Jonathan Crown Sirius

(3)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(2)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Sirius“ von Jonathan Crown

'Der Sensationshund dieser Literatursaison. Selten ist ein Buch so intelligent und witzig!' KulturSPIEGEL Ein außergewöhnlicher Zeitzeuge meldet sich zu Wort: der kleine Foxterrier Sirius. Er wird ins Berlin des Jahres 1938 hineingeboren, als jüdischer Hund im Haushalt der Familie Liliencron. Dies ist seine Lebensgeschichte, angefangen bei den November-Pogromen bis hin zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Weltgeschichte – und mittendrin Sirius, der unfreiwillige Held. Erst ist er Emigrant, dann Hollywoodstar, später Zirkusattraktion und schließlich Hitlers Schoßhund. Was für ein Schicksal! Er trifft sie alle, die Reichen, Schönen, Mächtigen: Fred Astaire, Marlene Dietrich, Billy Wilder, Peter Lorre, Conrad Hilton, Jack Warner, Rita Hayworth, Cary Grant, Eva Braun, John Wayne, Albert Speer, Professor Sauerbruch, Frank Sinatra, Hermann Göring, Fritz Lang, Winston Churchill u.v.a.m. Eine irrwitzige Screwball-Comedy – atemberaubend erzählt, zauberhaft poetisch und bei aller abgründigen Komik zutiefst anrührend. 'Eine sehr charmante, lustige Farce' Brigitte

Zauberhafte Geschichte

— Becky_Bloomwood
Becky_Bloomwood

Rührende Scharade mit Gänsehautfaktor

— rallus
rallus

Stöbern in Romane

Dann schlaf auch du

Ein sehr ergreifendes Buch, das einen nicht mehr loslässt....

EOS

Babydoll

Für meinen Geschmack kam mir die Protagonistin zu schnell und mit zu wenig tiefgehenden Ängsten über die Gefangenschaft hinweg.

Evebi

Underground Railroad

Pflichtlektüre - schnörkellose, eindringliche aber auch hoffnungsvolle Geschichte über die Sklaverei und eine Flucht in die Freiheit

krimielse

Sonntags in Trondheim

Das Auseinanderleben der Familie Neshov

mannomania

Sommer unseres Lebens

Schöne Sommerlektüre

MissB_

Der Sommer der Inselschwestern

...Drei Frauen, die sich wundervoll ergänzen! Gefühlvoll & mitreißend...

Buch_Versum

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Sirius bezaubert

    Sirius
    Gegen_den_Strom_lesen

    Gegen_den_Strom_lesen

    06. April 2017 um 14:34

    Sirius heißt eigentlich Levi und lebt in einer jüdischen Familie in Berlin. Aus Hundesicht und aus Sicht seiner Herrchen wird beschrieben, wie Juden es immer schwerer in Deutschland haben. Nach der Reichspogromnacht eskaliert die Lage in Berlin, die Familie schafft es gerade noch nach Amerika zu emigrieren. Die Zeit nach der Flucht ist nicht einfach für die Familie des Hundes. Sie müssen noch einmal ganz von vorne anfangen, aber zum Glück haben sie Sirius! Der wird nämlich ein berühmter Filmstar und heißt fortan Hercules. Hercules hat eine berauschende und anstrengende Zeit als Hundestar. Er trifft unter anderem Berühmtheiten wie Marlene Dietrich, die auch nach Amerika emigrierte. Nach einer tragischen Verwechslung landet Hercules, alias Sirius, alias Levi, wieder in Deutschland und wird vom persönlichen Adjutanten des Führers aufgefunden und mitgenommen. Einen neuen Namen bekommet er natürlich auch, die Nazis nennen ihn Hansi. Es dauert nicht lange da trifft er den Führer höchstpersönlich, der so von ihm begeistert ist, dass Sirius sein persönliches Schoßhündchen wird. Hach! Wenn der Führer wüsste, dass er einen jüdischen Hund hat. Zu viel möchte ich jetzt nicht vor weg nehmen, aber es ist klar, dass der hochintelligente Sirius alles daran setzt seine Position auszukosten und den Führer zu sabotieren. Das ernste und bedrückende Thema wird aus einer ganz neuen (hündischen) Perspektive erzählt. Der Erzählstil ist leicht, unbeschwert und sehr amüsant. Schwere Thematik unbeschwert umgesetzt! Ein bezauberndes Buch, das ans Herz geht.

    Mehr
  • Ein Lieblingsbuch

    Sirius
    Becky_Bloomwood

    Becky_Bloomwood

    12. January 2017 um 14:09

    Meine Rezension von vor 9 Monaten hat weiterhin Bestand: https://www.lovelybooks.de/autor/Jonathan-Crown/Sirius-1100266345-w/rezension/1237445599/Es gibt nur ein paar Zusatzbemerkungen:Auf meine Anmerkung, dass mir das Ende nicht ganz so gut gefallen hat, hat mir der Autor Jonathan Crown die Taschenbuchausgabe ans Herz gelegt, da diese mit einem neuen Ende ausgestattet ist. Wer mit dem ursprünglichen Ende auch nicht ganz warm wurde, sollte hier nochmal zugreifen. Diesmal ist das Ende genau nach meinem Geschmack und wie ich es mir gewünscht habe :) zu Tränen rührend. Diesmal habe ich das Buch meinem Mann vorgelesen und dabei festgestellt, dass Sirius beim Vorlesen eine ganz andere Wirkung hat, als wenn ich es nur für mich lese. Es ist plötzlich viel trauriger - aber vielleicht liegt das auch an der Zweitlesung. Woran auch immer es liegen mag, viele Momente sind mir sehr zu Herzen gegangen, gerade die leisen Zwischentöne angesichts der furchtbaren Kriegszeiten. Angesichts des neuen Endes müsste ich nun eigentlich 6 Sterne verteilen. Sirius ist auch beim zweiten Lesen ein wunderbarer, toll geschriebener, zu Herzen gehender Roman.

