstars und die Leute, die er nicht trifft, die lernt Sirius dann in Deutschland kennen. Schade fand ich, dass über die weiteren Probleme der Familie und das ganze Grauen, was passiert, überhaupt nicht erzählt wird.
    Die Idee des Romans fand ich klasse, jedoch von der Umsetzung hätte ich mir mehr versprochen.

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    K
    katkrausevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Großartiges Buch, charmanter Protagonist (ein intelligenter Foxterrier), 2. Weltkrieg, Emigration, Hollywoodglamour - must read!
    Ein Hund erobert Hollywood

    Großartiges Buch, charmanter Protagonist (ein intelligenter Foxterrier), 2. Weltkrieg, Emigration, Hollywoodglamour - must read!

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    Bokmals avatar
    Bokmalvor 3 Jahren
    Ein Hundeleben im Nationalsozialismus

    Die Geschichte klang interessant! Ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte, der Nationalsozialismus. Oft aufgegriffen als Thema von literarischen Verarbeitungen und Filmen, etc. Hier soll sie also aus der Sicht eines Hundes erzählt werden, der jüdischer Herkunft ist. Levi lebt bei Familie Lilienkron in Berlin, der Vater Professor mit Fachbereich Plankton, die Kinder wohlerzogen, die Familie in die Gesellschaft integriert. Dem kleinen Hund geht es gut und er genießt das angenehme Leben und sein Umfeld. Geschuldet der Idee wird er als überaus klug und verständig dargestellt, der die Menschen versteht und dies auch zeigen kann (zum Beispiel kann er den Hitlergruß). Als sich die Lage zuspitzt, bekommt Levi erst einen neuen Namen, Sirius, und schließlich emigriert die Familie mit Hilfe von Freunden nach Amerika, wo Vater Liliencron als Fahrer in Hollywood Fuß fasst. Auf einigen Umwegen wird Sirius schließlich zum Star und wird ein gefeierter Kino-Hund, der mit vielen bekannten Größen der damaligen Zeit in Kontakt tritt. Als er durch einen dummen Zufall nach einer Zirkusshow verschwindet, geht es auch für Familie Liliencron schnell bergab...Am Ende gibt es ein Wiedersehen in Berlin (obwohl das nicht ganz klar wird).
    Leider muss ich gestehen, dass mich das Buch nicht überzeigt hat. Die Idee finde ich an sich kreativ, aber die Umsetzung war nicht mein Geschmack. Besonders auch der Hinweis des Autors (im Klappentext oder in irgendeiner Beschreibung gelesen), dass er sich selbst nicht als Autor sieht, sondern ihm die Geschichte von seinem Hund "geflüstert" wurde, macht die Geschichte nicht glaubwürdiger. Vielleicht ein interessantes Buch für große Hundeliebhaber. Für die Idee vergebe ich aber zwei Sterne.

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    FrolleinJotts avatar
    FrolleinJottvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Herrlich skurrile Geschichte vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges. Irrsinn erfordert Irrwitz, unbedingt lesen!
    Führerwurst für einen jüdischen Hund - Irrwitz vom Feinsten! Unbedingt lesen!

    Inhalt:

    "Dies sind die Abenteuer des kleinen Foxterriers Sirius, geboren 1938 in Berlin, aufgewachsen im Haushalt der jüdischen Familie Liliencron. Er hat das düsterste Kapitel der deutschen Geschichte hautnah erlebt angefangen bei den November-Pogromen bis hin zum Ende des Zweiten Weltkriegs sowie zwischenzeitlich die Flucht ins Exil nach Hollywood. Sirius nimmt sein Schicksal mit der melancholischen Heiterkeit, die nur dem klugen Foxterrier zu eigen ist. Das Leben eilt ihm dabei zu Hilfe: Es stürzt ihn in alle möglichen Katastrophen, aber es überrascht auch mit verblüffenden Wendungen ins Kuriose. Wie kommt es, dass aus dem kleinen Hund ein großer Held wird? Es geschehen eben noch Zeichen und Wunder. Der Roman ist eine abenteuerliche Zeitreise. Unterwegs treibt sich Sirius in der Weltgeschichte herum und trifft jede Menge Leute: JohnWayne, Mies van der Rohe, Marlene Dietrich, Joseph Goebbels, Professor Sauerbruch, Winston Churchill, Hermann Göring, Billy Wilder, Cary Grant und viele, viele andere. So wird er, zum Beispiel, Adolf Hitlers Trauzeuge, kurz bevor dieser mit Eva Braun in den Freitod geht und das Dritte Reich zusammenbricht."