    Mehr
  • Lassie im dritten Reich

    Sirius
    rallus

    rallus

    19. May 2016 um 15:51

    Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten.               Das sorglose Wort ist töricht.                         Eine glatte Stirn deutet auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende hat die furchtbare Nachricht nur noch nicht empfangen. Bertolt Brecht Das dritte Reich. Systematische Vernichtung von 6 Millionen Juden. Der zweite Weltkrieg. Millionen von Kriegsopfern. Zerstörte Länder, zerbombte Städte. Eine dunkle Zeit. Wenn ich als Schriftsteller darüber schreibe, wie gehe ich damit um? Jonathan Crown hat in seinem ersten Roman entschieden, darüber zu lachen. Nein, nicht über die Zeit, nicht über das Elend, aber über den Ernst. Damit es aber nicht so aussieht, als würde er sich über diesen Zeitabschnitt lustig machen, hat er einen kleinen Hund vorgeschickt. Wie man weiß, haben Tiere ja auch einen großen Therapieeffekt. Und, nein so ganz lustig ist es dann doch nicht geworden. Sirius ist ein Zeitzeuge im Berlin der 30er Jahre. Ein jüdischer Hund. Oder nein, ein Hund der jüdische Halter hat. Doch auch das soll sich im Verlaufe der Zeit ändern. Eigentlich hatte er einen anderen Namen. „Der Hund sitzt bei Else auf dem Schoß. Er hat die ganze Zeit aufmerkam zugehört. ‚Sirius?‘, flüsterte Benno und schaut Else fragend an. Die Umtaufung ist an ihm unbemerkt vorbeigegangen. ‚Ja, Sirius‘, sagt Liliencron. ‚Das ist jetzt sein Name. Wir alle haben neue Namen, also auch der Hund. Jeder hat seine Maske in diesen makabren Zeiten.'“  Und einen beeindruckenden Stammbaum. er stammt nämlich aus einem Wurf namens Reich. Und der dritte Wurf, also der dritte Reich bringt Sirius hervor. Hier bemerkt man schon die feine Ironie, die diesen Roman (oder besser die Scharade) durchzieht. Plan war einen hochintelligenten Hund zu züchten und das ist mit Sirius gelungen. Doch trotz aller Intelligenz fehlen auch ihm manchmal die Worte. „In Momenten wie diesen bedauert Sirius, dass er nicht wirklich ein Gesprächspartner ist. Ihm fehlen die Worte. ‚Seit 160.000 Jahren gibt es uns Menschen‘, murmelte Liliencron. ‚Und nur fünf Jahre hat Hitler gebraucht, um Menschlichkeit zu zerstören.‘ Eine Ente schwimmt gemächlich auf dem See. Sie ist unbeeindruckt. Enten gibt es seit etwa 30 Millionen Jahren.“ Das sind so Momente im Roman, in denen einem die feinen Härchen im Nacken und auf den Armen zu Berge stehen. Jonathan Crown hat eine subtile Art das Schreckliche zu beschreiben und einen kleinen Lacher einzubauen, dabei wirkt das Bild trotz seiner Lächerlichkeit, tragisch. Ein weiteres Beispiel, als Sirius das Tun der Menschen in der Kristallnacht beobachtet. „Sirius sitzt am Fenster. Er schaut hinaus in die Hölle auf Erden und denkt: ‚Sind das Menschen?‘ Er blickt hoch in den Nachthimmel. Das LIcht in der Dunkelheit, sein Leidensgenosse, ist nicht zu sehen. Hat der Stern [der Hundsstern, Anm. des Rezensenten] die Hoffnung aufgegeben? Oder sind es nur die Rauchschwaden, die das Universum dicht über den Dächern begrenzen? Sirius hört die Stiefel, die Stimmen, die Schüsse.“ Sirius emigriert mit seiner Familie in die Staaten, nach Hollywood und erlebt dort eine großartige Karriere als intelligenter Hund im Film. In dieser Phase wirken die Abenteuer eher ein wenig wie ‚Der Hund[ertjährige] der über den großen See kam und beim Film landete‘. Er trifft einen Haufen von damaligen Prominenten, doch letztendlich kommt es zum großen Showdown doch wieder in Berlin. Und dort wird aus dem jüdischen Hund ein ganz und gar arisches Tier. Doch lest selber. Ein vergnüglicher Parforceritt eines sympathischen Kleintieres, welches in einer aufregenden und schrecklichen Zeit lebt, dabei augenzwinkernd allerhand Unmögliches erlebt, welches der Autor skizzenartig als Scharade dem Leser erzählt. Dabei tut einem, besonders im ersten Teil, das Lachen richtig weh. Der zweite Teil wirkt, gerade wegen der massiv auftretenden unwahrscheinlichen Szenen, etwas konstruiert. Trotzdem bestens geeignet für Jugendliche, die man an dieses Thema heranführt.

    Mehr