    Das Cover:

    Vorab muss ich anmerken, dass ich dieses Buch in einem kleinen Buchpaket beim Verlag Kiepenheuer & Witsch gewonnen habe. Als ich es in Händen hielt, war mein erster Gedanke "Ein Kinderbuch...? Und dann so ein altmodisches Cover..?". Was bin ich froh, dass dieses Buch so zu mir gekommen ist, denn im Buchhandel hätte ich es wahrscheinlich gar nicht in die Hand genommen! Wenn man es allerdings gelesen hat, macht das Cover durchaus Sinn, denn es paßt zu der Zeit, in der die Handlung spielt.

    Meine Meinung:

    Dem Autor ist es hervorragend gelungen, eine tragisch-komische Geschichte vor dem sehr ernsten Hintergrund des Zweiten Weltkriegs zu erzählen. Dies geschieht nicht aus der Perspektive des Hundes selber, sondern aus der des Erzählers, was ich auch sehr positiv empfinde, sonst würde es vielleicht zu kitschig wirken.

    Die Ereignisse rund um die jüdische Familie Liliencron, inklusive des Terriers Levi (der des öfteren mal seinen Namen wechseln muss), sind einerseits dramatisch, da die Familie zu Beginn des Zweiten Weltkriegs Berlin im letzten möglichen Moment verlassen muß und nach USA emigriert, andererseits aber auch wunderbar skurril. Im Grunde wird hier der ganze Irrsinn des Krieges, die unglaublichen Wirren und Geschehnisse des Krieges, die Grausamkeit der Nazis, das unfaßbare Verhalten der Menschen gegen die Juden extrem auf die Spitze getrieben und bloßgestellt. Man könnte sagen: Irrsinn erfordert Irrwitz! Und deshalb machen auch solche Stellen in dem Buch Sinn, die einem zunächst ein wenig überzogen vorkommen. 

    So wird dann der Hund Levi noch in Berlin in Sirius umbenannt, damit er ja keinen jüdischen Namen mehr hat. In den USA wird er dann für den Film in Hollywood entdeckt und von der Öffentlichkeit nur noch mit seinem Titelhelden-Namen Hercules gerufen. Aufgrund seiner Berühmtheit darf er als Attratktion mit einem bekannten Zirkus auf Tournee gehen, wo er dann leider verloren geht und auf Umwegen wieder in Berlin landet! Und dort ausgerechnet von einem Adjutanten des Führers aufgenommen wird, der ihn gleich mal Hansi tauft und weshalb er schließlich Hitler persönlich begegnet, der ihn nur "das Hunderl" nennt. Dazu kommt es in dieser Szene (zur Erläuterung meines Rezensions-Titels):

    Zitat, S. 214:

    ""Alle Achtung", sagt der Führer. "Bringen Sie den Hund doch mal mit, bei Gelegenheit".

    Hat Wünsche richtig gehört? Adolf Hitler, der Führer des deutschen Volkes, der größte Feldherr aller Zeiten, hat ihn, Erwin Wünsche, privat angesprochen? Von Hundefreund zu Hundefreund, sozusagen? Seine Brust bebt vor Stolz. Dafür soll Hansi aber eine schöne Belohnung bekommen. Der Koch hat ein Einsehen und rückt ein großes Stück Wurst heraus.

    Führerwurst."

    Auch sehr schön, Zitat S. 270:

    "Eines Abends im April, Herr und Hund sitzen wieder treulich beisammen, da sagt der Führer feierlich:

    "Hansi, heute Nacht ist der Augenblick gekommen: Wir werden heiraten."

    Der Hund erschrickt. Was? Jetzt will der Führer ihn auch noch heiraten? Das fehlt noch.

    "Sei mein Trauzeuge", bittet der Führer gerührt.

    Hansi nickt, erleichtert."

     

    So, genug zitiert und geschwärmt, denn am besten lest ihr dieses Buch einfach selber! Von mir dieses mal keine Leseempfehlung, sondern ein LESEBEFEHL!

    Und alle möglichen Sterne, die es gibt für dieses Buch, den Autor und natürlich für Levi, Hercules, Hansi, Sirius, den "Großen Hund".. :-)

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